Denkmal & Statue

Mutter Teresa

Mutter Teresa
Niederkasseler Straße 10, 53842 Troisdorf-Spich
Inhalt

Die Bronzestatue Mutter Teresa steht seit dem 5. September 2025 vor der katholischen Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt im Troisdorfer Stadtteil Spich und ist zu einem stillen, aber eindrucksvollen Symbol der Nächstenliebe und interkulturellen Verbundenheit geworden. Die lebensgroße Figur zeigt die Heilige mit einem Kind an der Hand und einem Löffel in der anderen, der bei Regen Wasser sammelt und symbolisch an das Kind weitergibt – ein kraftvolles Zeichen für Hoffnung, Fürsorge und den einfachen Akt des Teilens. Gestiftet von den Brüdern Tuli und Nushi Istrefi, die 1992 als Jugendliche aus dem Kosovo nach Troisdorf flohen und hier eine neue Heimat fanden, erinnert die Statue an die Dankbarkeit der albanischen Community und an die universellen Werte, für die Mutter Teresa eintrat. Für Besucher, die Troisdorf erkunden, lohnt sich der kurze Stopp nicht nur wegen der künstlerischen Qualität, sondern weil der Ort zum Nachdenken über Mitmenschlichkeit einlädt und die Geschichte einer Heiligen mit der lokalen Integrationsgeschichte verknüpft. Die Statue ist frei zugänglich und fügt sich harmonisch in das Umfeld der neugotischen Kirche ein, die selbst ein Baudenkmal ist.

Geschichte von Mutter Teresa

Die Statue Mutter Teresa in Troisdorf-Spich wurde am 5. September 2025, dem Todestag der Heiligen, feierlich eingeweiht. Der Tag war bewusst gewählt: Am 5. September 1997 war Agnes Gonxha Bojaxhiu, besser bekannt als Mutter Teresa, in Kalkutta gestorben. Die Bronzefigur entstand aus der Initiative der Brüder Tuli und Nushi Istrefi, die seit 2003 als Gastronomen in Spich tätig sind und unter anderem das Aroma-Café sowie Pasta-Time betreiben. Die beiden hatten als Jugendliche 1992 vor dem Krieg im damaligen Jugoslawien und Kosovo nach Deutschland geflohen und in Troisdorf Aufnahme und Unterstützung gefunden. Mit der Stiftung der Statue wollten sie ihre Dankbarkeit gegenüber ihrer Wahlheimat ausdrücken und gleichzeitig an die bekannteste albanische Persönlichkeit erinnern.

Geschaffen wurde die lebensgroße Bronzeplastik von ihrem Bruder Tali Istrefi, einem international tätigen Bildhauer, der in Albanien lebt und bereits weitere Mutter-Teresa-Statuen unter anderem im Kosovo, in Midland in Kanada, in Pfaffenhofen und Stuttgart realisiert hat. Bei der Einweihung waren Bürgermeister Alexander Biber, Pfarrer Hermann Josef Zeyen, Vertreter der albanischen Botschaft in Berlin und des kosovarischen Konsulats in Düsseldorf sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Troisdorf und der albanischen Gemeinde anwesend. Der Bürgermeister würdigte die Statue als bleibendes Symbol der Nächstenliebe und der Verständigung zwischen den Kulturen und zitierte den bekannten Satz der Heiligen: „Nicht alle von uns können Großes tun, aber jeder von uns kann kleine Dinge mit großer Liebe tun.“

Mutter Teresa selbst wurde am 26. August 1910 in Skopje (damals Osmanisches Reich, heute Nordmazedonien) als Agnes Gonxha Bojaxhiu in eine albanische katholische Familie geboren. Sie trat 1928 den Loreto-Schwestern bei, ging nach Indien und gründete 1950 die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe. 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für die Ärmsten der Armen. 2003 wurde sie selig- und 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Die Troisdorfer Statue knüpft an dieses Erbe an und macht die Botschaft der Heiligen in einem lokalen, alltagsnahen Kontext erlebbar. Sie steht nicht in einem Museum, sondern im öffentlichen Raum vor der Kirche, wo sie von Passanten, Gemeindemitgliedern und Besuchern täglich wahrgenommen werden kann.

Highlights von Mutter Teresa

Das herausragende Merkmal der Statue Mutter Teresa ist ihre symbolische Gestaltung. Die lebensgroße Bronzeplastik zeigt die Heilige in ihrer typischen Haltung der Zuwendung: Mit der einen Hand führt sie ein Kind, mit der anderen hält sie einen Löffel. Bei Regen füllt sich der Löffel mit Wasser, das dann tropfenweise an das Kind weitergegeben wird – ein poetisches und zugleich praktisches Bild für die Weitergabe von Hilfe und Hoffnung. Diese Details machen die Figur zu mehr als einer bloßen Gedenkstatue; sie erzählt eine Geschichte und lädt zum genauen Betrachten ein.

Die Platzierung direkt vor der neugotischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in der Niederkasseler Straße 10 verstärkt die Wirkung. Die Kirche selbst wurde 1858 bis 1860 nach Plänen des Kreisbaumeisters Eduard Gustav Joseph Court errichtet und ist ein Baudenkmal. Sie erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden, insbesondere beim Bombenangriff am 11. März 1945, und wurde später restauriert. Die Kombination aus historischem Kirchenbau und moderner, inhaltlich stark aufgeladener Plastik schafft einen besonderen Kontrast und eine stille Andachtsatmosphäre im öffentlichen Raum.

