Strand & Küste

Unterbacher See

Unterbacher See
Großer Torfbruch 18 (Nordstrand) / Am Kleinforst 300 (Südstrand), 40627 Düsseldorf Webseite Tickets
Inhalt

Am südöstlichen Rand von Düsseldorf, dort wo die Stadt bereits in die Nachbarkommunen Erkrath und Hilden übergeht, liegt der Unterbacher See, das wohl beliebteste Freizeit- und Badegewässer der Landeshauptstadt. Mit einer Länge von rund 2,5 Kilometern und einer Fläche von knapp 84 Hektar bietet der See Platz für Schwimmer, Segler, Ruderer und alle, die einfach einen Tag am Wasser verbringen möchten, ohne dafür bis an die Nordsee fahren zu müssen. Zwei getrennte Strandbäder, der Nordstrand und der Südstrand, teilen sich das Ufer und sorgen mit feinsandigen Liegewiesen, überwachten Schwimmbereichen und einer ausgezeichneten Wasserqualität für ein Badeerlebnis, das in der Region seinen Ruf als "Düsseldorfer Meer" längst verdient hat. Rund um den Unterbacher See hat sich über die Jahrzehnte eine komplette Freizeitinfrastruktur entwickelt, von Segelschulen über Bootsverleih bis zu Campingplätzen direkt am Wasser, sodass der See längst nicht mehr nur an heißen Sommertagen, sondern über weite Teile des Jahres ein lebendiger Treffpunkt für Freizeitsportler und Familien aus der gesamten Region ist.

Geschichte des Unterbacher Sees

Der Unterbacher See ist kein natürlich entstandenes Gewässer, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Kies- und Sandgewinnung, die zwischen 1926 und 1973 in der Unterbacher Heide betrieben wurde. Durch das systematische Ausbaggern des Bodens entstand nach und nach ein tiefes Gewässer, das an seiner tiefsten Stelle bis zu 13,4 Meter misst und ein Wasservolumen von rund 4,11 Millionen Kubikmetern fasst, gespeist nicht durch einen natürlichen Zu- oder Abfluss, sondern überwiegend durch Grundwasser. Eine kuriose Episode aus der Geschichte des Geländes stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Auf dem damals noch nicht vollständig ausgekiesten Areal wurde ein Scheinflugplatz angelegt, der alliierte Bomberverbände von den eigentlichen Zielen in der Rheinmetropole ablenken sollte. Nach Kriegsende und mit fortschreitender Auskiesung erkannten die umliegenden Kommunen das Potenzial des entstehenden Sees als Freizeitgebiet, und am 7. Februar 1956 gründeten Düsseldorf, Erkrath und Hilden gemeinsam den Zweckverband Erholungsgebiet Unterbacher See, der das Gelände bis heute verwaltet und weiterentwickelt. Der Nordstrand mit seinem Badehaus öffnete 1959 seine Pforten, der Südstrand folgte 1966 und wurde von Anfang an auch mit einem eigenen Bereich für Freikörperkultur ausgestattet, der bis heute besteht. In den folgenden Jahrzehnten wuchs rund um den See eine immer umfangreichere Infrastruktur heran: Segel- und Rudervereine siedelten sich an, Campingplätze entstanden direkt am Ufer, und ein weitläufiges Wander- und Radwegenetz verband den See mit der Umgebung. Die ursprüngliche Industrielandschaft der Kiesgrube hat sich damit über ein knappes Jahrhundert in eines der wichtigsten Naherholungsgebiete im gesamten Rheinland verwandelt, dessen Verwaltung bis heute von den drei Gründungskommunen gemeinsam getragen wird.

Highlights im Unterbacher See

Das Herzstück des Unterbacher Sees sind die beiden Strandbäder Nordstrand und Südstrand, die zusammen mehrere hundert Meter feinsandiger Liegefläche und große, überwachte Schwimmbereiche bieten. Beide Strände erhalten regelmäßig die Bestnote für die Wasserqualität von der zuständigen Landesumweltbehörde, was den See zu einem der saubersten Badegewässer in Nordrhein-Westfalen macht. Der Nordstrand punktet mit einem klassischen Familienbadebetrieb, Spielplätzen und Gastronomie direkt am Wasser, während der Südstrand zusätzlich einen durch Hecken abgeschirmten FKK-Bereich sowie Flächen für Beachvolleyball und Fußball auf Sand bietet. Wassersportler kommen am Unterbacher See besonders auf ihre Kosten: Mehrere Segelclubs, darunter der Düsseldorfer Segelclub Unterbacher See und die Segel-Kameradschaft Unterbacher See, bieten das ganze Jahr über Segelkurse und Bootsführerscheinlehrgänge an, während eine Rudergemeinschaft und ein Drachenboot-Verein regelmäßig auf dem Wasser zu sehen sind. Wer selbst aufs Wasser möchte, kann am See Ruderboote, Segelboote und sogenannte Partyflöße mieten und damit den See auf eigene Faust erkunden. Für Familien mit Kindern gibt es Spielplätze, einen Niedrigseilgarten zum Klettern sowie Grillplätze, die gegen eine Gebühr reserviert werden können. Rund um den See führt außerdem ein gut ausgebautes, rund 15 Kilometer langes Netz an Wander- und Radwegen durch die angrenzende Heide- und Waldlandschaft, das sich ideal für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine Fahrradtour vor oder nach dem Baden eignet. Zwei Campingplätze mit direktem Zugang zum Ufer ermöglichen zudem einen mehrtägigen Aufenthalt direkt am Wasser, was den Unterbacher See von vielen anderen innerstädtischen Badegewässern unterscheidet. Cafés und Restaurants mit Blick auf den See runden das Angebot ab und machen aus einem einfachen Badeausflug schnell einen ganzen Tag voller Aktivitäten am und auf dem Wasser.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Unterbacher See

