Marktplatz
Der Marktplatz ist das politische und historische Zentrum der Düsseldorfer Altstadt und bildet seit Jahrhunderten den Vorplatz des Rathauses. Umrahmt von giebelständigen Bürgerhäusern, Cafés und dem imposanten Rathausgebäude, dominiert die Mitte des Platzes das bronzene Reiterstandbild des Kurfürsten Jan Wellem, eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt. Nur wenige Schritte vom Rhein und vom Burgplatz entfernt, verbindet der Marktplatz Verwaltung, Geschichte und städtisches Leben: Hier finden Bürgerempfänge und offizielle Anlässe genauso statt wie spontane Fotostopps von Touristen, die sich auf den Stufen rund um das Denkmal niederlassen. Mit seiner kompakten, fast quadratischen Form und den historischen Fassaden zählt der Marktplatz zu den fotogensten Ecken der gesamten Altstadt.
Geschichte des Marktplatzes
Der Marktplatz entstand im Zuge der ersten großen Stadterweiterung Düsseldorfs zwischen 1382 und 1394 und wurde 1392 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1482 wird die Abhaltung von Märkten auf dem Platz dokumentiert, was ihm über Jahrhunderte seine zentrale Funktion als Handels- und Versorgungsort der Stadt sicherte. 1544 bezogen Bürgermeister, Rat und städtische Beamte ein Gebäude direkt am Platz, das damit zum unmittelbaren Vorläufer des heutigen Rathauses wurde. Zwischen 1570 und 1573 ließ die Stadt dieses Gebäude durch den aus Duisburg stammenden Baumeister Heinrich Tussmann im Stil der Renaissance umbauen und erweitern – der heute älteste Teil des Düsseldorfer Rathauses. 1881 wurde ein benachbartes altes Theatergebäude abgerissen, und 1884 entstand unter dem Stadtbaumeister Eberhard Westhofen ein neuer Rathausflügel, der im rechten Winkel an den historischen Altbau anschließt und bis heute das Erscheinungsbild des Platzes entscheidend mitprägt. Im Zentrum des Marktplatzes erinnert seit 1711 das von Gabriel de Grupello geschaffene Reiterstandbild an Kurfürst Johann Wilhelm, genannt „Jan Wellem“, der von 1679 bis 1716 über das Herzogtum Jülich-Berg herrschte. Lange Zeit war der Marktplatz zudem Schauplatz des wöchentlichen Wochenmarkts, bis dieser um 1910 zunehmend an den Carlsplatz verlegt wurde; die heutigen Marktstände auf dem Platz haben eher touristischen Charakter.
Highlights am Marktplatz
Das unbestrittene Highlight des Marktplatzes ist das bronzene Reiterstandbild des Kurfürsten Jan Wellem, eines der bedeutendsten Barockdenkmäler im Rheinland. Geschaffen wurde es 1711 von dem italienisch-flämischen Bildhauer Gabriel de Grupello, der eigens ein Wohnhaus nahe der Altstadt erhielt – das sogenannte Grupellohaus, um 1706 errichtet und ihm 1708 geschenkt –, in dem sich seine Werkstätten und die Gießerei befanden, in der die monumentale Reiterstatue gegossen wurde. Das Denkmal zeigt den Kurfürsten in prunkvoller Rüstung auf seinem Pferd und gilt bis heute als eines der meistfotografierten Motive der Düsseldorfer Altstadt. Rund um das Standbild gruppieren sich die historischen Fassaden des Rathauses, das in seiner heutigen Form zwei unterschiedliche Baustile vereint: den Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert und den 1884 errichteten Erweiterungsflügel im rechten Winkel dazu. Die schlichte, aber elegante Architektur der umliegenden Giebelhäuser mit ihren Arkadengängen im Erdgeschoss lädt zu einem gemütlichen Kaffee oder einem Glas Altbier mit Blick auf den Platz ein. Besonders reizvoll ist der Marktplatz am Abend, wenn die Fassaden beleuchtet werden und sich der Platz in einen ruhigen Kontrast zum turbulenten Nachtleben der umliegenden Altstadtgassen verwandelt. In der Vorweihnachtszeit gehört der Marktplatz außerdem zu den Standorten des Düsseldorfer Weihnachtsmarkts, bei dem der historische Platz mit Holzhütten, Kunsthandwerk und Glühwein in weihnachtliche Stimmung getaucht wird. Wer tiefer in die Düsseldorfer Stadtgeschichte eintauchen möchte, kann im Rathaus selbst historische Sitzungssäle und Wandgemälde besichtigen, sofern diese im Rahmen von Führungen zugänglich sind. Der Rathausbau selbst ist geprägt von rotem Backstein in Kombination mit hellem Naturstein für Gesimse und Fenstereinfassungen, einer Materialkombination, die für die rheinische Renaissance-Architektur dieser Zeit typisch ist und dem Gebäude trotz seiner Funktion als Verwaltungssitz ein warmes, einladendes Erscheinungsbild verleiht.