Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 ist das Haus für internationale Gegenwartskunst der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und residiert im historischen Ständehaus im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk, nur wenige Gehminuten von der Königsallee entfernt. Anders als das Schwesterhaus K20 am Grabbeplatz, das sich der klassischen Moderne widmet, zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Kunst der letzten Jahrzehnte bis zur unmittelbaren Gegenwart und ist dabei selbst zu einem der spektakulärsten Ausstellungsorte Europas geworden: Über dem ehemaligen Innenhof des Gebäudes wölbt sich eine gläserne Kuppel, unter der sich permanente Installationen und wechselnde Großprojekte entfalten. Wer zeitgenössische Kunst in einem architektonisch außergewöhnlichen Rahmen erleben möchte, findet in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 eines der eindrucksvollsten Museen im Rheinland. Neben den großen Ausstellungshallen besitzt das Haus eine Bibliothek mit kunstwissenschaftlicher Fachliteratur sowie ein Café im ehemaligen Foyer, sodass sich ein Besuch gut mit einer längeren Verweildauer verbinden lässt.
Geschichte der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21
Das Gebäude der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 hat eine lange politische Vorgeschichte, bevor es zum Museum wurde. Zwischen 1876 und 1880 errichtete der Architekt Julius Raschdorff, der später auch den Berliner Dom entwarf, das sogenannte Ständehaus als Sitz des Rheinischen Provinziallandtags im Stil der deutschen Neorenaissance. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der wiederaufgebaute Bau von 1949 bis 1988 als Landtag von Nordrhein-Westfalen, bis die Abgeordneten in ein neu errichtetes Parlamentsgebäude am Rheinufer umzogen und das historische Ständehaus leer stand. In den 1990er Jahren entwickelte das Münchner Architekturbüro Kiessler + Partner, das später auch die Erweiterung von K20 verantwortete, ein Konzept zur Umnutzung als Kunstmuseum. Kernstück des Umbaus war eine neue Stahl-Glas-Kuppel über dem ehemaligen Lichthof, die eine lichtdurchflutete, fast gewächshausartige obere Ebene schuf. Im Jahr 2002 öffnete das Haus unter dem Namen K21 Ständehaus seine Türen und widmet sich seither ausschließlich der internationalen Kunst ab den 1980er Jahren. Seit 2016 tritt die Institution gemeinsam mit K20 unter der gemeinsamen Marke Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen auf, bewahrt aber mit dem historischen Plenarsaal und der Glaskuppel ihren unverwechselbaren eigenen Charakter. Bauhistorisch blieb die historistische Fassade zur Straßenseite weitgehend erhalten, während das Innere des Gebäudes vollständig für die Anforderungen eines modernen Ausstellungshauses mit klimatisierten Sälen und flexiblen Wandsystemen umgebaut wurde. Teile der ursprünglichen Treppenanlage und des Foyers blieben bewusst sichtbar, sodass Besucher die doppelte Geschichte des Ortes als Parlamentssitz und als Kunstmuseum unmittelbar nachvollziehen können.
Highlights der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21
Das unangefochtene Highlight der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 ist die permanente Installation „in orbit" des argentinischen Künstlers Tomás Saraceno, die seit 2013 hoch oben in der Glaskuppel hängt. Besucherinnen und Besucher können über filigrane, begehbare Netzkonstruktionen in rund 25 Metern Höhe balancieren und dabei das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben, während unter ihnen das gesamte Treppenhaus des ehemaligen Landtags sichtbar bleibt; der Zugang erfolgt kontingentiert und ist bei Höhenangst nicht empfehlenswert, dafür aber eines der meistfotografierten Kunsterlebnisse der Stadt. In den darunterliegenden Geschossen zeigt die ständige Sammlung Schlüsselwerke der internationalen Gegenwartskunst, darunter raumgreifende Skulpturen und Installationen von Thomas Schütte, dessen Figuren und Modellbauten die deutsche Bildhauerei seit den 1990er Jahren prägen, sowie Arbeiten von Rosemarie Trockel, Bruce Nauman, Giuseppe Penone und Marcel Broodthaers. Fotografien von Andreas Gursky, einem der bedeutendsten Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie, dokumentieren großformatig globalisierte Räume von Börsenparketts bis zu Lagerhallen. Der ehemalige Plenarsaal des Landtags, ein beeindruckender halbrunder Raum mit Resten der historischen Bestuhlung, wird regelmäßig für ortsspezifische Installationen genutzt und verbindet so die politische Vergangenheit des Gebäudes mit der Gegenwartskunst. Zur Spielzeit 2026/2027 zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 zudem die Ausstellung des Gewinners des K21 Global Art Award 2026, die von Oktober 2026 bis August 2027 zu sehen ist und jungen internationalen Positionen eine große Bühne bietet. Ergänzend vermittelt ein museumspädagogisches Programm mit Werkstattgesprächen, Kinderprogrammen und thematischen Führungen die oft komplexen medialen und installativen Arbeiten der Sammlung; viele Werke entstehen eigens für die ungewöhnliche Architektur des Hauses und reagieren auf die besonderen Lichtverhältnisse unter der Glaskuppel.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 an der Ständehausstraße 1 in 40217 Düsseldorf ist von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet, montags bleibt das Haus geschlossen. Am ersten Mittwoch jedes Monats sind die Öffnungszeiten bis 22 Uhr verlängert. Ein Einzelticket kostet je nach laufender Ausstellung meist zwischen 9 und 17 Euro, während ein Kombiticket für K21 und K20, das ein Jahr gültig bleibt, 21 Euro kostet. Studierende ab 18 Jahren zahlen ermäßigt 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre besuchen das Museum kostenfrei, und eine Jahreskarte für beide Häuser ist für 49 Euro erhältlich. Der Vorverkauf erfolgt über den Online-Shop der Kunstsammlung; besonders für den Zugang zur Saraceno-Installation „in orbit" empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung, da die Besucherzahl aus Sicherheitsgründen begrenzt ist. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man das Museum bequem über die Haltestelle Graf-Adolf-Platz, die von den Straßenbahnlinien 706, 708 und 709 sowie den Stadtbahnlinien U71, U72, U73 und U83 angefahren wird; von dort sind es nur wenige Gehminuten bis zum Ständehaus. Auch vom Hauptbahnhof aus ist die Station in kurzer Zeit zu Fuß oder mit der Bahn erreichbar. Parkmöglichkeiten bietet unter anderem das Parkhaus am nahegelegenen Carlsplatz. Das Museum ist weitgehend barrierefrei zugänglich, Aufzüge verbinden alle Ausstellungsebenen, und an der Kasse sind Audioguides in mehreren Sprachen erhältlich, die zusätzliche Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Werken liefern.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 liegt verkehrsgünstig zwischen der Düsseldorfer Innenstadt und dem Medienhafen, sodass sich ein Besuch gut mit weiteren Stationen kombinieren lässt. In wenigen Gehminuten erreicht man die berühmte Königsallee mit ihren Luxusboutiquen und dem von Kastanien gesäumten Stadtgraben, ein idealer Ort für einen Spaziergang nach dem Museumsbesuch. Richtung Rhein liegt der Medienhafen mit den markanten, schräg gestellten Bauten von Frank Gehry am Neuen Zollhof sowie der Rheinturm mit seiner Aussichtsplattform. Auch die Düsseldorfer Altstadt mit ihren traditionellen Altbier-Brauhäusern und dem Schwesterhaus K20 am Grabbeplatz ist bequem zu Fuß oder mit wenigen Stationen Stadtbahn zu erreichen. Kulturinteressierte können außerdem einen Abstecher zum Museum Kunstpalast am Ehrenhof einplanen, das mit seiner breiten Sammlung von alten Meistern bis zur Glaskunst einen schönen Kontrast zur Gegenwartskunst im K21 bietet. Für eine Pause bieten sich die zahlreichen Cafés und Restaurants rund um den Carlsplatz und die Friedrichstraße an. Nur wenig weiter entfernt liegt der weitläufige Hofgarten, Düsseldorfs älteste öffentliche Parkanlage, die sich gut für einen entspannten Abschluss des Museumsbesuchs eignet, ebenso wie das nahegelegene Schauspielhaus Düsseldorf mit seinem vielfältigen Theaterprogramm.
Wo übernachten in Düsseldorf, Deutschland
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