Aussichtspunkt

Kö-Bogen II

Kö-Bogen II
Königsallee 2, 40212 Düsseldorf, Deutschland
Inhalt

Direkt am Übergang zwischen der weltbekannten Einkaufsstraße Königsallee und dem weitläufigen Hofgarten erhebt sich der Kö-Bogen II, ein Gebäudekomplex, der die Düsseldorfer Innenstadt in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert hat. Was ihn von anderen modernen Geschäftsbauten unterscheidet, ist seine ungewöhnliche, komplett begrünte Fassade aus geschnittenen Hainbuchenhecken, die in sanften Schwüngen die gesamte nördliche und westliche Außenhülle des Baukörpers überzieht. Von unten betrachtet wirkt das Gebäude wie ein grüner Hügel inmitten der Stadt, der sich organisch in den angrenzenden Hofgarten einfügt. Wer die Treppen und Rampen an der Gebäudeseite erklimmt, gelangt auf das sanft ansteigende, begehbare Dach, von dem sich ein überraschender Blick auf den Platz, die Königsallee und die umgebende Architektur bietet. Dieser Aussichtspunkt ist weniger spektakulär in der Höhe als andere Orte der Stadt, dafür umso besonderer in seiner Machart: Hier verschmelzen Landschaftsarchitektur, Nachhaltigkeit und Stadtraum zu einer Aussichtsplattform, die man so in kaum einer anderen deutschen Großstadt findet. Besonders in den Abendstunden, wenn sich Düsseldorfer und Besucher auf dem Rasendach zum Picknick oder einfach zum Verweilen treffen, zeigt sich, wie sehr dieser Ort inzwischen zu einem lebendigen Treffpunkt der Stadt geworden ist.

Geschichte des Kö-Bogen II

Die Geschichte des Kö-Bogen II ist eng mit der städtebaulichen Neuordnung des gesamten Gustaf-Gründgens-Platzes verbunden. Nachdem bereits 2013 der erste Bauabschnitt, der Kö-Bogen I nach Plänen des Architekten Daniel Libeskind, fertiggestellt worden war, begannen im Juni 2017 die Arbeiten am zweiten Abschnitt. Verantwortlich für den Entwurf des Kö-Bogen II zeichnet der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven, der mit seinem Büro Ingenhoven Associates international für nachhaltige und begrünte Architektur bekannt ist. Ziel des Projekts war es, den bis dahin von einer stark befahrenen Verkehrsschneise durchzogenen Platz zwischen Königsallee und Schadowstraße neu zu gestalten und den Verkehr konsequent unter die Erde zu verlegen, um an der Oberfläche einen attraktiven, begehbaren Stadtraum zu schaffen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wurde diese städtebauliche Vision Realität: Anstelle einer lauten Kreuzung entstand ein grüner, einladender Platz, der Königsallee und Hofgarten optisch wie funktional miteinander verbindet. Besonders bemerkenswert ist die Inspiration für das begehbare Rasendach, das sich unter anderem am Dach des Lincoln Center in New York orientiert, wo eine vergleichbare grüne Rampe als öffentlicher Treffpunkt dient. Die Fassadenbegrünung aus Hainbuchenhecken, die Ingenhoven für das Projekt entwickelte, gilt als eine der größten zusammenhängenden Grünfassaden Europas und markierte bei ihrer Fertigstellung einen Meilenstein im Bereich der sogenannten vertikalen Begrünung im urbanen Raum. Seit der Eröffnung hat sich der Kö-Bogen II zu einem viel beachteten Beispiel dafür entwickelt, wie Einkaufs- und Büroarchitektur mit ökologischen Ansprüchen und öffentlichem Stadtraum verbunden werden kann, und wird regelmäßig in internationalen Fachpublikationen zur nachhaltigen Architektur vorgestellt.

