Südpark
Mit stattlichen 70 Hektar ist der Südpark die größte und meistbesuchte Parkanlage der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Er liegt südöstlich der Innenstadt in den Stadtteilen Oberbilk und Wersten, eingerahmt von der Bahnstrecke nach Köln im Norden, der Siegburger Straße und Kölner Landstraße im Osten, der im Trog verlaufenden Bundesautobahn 46 im Süden und dem Stoffeler Friedhof im Westen. Der Park entstand in seiner heutigen Form nach Entwürfen der Planungsgruppe Südpark anlässlich der Bundesgartenschau 1987, die den bereits bestehenden Volksgarten um großflächige, auf ehemaligem Brachland neu angelegte Gartenbereiche erweiterte. Aus dieser Entstehungsgeschichte resultiert die bis heute spürbare Dreiteilung des Geländes: der naturnahe, historische Volksgarten, das thematisch gegliederte Areal „In den Gärten" und der am Rhein orientierte Bereich „Vor dem Deich". Diese Kombination aus gewachsener Parklandschaft und durchdachter Gartenschau-Architektur macht den Südpark zu einem der abwechslungsreichsten Freiräume der Stadt, der von Spaziergängern, Sportlern, Familien und Naturbeobachtern gleichermaßen geschätzt wird.
Geschichte des Südparks
Der älteste Teil des heutigen Südparks, der Volksgarten, wurde bereits 1893 als Parkanlage für die Bevölkerung der damals noch dicht besiedelten südlichen Stadtteile geplant. Die Stadt Düsseldorf erwarb dafür 1892 rund 11 Hektar Land aus dem Besitz der gräflichen Familie Arenberg; da ein Industrieunternehmen das Gelände eigentlich für eine Fabrikerweiterung erworben hatte, schrieb die Stadt die Anlage des Volksgartens ausdrücklich im Kaufvertrag fest. Der Baubeginn erfolgte 1895, im selben Jahr wurde ein Architekturwettbewerb für ein Gastronomiegebäude im Park ausgeschrieben, den der Düsseldorfer Architekt Peter Paul Fuchs für sich entschied. Eine dunkle Kapitel der Parkgeschichte markiert der Zweite Weltkrieg: Ab Oktober 1942 errichteten die Nationalsozialisten auf dem Gelände das rund einen Hektar große KZ-Außenlager „Stoffeln", dessen Häftlinge zur Zwangsarbeit im gesamten Stadtgebiet eingesetzt wurden; bis zur Auflösung des Lagers im Februar 1943 kamen 111 der etwa 600 Gefangenen ums Leben. Nach dem Krieg verwahrloste das südlich angrenzende ehemalige Industriegelände zunehmend und verkam bis in die 1960er Jahre zu einer unansehnlichen Brachfläche mit Kiesgrube, Schrottplätzen und wild gewachsenen Gärten. Erste Ideen für einen neuen, zusammenhängenden Südpark unter Einbeziehung von Volksgarten, Stoffeler Friedhof, Kleingartenanlage und Grundwassersee entstanden 1982. Nach der erfolgreichen Bewerbung Düsseldorfs um die Bundesgartenschau 1987 begann eine großflächige Sanierung nach den Plänen der Planungsgruppe Südpark, an der unter anderem die Landschaftsarchitekten Gerd Aufmkolk, Rose Böke, Wolfgang R. Mueller und Horst Wagenfeld mitwirkten. Einige der eigens für die Gartenschau errichteten Einrichtungen wurden nach deren Ende wieder zurückgebaut, die grundlegende Struktur des Parks blieb jedoch erhalten. Im Jahr 2008 fanden erneut umfangreiche Pflegemaßnahmen statt, da Düsseldorf zu dieser Zeit am bundesweiten Wettbewerb „Entente Florale Deutschland" teilnahm – inklusive des Südparks als zentralem Bestandteil der Bewerbung – und die Auszeichnung schließlich für sich gewinnen konnte.
