Platz & Altstadt

Burgplatz

Burgplatz
Burgplatz, 40213 Düsseldorf, Deutschland
Inhalt

Der Burgplatz ist einer der stimmungsvollsten Plätze der Düsseldorfer Altstadt und öffnet sich unmittelbar zum Rhein hin. Direkt am Wasser gelegen, markiert er die Stelle, an der einst das Düsseldorfer Stadtschloss stand – heute erinnert nur noch der Schlossturm an die jahrhundertealte Residenz der Herzöge von Jülich-Berg und der pfälzischen Kurfürsten. Mit seinem weiten Blick auf den Fluss, die Rheinkniebrücke und das gegenüberliegende Ufer zählt der Burgplatz zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt, besonders in den Abendstunden, wenn sich Einheimische und Touristen auf den Stufen zum Rhein hin versammeln, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Umgeben von historischen Giebelhäusern, Cafés und dem Zugang zur Altstadt verbindet der Platz Geschichte, Alltagsleben und die besondere Atmosphäre der Rheinmetropole auf engem Raum.

Geschichte des Burgplatzes

Der Burgplatz entstand im späten 14. Jahrhundert, als sich Düsseldorf von seinem ursprünglichen Kern um die Pfarrkirche St. Lambertus nach Süden ausdehnte und die Herzöge von Jülich-Berg hier ihre Residenz errichteten. Über Jahrhunderte diente das Düsseldorfer Schloss als Sitz der Landesherren; seinen gesellschaftlichen Höhepunkt erreichte es 1585 mit der prunkvollen Hochzeit von Herzog Johann Wilhelm und Jakobe von Baden-Baden, zu der Gäste aus ganz Europa anreisten. Zwischen 1709 und 1712 ließ Kurfürst Johann Wilhelm, bekannt als „Jan Wellem“, eine dreiflügelige Galerie an das Schloss anbauen, um seine bedeutende Kunstsammlung unterzubringen, die den Grundstock der heutigen Düsseldorfer Gemäldesammlungen bildete. 1795 beschädigten französische Revolutionstruppen das Schloss durch Beschuss und Brände erheblich, doch der endgültige Untergang kam 1872, als ein verheerendes Feuer den gesamten Gebäudekomplex zerstörte und nur der Schlossturm als Ruine stehen blieb. Zwischen 1892 und 1902 wurden die restlichen Trümmer des Schlosses abgetragen, und 1902 entstand an ihrer Stelle das kleine Düsselschlösschen als Pavillonbau. Jahrzehntelang prägte der Autoverkehr den Platz, bis 1993 mit der Eröffnung des Rheinufertunnels der Durchgangsverkehr unter die Erde verlegt wurde. 1995 wurde die komplette Neugestaltung des Burgplatzes abgeschlossen, die ihm seine heutige offene, terrassenförmige Gestalt mit direktem Zugang zum Rheinufer verlieh und ihn endgültig von einer Verkehrsfläche in einen echten Stadtplatz verwandelte.

Highlights am Burgplatz

Das unbestrittene Hauptmerkmal des Burgplatzes ist der Schlossturm, der einzige erhaltene Teil des einstigen Düsseldorfer Stadtschlosses. In seinen historischen Mauern ist heute ein Schifffahrtmuseum untergebracht, das die rund zweitausendjährige Geschichte der Rheinschifffahrt anschaulich darstellt, während im obersten Geschoss ein Restaurant mit einem der schönsten Panoramablicke der Stadt über den Rhein lockt. Rund um den Turm erzählen mehrere Kunstwerke von der Geschichte und Identität der Stadt: Der Radschlägerbrunnen von 1954, geschaffen vom Bildhauer Alfred Zschorsch, erinnert an die Legende der Düsseldorfer Radschläger, die mit ihren Rad schlagenden Kindern bis heute als Wahrzeichen der Stadt gelten. Das Stadterhebungsmonument des Künstlers Bert Gerresheim nimmt Bezug auf die Schlacht von Worringen und die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1288 und verbindet damit den Burgplatz unmittelbar mit der Gründungsgeschichte Düsseldorfs. Die Installation „Namen und Steine“ von Tom Fecht aus dem Jahr 2000 erinnert in Form eingelassener Steine an die Opfer von HIV und AIDS und setzt damit einen nachdenklichen, zeitgenössischen Akzent inmitten der historischen Umgebung. Auch die Skulptur „Altstadtfrau“ von Hannelore Köhler, die eine typische Figur des Düsseldorfer Alltagslebens darstellt, lädt zum Verweilen und Fotografieren ein. Die breiten Stufen, die vom Platz hinunter zum Rheinufer führen, sind zugleich eine der beliebtesten Sitzgelegenheiten der Stadt und bieten freien Blick auf vorbeifahrende Schiffe, die Rheinkniebrücke und die Skyline des Medienhafens. Besonders zu Sonnenuntergang und während der traditionellen Rheinkirmes im Sommer ist der Burgplatz einer der lebendigsten Orte Düsseldorfs. In der Vorweihnachtszeit gehört der Burgplatz zudem zu den Schauplätzen des Düsseldorfer Weihnachtsmarkts, der sich mit mehreren Themenbereichen über die gesamte Altstadt bis zum Rheinufer erstreckt und den Platz dann in ein Lichtermeer aus Holzhütten und Glühweinständen verwandelt.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Burgplatz

