Park & Garten

Nordpark

Nordpark
Kaiserswerther Straße, 40474 Düsseldorf Webseite
Inhalt

Wer die grüne Seele Düsseldorfs jenseits der Altstadt entdecken möchte, kommt am Nordpark im Stadtteil Stockum nicht vorbei. Auf 36,6 Hektar erstreckt sich zwischen Kaiserswerther Straße und Rheinufer eine der aufwendigsten Parkanlagen Nordrhein-Westfalens, die breite, von altem Baumbestand gesäumte Rasenflächen mit thematisch gestalteten Teilgärten verbindet. Schon der Haupteingang an der Kaiserswerther Straße kündigt mit einem 170 Meter langen Wasserbecken und quer sprühenden Fontänen an, dass hier mit Wasser, Licht und Grün große Gartenkunst betrieben wird. Im Herzen des Parks liegt der weltweit bekannte Japanische Garten, während an seinem nördlichen Rand das Aquazoo-Löbbecke-Museum seit 1987 für zusätzlichen Besucherstrom sorgt. Der Park ist ganzjährig frei zugänglich, kostet keinen Eintritt und wird von Düsseldorfern wie Touristen gleichermaßen zum Spazieren, Picknicken und Entspannen genutzt. Tische und Stühle, die frei im Gelände verteilt stehen, lassen sich nach Bedarf verschieben – ein kleines, aber bezeichnendes Detail für die Gastfreundschaft, die der Nordpark seinen Gästen entgegenbringt.

Geschichte des Nordparks

Die Geschichte des Nordparks beginnt 1936, als der damalige Gartenamtsdirektor Willi Tapp auf einem bis dahin brachliegenden Gelände in Stockum einen weitläufigen Landschaftspark mit klaren Haupt- und Nebenachsen entwarf. Um dem neu angelegten Park von Beginn an einen beeindruckenden, reifen Baumbestand zu verleihen, ließ man mehrere hundert ausgewachsene Bäume vom nahen Nordfriedhof sowie aus anderen öffentlichen und privaten Grünanlagen der Stadt umpflanzen. Eröffnet wurde die Anlage am 8. Mai 1937 im Rahmen der Reichsausstellung „Schaffendes Volk", einer von den Nationalsozialisten organisierten Garten-, Industrie- und Siedlungsschau, die während ihrer Laufzeit rund 6,9 Millionen Besucher anzog. Skulpturen, Pavillons, Brunnenanlagen sowie aufwendige Licht-, Fahnen- und Wasserspiele des Bühnenbildners Walter von Wecus bildeten damals einen zentralen Bestandteil der Ausstellung. Zum monumentalen Eingangsportal gehörten die beiden von Edwin Scharff geschaffenen Granitskulpturen der „Rossebändiger", die wegen ihrer zur Ausstellungseröffnung unfertigen Ausführung seinerzeit heftige öffentliche Debatten auslösten, heute aber als eindrucksvolle Zeitzeugen erhalten sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg requirierte die britische Rheinarmee das Gelände zunächst als Erholungszentrum für ihre Soldaten, bevor der Park ab 1953 schrittweise wieder für die Düsseldorfer Bevölkerung geöffnet wurde. Viele der ursprünglichen Ausstellungshallen wurden in dieser Zeit abgerissen und durch Blumenbeete ersetzt, während die grundlegende Wegeführung und Gartenarchitektur weitgehend erhalten blieb. In den späten 1950er Jahren gestaltete der junge Gartenarchitekt Georg Penker unter der Leitung von Gartenamtsdirektor Ulrich Wolf den Sommerblumengarten im zeittypischen, asymmetrischen Stil neu. Seit den 1960er Jahren ergänzt die Stadt den historischen Bestand kontinuierlich um zeitgenössische Skulpturen internationaler Künstler wie André Bloc und George Rickey, sodass der Nordpark heute ein faszinierendes Nebeneinander von Gartenkunst der 1930er Jahre und moderner, oft abstrakter Bildhauerei bietet.

