Rathaus Düsseldorf
Das Rathaus Düsseldorf am Marktplatz ist seit mehr als 450 Jahren das politische und symbolische Herz der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Anders als viele deutsche Rathäuser besteht das Gebäude nicht aus einem einzigen homogenen Bau, sondern aus mehreren im Laufe der Jahrhunderte zusammengewachsenen Teilen unterschiedlicher Stilepochen - von der Renaissance über das Barock bis zur Nachkriegsmoderne. Direkt vor dem historischen Renaissancegiebel reitet das bronzene Standbild des Kurfürsten Jan Wellem, eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt. Der Marktplatz vor dem Rathaus ist ganzjährig Schauplatz des öffentlichen Lebens: Hier findet im Advent der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt statt, und an Weiberfastnacht stürmen die Karnevalisten traditionell das Rathaus, um symbolisch die Macht der Stadtverwaltung zu übernehmen. Für Besucher der Altstadt ist der Marktplatz meist der erste Orientierungspunkt, von dem aus sich die gesamte historische Innenstadt fußläufig erschließen lässt.
Geschichte des Rathaus Düsseldorf
Die Bau- und Nutzungsgeschichte des Düsseldorfer Rathauses reicht bis in die Jahre 1570 bis 1573 zurück, als der älteste, bis heute erhaltene Teil des Gebäudes am Marktplatz errichtet wurde - ein zweigeschossiger Bau im Stil der niederländisch beeinflussten Renaissance mit charakteristischem Treppengiebel. Bereits seit dieser Zeit dient das Haus ununterbrochen als Sitz der Stadtverwaltung und des Rates. Im Jahr 1706 ließ Kurfürst Johann Wilhelm II., genannt Jan Wellem, nach Plänen des Architekten Matteo Alberti das benachbarte Grupello-Haus errichten, benannt nach dem Hofbildhauer Gabriel Grupello, der hier auch das berühmte Reiterstandbild des Kurfürsten schuf, das seit 1711 den Marktplatz schmückt. Im späten 19. Jahrhundert wuchs die Stadt rasant, sodass 1888 unter dem Architekten Eberhard Westhofen ein Neues Rathaus im Stil des Historismus angefügt wurde; dessen markanter Turm wurde 1922 aus statischen Gründen wieder abgetragen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Düsseldorfer Altstadt durch Luftangriffe schwer in Mitleidenschaft gezogen, und auch das Rathausensemble erlitt erhebliche Schäden an Dächern, Fassaden und Innenausstattung. Beim Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren legte die Stadt großen Wert darauf, die historische Bausubstanz so weit wie möglich zu erhalten und originalgetreu zu rekonstruieren. Zwischen 1952 und 1956 entstand nach Plänen von Julius Schulte-Frohlinde ein zusätzliches Verwaltungsgebäude am Marktplatz 6, das 1984 noch einmal erweitert wurde. So vereint das heutige Rathaus fünf miteinander verbundene Flügel aus vier Jahrhunderten unter einem gemeinsamen Nutzungszweck. Trotz der unterschiedlichen Bauphasen wirkt das Ensemble erstaunlich stimmig, da jede Erweiterung sich bewusst an Maßstab und Traufhöhe der bestehenden Bauten orientierte.
