Platz & Altstadt

Marktplatz

Marktplatz
Markt, 52349 Düren
Inhalt

Der Marktplatz ist das historische Herz Dürens und seit mehr als 650 Jahren der Ort, an dem das städtische Leben pulsiert. Schon 1361 ist hier ein Getreidemarkt urkundlich belegt, und über die Jahrhunderte entwickelte sich der Platz zum zentralen Handelsort der Stadt, an dem Getreide, Vieh, Brot, Butter, Geflügel und Holz gehandelt wurden. Rund um den Marktplatz siedelten sich wohlhabende Kaufleute und Bürger in repräsentativen Häusern an, und zahlreiche Gasthöfe gruppierten sich um den Platz, um den Getreidehandel abzuwickeln. Wie fast die gesamte Dürener Innenstadt wurde auch der Marktplatz beim Luftangriff vom 16. November 1944 vollständig zerstört, sodass von der historischen Bebauung heute kein einziges Gebäude mehr erhalten ist. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist der Marktplatz bis heute lebendiger Mittelpunkt der Stadt, an dem sich Geschichte, Wiederaufbau und modernes Stadtleben auf engstem Raum begegnen.

Geschichte des Marktplatzes

Die Geschichte des Dürener Marktplatzes reicht weit in das Mittelalter zurück. Bereits 1361 ist ein Getreidemarkt an diesem Ort dokumentiert, und im Laufe der folgenden Jahrhunderte etablierte sich der Platz als zentraler Umschlagplatz für zahlreiche Warengruppen, darunter Vieh-, Brot-, Butter-, Geflügel- und Holzmärkte. Die umliegenden Häuser gehörten vermögenden Kaufleuten und angesehenen Bürgerfamilien, und die zahlreichen Gasthöfe am Platz dienten vor allem den Händlern, die zum Getreidehandel in die Stadt kamen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Marktplatz zudem der zentrale Ausgangspunkt sämtlicher Straßenbahnlinien der Dürener Kreisbahn und damit auch verkehrstechnisch das Zentrum der Stadt.

Der 16. November 1944 markiert den tiefsten Bruch in der Geschichte des Platzes: An diesem Tag warfen 474 Bomber der Royal Air Force innerhalb von 21 Minuten 2751 Tonnen Bomben über Düren ab und zerstörten rund 99 Prozent der Stadt - von 6431 Häusern blieben nur dreizehn unversehrt. Auch das alte, 1520 errichtete Rathaus, das ursprünglich am Marktplatz stand, fiel dem Angriff zum Opfer; es wurde nach dem Krieg jedoch nicht am Marktplatz, sondern am neu entstandenen Kaiserplatz wiederaufgebaut. Der Marktplatz selbst wurde in den folgenden Jahrzehnten im nüchternen Stil der Wiederaufbauarchitektur der 1950er Jahre neu bebaut, die bis heute das Straßenbild der Dürener Innenstadt prägt. 1857 war an der Nordseite des Platzes erstmals eine Mariensäule errichtet worden; nach deren Zerstörung im Krieg schuf der Bildhauer Günter Haese eine neue Mariensäule, die am 11. Oktober 1957 vom Aachener Bischof Johannes Pohlschneider feierlich eingeweiht wurde und bis heute den Platz prägt. Der langsame, aber stetige Wiederaufbau des Platzes in den 1950er und 1960er Jahren spiegelt dabei exemplarisch wider, wie viele westdeutsche Innenstädte nach dem Krieg mit pragmatischer, funktionaler Architektur neu entstanden, ohne die historischen Grundrisse vollständig zu kopieren.

