Kirche & Kathedrale

Marienkirche

Marienkirche
Hoeschplatz, 52349 Düren, Deutschland Webseite
Inhalt

Die Marienkirche gehört zu den traditionsreichsten Sakralbauten der Dürener Innenstadt und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in das 15. Jahrhundert reicht. Offiziell als St. Marien bekannt, entstand die Kirche ursprünglich als Teil eines 1459 gegründeten Franziskanerklosters und wurde erst 1832 zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben. Nach einer neugotischen Erweiterung im frühen 20. Jahrhundert wurde das Gotteshaus beim Luftangriff auf Düren im November 1944 fast vollständig zerstört und bereits wenige Jahre später originalgetreu in Teilen, aber architektonisch eigenständig wiederaufgebaut. Direkt am Hoeschplatz gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Leopold-Hoesch-Museum, zählt die Marienkirche heute als Filialkirche der Pfarrei St. Lukas zu den markantesten historischen Bauwerken im Herzen von Düren und ist sowohl architektonisch als auch musikalisch von Bedeutung.

Geschichte der Marienkirche

Die Wurzeln der Marienkirche reichen bis in das Jahr 1459 zurück, als sich Franziskanermönche in Düren niederließen und ein Kloster gründeten, zu dem auch eine erste Klosterkirche gehörte, die 1470 mit insgesamt vier Altären geweiht wurde. Ein verheerender Brand zerstörte das Kloster im Jahr 1533, doch bereits drei Jahre später konnte der Wiederaufbau abgeschlossen werden, sodass Kloster und Kirche über Jahrhunderte Bestand hatten. Erst 1832 wurde die ehemalige Klosterkirche zur eigenständigen Pfarrkirche St. Marien erhoben und damit endgültig in das kirchliche Leben der Stadt Düren integriert. Im frühen 20. Jahrhundert erhielt die Kirche nach Plänen des Kölner Architekten Heinrich Renard eine neugotische Erweiterung um ein Westwerk und einen Glockenturm, die am 21. November 1915 feierlich eingeweiht wurde und der Marienkirche ihr bis dahin markantestes äußeres Erscheinungsbild verlieh. Dieses neugotische Bauwerk wurde jedoch beim schweren Luftangriff auf Düren am 16. November 1944 fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau begann rasch: Bereits am 1. Mai 1949 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt, die nach Plänen des Architekten Hans Peter Fischer unter Verwendung von Trümmersteinen aus den Ruinen errichtet wurde. Nur wenige Monate später, am 6. November 1949, konnte die neue Marienkirche feierlich konsekriert werden. Mit der Gründung der Pfarrei St. Lukas im Januar 2010 verlor die Marienkirche ihren Status als eigenständige Pfarrkirche und wurde zur Filialkirche, bleibt aber bis heute ein wichtiger Ort des Gemeindelebens und wird regelmäßig für Gottesdienste, ökumenische Veranstaltungen und kulturelle Projekte der Pfarrgemeinde genutzt.

Highlights der Marienkirche

Die Marienkirche beeindruckt durch die Verbindung verschiedener Bauepochen, die sich in ihrer wechselhaften Geschichte widerspiegeln: Während die äußere Form maßgeblich durch den Wiederaufbau der Nachkriegszeit geprägt ist, erinnert die Lage und Grundanlage noch an die mittelalterlichen Wurzeln als Franziskanerklosterkirche. Besonders bemerkenswert ist die musikalische Tradition des Hauses: Bereits 1924 erhielt die Marienkirche eine Orgel der renommierten Kölner Orgelbaufirma Klais mit 51 Registern, die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung als größte Orgel im gesamten Erzbistum Köln galt und die musikalische Bedeutung der Kirche weit über Düren hinaus unterstrich. Nach der Zerstörung dieses Instruments im Zweiten Weltkrieg erhielt die Marienkirche 1992/1993 eine neue mechanische Orgel des Orgelbauers Heinz Wilbrand mit 29 Registern, die bis heute regelmäßig für Konzerte genutzt wird, unter anderem durch das Ensemble Capella Villa Duria, das in der Marienkirche regelmäßig Aufführungen gibt. Architektonisch zeichnet sich der Innenraum durch eine flexible Bestuhlung aus, die unterschiedliche Nutzungen des Kirchenraums ermöglicht und die Marienkirche von vielen traditionelleren Sakralbauten unterscheidet; ein angeschlossener Gemeinderaum erweitert die Nutzungsmöglichkeiten zusätzlich für kulturelle und gemeindliche Veranstaltungen. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Leopold-Hoesch-Museum am Hoeschplatz macht die Marienkirche zudem zu einem festen Bestandteil des kulturellen Zentrums der Dürener Innenstadt. Wer sich für die Geschichte des Wiederaufbaus im Rheinland interessiert, findet in der Marienkirche ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aus den Trümmersteinen eines zerstörten Bauwerks binnen kurzer Zeit ein neues, funktionstüchtiges Gotteshaus entstehen konnte, das bis heute aktiv genutzt wird. Auch die wechselnde Nutzung des Kirchenraums für Ausstellungen und kleinere kulturelle Formate zeigt, wie flexibel die Marienkirche heute in das städtische Leben von Düren eingebunden ist, ohne dabei ihre Funktion als Gotteshaus zu verlieren.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Marienkirche