Highlights im Rathaus Düsseldorf
Das Herzstück des Ensembles bildet der historische Renaissancebau mit seinem geschwungenen Treppengiebel, der trotz zahlreicher Umbauten und Kriegsschäden weitgehend original erhalten blieb. Im Inneren beeindruckt besonders der große Plenarsaal, in dem der Stadtrat tagt und der bei besonderen Anlässen auch für offizielle Empfänge genutzt wird. Gleich daneben liegt das Grupello-Haus mit seiner barocken Fassadengliederung, das bis heute als eines der elegantesten Gebäude am Marktplatz gilt. Vor dem Haupteingang dominiert das bronzene Reiterstandbild von Jan Wellem den Platz - eine der bedeutendsten barocken Großplastiken des Rheinlands und ein beliebtes Fotomotiv, besonders wenn die Figur bei Veranstaltungen wie dem Karneval symbolisch "verkleidet" wird. Seit 2005 beherbergt ein Teil des Rathauses zudem die Akademie-Galerie, in der Werke von Studierenden und Lehrenden der Kunstakademie Düsseldorf gezeigt werden. Architektonisch interessant ist auch der Kontrast zwischen den historischen Fassaden zum Markt hin und der funktionalen Nachkriegsarchitektur der Verwaltungsflügel, die sich zur Mühlenstraße hin öffnen. An mehreren Fassadenteilen finden sich außerdem historische Wappen und Inschriften, die an frühere Stadtoberhäupter und wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte erinnern. Einmal im Jahr, an Weiberfastnacht, wird das Rathaus zur Bühne eines jahrhundertealten Rituals: Karnevalsgesellschaften erstürmen symbolisch das Gebäude, und der Oberbürgermeister übergibt den Schlüssel der Stadt für die tollen Tage an die Jecken - ein Brauch, der Besucher aus ganz Deutschland anzieht. In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich der Marktplatz in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte der Stadt, mit Blick auf die beleuchtete Rathausfassade.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Rathaus Düsseldorf
Der Marktplatz und die Außenfassaden des Rathauses sind ganzjährig frei und kostenlos zugänglich. Die Verwaltungsräume selbst sind während der üblichen Bürozeiten der Stadtverwaltung, in der Regel montags bis freitags vormittags bis in den frühen Nachmittag, zugänglich; für Besucher ohne behördlichen Termin sind vor allem der Eingangsbereich und gelegentliche öffentliche Führungen von Interesse, die über das Bürgerbüro der Stadt Düsseldorf angefragt werden können. Der Plenarsaal kann im Rahmen von Ratssitzungen besucht werden, die öffentlich sind, sofern kein nichtöffentlicher Tagesordnungspunkt behandelt wird. Ein fester Eintrittspreis existiert nicht, da es sich um ein Verwaltungsgebäude und keine klassische Touristenattraktion mit Museumscharakter handelt. Erreichbar ist das Rathaus bequem zu Fuß über die Altstadt, die nur wenige Schritte entfernt liegt, sowie mit der Stadtbahn bis zur Haltestelle Heinrich-Heine-Allee oder mit mehreren Buslinien bis Altstadt/Rathaus. Parkmöglichkeiten bietet unter anderem das Parkhaus am Carlsplatz, von dem aus man in wenigen Minuten den Marktplatz erreicht. Aktuelle Informationen zu Führungen und Terminen finden sich auf der offiziellen Website der Stadt Düsseldorf. Besonders zur Weihnachtszeit und während des Straßenkarnevals empfiehlt es sich, genügend Zeit für den Weg einzuplanen, da der Marktplatz und die umliegenden Gassen dann stark frequentiert sind.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Rathaus Düsseldorf
Rund um den Marktplatz konzentrieren sich einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt die Basilika St. Lambertus mit ihrem markanten verdrehten Turmhelm, direkt daneben der Schlossturm, letzter Überrest des einstigen Düsseldorfer Stadtschlosses und heute Sitz eines Schifffahrtsmuseums. Die Rheinuferpromenade mit Blick auf den Rhein und den Medienhafen ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar und eignet sich hervorragend für einen Spaziergang nach der Besichtigung. Wer sich für Geschäftsarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts interessiert, findet mit dem Wilhelm-Marx-Haus an der Heinrich-Heine-Allee ein weiteres bedeutendes Baudenkmal in unmittelbarer Nähe. Nicht weit entfernt liegt zudem der Carlsplatz mit seinem beliebten Wochenmarkt, auf dem regionale Spezialitäten angeboten werden. Auch die zahlreichen Gassen der Altstadt mit traditionellen Brauhäusern, die oft als "längste Theke der Welt" bezeichnet werden, laden nach einem Rundgang zur Einkehr ein.
Wo übernachten in Düsseldorf, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.