Highlights im Kö-Bogen II

Das auffälligste Merkmal des Kö-Bogen II ist zweifellos seine lebende Fassade: Tausende akkurat geschnittene Hainbuchen bedecken die schrägen, nach Norden und Westen ausgerichteten Außenflächen des Gebäudes und verändern ihr Erscheinungsbild im Lauf der Jahreszeiten - von frischem Grün im Frühling über dichtes Laub im Sommer bis zu den rotbraunen Herbsttönen, die die Hainbuche bekanntermaßen bis in den Winter hinein behält. Diese lebendige, sich wandelnde Hülle macht den Kö-Bogen II zu einem der meistfotografierten Gebäude der Stadt und zu einem beliebten Motiv für Architekturinteressierte aus aller Welt. Der eigentliche Aussichtspunkt befindet sich auf dem sanft ansteigenden Dach, das über Rampen und Treppen von außen frei zugänglich ist und einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel auf die Stadt erlaubt: Von hier blickt man über den belebten Platz direkt auf die historischen Gebäude der Königsallee, auf die gegenüberliegende Fassade des Kö-Bogen I mit dem bekannten Apple Store und hinüber in die grünen Baumkronen des Hofgartens. Gerade weil die Aussicht hier nicht aus großer Höhe, sondern auf Augenhöhe mit der Stadt erfolgt, entsteht ein intimes, urbanes Panorama, das sich deutlich von klassischen Hochpunkten wie Türmen unterscheidet. Zu den beliebtesten Momenten zählt der Blick bei Sonnenuntergang, wenn das Licht durch die Blätter der Hainbuchenhecken fällt und die Fassaden der Königsallee in warmes Licht taucht. Im Sommer wird das Dach häufig von Einheimischen zum Sitzen, Picknicken oder einfach zum Beobachten des Treibens auf dem Platz genutzt, während zu besonderen Anlässen, etwa während der Fashion Days oder weihnachtlicher Veranstaltungen, temporäre Installationen und Lichtkunstwerke rund um den Platz und auf dem begrünten Dach zu sehen sind. Auch die Kombination aus Glas, Travertinstein und Begrünung an den unteren Gebäudeteilen lohnt bei einem Rundgang einen genauen Blick, da sie den fließenden Übergang zwischen Architektur und Landschaft besonders gut sichtbar macht.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Kö-Bogen II

Das begehbare Dach des Kö-Bogen II ist als öffentlicher Außenraum frei und kostenlos zugänglich, es gibt keine festen Öffnungszeiten oder Eintrittsgebühren, da es sich um einen offenen Platz und keine kommerzielle Attraktion handelt. In der Praxis empfiehlt sich ein Besuch bei Tageslicht und gutem Wetter, da das Dach eine Grasfläche ist und bei Nässe rutschig sein kann; in den Abendstunden ist der Platz beleuchtet und auch dann gut begehbar. Die im Gebäude selbst untergebrachten Geschäfte und Gastronomiebetriebe folgen den üblichen Innenstadt-Öffnungszeiten, in der Regel montags bis samstags von etwa 10 bis 20 Uhr, mit saisonalen Abweichungen an verkaufsoffenen Sonntagen. Der Kö-Bogen II liegt zentral an der Adresse Königsallee 2 im Herzen der Düsseldorfer Innenstadt, unmittelbar gegenüber dem Hofgarten und direkt an der Königsallee. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist denkbar einfach: Die U-Bahn-Haltestelle "Heinrich-Heine-Allee" sowie mehrere Straßenbahn- und Buslinien halten nur wenige Gehminuten entfernt, auch der Hauptbahnhof ist zu Fuß in etwa 15 bis 20 Minuten oder mit der Bahn in wenigen Minuten erreichbar. Mit dem Auto empfiehlt sich die Nutzung der zahlreichen Parkhäuser rund um die Königsallee und die Schadowstraße, da der Platz selbst autofrei gestaltet ist. Der Zugang zum Dach ist über flache Rampen gestaltet, wodurch der Ort auch für Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Besucher gut zugänglich ist.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Kö-Bogen II

Unmittelbar gegenüber liegt der Hofgarten, die älteste öffentliche Parkanlage Deutschlands, die sich mit ihren alten Baumbeständen, Teichen und Spazierwegen ideal für einen ausgedehnten Spaziergang im Anschluss an den Besuch eignet. Nur wenige Schritte entfernt beginnt die berühmte Königsallee, bekannt als "Kö", mit ihren Luxusboutiquen, dem von Alleen gerahmten Kö-Graben und zahlreichen Cafés, die zum Verweilen einladen. Auf der anderen Seite des Platzes liegt der Kö-Bogen I mit dem bekannten, von Daniel Libeskind entworfenen Gebäude, in dem unter anderem ein großer Apple Store untergebracht ist. Wer von dort aus weiter in Richtung Altstadt spaziert, erreicht nach etwa 10 bis 15 Minuten den Burgplatz mit dem Schlossturm und dem Rheinufer, wo sich ein völlig anderer, historischer Blick auf die Stadt eröffnet. Auch das Schauspielhaus Düsseldorf und der Dreischeibenhaus-Wolkenkratzer, eines der bekanntesten Hochhäuser der Nachkriegsmoderne in Deutschland, liegen in unmittelbarer Nähe und lassen sich gut in einen Rundgang durch die Innenstadt einbinden.

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