Die Marienkirche liegt zentral am Hoeschplatz in 52349 Düren, unmittelbar neben dem Leopold-Hoesch-Museum, und ist damit eines der am leichtesten zu findenden Gotteshäuser der Innenstadt. Da die Marienkirche heute als Filialkirche der Pfarrei St. Lukas sowohl für Gottesdienste als auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird, variieren die genauen Öffnungszeiten je nach Programm; verlässliche Angaben zu aktuellen Gottesdienstzeiten, Konzertterminen und etwaigen Besichtigungsmöglichkeiten erhalten Interessierte über die Website der Pfarrei St. Lukas oder telefonisch über das Pfarrbüro am Annaplatz 8. Der Eintritt in die Marienkirche ist für Besichtigungen und Gottesdienste in der Regel kostenlos; lediglich für ausgewählte Konzertveranstaltungen, etwa mit dem Ensemble Capella Villa Duria, können separate Eintrittskarten erforderlich sein. Die Anreise zur Marienkirche gestaltet sich dank der zentralen Lage denkbar einfach: Vom Hauptbahnhof Düren an der Bahnstrecke Köln–Aachen erreicht man den Hoeschplatz in einem Spaziergang von etwa zehn Minuten durch die historische Innenstadt. Besucher mit dem Auto finden in den umliegenden Parkhäusern und Straßen der Innenstadt ausreichend Parkmöglichkeiten, während zahlreiche Buslinien des VRS die Marienkirche mit anderen Stadtteilen und den Nachbarorten verbinden. Die zentrale Lage macht die Marienkirche zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Dürener Altstadt.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Marienkirche

Direkt neben der Marienkirche liegt das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Region, das moderne Kunst mit der industriellen Papiergeschichte Dürens verbindet und sich ideal mit einem Besuch der Marienkirche kombinieren lässt. Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die Annakirche mit der berühmten Reliquie der heiligen Anna, die als wichtigste Wallfahrtskirche der Stadt gilt und einen eindrucksvollen architektonischen Gegenpol zur Marienkirche bildet. Auch die Christuskirche, die bedeutendste evangelische Kirche Dürens mit ihrem markanten freistehenden Turm, liegt in fußläufiger Entfernung und lohnt einen kombinierten Besuch aller drei Dürener Kirchen. Das Dürener Rathaus mit dem angrenzenden Kaiser-Friedrich-Park bietet sich für eine entspannte Pause im Grünen an, während das nahegelegene Amtsgericht als weiteres markantes Gebäude der Innenstadt das historische Stadtbild ergänzt. Für einen Ausflug über die Stadtgrenzen hinaus empfiehlt sich die Zitadelle Jülich, eine der besterhaltenen Renaissance-Festungsanlagen Europas, die mit dem Auto in rund 20 Minuten erreichbar ist und sich hervorragend als Ergänzung zu einem Tagesausflug nach Düren eignet. Wer länger in der Stadt verweilt, kann zudem einen Spaziergang entlang der Rur unternehmen, die nur wenige Gehminuten von der Marienkirche entfernt durch die Innenstadt fließt.

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