Park & Garten

Lantz'scher Park

Lantz'scher Park
Lohauser Dorfstraße, 40474 Düsseldorf Webseite
Inhalt

Der Lantz'scher Park liegt im ruhigen, von Einfamilienhäusern und dem nahen Flughafen geprägten Stadtteil Lohausen im Norden Düsseldorfs und zählt zu den stillsten, aber zugleich geschichtsreichsten Parkanlagen der Stadt. Auf rund 14,5 Hektar verbindet die Anlage ein klassizistisches Herrenhaus, eine kleine historische Grabkapelle und einen weitläufigen, von altem Baumbestand geprägten Landschaftsgarten zu einem in sich geschlossenen, fast privat wirkenden Ensemble, das heute jedoch allen Besucherinnen und Besuchern frei zugänglich ist. Anders als die großen, belebten Rheinparks im Zentrum Düsseldorfs wirkt der Lantz'scher Park eher wie ein versteckter Geheimtipp: schmale, verschlungene Wege unter jahrhundertealten Bäumen, ein von doppelten Lindenreihen gerahmter Rundweg und seit einigen Jahren immer wieder wechselnde, zeitgenössische Skulpturen, die einen reizvollen Kontrast zur historischen Parkanlage bilden. Wer die Geschichte einer großbürgerlichen Düsseldorfer Familie, klassizistische Architektur und ruhige Naturnähe in einem einzigen Ort erleben möchte, findet im Lantz'scher Park eine der authentischsten historischen Gartenanlagen im Norden der Stadt.

Geschichte von Lantz'scher Park

Die Geschichte des Lantz'scher Park beginnt im Jahr 1804, als der wohlhabende Düsseldorfer Kaufmann Heinrich Balthasar Lantz, der sein beträchtliches Vermögen unter anderem im Kolonialwarenhandel erworben hatte, das Gut in Lohausen erwarb. Bereits um 1805 bis 1806 ließ er auf den Grundmauern einer älteren Wasserburg ein spätklassizistisches Herrenhaus errichten, über dessen Eingang bis heute die lateinische Inschrift "Pax Intrantibus" – sinngemäß "Friede denen, die eintreten" – zu lesen ist und den gastfreundlichen Charakter des Anwesens unterstreicht. Die eigentliche Parkanlage entstand in mehreren Bauphasen über fast drei Generationen der Familie Lantz: Den vorderen, dem Herrenhaus zugewandten Teil gestaltete 1858 der renommierte Gartenarchitekt Joseph Clemens Weyhe im Stil eines englischen Landschaftsgartens mit geschwungenen Wegen und locker verteiltem Baumbestand, während der rückwärtige Teil des Parks 1880 von Carl Friedrich Julius Bouché geplant wurde und bis heute durch eine markante, doppelt gereihte Lindenallee mit einem kreisförmigen Spazierweg geprägt ist. Als die Ehefrau von Heinrich Victor Lantz, Mathilde Lantz, im Jahr 1878 verstarb, ließ ihr Ehemann in den Jahren 1878 bis 1879 eine kleine Grabkapelle im Park errichten, die bis heute als stilles, denkmalgeschütztes Zeugnis bürgerlicher Trauerkultur des 19. Jahrhunderts erhalten ist. Im Juni 1972 verkaufte die Familie Lantz das gesamte Anwesen schließlich an die Stadt Düsseldorf, die den Park nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten im Jahr 1978 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machte. Seit 1982 steht der gesamte Lantz'scher Park als Gartendenkmal unter Schutz. Auch hier richtete das Orkantief Ela im Juni 2014 erhebliche Schäden an, bei denen mehr als 90 alte Bäume verloren gingen, die seither sukzessive nachgepflanzt werden.