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Marktplatz
Der Marktplatz ist als öffentlicher Platz jederzeit frei und kostenlos zugänglich. Das Rathaus selbst ist als Verwaltungsgebäude zu den üblichen Geschäftszeiten unter der Woche zugänglich, wobei bestimmte historische Räume nur im Rahmen angemeldeter Führungen besichtigt werden können; Öffnungszeiten für solche Führungen sollten vorab beim Stadtmarketing Düsseldorf erfragt werden. Der Platz selbst verlangt keinen Eintritt und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit besucht werden. Die Anreise zum Marktplatz ist dank der Lage im Herzen der Altstadt sehr einfach: Von der U-Bahn- und Stadtbahnhaltestelle Heinrich-Heine-Allee führt ein etwa fünfminütiger Spaziergang durch die Altstadtgassen direkt zum Platz. Auch die Haltestelle Steinstraße/Königsallee sowie mehrere Bus- und Straßenbahnlinien in der Innenstadt liegen in fußläufiger Entfernung. Der Hauptbahnhof Düsseldorf ist etwa zwei Kilometer entfernt und mit der Stadtbahn in rund zehn Minuten oder zu Fuß in etwa 25 Minuten zu erreichen. Da die gesamte Altstadt weitgehend autofrei bzw. verkehrsberuhigt ist, empfiehlt sich für Autofahrer das Abstellen des Fahrzeugs in einem der Parkhäuser am Rand der Altstadt, etwa am Schadowplatz, am Carlsplatz oder am Schlossufer, von wo aus der Marktplatz bequem zu Fuß erreichbar ist. Auch Fahrradfahrer können den Platz problemlos über die Rheinuferpromenade oder die Fußgängerzonen der Altstadt ansteuern. Für Gruppen bietet das Düsseldorfer Stadtmarketing zudem regelmäßig thematische Altstadtführungen an, die auch am Marktplatz Station machen und sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gebucht werden können.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Marktplatzes
Der Marktplatz liegt mitten im historischen Zentrum Düsseldorfs und ist idealer Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Burgplatz mit dem Schlossturm und seinem weiten Blick auf den Rhein, während die Basilika St. Lambertus mit ihrem schiefen Turm ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu finden ist. Richtung Süden erreicht man in kurzer Zeit den Carlsplatz, Düsseldorfs bekanntesten Feinschmeckermarkt mit frischem Obst, Fisch und regionalen Spezialitäten. Die lebhaften Kneipengassen rund um Bolkerstraße und Kurze Straße, bekannt als „längste Theke der Welt“, schließen sich unmittelbar an den Marktplatz an und sind besonders abends einen Besuch wert. Wer von dort aus weiter Richtung Norden spaziert, gelangt über die Heinrich-Heine-Allee zur Königsallee und zum Schadowplatz mit seinen bekannten Einkaufsstraßen. Auch das Rheinufer mit seiner Promenade und dem Blick auf den Medienhafen ist von hier aus in wenigen Gehminuten erreichbar. Wer noch etwas mehr Zeit mitbringt, kann zudem die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) und die Kunstakademie Düsseldorf besuchen, die beide nur einen kurzen Spaziergang vom Marktplatz entfernt liegen. Nordöstlich der Altstadt lädt außerdem der weitläufige Hofgarten, einer der ältesten öffentlichen Parks Deutschlands, zu einem erholsamen Spaziergang abseits der belebten Gassen ein und lässt sich gut mit einem Besuch des Marktplatzes zu einem ganztägigen Altstadtprogramm verbinden.
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