Denkmal & Statue

Bismarck-Denkmal

Bismarck-Denkmal
Martin-Luther-Platz, 40212 Düsseldorf
Inhalt

Das Bismarck-Denkmal gehört zu den markantesten historischen Monumenten der Düsseldorfer Innenstadt und erinnert an eine der prägendsten Figuren der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts, den ersten Reichskanzler Otto von Bismarck. Wer heute über den Martin-Luther-Platz im Stadtzentrum spaziert, begegnet der imposanten Bronzefigur direkt neben dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, umgeben vom Verkehr der Innenstadt und doch mit einer eigenen, fast feierlichen Ausstrahlung. Das Denkmal ist weit mehr als ein einfaches Standbild; es ist ein steingewordenes Zeugnis der politischen Stimmung im Deutschen Kaiserreich am Ende des 19. Jahrhunderts, als sich in zahlreichen deutschen Städten eine regelrechte Welle von Bismarck-Denkmälern und Bismarck-Säulen formierte, mit der konservative und nationalliberale Bürgerkomitees dem "Eisernen Kanzler" nach seiner erzwungenen Entlassung ihre Reverenz erwiesen. Das Düsseldorfer Bismarck-Denkmal zählt zu den qualitativ hochwertigsten Beispielen dieser Denkmalwelle und ist bis heute ein beliebtes Fotomotiv sowie ein Ausgangspunkt für Spaziergänge durch die angrenzenden Grünanlagen des Hofgartens.

Geschichte von Bismarck-Denkmal

Die Geschichte des Bismarck-Denkmal ist eng mit der politischen Entwicklung des Deutschen Kaiserreichs in den 1890er-Jahren verknüpft. Nachdem Otto von Bismarck, der das Deutsche Reich 1871 maßgeblich mitgestaltet und als Reichskanzler bis 1890 geführt hatte, von Kaiser Wilhelm II. zum Rücktritt gedrängt worden war, entstand in weiten Teilen des liberalen und nationalkonservativen Bürgertums eine Bewegung, die den "Eisernen Kanzler" durch Denkmäler ehren wollte, teils als Ausdruck der Verehrung, teils als stille politische Kritik an der Entlassung durch den jungen Kaiser. Auch in Düsseldorf bildete sich ein Bürgerkomitee, das die Finanzierung und Errichtung eines solchen Monuments vorantrieb. Mit der künstlerischen Ausführung wurden die Bildhauer August Bauer und Johannes Röttger betraut, die gemeinsam eine imposante Bronzefigur Bismarcks schufen. Die Statue zeigt den ehemaligen Reichskanzler nicht im zivilen Gehrock, wie er oft dargestellt wird, sondern in der Uniform eines preußischen Kürassier-Offiziers des Halberstädter Regiments, komplett mit Pickelhaube und Eisernem Kreuz, was die enge Verbindung zwischen Bismarcks politischem Wirken und dem preußischen Militär unterstreichen sollte. Am Sockel der Statue wurden zwei allegorische Figuren angebracht: eine kriegerische Gestalt mit Eichenlaub als Symbol der deutschen Einheit sowie eine weibliche Figur, die den gewerblichen Fleiß und die Industrie des neuen Deutschen Reichs personifizierte. Ursprünglich schmückten zudem vier Wappen der großen deutschen Bundesstaaten Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg den Granitsockel, die jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren gingen. Feierlich enthüllt wurde das Denkmal am 10. Mai 1899 an seinem ursprünglichen Standort an der damaligen Alleestraße, der heutigen Heinrich-Heine-Allee, direkt vor der Kunsthalle Düsseldorf, wo es als städtebauliches Pendant zur damaligen Kunstmetropole fungierte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Denkmal an seinen heutigen Standort auf dem Martin-Luther-Platz versetzt, wo es nun gemeinsam mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein Ensemble wilhelminischer Monumentalkunst bildet. Trotz der zeitgeschichtlichen Brisanz, die Bismarck-Denkmäler in der heutigen Erinnerungskultur mit sich bringen, blieb das Düsseldorfer Exemplar erhalten und gilt heute als wichtiges Zeitdokument der Geschichtsauffassung des wilhelminischen Kaiserreichs.