Die Freibadsaison am Unterbacher See beginnt traditionell am 1. Mai und dauert über die Sommermonate bis in den frühen Herbst, wobei sich die genauen Schließtermine je nach Witterung von Jahr zu Jahr leicht verschieben können; in warmen Jahren wurde die Saison bereits über die übliche Zeit hinaus verlängert. Die Kassen schließen in der Regel etwa eine Stunde vor dem offiziellen Ende der Öffnungszeit, während das Baden selbst schon eine halbe Stunde früher endet, sodass Besucher diesen zeitlichen Puffer bei der Planung berücksichtigen sollten. Für den Eintritt an Nordstrand und Südstrand wird eine Tageskarte erhoben, die für Erwachsene und für Kinder beziehungsweise Ermäßigungsberechtigte unterschiedlich bepreist ist; zusätzlich gibt es günstigere Feierabendkarten und Mehrfachkarten für regelmäßige Besucher. Da sich die genauen Preise von Saison zu Saison ändern können, empfiehlt es sich, die aktuellen Tarife vorab auf der offiziellen Website des Zweckverbands einzusehen oder direkt an der Kasse zu erfragen. Auch für das Parken direkt an den Strandbädern wird eine Tagesgebühr fällig, die über ein automatisiertes Kennzeichenerkennungssystem an der Schranke abgerechnet wird, wobei die erste Stunde üblicherweise kostenfrei bleibt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der See über die Buslinie 403 erreichbar, die sowohl am Nordstrand als auch am Südstrand eigene Haltestellen bedient und damit eine bequeme Anreise ohne Auto ermöglicht. Für Bootsverleih, Grillplatzreservierungen und Campingaufenthalte steht ein Online-Buchungssystem zur Verfügung, über das sich auch die jeweils gültigen Preise für Boote und Zusatzleistungen einsehen lassen. Besucher, die mit dem Fahrrad anreisen, profitieren von der direkten Anbindung an das umliegende Wegenetz, das den Unterbacher See mit mehreren Düsseldorfer Stadtteilen sowie mit Erkrath und Hilden verbindet.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Unterbacher Sees

Die Lage des Unterbacher Sees am Übergang zwischen Düsseldorf, Erkrath und Hilden eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Ausflüge in die nähere Umgebung. Die ausgedehnte Heide- und Waldlandschaft rund um den See lädt zu langen Spaziergängen und Radtouren ein und bietet abseits der Strandbäder ruhige, naturnahe Ecken zum Entspannen. Richtung Erkrath lohnt sich ein Besuch des Neanderthal Museums im nahegelegenen Neandertal, das sich der Geschichte des berühmten Fundortes und der menschlichen Evolution widmet und zu den bekanntesten naturhistorischen Museen der Region zählt. In Hilden selbst lädt die historische Innenstadt mit ihrem Rathaus und kleinen Fachwerkhäusern zu einem gemütlichen Stadtbummel ein, der sich gut mit einem Tagesausflug an den See verbinden lässt. Auch die angrenzenden Düsseldorfer Stadtteile Gerresheim und Hubbelrath bieten mit ihren historischen Kernen, Kirchen und Parkanlagen lohnende Ziele für alle, die nach dem Baden noch etwas Kultur und Stadtgeschichte erleben möchten. Für Familien mit Kindern bietet sich zudem der nahegelegene Wildpark an, in dem heimische Tierarten in naturnahen Gehegen beobachtet werden können, was sich ideal als Ergänzung zu einem Tag am Wasser anbietet. Wer nach dem Ausflug an den See noch Appetit auf städtisches Leben hat, erreicht die Düsseldorfer Innenstadt mit Altstadt, Königsallee und Rheinufer in angemessener Fahrzeit und kann so Natur und Stadt an einem einzigen Tag miteinander verbinden.

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