Highlights im Nordpark

Das unbestrittene Herzstück für viele Besucher ist der Japanische Garten am Rhein, der 1975 von der japanischen Gemeinde Düsseldorfs der Stadt geschenkt wurde. Ein eigens gegründeter Verein investierte seinerzeit 1,9 Millionen D-Mark, um den rund 5.000 Quadratmeter großen Teichgarten nach den Entwürfen des Gärtners Iwaki Ishiguro und seines Sohnes anzulegen. Ein Weg führt um ein kleines Gewässer mit künstlichem Bachzulauf, einer symbolischen Schiffsanlegestelle und einer kleinen Insel, während kunstvoll beschnittene Schwarzkiefern und Fächerahorne die äußeren Zonen prägen. Alle vier bis sechs Jahre erhält der Garten eine intensive Pflege durch eigens angereiste japanische Gärtner, während Mitarbeiter der Stadt Düsseldorf sich um die laufende Instandhaltung kümmern. Nicht weniger beeindruckend sind die Wasserspiele am Haupteingang: Über das 170 Meter lange Becken mit seinen quer sprühenden Fontänen blickt man auf einen großen, aus 160 Düsen gespeisten Springbrunnen – die größte Wasserspiel-Anlage Düsseldorfs. Gleich daneben liegt das neoklassizistische „Ballhaus", entworfen vom Architekten Fritz Becker, das ursprünglich als Café der Konditoren-Innung diente und heute jungen Künstlern als Ausstellungshalle dient. Der thematisch gestaltete Seerosengarten mit seinem von schattenspendenden Säulen umgebenen Wasserbecken lädt zum ruhigen Verweilen ein, während der Kakteengarten mit seinen markanten, von der Keramikkünstlerin Gwendolyn Liselotte Blume gestalteten Vasen botanische Vielfalt zeigt. Wer sich für Kunst im öffentlichen Raum interessiert, findet im gesamten Park verteilt Werke von André Bloc, George Rickey, Erich Reusch und weiteren Künstlern, die als bewusstes Gegengewicht zu den monumentalen Skulpturen der 1930er Jahre verstanden werden können. Unmittelbar an den Park angrenzend lockt zudem das Aquazoo-Löbbecke-Museum mit seiner Kombination aus Zoologischem Museum und Aquarium zahlreiche Familien an, sodass sich ein Besuch des Nordparks ideal mit einem Abstecher in die naturkundliche Welt der Unterwasserbewohner verbinden lässt.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Nordpark

Der Nordpark ist als öffentliche Grünanlage der Stadt Düsseldorf ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich; ein Eintritt wird weder für den Park selbst noch für den Japanischen Garten erhoben. Lediglich das angrenzende Aquazoo-Löbbecke-Museum verlangt für seinen eigenen Besuch ein kostenpflichtiges Ticket, dessen aktuelle Preise und Öffnungszeiten direkt über die Website des Museums einsehbar sind. Der Haupteingang des Nordparks liegt an der Kaiserswerther Straße, ein weiterer, ruhigerer Zugang befindet sich auf der Rheinseite an der Rotterdamer Straße. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Park bequem mit mehreren Straßenbahn- und Buslinien der Rheinbahn, die in Richtung Stockum beziehungsweise Golzheim verkehren; die nächstgelegenen Haltestellen liegen jeweils nur wenige Gehminuten vom Haupteingang entfernt. Autofahrer finden in der Umgebung mehrere kostenpflichtige Parkmöglichkeiten, unter anderem am Aquazoo und entlang der angrenzenden Wohnstraßen, sollten an sonnigen Wochenenden jedoch mit erhöhtem Parkdruck rechnen. Radfahrer profitieren von der direkten Anbindung an den Rheinuferradweg, der den Nordpark mit der Altstadt und dem Hofgarten verbindet. Für Besucher mit Kinderwagen oder Rollstuhl sind die Hauptwege weitgehend eben und gut befestigt, wobei einzelne Bereiche des Japanischen Gartens aufgrund ihrer naturnahen Gestaltung etwas unebener ausfallen können. Wer den Park in Ruhe erleben möchte, besucht ihn am besten an einem Wochentag am frühen Vormittag, während es an Wochenenden und bei schönem Wetter besonders rund um die Wasserspiele und den Japanischen Garten deutlich belebter zugeht.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Nordparks

Direkt am Rand des Nordparks liegt das Aquazoo-Löbbecke-Museum, eine Kombination aus Zoo, Aquarium und naturkundlichem Museum, die besonders bei Familien mit Kindern beliebt ist. Nur wenige Gehminuten südlich schließt sich der Golzheimer Rheinpark an, der mit seinen weiten Liegewiesen am Rheinufer und spektakulären Ausblicken auf die Düsseldorfer Skyline zu einem entspannten Spaziergang entlang des Flusses einlädt. Wer von dort aus weiter Richtung Innenstadt schlendert, erreicht über die Rheinuferpromenade in rund 30 bis 40 Minuten zu Fuß die Düsseldorfer Altstadt mit ihren historischen Gassen, Brauereien und dem Rheinturm. Auch der zentrale Hofgarten, Deutschlands ältester Volksgarten, lässt sich über die Rheinuferwege oder mit der Straßenbahn in kurzer Zeit erreichen und bietet mit seinen historischen Denkmälern und Gaslaternen einen reizvollen Kontrast zur klar gegliederten Gartenarchitektur des Nordparks. In der Nähe des Rheinufers, Richtung Oberkassel, lohnt sich zudem ein Blick auf die markante Rheinkniebrücke und die gegenüberliegende Skyline mit dem Rheinturm, die sich besonders zur goldenen Stunde fotogen präsentiert. Kulturell Interessierte können außerdem einen Ausflug zur Tonhalle Düsseldorf einplanen, die als bedeutender Konzertsaal der Stadt nur wenige Kilometer entfernt liegt und regelmäßig Konzerte klassischer wie zeitgenössischer Musik bietet. Zusammengenommen liegt der Nordpark damit eingebettet in ein dichtes Netz grüner und kultureller Ziele, die sich bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln der Rheinbahn verbinden lassen und einen ganzen Tagesausflug im Düsseldorfer Norden füllen können.

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