Highlights des Marktplatzes

Das auffälligste Highlight des Marktplatzes ist sicherlich die Mariensäule von 1957, ein Werk des Bildhauers Günter Haese, das als eindrucksvolles Symbol des Wiederaufbaus nach der Zerstörung von 1944 gilt. Ebenfalls sehenswert ist das Gebäude der ehemaligen Offiziersmesse der belgischen Armee am Markt 16, das 1952 von dem Architekten Benno Sommer errichtet wurde - ein Relikt aus der Zeit, als Düren nach dem Krieg die größte belgische Garnison außerhalb Belgiens beherbergte und das Gebäude heute als Gastronomiebetrieb genutzt wird. Am Markt 26 erinnert eine Gedenktafel an den Geburtsort des Dürener Mundartdichters Joseph van der Giese, der mit seinen Werken die lokale Mundart literarisch festhielt. Der Marktplatz ist heute eine verkehrsberuhigte Fußgängerzone und Schauplatz des dreimal wöchentlich stattfindenden Wochenmarktes, dienstags, donnerstags und samstags, auf dem regionale Händler frische Produkte anbieten. Zudem ist der Platz zentraler Veranstaltungsort für Stadtfeste und beherbergt seit Dezember 2024 den Dürener Weihnachtsmarkt. Im Jahr 2017 wurde der Marktplatz im Rahmen des städtischen Innenstadt-Masterplans grundlegend neu gestaltet, wodurch er heute ein modernes, einladendes Erscheinungsbild mit großzügigen Freiflächen und Sitzgelegenheiten bietet, das die historische Bedeutung des Ortes mit zeitgemäßer Stadtplanung verbindet. Rund um den Platz haben sich zahlreiche Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte angesiedelt, die den Marktplatz auch außerhalb der Markttage zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Besucher machen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Marktplatz

Der Marktplatz ist ein öffentlicher, frei zugänglicher Platz in der Dürener Innenstadt und kann daher jederzeit kostenlos besucht werden; feste Öffnungszeiten gibt es naturgemäß nicht. Lediglich der Wochenmarkt selbst findet zu festen Zeiten statt - dienstags, donnerstags und samstags am Vormittag - und bietet eine gute Gelegenheit, den Platz in seiner belebtesten Form zu erleben. Für einen ruhigeren Besuch empfehlen sich die übrigen Wochentage oder die Abendstunden, wenn der Platz vor allem von der umliegenden Gastronomie geprägt wird. Der Marktplatz liegt im absoluten Zentrum Dürens und ist damit eines der am leichtesten erreichbaren Ziele der Stadt. Reisende, die mit der Bahn anreisen, erreichen den Dürener Hauptbahnhof und können den Marktplatz von dort aus in wenigen Gehminuten zu Fuß erreichen. Auch zahlreiche Buslinien des regionalen Nahverkehrs führen über den nahegelegenen Kaiserplatz, der als zentraler Omnibusknotenpunkt fungiert, sodass eine gute Anbindung an das gesamte Dürener Umland gegeben ist. Autofahrer finden in den umliegenden Parkhäusern und Parkplätzen der Innenstadt ausreichend Parkmöglichkeiten, sollten jedoch beachten, dass der Marktplatz selbst als Fußgängerzone nicht befahren werden darf. Der Platz eignet sich ideal als Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die gesamte historische Innenstadt und liegt zudem so zentral, dass praktisch jede andere Dürener Sehenswürdigkeit von hier aus in angenehmer Gehdistanz erreichbar ist.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Marktplatzes

Vom Marktplatz aus sind praktisch alle zentralen Sehenswürdigkeiten der Dürener Innenstadt in wenigen Gehminuten erreichbar. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt der Kaiserplatz mit dem 1959 eröffneten Rathaus und dem dort stehenden Flammenengel, einem 1962 von Adolf Wamper geschaffenen Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Dürens. Ebenfalls fußläufig erreichbar sind die Annakirche sowie die umgebenden Plätze Annaplatz und Ahrweilerplatz, deren gotisches Südportal die Kriegszerstörung überstand und die heute mit zahlreichen Restaurants und Cafés zum Verweilen einladen. Kulturell Interessierte sollten dem Hoeschplatz mit dem Leopold-Hoesch-Museum und dem angrenzenden Papiermuseum einen Besuch abstatten, die beide zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Region zählen. Wer sich für die Zeit vor der Zerstörung Dürens interessiert, findet zudem am Bismarckdenkmal im Theodor-Heuss-Park sowie an den erhaltenen Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, etwa an der nahegelegenen Wallstraße, weitere eindrucksvolle Zeugnisse der wechselhaften Stadtgeschichte Dürens. Auch in den kommenden Jahren, 2026 und 2027, bleibt der Marktplatz ein zentraler Treffpunkt für Stadtfeste, saisonale Märkte und das alltägliche Leben der Dürener Innenstadt.

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