Hofgarten
Wenige Parks verbinden Geschichte, Gartenkunst und urbanes Leben so dicht wie der Hofgarten im Herzen Düsseldorfs. Mit einer Gesamtfläche von 27,73 Hektar, von denen 13 Hektar offene Wiesenflächen sind, erstreckt sich der Park von Schloss Jägerhof an der Jacobistraße bis zur Heinrich-Heine-Allee an der Altstadt und von der Königsallee bis zum Ehrenhof am Rheinufer. Als ältester öffentlich zugänglicher Teil wurde der Hofgarten bereits 1769 angelegt, was ihn zum ersten und ältesten Volksgarten Deutschlands macht – lange bevor vergleichbare Parkanlagen in anderen deutschen Städten überhaupt existierten. Zahlreiche historische Denkmäler und moderne Skulpturen prägen das Bild des Parks, der gestalterisch den Übergang vom streng geometrischen, barocken Gartenstil zum freieren Englischen Landschaftsgarten dokumentiert. Mitten durch die lebendige Innenstadt führend, gilt der Hofgarten den Düsseldorfern zugleich als „grüne Lunge" der Stadt und als beliebter Treffpunkt für Spaziergänger, Angestellte in der Mittagspause und Familien an sonnigen Wochenenden.
Geschichte des Hofgartens
Die Wurzeln des Hofgartens reichen bis in die Zeit Herzog Wilhelms des Reichen zurück: Bereits 1557 wird ein fürstlicher Garten außerhalb der damaligen Festungsmauern Düsseldorfs urkundlich erwähnt, der sich nördlich der Düssel bis nach Pempelfort erstreckte. Im 17. Jahrhundert ließ Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm den als strengen Parterregarten angelegten Hofgarten nochmals erweitern, doch mit dem Ende der höfischen Residenz 1716 – nach dem Tod von Kurfürst Johann Wilhelm, genannt Jan Wellem – verwilderte das Gelände zunehmend. Erst 1769 ordnete Kurfürst Karl Theodor auf Betreiben seines Statthalters Graf Goltstein an, den vernachlässigten Garten zu einer öffentlichen Promenade „zur Lust der Einwohnerschaft" auszubauen. Mit den Entwürfen wurde der lothringische Baumeister Nicolas de Pigage beauftragt, der kurz zuvor auch Schloss und Park Benrath errichtet hatte; so entstand die bis heute als Hauptachse dienende Jägerhofallee, die vom Schloss Jägerhof zur Hofkirche St. Andreas führt. Am Ende dieser Allee liegt der Runde Weiher, der 1900 mit einer Fontäne und der Brunnenfigur „Jröne Jong" des Bildhauers Joseph Hammerschmidt ausgestattet wurde. Während der Besetzung durch französische Truppen 1795 wurde dieser älteste Teil des Parks durch Schanzarbeiten fast vollständig zerstört; erst 1804 stellte der kurkölnische Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe ihn im landschaftlichen Stil wieder her und schuf gleichzeitig den „Neuen Hofgarten" im englischen Landschaftsstil auf dem Gelände der geschleiften Stadtbefestigung. 1811 überließ Napoleon Bonaparte den Düsseldorfern per „Verschönerungsdekret" die ehemaligen Wallanlagen bis zum Rheinufer zur Anlage von Grünflächen; ihm zu Ehren trägt der aus dem Aushub des nahen Sicherheitshafens aufgeschüttete Napoleonsberg im Nordwesten des Parks noch heute seinen Namen. 1815 entstand hier zudem der erste Turnplatz des Rheinlands, angeregt durch den Begründer der deutschen Turnbewegung, Friedrich Ludwig Jahn. Im 20. Jahrhundert überstand der Hofgarten wiederholt Bedrohungen: Pläne der Nationalsozialisten für eine breite Aufmarschstraße wurden ebenso verhindert wie 1958 das Vorhaben des Stadtplaners Friedrich Tamms, den Weiher an der Landskrone für den Bau des Jan-Wellem-Platzes teilweise zuzuschütten – massive Bürgerproteste bewahrten den Park vor diesem Eingriff. 1998 wurde der Hofgarten in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen, 2002 im Rahmen der EUROGA 2002plus umfassend saniert und 2004 in die „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas" aufgenommen. Am 9. Juni 2014 verwüstete der Orkan „Ela" rund die Hälfte des alten Baumbestands, von dem sich der Park seitdem Stück für Stück erholt, während aktuelle Bauprojekte wie die Wehrhahn-Linie und der Kö-Bogen die Topografie des Parks bis in die Gegenwart weiter verändern.
