Schloss & Burg

Fort IV

Fort IV
Freimersdorfer Weg, 50829 Köln
Inhalt

Im Kölner Stadtteil Bocklemünd, nahe der Bahntrasse im Nordwesten der Stadt, liegt Fort IV, eine mächtige, teils von Erdwällen überdeckte Festungsanlage, die an die Zeit erinnert, als Köln eine der am stärksten befestigten Städte des Deutschen Reiches war. Anders als die kleineren Forts des inneren Festungsrings aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehört Fort IV zu den großen Anlagen des äußeren Festungsrings, der in den 1870er- und 1880er-Jahren unter preußischer Herrschaft rund um Köln entstand. Mit seinen weiträumigen Wällen, verborgenen Kasematten und unterirdischen Gängen zählt Fort IV heute zu den eindrucksvollsten erhaltenen Zeugnissen der Kölner Militärgeschichte und ist vor allem bei Führungen im Rahmen des Tags des offenen Denkmals ein beliebtes Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Familien.

Geschichte des Fort IV

Nachdem der innere Festungsring Kölns aus dem frühen 19. Jahrhundert durch die rasche Entwicklung der Artillerietechnik seine militärische Schutzwirkung weitgehend verloren hatte, entschied sich Preußen in den 1870er-Jahren, Köln mit einem zweiten, deutlich weiter von der Innenstadt entfernten äußeren Festungsring zu umgeben. Dieser äußere Ring entstand in der Zeit zwischen 1873 und 1886 und bestand aus einer Kette großer Forts, Zwischenwerken und Verbindungsbefestigungen, die in deutlich größerem Abstand zur Stadt errichtet wurden, um der wachsenden Reichweite moderner Artillerie Rechnung zu tragen. Fort IV in Bocklemünd wurde im Rahmen dieses Ausbauprogramms um das Jahr 1875 errichtet und nach dem damals modernen, sogenannten Biehlerschen Einheitsfort-System konzipiert, das auf eine kompakte, stark gegen Beschuss geschützte Bauweise mit weiträumigen Wallanlagen setzte. Die Anlage misst in ihrer Gesamtausdehnung etwa 330 mal 210 Meter, ihre Mauern erreichen stellenweise eine Dicke von bis zu drei Metern und boten so auch modernerem Artilleriebeschuss erheblichen Widerstand. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und den Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919 verlor auch der äußere Festungsring seine militärische Funktion; große Teile der Kölner Befestigungsanlagen wurden in den folgenden Jahrzehnten entfestigt, teilweise abgetragen oder einer neuen, zivilen Nutzung zugeführt. Fort IV blieb als bauliche Struktur jedoch weitgehend erhalten und zählt heute zu den besser bewahrten Großforts des äußeren Rings, auch wenn die unterirdischen Bereiche über lange Zeit kaum zugänglich waren. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das öffentliche Interesse an der Anlage als Geschichtsdenkmal wieder deutlich verstärkt. Lokale Geschichtsvereine und ehrenamtlich Engagierte haben in dieser Zeit viel dazu beigetragen, Teile der unterirdischen Gänge wieder begehbar zu machen und das Wissen über die Bauzeit, die verwendete Technik und die ursprüngliche Besatzung des Forts für ein breiteres Publikum aufzubereiten, sodass Fort IV heute nicht nur als Bauwerk, sondern auch als lebendiger Erinnerungsort an die preußische Garnisonsgeschichte Kölns wahrgenommen wird.

