Platz & Altstadt

Heimersdorf Zentrum

Heimersdorf Zentrum
Heimersdorf, 50765 Köln (Stadtbezirk Chorweiler)
Inhalt

Heimersdorf Zentrum bezeichnet den lebendigen Kern des nördlichen Kölner Stadtteils Heimersdorf im Stadtbezirk Chorweiler, etwa neun Kilometer vom Zentrum der Domstadt entfernt. Anders als die großen, touristisch geprägten Plätze der Innenstadt steht dieser Ort für das andere, bodenständige Köln: ein Veedel im eigentlichen Wortsinn, in dem sich Alltag, Nachbarschaft und gewachsene Vereinsstrukturen noch unmittelbar erleben lassen. Rund um die Pfarrkirche Christi Verklärung, kleine Geschäfte und die nach dem amerikanischen Radburn-Prinzip angelegten Wohnstraßen hat sich über die Jahrzehnte ein Zentrum entwickelt, das vor allem während der Karnevalszeit und beim traditionellen Veedelszoch zu einem lebhaften Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft wird. Wer das echte, wenig touristische Köln jenseits von Dom und Altstadt kennenlernen möchte, findet in Heimersdorf einen authentischen Einblick in das Leben eines typischen Kölner Vorortviertels der Nachkriegszeit. Gerade weil der Stadtteil nicht auf Tourismus ausgelegt ist, wirkt das Zentrum ungeschönt und ehrlich, ein Ort, an dem Besucher eher Nachbarn beim Einkaufen begegnen als anderen Reisenden.

Geschichte von Heimersdorf Zentrum

Die erste schriftliche Erwähnung von Heimersdorf reicht weit zurück in das 12. Jahrhundert: Zwischen 1178 und 1183 wird ein gewisser Johan de Heimerstorp als Zeuge in einer Rechtsurkunde genannt, was den Ort zu einer der älteren dokumentierten Siedlungen im Kölner Norden macht. Über Jahrhunderte blieb Heimersdorf ein kleines, von der Landwirtschaft geprägtes Dorf, das weitgehend von einem einzigen großen Hof dominiert wurde und seinen dörflichen Charakter bis weit ins 20. Jahrhundert bewahrte. Eine grundlegende Veränderung setzte 1958 ein, als die Stadt Köln im Zuge der Planung einer sogenannten Neuen Stadt im Kölner Norden begann, großflächige Entlastungssiedlungen für die wachsende Bevölkerung zu konzipieren. Zwischen 1961 und 1965 entstand auf dieser Grundlage der heutige Stadtteil Heimersdorf nahezu vollständig neu, mit Wohnblöcken, die bewusst nach dem amerikanischen Radburn-System geplant wurden, einem Konzept, das Fußgänger- und Fahrzeugverkehr konsequent voneinander trennt. Im Zentrum der neuen Siedlung entstand 1966 die katholische Kirche Christi Verklärung, die bis heute als geistlicher und sozialer Mittelpunkt des Veedels dient. Damit zählt Heimersdorf zu den jüngeren, bewusst geplanten Stadtteilen Kölns, dessen Zentrum von Beginn an auf familienfreundliches, bezahlbares Wohnen und kurze Wege ausgelegt war, ein städtebauliches Konzept, das bis heute das Erscheinungsbild des Viertels prägt. Die ursprünglichen Bauabschnitte der 1960er-Jahre sind bis heute weitgehend erhalten und verleihen dem Zentrum einen erkennbar einheitlichen architektonischen Charakter, der in dieser Geschlossenheit nur in wenigen anderen Kölner Stadtteilen zu finden ist.

