Denkmal & Statue

Alte Stadtmauer

Alte Stadtmauer
Wallstraße / Oberstraße, 52349 Düren
Inhalt

Die Alte Stadtmauer ist eines der ältesten und zugleich erstaunlichsten Zeugnisse der Dürener Stadtgeschichte, denn sie gehört zu den wenigen Bauwerken, die den verheerenden Luftangriff vom 16. November 1944 weitgehend unbeschadet überstanden haben. Während fast die gesamte Innenstadt Dürens damals innerhalb von nur 21 Minuten in Schutt und Asche gelegt wurde, blieben große Teile der mittelalterlichen Befestigungsanlage erhalten und lassen sich bis heute an mehreren Stellen im Stadtgebiet besichtigen, etwa an der Wallstraße, der Schenkelstraße, der Oberstraße sowie im Bereich Hohenzollernstraße und Waisenhausstraße. Die Stadtmauer wurde ab etwa 1212 errichtet und sicherte Düren über Jahrhunderte mit zwölf Türmen und fünf Toren in alle vier Himmelsrichtungen. Wer heute an den erhaltenen Mauerresten und Türmen entlangspaziert, erhält einen seltenen, unmittelbaren Eindruck davon, wie die Stadt vor ihrer fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ausgesehen haben muss - ein Eindruck, den kaum ein anderer Ort in Düren in dieser Unmittelbarkeit vermitteln kann.

Geschichte der Alten Stadtmauer

Der Baubeginn der Dürener Stadtbefestigung wird auf etwa das Jahr 1212 datiert, auch wenn das genaue Datum in der historischen Forschung nicht vollständig gesichert ist; eine historische Inschrift soll einst vermerkt haben, dass die Dürener in diesem Jahr begannen, starke Mauern zu errichten. Bereits 1226 wurde Düren urkundlich als befestigte Siedlung erwähnt, als "oppidum nostrum Duren", und 1261 findet sich die erste schriftliche Erwähnung eines der Stadttore, des Holztors. Die Mauer selbst wurde zunächst aus Sandsteinquadern errichtet, im 14. Jahrhundert kamen stützende Bogenkonstruktionen hinzu, die die Statik der Anlage verbesserten. Ab 1493 wurden zusätzlich vorspringende, runde Bastionstürme aus Backstein errichtet, die die Verteidigung der Mauerabschnitte zwischen den älteren Türmen verstärkten. Die gesamte Anlage war zudem von einem doppelten Wassergraben umgeben; Ausgrabungen im Jahr 2011 legten in der Nähe des ehemaligen Pletzerturms einen rund fünf Meter tiefen Stadtgraben frei und bestätigten damit das Ausmaß der einstigen Befestigung.

Insgesamt sicherten fünf große Tore den Zugang zur Stadt: das Philippstor und das Wirteltor im Norden, das Kölntor im Osten, das Obertor im Süden und das Holztor im Westen. Als Türme sind unter anderem der Spießenturm - auch "Grauer Hut" genannt -, der Pletzergassenturm, der 1493 errichtete Dicker Turm und der Grönjansturm überliefert. Während der Luftangriff vom 16. November 1944 fast die gesamte restliche Stadt vernichtete, blieb die Befestigungsanlage weitgehend intakt, da sie als militärisch unbedeutendes, massives Bauwerk außerhalb des unmittelbaren Zielbereichs der Bomber lag. Diese glückliche Fügung macht die Stadtmauer heute zu einem der wertvollsten baulichen Relikte Dürens. Mehrere Türme und insgesamt sechs Mauerabschnitte an den genannten Standorten stehen unter Denkmalschutz, darunter ein rund 84 Meter langes, bis zu 3,5 Meter hohes Teilstück zwischen Dicker Turm und Grönjansturm, das zu den am besten erhaltenen Abschnitten der gesamten Anlage zählt.