Der Burgplatz selbst ist ein öffentlicher Freiraum und das ganze Jahr über rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Lediglich das im Schlossturm untergebrachte Schifffahrtmuseum unterliegt eigenen Öffnungszeiten und einem gesonderten Eintrittspreis; es empfiehlt sich, die aktuellen Zeiten vor dem Besuch online zu prüfen, da Museen in Düsseldorf häufig montags geschlossen sind. Die Anreise zum Burgplatz ist dank der zentralen Lage in der Altstadt unkompliziert: Von der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee, die von mehreren U-Bahn-Linien der Rheinbahn bedient wird, erreicht man den Platz in einem fünfminütigen Spaziergang durch die Altstadt. Auch die Haltestellen rund um den Hauptbahnhof Düsseldorf, der etwa zwei Kilometer entfernt liegt, sind über Busse und Straßenbahnen gut mit dem Burgplatz verbunden. Reisende mit dem Auto sollten beachten, dass der Platz selbst seit der Neugestaltung 1995 autofrei ist; der nahegelegene Rheinufertunnel führt den Durchgangsverkehr unterirdisch vorbei, während sich Parkmöglichkeiten in Parkhäusern am Rand der Altstadt, etwa am Schlossufer oder in der Nähe des Carlsplatzes, befinden. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann den Burgplatz bequem über die Rheinuferpromenade erreichen, die von Kaiserswerth im Norden bis zum Medienhafen im Süden am Fluss entlangführt. Auch Rheinschiffe und Ausflugsboote legen in unmittelbarer Nähe des Platzes an, sodass der Burgplatz auch vom Wasser aus gut zu erreichen ist.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Burgplatzes

Vom Burgplatz aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Düsseldorfer Altstadt in wenigen Gehminuten erreichbar. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt die Basilika St. Lambertus mit ihrem markanten schiefen Turm, eine der ältesten Kirchen der Stadt. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich der Marktplatz mit dem historischen Rathaus und dem Reiterstandbild des Kurfürsten Jan Wellem, dessen einstige Kunstsammlung einst im Schloss am Burgplatz untergebracht war. Wer dem Gassengewirr der Altstadt weiter folgt, erreicht in südlicher Richtung den Carlsplatz, Düsseldorfs bekanntesten Lebensmittelmarkt mit Ständen für Obst, Fisch und regionale Spezialitäten. Entlang der Rheinuferpromenade gelangt man zu Fuß oder mit dem Fahrrad außerdem zum modernen Medienhafen mit seiner markanten Architektur sowie zum Landtag Nordrhein-Westfalen. In nördlicher Richtung lohnt sich ein Abstecher über die Heinrich-Heine-Allee zur Königsallee und zum Schadowplatz, dem Herzstück der Düsseldorfer Einkaufsmeile. Auch die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) sowie die Kunstakademie Düsseldorf liegen nur wenige Gehminuten vom Burgplatz entfernt und lassen sich gut mit einem Altstadtbummel verbinden. Für einen längeren Ausflug entlang des Rheins bietet sich außerdem der historische Stadtteil Kaiserswerth an, der mit seinen Burgruinen und engen Gassen einige Kilometer nördlich des Burgplatzes liegt und bequem mit der Stadtbahn erreichbar ist.

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