Highlights von Heimersdorf Zentrum

Das Zentrum von Heimersdorf lebt vor allem von seinem unverwechselbaren Charakter als grüner, überschaubarer Stadtteil, in dem sich zahlreiche Gärten, Grünflächen und nach dem Radburn-Prinzip angelegte, verkehrsberuhigte Wohnwege aneinanderreihen. Diese städtebauliche Besonderheit, bei der Fußwege konsequent von Autostraßen getrennt verlaufen, macht einen Spaziergang durch das Viertel zu einem ungewöhnlich ruhigen Erlebnis, das sich deutlich von den dicht bebauten Veedeln der Innenstadt unterscheidet. Die katholische Kirche Christi Verklärung bildet dabei nicht nur architektonisch, sondern auch sozial den Mittelpunkt des Zentrums und ist Austragungsort zahlreicher Gemeindeveranstaltungen. Besonders lebendig wird Heimersdorf Zentrum während der Kölner Karnevalssession, wenn die örtliche Vereinslandschaft zum traditionellen Veedelszoch einlädt, einem kleineren, deutlich familiäreren Karnevalsumzug, der im Gegensatz zu den großen Zügen der Innenstadt ganz auf nachbarschaftliche Nähe setzt und bei dem sich Jecken aus dem gesamten Veedel entlang der Straßen versammeln. Auch außerhalb der Session prägen Schützenvereine, Nachbarschaftsinitiativen und das nahegelegene Johanniterstift mit seiner Pflegeeinrichtung das soziale Leben des Zentrums. In den letzten Jahren hat Heimersdorf zudem einen interessanten demographischen Wandel erlebt: Nach Jahren einer eher alternden Bevölkerung ziehen inzwischen wieder zunehmend junge Familien in das Viertel, angezogen von bezahlbarem Wohnraum, viel Grün und kurzen Wegen zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Für Besucher, die authentisches Kölner Alltagsleben jenseits der Touristenpfade erleben möchten, bietet das Zentrum von Heimersdorf damit einen seltenen, unverstellten Einblick in ein Veedel, das stolz auf seine eigene, vergleichsweise junge Geschichte ist. Nicht zuletzt die aktiven Nachbarschaftsvereine sorgen dafür, dass dieses Selbstbewusstsein auch über Generationen hinweg weitergegeben wird.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu Heimersdorf Zentrum

Da es sich bei Heimersdorf Zentrum um einen gewachsenen Stadtteilkern und nicht um eine einzelne Sehenswürdigkeit mit festen Öffnungszeiten handelt, kann das Viertel jederzeit kostenlos besucht und erkundet werden. Lediglich einzelne Einrichtungen wie die Kirche Christi Verklärung oder örtliche Vereinsheime folgen eigenen, variierenden Öffnungszeiten, die sich nach dem jeweiligen Gemeinde- oder Vereinskalender richten. Am lebendigsten zeigt sich das Zentrum tagsüber an Wochentagen, wenn Geschäfte und Einrichtungen regulär geöffnet sind, sowie in den Wochen der Karnevalssession zwischen November und Februar, wenn der traditionelle Veedelszoch und begleitende Veranstaltungen stattfinden. Die Anreise nach Heimersdorf erfolgt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da das Viertel über die Stadtbahnlinie 15 sowie die S-Bahn-Linien S6 und S11 gut an die Kölner Innenstadt angebunden ist. Von dort aus beträgt die Fahrzeit vom Hauptbahnhof etwa zwanzig bis dreißig Minuten, abhängig von der gewählten Linie und etwaigem Umstieg. Für Autofahrer ist Heimersdorf über die Bundesautobahn A1 sowie mehrere Hauptstraßen im Kölner Norden gut erreichbar, wobei im Wohngebiet selbst aufgrund der Radburn-Bauweise mit getrennten Fußwegen auf ausgewiesene Parkflächen am Rand der Siedlung zurückgegriffen werden sollte. Wer das Viertel zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden möchte, profitiert besonders von den verkehrsberuhigten, grünen Wegen, die das gesamte Zentrum durchziehen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Heimersdorf Zentrum

In der Nachbarschaft von Heimersdorf Zentrum liegen mehrere weitere Stadtteile des Kölner Nordens, die sich gut mit einem Besuch verbinden lassen. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Nachbarstadtteil Longerich mit seinem eigenen historischen Ortskern und einer ähnlich lebendigen Veedelskultur. Auch Lindweiler und Volkhoven/Weiler, die unmittelbar an Heimersdorf angrenzen, bieten mit ihren jeweiligen Grünanlagen und Siedlungsstrukturen interessante Einblicke in die Stadtentwicklung des Kölner Nordens der Nachkriegszeit. Wer sich für die Geschichte der geplanten Großsiedlungen Kölns interessiert, kann zudem einen Abstecher in das benachbarte Chorweiler unternehmen, dessen markante Hochhaussilhouette einen deutlichen städtebaulichen Kontrast zum kleinteiligeren Heimersdorf bildet. Naturfreunde finden in der Umgebung mehrere Grün- und Erholungsflächen, die zu Spaziergängen und Radtouren einladen und die ländliche Vorgeschichte des gesamten Gebiets noch heute erahnen lassen. Für die Rückfahrt in die Innenstadt bietet sich die Stadtbahnlinie 15 an, die zugleich mehrere weitere Stadtteile des Kölner Nordens erschließt. Auf dem Weg dorthin lassen sich zudem mehrere kleinere Parkanlagen besichtigen, die als grüne Verbindungsachsen zwischen den einzelnen Veedeln des Kölner Nordens fungieren.

Teilen:

Wo übernachten in Köln, Deutschland

Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.