Highlights der Alten Stadtmauer

Das herausragende Highlight ist zweifellos der lange, gut erhaltene Mauerabschnitt zwischen Dicker Turm und Grönjansturm, der mit rund 84 Metern Länge und bis zu 3,5 Metern Höhe einen eindrucksvollen Eindruck von den Ausmaßen der mittelalterlichen Befestigung vermittelt. Der 1493 errichtete Dicker Turm beeindruckt durch seine massive, runde Form und zeigt anschaulich, wie sich die Wehrtechnik im Spätmittelalter von einfachen Mauern zu ausgeklügelten Bastionssystemen weiterentwickelte. Ebenso sehenswert ist der Spießenturm, der aufgrund seiner charakteristischen Form im Volksmund auch "Grauer Hut" genannt wird und zu den markantesten Turmbauten der Anlage zählt. Entlang der Wallstraße - deren Name unmittelbar auf die einstige Befestigung verweist - lassen sich mehrere Mauerabschnitte in kurzer Entfernung zueinander besichtigen, sodass sich ein zusammenhängender Spaziergang entlang der ehemaligen Stadtgrenze anbietet. Auch im Bereich der Oberstraße, der Schenkelstraße sowie an der Hohenzollernstraße und Waisenhausstraße finden sich weitere geschützte Mauerreste, die jeweils eigene architektonische Details aufweisen, etwa unterschiedliche Mauerwerkstechniken aus verschiedenen Bauphasen zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. Für Geschichtsinteressierte besonders reizvoll ist der Gedanke, dass diese Mauerreste zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der gesamten Stadt gehören und damit einen unmittelbaren Bezug zum mittelalterlichen Düren bieten, das durch die Zerstörung von 1944 ansonsten fast vollständig verschwunden ist.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Alten Stadtmauer

Da es sich bei der Alten Stadtmauer um ein im Stadtgebiet frei zugängliches Bauwerk im öffentlichen Raum handelt, gibt es keine festen Öffnungszeiten und keinen Eintrittspreis. Die erhaltenen Mauerabschnitte und Türme können ganzjährig und jederzeit kostenlos besichtigt werden, wobei sich ein Besuch bei Tageslicht empfiehlt, um die unterschiedlichen Mauerwerkstechniken und architektonischen Details gut erkennen zu können. Da sich die Reste der Stadtmauer über mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilen, empfiehlt sich für einen umfassenden Eindruck ein längerer Spaziergang, der mehrere Stationen wie die Wallstraße, die Oberstraße und die Schenkelstraße miteinander verbindet. Die Anreise nach Düren erfolgt am einfachsten über den Dürener Hauptbahnhof, von dem aus die Dürener Innenstadt und damit auch die meisten Mauerabschnitte in wenigen Gehminuten erreichbar sind. Innerhalb der Stadt verbinden zahlreiche Buslinien die verschiedenen Stadtteile mit der Innenstadt, sodass auch etwas weiter entfernt liegende Mauerreste gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Besucher mit dem eigenen Pkw finden in den zentralen Parkhäusern und an den Straßenrändern der Innenstadt verschiedene Parkmöglichkeiten, von denen aus sich die Mauerreste bequem zu Fuß erschließen lassen. Besonders empfehlenswert ist eine Kombination des Spaziergangs entlang der Stadtmauer mit einem Besuch der zentralen Plätze der Innenstadt, da sich die historischen Routen oft überschneiden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Alten Stadtmauer

Da sich die Reste der Alten Stadtmauer über mehrere Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilen, liegen praktisch alle zentralen Sehenswürdigkeiten Dürens in erreichbarer Nähe zu mindestens einem Mauerabschnitt. Vom Bereich der Wallstraße aus erreicht man in wenigen Gehminuten den historischen Marktplatz mit der 1957 wiedererrichteten Mariensäule sowie den Kaiserplatz mit dem Rathaus und dem Flammenengel, einem Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Dürens im Jahr 1944. Auch die Annakirche mit dem umgebenden Annaplatz und Ahrweilerplatz, deren gotisches Südportal die Kriegszerstörung überstand, liegt in bequemer Gehdistanz zu mehreren Mauerabschnitten. Nahe der Oberstraße, an der ebenfalls geschützte Mauerreste zu finden sind, liegt zudem das Bismarckdenkmal im Theodor-Heuss-Park, eine der wenigen weiteren baulichen Erinnerungen an das Düren vor 1944. Kulturell Interessierte sollten außerdem dem Hoeschplatz mit dem Leopold-Hoesch-Museum und dem benachbarten Papiermuseum einen Besuch abstatten. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer lässt sich somit ideal mit einem umfassenden Rundgang durch die gesamte historische Innenstadt Dürens verbinden und bietet dabei immer wieder neue Perspektiven auf die wechselhafte Geschichte der Stadt.

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