Highlights im Fort IV

Das beeindruckendste Merkmal von Fort IV ist sein weitläufiges, von Grasflächen und Erdwällen überzogenes Gelände, unter dessen Oberfläche sich ein ausgedehntes Netz von Kasematten, Munitionsräumen und Verbindungsgängen verbirgt, die bei Führungen als "Katakomben von Fort IV" bezeichnet werden und zu den eindrucksvollsten unterirdischen Anlagen Kölns zählen. Die massiven, bis zu drei Meter dicken Mauern sowie die charakteristische, nach dem Biehlerschen System angelegte Bauweise lassen gut erkennen, wie preußische Militäringenieure im späten 19. Jahrhundert auf die wachsende Durchschlagskraft moderner Artillerie reagierten. Oberirdisch dominiert heute eine ruhige, von Bäumen und Wiesen geprägte Parklandschaft, die einen reizvollen Kontrast zur wehrhaften Substanz darunter bildet und Fort IV zu einem beliebten Ort für Spaziergänge, Naturbeobachtungen und kurze Erkundungstouren macht. Regelmäßig am Tag des offenen Denkmals öffnen ehrenamtlich engagierte Geschichtsinteressierte und lokale Vereine Teile der sonst nicht frei zugänglichen unterirdischen Bereiche für Führungen, bei denen Besucherinnen und Besucher die engen Gänge, Lagerräume und Schießscharten aus nächster Nähe erleben können. Für Familien und Schulgruppen bietet Fort IV damit einen besonders anschaulichen Zugang zur Festungsgeschichte Kölns, da sich hier im Gegensatz zu vielen anderen historischen Orten die massive, fast unterirdisch verborgene Dimension der preußischen Verteidigungsarchitektur unmittelbar erfahren lässt. Zusammen mit den übrigen erhaltenen Forts des äußeren Rings bildet Fort IV einen wichtigen Baustein für das Verständnis, wie stark Köln im 19. Jahrhundert von seiner Rolle als Festungsstadt geprägt war.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Fort IV

Fort IV ist kein durchgehend geöffnetes Museum mit festen täglichen Öffnungszeiten; die unterirdischen Bereiche und Kasematten lassen sich in erster Linie im Rahmen organisierter Führungen besichtigen, die regelmäßig am Tag des offenen Denkmals sowie bei gelegentlichen Sonderterminen lokaler Geschichtsvereine angeboten werden. Die oberirdische Parkanlage rund um die Wallanlagen ist dagegen frei und kostenlos zugänglich und lässt sich ganzjährig für einen Spaziergang nutzen. Die Anlage liegt am Freimersdorfer Weg im Kölner Stadtteil Bocklemünd, Postleitzahl 50829, nahe der dortigen Bahntrasse. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Fort IV über die Stadtbahnlinien 3 und 4 der KVB bis zur Haltestelle Bocklemünd gut zu erreichen, von wo aus die Anlage in wenigen Gehminuten erreichbar ist. Mit dem Auto führt die Anfahrt über die umliegenden Hauptstraßen im Kölner Westen; in der Nähe der Anlage stehen in der Regel ausreichende Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Da die unterirdischen Bereiche teilweise eng, uneben und nicht barrierefrei sind, sollten Besucherinnen und Besucher bei Führungen festes Schuhwerk tragen und sich vorab über die jeweiligen Zugangsbedingungen informieren; die oberirdische Grünanlage selbst ist dagegen auch für einen entspannten, uneingeschränkten Spaziergang gut geeignet.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Fort IV

In der Nähe von Fort IV liegt der Stadtteil Pesch mit mehreren historischen Hofanlagen wie dem Kriegshof, dem Paulshof und dem Heribertshof sowie der sogenannten Pescher Vorburg, die gemeinsam ein kleines Ensemble ländlicher Baugeschichte im Kölner Nordwesten bilden und sich gut mit einem Besuch von Fort IV kombinieren lassen. Auch der Äußere Grüngürtel Kölns verläuft in unmittelbarer Nähe und bietet mit seinen zahlreichen Rad- und Wanderwegen ausgezeichnete Möglichkeiten, den Festungsbesuch mit einer längeren Erkundung der Kölner Grünflächen zu verbinden. Wer sich generell für die preußische Festungsgeschichte Kölns interessiert, kann die Route um weitere erhaltene Forts des äußeren Rings ergänzen, die sich über den Westen und Norden der Stadt verteilen und zusammen ein eindrucksvolles Bild der einstigen Festungsstadt Köln vermitteln. Für einen Ausklang des Ausflugs bietet sich zudem der nahegelegene Fühlinger See an, der mit Freizeit- und Wassersportangeboten einen angenehmen Kontrast zur militärhistorischen Prägung von Fort IV bildet und sich gut für einen entspannten Nachmittag eignet. Auch die angrenzenden Stadtteile Ossendorf und Vogelsang bieten mit ihren gewachsenen Siedlungsstrukturen und kleinen Grünanlagen weitere Gelegenheiten, den Ausflug in den Kölner Westen durch kurze Spaziergänge zu ergänzen, bevor es mit Bahn oder Auto zurück in die Kölner Innenstadt geht.

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