Stadterhebungsmonument
Mitten im historischen Herzen der Altstadt, nur wenige Schritte vom Rheinufer entfernt, erhebt sich das Stadterhebungsmonument als eines der ungewöhnlichsten Denkmäler Düsseldorfs. Anders als klassische Reiterstatuen oder Brunnenfiguren erzählt dieses Bronzewerk keine einzelne Szene, sondern eine ganze Stadtgeschichte in komprimierter Form: von der mittelalterlichen Schlacht, die Düsseldorf seine Stadtrechte einbrachte, bis zum pulsierenden Marktleben vergangener Jahrhunderte. Wer am Burgplatz vorbeikommt, bleibt fast automatisch stehen, denn die Fülle an Figuren, Gesichtern und Symbolen auf der bronzenen Oberfläche wirkt auf den ersten Blick rätselhaft und lädt zum genauen Hinsehen ein. Das Monument ist damit weit mehr als Dekoration im Stadtbild - es ist ein begehbares Geschichtsbuch aus Metall, das Einheimische wie Reisende gleichermaßen fasziniert und zum Nachdenken über die Wurzeln der Stadt am Rhein anregt.
Geschichte des Stadterhebungsmonuments
Die Ursprünge des Stadterhebungsmonuments liegen im Jahr 1288, als der kleine Rheinort Düsseldorf durch Graf Adolf V. von Berg nach der siegreichen Schlacht bei Worringen die Stadtrechte verliehen bekam. Diese Schlacht, in der sich die Grafen von Berg gegen den Kölner Erzbischof durchsetzten, gilt bis heute als Gründungsmythos der Stadt und wird in Düsseldorf jedes Jahr am Vorabend des Jahrestags mit dem traditionellen Lambertusfeuer und Böllerschießen am Rhein gefeiert. Zum 700-jährigen Jubiläum dieses Ereignisses im Jahr 1988 beschloss die Stadt, ein Denkmal zu errichten, das diese Geschichte für kommende Generationen sichtbar machen sollte. Mit der Umsetzung wurde der in Düsseldorf geborene und international renommierte Bildhauer Bert Gerresheim betraut, der bereits mit seinem 1981 enthüllten Heinrich-Heine-Denkmal am Schwanenmarkt für Aufsehen gesorgt hatte. Gerresheim entwickelte für das Stadterhebungsmonument eine völlig eigene künstlerische Sprache: Statt einer einzelnen, harmonischen Figur schuf er eine dichte, collagenartige Komposition aus zahlreichen Einzelszenen, die ineinander verschränkt sind und sich erst bei mehrmaligem Betrachten vollständig erschließen. Die Arbeiten am Monument zogen sich über mehrere Jahre hin, bis es schließlich 1988 am östlichen Rand des Burgplatzes, an der Ecke Joseph-Wimmer-Gasse und Müller-Schlösser-Gasse, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Seither gehört es zum festen Bestandteil der Altstadt und wird regelmäßig in Stadtführungen zur Düsseldorfer Geschichte thematisiert.
Highlights des Stadterhebungsmonuments
Was das Stadterhebungsmonument so besonders macht, ist seine ungewöhnliche erzählerische Dichte. Bert Gerresheim verzichtete bewusst auf eine klassische, leicht lesbare Heldendarstellung und schuf statt dessen eine vielschichtige bronzene Collage, in der sich Kriegsszenen, religiöse Motive und Alltagsleben überlagern. Besucherinnen und Besucher entdecken bei genauem Hinsehen etwa die symbolische Siegelung der Stadterhebungsurkunde, kämpfende Reiter aus der Schlacht bei Worringen sowie Hinweise auf die Erhebung der Lambertuskirche zu einem Kollegiatstift, die in direktem Zusammenhang mit der städtischen Entwicklung jener Zeit stand. Besonders beliebt bei aufmerksamen Betrachtern ist das sogenannte Vexierbild: Nur von einem bestimmten, markierten Standpunkt am Boden aus betrachtet, formen sich einzelne Linien und Flächen der Bronzeplastik zur Zahl 1288 - dem Jahr der Stadterhebung. Dieses optische Rätsel sorgt bei vielen Besuchern für einen regelrechten Aha-Moment und macht das Monument zu einem beliebten Fotomotiv und Gesprächsthema bei Stadtführungen. Die Oberfläche des Monuments ist zudem bewusst uneben und vielschichtig gestaltet, sodass unterschiedliches Tageslicht - vom weichen Morgenlicht bis zum goldenen Abendlicht der Altstadt - die Konturen der Figuren jeweils neu hervortreten lässt. Die Lage direkt am Burgplatz, einem der belebtesten und historisch bedeutsamsten Plätze der Altstadt, verstärkt die Wirkung zusätzlich: Im Hintergrund erhebt sich der Schlossturm, der letzte Rest der einstigen Düsseldorfer Kurfürstenburg, während der Blick zur anderen Seite auf den Rhein und die Rheinuferpromenade fällt. So verbindet das Stadterhebungsmonument auf engstem Raum Kunst, Stadtgeschichte und eine der schönsten Aussichten Düsseldorfs.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Stadterhebungsmonument
