Museum

Leopold-Hoesch-Museum

Leopold-Hoesch-Museum
Hoeschplatz 1, 52349 Düren Webseite
Inhalt

Das Leopold-Hoesch-Museum zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen im Rheinland und bildet gemeinsam mit dem angeschlossenen Papiermuseum Düren das kulturelle Herzstück der Stadt Düren in Nordrhein-Westfalen. Direkt am Hoeschplatz 1 im Zentrum der Stadt gelegen, präsentiert das Museum eine beeindruckende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, die von deutschen Expressionisten wie Emil Nolde, