Denkmal & Statue

Radschlägerbrunnen

Radschlägerbrunnen
Burgplatz, 40213 Düsseldorf
Inhalt

Auf dem Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt, nur einen Steinwurf vom Rhein entfernt, plätschert ein Brunnen, der wie kaum ein anderes Denkmal die Seele der Stadt einfängt: der Radschlägerbrunnen. Zwei bronzene Jungen, mitten in der Bewegung eines Radschlags erstarrt, krönen das Wasserspiel und erinnern an eine jahrhundertealte Düsseldorfer Tradition, die Kinder und Jugendliche bis heute bei zahlreichen Stadtfesten lebendig halten. Für Einheimische ist der Brunnen weit mehr als ein hübsches Fotomotiv - er gilt als eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt und wird liebevoll als Treffpunkt und Orientierungsmarke in der Altstadt genutzt. Schon die Lage am belebten Burgplatz, direkt zwischen Rheinufer und den historischen Gassen der Altstadt, macht den Radschlägerbrunnen zu einem Pflichtstopp für alle, die Düsseldorf und seine Legenden näher kennenlernen möchten.

Geschichte des Radschlägerbrunnens

Die Geschichte des Radschlägerbrunnens beginnt in den frühen 1950er Jahren, als die traditionsreiche Bürgervereinigung Düsseldorfer Jonges beschloss, dem bekanntesten Stadtsymbol ein eigenes Denkmal zu widmen: dem Radschläger, einem Kind, das zur Belustigung der Passanten einen seitlichen Handstandüberschlag, den sogenannten Radschlag, vorführt. Der Legende nach reicht dieser Brauch bis ins Mittelalter zurück und soll mit der siegreichen Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 in Verbindung stehen, als die Düsseldorfer Kinder aus Freude über den Sieg und die neu verliehenen Stadtrechte auf den Straßen Räder schlugen. In der Neuzeit verdienten sich zahlreiche Düsseldorfer Kinder mit dieser Kunstfertigkeit tatsächlich ein kleines Taschengeld, indem sie für vorbeigehende Passanten Räder schlugen und dafür um eine kleine Münze, einen sogenannten "Penning", baten. Um dieses Brauchtum dauerhaft im Stadtbild zu verankern, schrieben die Düsseldorfer Jonges 1953 einen Wettbewerb aus, den der Bildhauer Alfred Zschorsch für sich entscheiden konnte. Sein Entwurf überzeugte die Jury durch die dynamische, naturalistische Darstellung zweier radschlagender Jungen. Die bronzenen Figuren wurden anschließend in der renommierten Düsseldorfer Kunstgießerei Herbert Schmäke gegossen, bevor der fertige Brunnen im Jahr 1954 feierlich der Stadt übergeben und auf dem Burgplatz aufgestellt wurde. Seither zählt der Radschlägerbrunnen zu den meistfotografierten Kunstwerken der Altstadt und wird regelmäßig in offiziellen Stadtdarstellungen als Symbol Düsseldorfs verwendet.

Highlights des Radschlägerbrunnens

Der besondere Reiz des Radschlägerbrunnens liegt in seiner lebendigen, fast spielerischen Darstellung: Die beiden bronzenen Jungen sind mitten in der akrobatischen Bewegung des Radschlags eingefroren, mit ausgestreckten Armen und Beinen, sodass der Eindruck permanenter Dynamik entsteht, obwohl die Figuren aus starrem Metall gegossen sind. Am Rand des aus Naturstein gefertigten, mehr als drei Meter durchmessenden Brunnenbeckens findet sich ein Schriftzug des bekannten Düsseldorfer Mundartdichters Hans Müller-Schlösser, der im charakteristischen Rheinischen Platt verfasst wurde: "Radschläger wolle mer blieve, wie jeck et de Minsche och drieve" - frei übersetzt: "Radschläger wollen wir bleiben, wie verrückt es die Menschen auch treiben." Dieser Spruch bringt den bodenständigen, selbstbewussten Humor der Düsseldorfer Bevölkerung auf den Punkt und wird von Einheimischen bis heute gerne zitiert. Besonders an warmen Tagen versammeln sich Familien und Kinder rund um den Brunnen, manche versuchen sogar selbst, den berühmten Radschlag der Bronzefigur nachzuahmen - eine beliebte Foto-Gelegenheit für Touristen. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Schlossturm und zum Rhein sorgt zudem für ein besonders stimmungsvolles Ambiente, vor allem in den Abendstunden, wenn das Wasser des Brunnens im Licht der umliegenden Altstadtbeleuchtung glitzert. Nicht zuletzt ist der Radschlägerbrunnen auch fester Programmpunkt zahlreicher Stadtführungen, die sich der Legende und Bedeutung des Radschlagens für die Düsseldorfer Identität widmen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Radschlägerbrunnen