Highlights im Lantz'scher Park

Der Lantz'scher Park beeindruckt vor allem durch die gelungene Verbindung von historischer Gartenarchitektur und lebendigem, zeitgenössischem Kulturprogramm. Im Zentrum des vorderen Parkbereichs steht das spätklassizistische Herrenhaus der Familie Lantz, dessen Fassade mit der Inschrift "Pax Intrantibus" bis heute einen der charakteristischsten Programmpunkte eines Spaziergangs durch den Park bildet, auch wenn das Gebäude selbst heute anderen Zwecken dient und nicht durchgängig öffentlich zugänglich ist. Gleich in der Nähe liegt die kleine, 1878 bis 1879 errichtete Grabkapelle, ein stilles, von altem Baumbestand umgebenes Bauwerk, das Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die bürgerliche Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts gibt. Der von Joseph Clemens Weyhe gestaltete vordere Teil des Parks besticht durch seinen typisch englischen Landschaftsgartencharakter mit sanft geschwungenen Wegen, einzeln gesetzten alten Baumexemplaren und offenen Rasenflächen, während der von Julius Bouché geplante hintere Teil mit seiner doppelt gereihten Lindenallee und dem kreisförmigen Rundweg eine deutlich strengere, fast symmetrische Struktur zeigt – ein spannender gestalterischer Kontrast innerhalb derselben Anlage. Seit dem Jahr 2020 ist der Lantz'scher Park außerdem Schauplatz wechselnder internationaler Skulpturenausstellungen, bei denen zeitgenössische Kunstwerke saisonal zwischen den historischen Bäumen und Wegen platziert werden und dem traditionsreichen Park immer wieder neue, überraschende Blickpunkte verleihen. Für Familien gibt es im Park einen gut ausgestatteten Kinderspielplatz, während Natur- und Ruhesuchende vor allem die Abgeschiedenheit und den alten, teils jahrhundertealten Baumbestand schätzen, der selbst an sonnigen Wochenenden selten überfüllt wirkt. Durch seine Lage abseits der großen Touristenrouten bleibt der Lantz'scher Park bis heute ein Ort, den eher Düsseldorferinnen und Düsseldorfer selbst als Naherholungsgebiet nutzen – ein Umstand, der dem Park seinen besonderen, fast privaten Charme verleiht und ihn zu einem lohnenden Ziel für alle macht, die abseits der Hauptattraktionen ein authentisches Stück Düsseldorfer Gartengeschichte entdecken möchten.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Lantz'scher Park

Der Lantz'scher Park ist als öffentliche Grünanlage der Stadt Düsseldorf ganzjährig kostenlos zugänglich, feste Öffnungs- oder Schließzeiten gibt es für die Außenanlagen nicht. Besucherinnen und Besucher können den Park und seine Wege das ganze Jahr über zu jeder Tageszeit betreten, wobei sich insbesondere die ruhigen Vormittagsstunden für einen entspannten Spaziergang eignen. Der Park liegt im Stadtteil Lohausen an der Lohauser Dorfstraße und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten über die Bus-Haltestelle Lohauser Dorfstraße der Linie 760 zu erreichen, von der aus der Eingang nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Da es in unmittelbarer Nähe des Parks keine ausgewiesenen öffentlichen Parkplätze gibt, empfiehlt sich für die Anreise grundsätzlich die Nutzung von Bus oder Fahrrad; mit dem Fahrrad ist der Lantz'scher Park über die ruhigen Wohnstraßen von Lohausen gut zu erreichen. Da sich in der Nähe der Düsseldorfer Flughafen befindet, eignet sich der Park zudem für einen kurzen, ruhigen Zwischenstopp vor oder nach einem Flug. Für aktuelle Informationen zu den wechselnden Skulpturenausstellungen, zur Anfahrt oder zu einem herunterladbaren Lageplan lohnt sich ein Blick auf die Website der Stadt Düsseldorf; Tickets oder eine Voranmeldung sind für den Besuch der frei zugänglichen Außenanlagen nicht erforderlich.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Lantz'scher Park

Der Lantz'scher Park liegt nur wenige Minuten vom Düsseldorfer Flughafen entfernt, was ihn zu einem ungewöhnlichen, aber lohnenden Zwischenstopp für Reisende mit etwas Zeit vor dem Abflug macht. Im angrenzenden Stadtteil Lohausen laden ruhige Wohnstraßen und kleine Grünflächen zu weiteren kurzen Spaziergängen ein, während sich nur wenige Kilometer südlich der weitläufige Nordpark mit dem Aquazoo Löbbecke-Museum und dem japanischen Garten anschließt, der sich gut mit einem Besuch des Lantz'scher Park kombinieren lässt. Richtung Rhein liegt der Stadtteil Stockum mit der Messe Düsseldorf und dem ISS Dome, einer der größten Veranstaltungshallen der Region, während sich flussabwärts auch der Rheinpark Golzheim und die Düsseldorfer Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in überschaubarer Zeit erreichen lassen. Für einen Tag im Grünen im Norden Düsseldorfs bietet sich damit die Kombination aus dem stillen Lantz'scher Park und dem deutlich größeren, lebendigeren Nordpark besonders gut an.

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