Highlights im Bismarck-Denkmal

Das Bismarck-Denkmal beeindruckt schon aus der Entfernung durch seine imposante Höhe und die dynamische Haltung der Bronzefigur, die mit erhobenem Blick und fester Standfestigkeit die Selbstsicherheit des wilhelminischen Kaiserreichs ausstrahlt. Besonders sehenswert sind die feinen handwerklichen Details der Uniform, von den Litzen der Kürassier-Jacke bis zur charakteristischen Pickelhaube, die den Bildhauern August Bauer und Johannes Röttger eine außergewöhnliche Detailgenauigkeit abverlangten. Wer sich die Zeit nimmt, das Denkmal aus der Nähe zu betrachten, entdeckt am Sockel die beiden allegorischen Begleitfiguren, deren symbolische Bedeutung sich erst bei genauerem Hinsehen erschließt: die kriegerische Figur mit Eichenlaub verweist auf den militärischen Weg zur deutschen Einheit von 1871, während die weibliche Figur mit ihren Attributen der Industrie und des Gewerbefleißes die wirtschaftliche Aufbruchsstimmung der sogenannten Gründerzeit symbolisiert. Der massive Granitsockel selbst, auf dem die beiden Figuren sitzen, zeugt von der für die Zeit typischen monumentalen Bauweise öffentlicher Denkmäler, die bewusst auf Dauerhaftigkeit und Erhabenheit setzte. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf demselben Platz erlaubt einen interessanten Vergleich zweier zentraler Figuren der deutschen Reichsgründung und ihrer jeweiligen monumentalen Inszenierung. Für historisch interessierte Besucher bietet sich am Bismarck-Denkmal die seltene Gelegenheit, sich mit der komplexen und bis heute kontrovers diskutierten Erinnerungskultur rund um Bismarck auseinanderzusetzen, ohne dass das Denkmal selbst, wie es bei vielen vergleichbaren Monumenten in anderen Städten geschah, im 20. Jahrhundert eingeschmolzen oder entfernt wurde. Der umgebende Martin-Luther-Platz mit seinen Bäumen und Sitzgelegenheiten lädt zudem dazu ein, das Denkmal in Ruhe zu betrachten und die Atmosphäre des historischen Ensembles auf sich wirken zu lassen, bevor man den Spaziergang durch die Düsseldorfer Innenstadt fortsetzt.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Bismarck-Denkmal

Da es sich beim Bismarck-Denkmal um ein frei zugängliches Monument im öffentlichen Straßenraum handelt, gibt es keine festen Öffnungszeiten und auch keinen Eintritt; der Martin-Luther-Platz und damit das Denkmal sind rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres frei zu besichtigen. Dies macht einen Besuch besonders flexibel und unkompliziert, da er sich problemlos mit anderen Programmpunkten in der Innenstadt verbinden lässt, egal ob tagsüber bei gutem Licht für Fotos oder abends, wenn die umliegende Beleuchtung dem Denkmal eine besondere Stimmung verleiht. Der Martin-Luther-Platz liegt zentral in der Düsseldorfer Stadtmitte und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend angebunden: Die nächstgelegene Stadtbahnhaltestelle ist Steinstraße/Königsallee, von der aus das Denkmal in wenigen Gehminuten erreichbar ist, ebenso wie von der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee. Auch der Hauptbahnhof Düsseldorf ist mit der Stadtbahn in rund zehn Minuten oder zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erreichen. Autofahrer finden in mehreren Parkhäusern in der näheren Umgebung, etwa rund um die Königsallee oder am Schadowplatz, kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Da sich das Denkmal in unmittelbarer Nähe zur Königsallee und zum Hofgarten befindet, empfiehlt es sich, den kurzen Besuch mit einem längeren Spaziergang durch diese beiden beliebten Ziele zu verbinden. Wer das Denkmal fotografieren möchte, sollte die Vormittagsstunden bevorzugen, wenn das Licht von Osten auf die Bronzefigur fällt und die feinen Details der Uniform und des Sockels besonders gut zur Geltung kommen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Bismarck-Denkmal

Der Martin-Luther-Platz, auf dem sich das Bismarck-Denkmal befindet, liegt inmitten einer der dichtesten Konzentrationen an Sehenswürdigkeiten in der Düsseldorfer Innenstadt. Direkt auf demselben Platz erhebt sich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, ein weiteres monumentales Reiterstandbild aus derselben Epoche, sowie die markante Johanneskirche, eine große neugotische Kirche, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde und mit ihrem hohen Turm das Stadtbild der Umgebung prägt. Nur wenige Gehminuten entfernt beginnt die weltberühmte Königsallee, liebevoll "Kö" genannt, die mit ihrem von Kastanienbäumen gesäumten Boulevard und dem künstlichen Kanal zu den exklusivsten Einkaufsstraßen Europas zählt. Ebenfalls fußläufig erreichbar ist der weitläufige Hofgarten, die älteste öffentliche Parkanlage Deutschlands, in dem sich auch das Schauspielhaus Düsseldorf und das markante Hochhaus Dreischeibenhaus befinden. Wer von hier aus weiter Richtung Rhein spaziert, erreicht in kurzer Zeit die moderne Shopping- und Bürozone Kö-Bogen mit ihrer markanten Architektur, bevor sich der Weg weiter zur historischen Altstadt mit ihren engen Gassen und Brauhäusern fortsetzt. Für kulturell interessierte Besucher liegt zudem die Tonhalle Düsseldorf, ein ehemaliges Planetarium und heute eines der wichtigsten Konzerthäuser der Stadt, in bequemer Entfernung vom Martin-Luther-Platz.

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