Der Radschlägerbrunnen befindet sich frei zugänglich im öffentlichen Raum auf dem Burgplatz, sodass weder feste Öffnungszeiten noch ein Eintrittspreis zu beachten sind - der Brunnen kann rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres kostenlos besichtigt werden. Lediglich in sehr kalten Wintermonaten wird die Wasserzufuhr aus technischen Gründen gelegentlich vorübergehend abgestellt, die bronzenen Figuren selbst bleiben davon jedoch unberührt und bestaunenswert. Der Burgplatz liegt zentral in der Düsseldorfer Altstadt und ist von nahezu jedem Punkt der Innenstadt aus bequem zu Fuß erreichbar. Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel steigen am besten an der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee aus, die von mehreren U-Bahn-Linien bedient wird; von dort führt ein kurzer Spaziergang durch die Altstadtgassen direkt zum Burgplatz. Alternativ ist auch die Haltestelle am Hauptbahnhof mit Bus und Bahn gut angebunden, wobei der Fußweg von dort etwa 20 bis 25 Minuten in Anspruch nimmt. Wer mit dem Auto anreist, sollte beachten, dass die gesamte Altstadt weitgehend autofrei beziehungsweise verkehrsberuhigt ist; mehrere kostenpflichtige Parkhäuser am Rand der Altstadt und entlang des Rheinufers bieten jedoch ausreichend Parkmöglichkeiten. Auch mit dem Fahrrad lässt sich der Burgplatz bequem über die Rheinuferpromenade erreichen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Radschlägerbrunnens

Direkt neben dem Radschlägerbrunnen erhebt sich der Schlossturm, der letzte erhaltene Rest der einstigen Düsseldorfer Kurfürstenburg, der heute ein kleines Schifffahrtsmuseum sowie eine Aussichtsplattform mit Blick auf den Rhein beherbergt. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich zudem das moderne Stadterhebungsmonument, das in dichter Bronzecollage die Geschichte der Stadtgründung Düsseldorfs im Jahr 1288 erzählt - jenes Jahr, mit dem auch die Legende des Radschlagens eng verknüpft ist. Am nahegelegenen Marktplatz, vor dem historischen Rathaus, wartet das Jan-Wellem-Reiterstandbild, eines der bedeutendsten Barockdenkmäler der Stadt. Auch die Basilika St. Lambertus mit ihrem markant verdrehten Kirchturm liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Direkt am Rhein lädt die Rheinuferpromenade zu einem entspannten Spaziergang mit Blick auf den Fluss, den Rheinturm und die Oberkasseler Brücke ein. Für eine Stärkung nach dem Sightseeing bieten sich die zahlreichen traditionellen Brauhäuser in den umliegenden Altstadtgassen an, in denen das obergärige Düsseldorfer Altbier direkt vom Fass serviert wird - ein Erlebnis, das viele Besucher mit dem Anblick der radschlagenden Bronzejungen verbinden.

Für Düsseldorfer Kinder gehörte das Radschlagen über Generationen hinweg zu den festen Ritualen des Aufwachsens in der Stadt, und bis heute wird die Tradition bei Schulfesten, beim Düsseldorfer Karneval und sogar bei organisierten Radschläger-Wettbewerben gepflegt, bei denen junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Der Brunnen auf dem Burgplatz gilt dabei als das offizielle Denkmal dieser Tradition und wird regelmäßig bei städtischen Veranstaltungen, Jubiläen und touristischen Kampagnen als Sinnbild für die Lebensfreude und den rheinischen Humor der Düsseldorfer herangezogen. Auch das Wappen der Stadt Düsseldorf greift das Motiv des Radschlägers in stilisierter Form auf, was die enge Verbindung zwischen dem Brunnen und der städtischen Identität zusätzlich unterstreicht. Wer die Geschichte der Stadt verstehen möchte, findet am Radschlägerbrunnen somit einen anschaulichen Ausgangspunkt, der Kunst, Legende und gelebten Brauch auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

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