Da es sich beim Stadterhebungsmonument um ein frei zugängliches Kunstwerk im öffentlichen Raum handelt, gibt es keine festen Öffnungszeiten und keinen Eintrittspreis - das Denkmal kann an jedem Tag der Woche und zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlos besichtigt werden. Besonders reizvoll ist ein Besuch in den Abendstunden, wenn die umliegenden Gaslaternen und die Beleuchtung der Altstadt die bronzenen Figuren in ein warmes Licht tauchen. Der Burgplatz liegt im Zentrum der Düsseldorfer Altstadt und ist fußläufig von praktisch allen zentralen Punkten der Innenstadt in wenigen Minuten erreichbar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt sich die Anfahrt bis zur Haltestelle Heinrich-Heine-Allee, die von mehreren U-Bahn-Linien bedient wird, von dort sind es nur wenige Gehminuten durch die engen Gassen der Altstadt bis zum Burgplatz. Auch der Düsseldorfer Hauptbahnhof ist mit der Bahn oder mit Straßenbahnen gut angebunden und liegt etwa 20 bis 25 Gehminuten beziehungsweise wenige Minuten mit der U-Bahn entfernt. Autofahrern stehen mehrere kostenpflichtige Parkhäuser in der Altstadt und am nahen Rheinufer zur Verfügung, da die Altstadt selbst weitgehend verkehrsberuhigt ist. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die gut ausgebaute Rheinuferpromenade nutzen, die direkt am Burgplatz vorbeiführt und eine angenehme, autofreie Anfahrt ermöglicht.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Stadterhebungsmonuments
Der Burgplatz selbst ist ein idealer Ausgangspunkt, um weitere Sehenswürdigkeiten der Altstadt zu Fuß zu entdecken. Nur wenige Schritte entfernt steht der Schlossturm, der einzige erhaltene Überrest der mittelalterlichen Düsseldorfer Kurfürstenburg und heute Standort eines kleinen Schifffahrtsmuseums. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich der Radschlägerbrunnen, der den Düsseldorfer Radschlägern, einem der bekanntesten Stadtsymbole, gewidmet ist. Wenige Gehminuten weiter, am Marktplatz vor dem historischen Rathaus, erwartet Besucher das Jan-Wellem-Reiterstandbild, eines der bedeutendsten Barockdenkmäler der Stadt. Auch die Basilika St. Lambertus mit ihrem charakteristisch verdrehten Turm liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt und ist eng mit der im Stadterhebungsmonument dargestellten Geschichte verbunden. Direkt am Rhein lädt die Rheinuferpromenade zu einem entspannten Spaziergang mit Blick auf den Fluss, den Rheinturm und die Oberkasseler Brücke ein. Wer nach der Besichtigung Hunger oder Durst verspürt, findet in den umliegenden Gassen der Altstadt zahlreiche traditionelle Brauhäuser, in denen das obergärige Altbier serviert wird - ein fester Bestandteil der Düsseldorfer Geselligkeit.
Für Fotografinnen und Fotografen lohnt sich ein zweiter Besuch zu unterschiedlichen Jahreszeiten: Im Sommer, wenn die Terrassen der umliegenden Altstadtkneipen bis an den Rand des Burgplatzes reichen, wirkt das Monument wie ein stiller Beobachter des pulsierenden Lebens, das es selbst in Bronze verewigt hat. Im Winter, wenn der nahe Weihnachtsmarkt am Burgplatz seine Stände aufbaut, taucht festliches Licht die Figuren in einen besonderen Glanz. Auch für Kinder ist das Stadterhebungsmonument ein dankbares Ziel, denn das Suchen und Entdecken der zahlreichen kleinen Details - Gesichter, Tiere, Werkzeuge und Schriftzeichen - funktioniert fast wie ein Wimmelbild aus Metall. Stadtführerinnen und Stadtführer nutzen das Denkmal daher gerne als Einstieg, um Düsseldorfs Weg von einer unbedeutenden Rheinsiedlung zur heutigen Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens anschaulich zu erzählen.
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