Highlights im Hofgarten
Ein technisches Alleinstellungsmerkmal von Weltrang ist die historische Gasbeleuchtung des Hofgartens: Mit 219 Gaslaternen gilt die Anlage als die einzige überwiegend gasbeleuchtete städtische Parkanlage weltweit. Die heute noch erhaltenen Leuchten vom „Modell Frankfurt" stammen größtenteils aus den Jahren 1951 bis 1953 und bauen auf einem älteren System von 1908 auf; die Goldene Brücke des Hofgartens ist zusammen mit der Karlsbrücke in Prag die einzige gasbeleuchtete Brücke der Welt. Nach einem Ratsbeschluss von 2023 sollen von den rund 14.500 Düsseldorfer Gaslaternen künftig nur noch die des Hofgartens erhalten bleiben – ein klares Bekenntnis zur Einzigartigkeit dieses Ortes. Naturfreunde schätzen die beiden Teiche mit ihren Enten und Schwänen, die vom denkmalgeschützten Schwanenhaus aus Backstein und Holz versorgt werden; seit 1994 betreuen dort engagierte Tierschützer kranke oder verletzte Wasservögel. Wer aufmerksam durch den Park schlendert, entdeckt zudem Eichhörnchen, Halsbandsittiche, Kormorane und Reiher. Künstlerisch beeindruckt vor allem die Bronzeplastik „Harmonie" von Aristide Maillol auf dem Napoleonsberg, die der Kunstverein 1953 zu Ehren des Dichters Heinrich Heine stiftete, ebenso wie das Denkmal für den Dramatiker Christian Dietrich Grabbe nahe der Heinrich-Heine-Allee. An lauen Sommersonntagen lockt der Musikpavillon mit seiner traditionsreichen Matinee zahlreiche Besucher an, während die nachts leuchtenden Lichtbänke „UVA-UVB" des Düsseldorfer Künstlers Stefan Sous entlang der Jägerhofallee ein zeitgenössisches Gegenstück zu den historischen Gaslaternen bilden. Für Familien gibt es einen großen und zwei kleinere Spielplätze sowie zwei Hundeauslaufflächen, während die weiten Liegewiesen im Sommer zum Sonnenbaden einladen. Insgesamt bietet der Hofgarten damit ein selten dichtes Nebeneinander aus Gartenkunstgeschichte, Tierwelt, Skulptur und urbaner Erholung mitten in der Innenstadt.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Hofgarten
Der Hofgarten ist als innerstädtische öffentliche Parkanlage ganzjährig und ohne zeitliche Beschränkung frei zugänglich; ein Eintritt wird nicht erhoben. Durch seine zentrale Lage zwischen Altstadt, Königsallee und Ehrenhof lässt sich der Park ausgezeichnet zu Fuß von praktisch jedem Punkt der Innenstadt aus erreichen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bieten sich die U-Bahn-Haltestellen Heinrich-Heine-Allee und Schauspielhaus sowie die Straßenbahn- und Bushaltestellen am Jan-Wellem-Platz als bequeme Zugänge an; auch der Düsseldorfer Hauptbahnhof ist mit der Stadtbahn in wenigen Minuten erreichbar. Autofahrer finden rund um die Königsallee und am Ehrenhof mehrere kostenpflichtige Parkhäuser, da der Park selbst verkehrsberuhigt und größtenteils autofrei gestaltet ist. Die breiten Wege der Jägerhofallee und der angrenzenden Promenaden sind eben und gut befestigt, sodass auch Besucher mit Kinderwagen oder Rollstuhl den Park problemlos durchqueren können. Wer dem Trubel der Königsallee entfliehen möchte, findet besonders an Wochentagen und am frühen Morgen ruhige, schattige Ecken rund um die Teiche, während an sonnigen Wochenenden vor allem die großen Liegewiesen gut besucht sind. Wegen der zahlreichen Bauprojekte im Umfeld – etwa am Kö-Bogen – empfiehlt es sich, aktuelle Hinweise zu Wegsperrungen vor dem Besuch zu beachten.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hofgartens
Am südlichen Ende des Hofgartens liegt der Ehrenhof mit dem Museum Kunstpalast und der Tonhalle Düsseldorf, einem der bedeutendsten Konzertsäle der Stadt – ein idealer Kombinationsbesuch für kulturell Interessierte. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich das Düsseldorfer Schauspielhaus, dessen markante Architektur unmittelbar an den Park grenzt und regelmäßig Theateraufführungen auf hohem Niveau bietet. Richtung Westen erreicht man in kurzer Zeit die weltberühmte Königsallee mit ihren Luxusboutiquen, Cafés und dem für sie namensgebenden Schwanenspiegel-Kanal, während sich Richtung Rhein die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, traditionellen Brauhäusern und der Uferpromenade anschließt. Am östlichen Rand des Parks liegt Schloss Jägerhof, in dem heute das Goethe-Museum Düsseldorf mit einer der bedeutendsten Goethe-Sammlungen Deutschlands untergebracht ist. Wer die Rheinuferpromenade entlang spaziert, gelangt in weniger als einer halben Stunde zu Fuß zum Rheinturm und zum Medienhafen mit seiner markanten, von Frank Gehry entworfenen Architektur. Auch der Nordpark mit seinem Japanischen Garten und das Rheinufer von Golzheim lassen sich bequem über die Rheinuferpromenade oder mit der Straßenbahn anschließen. Diese dichte Nachbarschaft aus Museen, Theatern, Einkaufsboulevards und weiteren Grünanlagen macht den Hofgarten zu einem der besten Ausgangspunkte für die Erkundung der Düsseldorfer Innenstadt.
Wo übernachten in Düsseldorf, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.