Ein weiterer Höhepunkt ist die interkulturelle Dimension. Die Stifterfamilie Istrefi steht stellvertretend für die albanische und kosovarische Community in Troisdorf, die sich hier integriert und zugleich ihre Herkunftskultur sichtbar macht. Die Statue ist damit auch ein Zeichen gelungener Integration und gegenseitiger Wertschätzung. Besucher können die Figur zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter betrachten; besonders eindrucksvoll wirkt sie bei Regen, wenn das Wasser-Symbol aktiv wird, oder am Abend, wenn die umliegende Beleuchtung die Bronze sanft hervorhebt. Die Nähe zum Bleimops-Platz, einem zentralen Treffpunkt in Spich mit seiner eigenen Brunnenfigur, die an lokale Traditionen erinnert, erlaubt es, den Besuch der Statue mit einem kurzen Spaziergang durch den Stadtteil zu verbinden.

Für Fotografen und kulturinteressierte Gäste bietet die Statue klare, markante Linien und eine ruhige, würdevolle Ausstrahlung. Sie ist kein Touristenmagnet im herkömmlichen Sinne, sondern ein Ort der Besinnung, der sich besonders für ruhige Momente eignet – sei es vor oder nach einem Gottesdienst, während eines Spaziergangs oder als bewusster Halt auf dem Weg durch Spich. Die Qualität der Ausführung durch Tali Istrefi, der bereits mehrfach Mutter Teresa porträtiert hat, garantiert künstlerischen Anspruch und eine authentische Darstellung der Heiligen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise nach Mutter Teresa

Die Statue Mutter Teresa steht im öffentlichen Raum vor der Kirche St. Mariä Himmelfahrt und ist daher rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr frei zugänglich. Es gibt keine Öffnungszeiten, keinen Eintritt und keine Ticketpflicht. Besucher können die Figur jederzeit betrachten, fotografieren und verweilen, ohne an Schließzeiten oder Kassen gebunden zu sein. Lediglich bei größeren kirchlichen Veranstaltungen oder besonderen Feiern kann der unmittelbare Vorplatz zeitweise stärker frequentiert oder für kurze Zeit abgesperrt sein; in der Regel ist der Zugang jedoch uneingeschränkt möglich.

Die Anreise ist unkompliziert. Mit dem Auto erreicht man Spich über die A 59, Ausfahrt Troisdorf, und folgt dann der Beschilderung in den Stadtteil. Die Adresse lautet Niederkasseler Straße 10, 53842 Troisdorf. In der Umgebung gibt es Parkmöglichkeiten, unter anderem am S-Bahnhof Spich (P+R) und in den angrenzenden Straßen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man mit der S-Bahn bis zum Haltepunkt Troisdorf-Spich und geht von dort wenige Minuten zu Fuß zur Kirche. Buslinien verbinden Spich zusätzlich mit dem Troisdorfer Zentrum und den Nachbarorten. Für Radfahrer ist der Stadtteil gut erreichbar, und die Wege sind relativ flach.

Barrierefreiheit ist gegeben, da die Statue auf dem Vorplatz steht und keine Treppen oder engen Durchgänge überwunden werden müssen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können problemlos heranfahren und die Figur aus nächster Nähe betrachten. Da es sich um ein freies Denkmal handelt, sind weder Führungen noch reservierte Zeitfenster erforderlich. Wer die Kirche selbst besichtigen möchte, sollte die Gottesdienstzeiten der Pfarrei beachten; die Statue bleibt davon unberührt und ist unabhängig davon zugänglich. Für Gruppen empfiehlt sich lediglich, Rücksicht auf den laufenden Gemeindebetrieb und Anwohner zu nehmen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Mutter Teresa

In unmittelbarer Nähe der Statue Mutter Teresa liegt die neugotische Kirche St. Mariä Himmelfahrt selbst, die einen Besuch lohnt und den historischen Rahmen der Plastik bildet. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich der Bleimops-Platz mit seiner Brunnenfigur, die an die alte Spicher Tradition des „Moggelens“ erinnert und ein beliebter Treffpunkt der Ortsbewohner ist. Historische Fachwerkhäuser wie Haus Heep und Et Hüsje sowie das ehemalige Herrenhaus von Haus Broich (1620) und Haus Spich vermitteln einen Eindruck der älteren Ortsgeschichte.

Etwas weiter, aber noch gut erreichbar, liegt das Naturdenkmal Spicher Hohlstein, ein bemerkenswerter Quarzitfelsen, der zu Sagen und archäologischen Funden Anlass gibt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte den Weg nach Troisdorf-Mitte fortsetzen und Burg Wissem besuchen. Dort befinden sich das europaweit einzigartige Bilderbuchmuseum, das Museum für Stadt- und Industriegeschichte (MUSIT) sowie das Wahner Heide Portal. Die Anlage mit Park, Wildgehege und Erfahrungsfeld der Sinne ist ein zentrales Ausflugsziel der Stadt. Die Wahner Heide selbst, eines der artenreichsten Naturschutzgebiete Nordrhein-Westfalens, beginnt in unmittelbarer Nähe und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. So lässt sich der Besuch der Statue Mutter Teresa problemlos mit Kultur, Geschichte und Naturerlebnis in Troisdorf verbinden.

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