Highlights im Südpark
Die drei charakteristischen Teilbereiche des Südparks bieten jeweils eigene Höhepunkte. Im ältesten und mit 27 Hektar größten Abschnitt, dem naturnah gestalteten Volksgarten, grasen heute häufig Kanadagänse auf den weiten Rasenflächen, während ein Wasserspielplatz bei warmem Wetter vor allem Kinder begeistert; Graureiher sind hier ebenfalls häufige Gäste. Südöstlich schließt sich auf 20 Hektar das Gebiet „In den Gärten" an, in dem unterschiedliche Gartenthemen aneinandergereiht sind und Anregungen für den eigenen Garten vermitteln sollen – darunter ein Duftgarten, ein Steingarten sowie kleine Teichlandschaften; ergänzt wird dieser Bereich durch den chemiefrei bewirtschafteten VHS-Biogarten der Volkshochschule. Am südlichen Ende erstreckt sich auf 23 Hektar das Gebiet „Vor dem Deich", dessen Aussicht an niederrheinische Flusslandschaften erinnert: Der ehemalige Baggersee wurde um drei künstliche Seen ergänzt und ist in Teilen als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, in dem sich auch ursprünglich amerikanische Tierarten wie Bisamratte und Nutria angesiedelt haben. Zur weiteren Ausstattung gehört der vermutlich weltgrößte Seilzirkus, ein spektakuläres Kletter- und Balancierparcours des Künstlers Conrad Roland, sowie zwei Wasserspielplätze, von denen der größere nahe der Emmastraße 2019 kernsaniert wiedereröffnet wurde. Am Westrand des Parks liegt das liebevoll restaurierte „Höfchen", ein ehemaliger Bauernhof, der Kindern wie Erwachsenen einen Einblick in ländliches Leben vermittelt. Kunstliebhaber entdecken im Park eine außergewöhnlich dichte Sammlung von Skulpturen: Vom „Zeitfeld" des Künstlers Klaus Rinke aus dem Jahr 1986 am Haupteingang Auf'm Hennekamp über klassische Werke wie das Feuerbach-Denkmal und „Reh mit Kitz" von Johann Robert Korn bis zu abstrakten Arbeiten wie der „Wasserharfe" von Christian Megert oder dem markanten Basaltlava-Tor von Erwin Heerich am Eingang Werstener Straße erstreckt sich ein wahrer Skulpturenpfad durch das gesamte Gelände.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Südpark
Der Südpark ist als öffentliche Grünanlage der Stadt Düsseldorf ganzjährig rund um die Uhr frei zugänglich, ein Eintritt wird nicht erhoben. Lediglich einzelne Einrichtungen innerhalb des Parks, etwa Gartenrestaurants oder gelegentliche Veranstaltungen, können eigene Öffnungszeiten und Preise haben. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ausgezeichnet: Im Norden bedienen mehrere S-Bahn- und Straßenbahnlinien die Stationen Volksgarten und Oberbilk, während im Süden und Osten zusätzlich mehrere Stadtbahnlinien verkehren; die Haltestelle Südpark wird sogar von drei Stadtbahnlinien direkt angefahren. Auch mit dem Auto ist der Park über die genannten Hauptstraßen gut erreichbar, wobei sich an den verschiedenen Eingängen – etwa Auf'm Hennekamp oder an der Werstener Straße – jeweils Parkmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung finden. Die breiten Hauptwege sind weitgehend eben und gut befestigt, sodass sich der Park auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl angenehm erkunden lässt; die naturnäheren Bereiche „Vor dem Deich" können nach starkem Regen allerdings stellenweise feucht sein. Aufgrund seiner Größe eignet sich der Südpark besonders für längere Spaziergänge oder Radtouren; wer alle drei Teilbereiche in Ruhe erleben möchte, sollte mehrere Stunden einplanen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Südparks
Direkt östlich des Südparks liegt die Mitsubishi-Electric-Halle, die bis vor einigen Jahren noch als Philipshalle bekannt war und als eine der größten Veranstaltungsstätten Düsseldorfs regelmäßig Konzerte und Shows beherbergt. Am westlichen Rand grenzt der Stoffeler Friedhof an den Park, dessen parkähnliche Anlage mit altem Baumbestand ebenfalls einen ruhigen Spaziergang wert ist. Über die Kölner Landstraße und die gut ausgebauten Radwege lässt sich der Stadtteil Bilk erreichen, von dem aus auch der Botanische Garten der Heinrich-Heine-Universität in angemessener Fahrraddistanz liegt und sich ideal mit einem Besuch des Südparks zu einem grünen Tagesausflug im Düsseldorfer Süden verbinden lässt. Richtung Norden führt der Weg in die Innenstadt, wo die Düsseldorfer Altstadt, der Hofgarten und die Königsallee weitere klassische Ziele für einen anschließenden Stadtbummel bieten. Auch der Flughafen Düsseldorf sowie die Messe Düsseldorf sind von hier aus über die Stadtbahn in vertretbarer Zeit zu erreichen, was den Südpark zu einem attraktiven Erholungsziel sowohl für Düsseldorfer als auch für Messegäste macht, die zwischen Terminen eine grüne Verschnaufpause suchen.
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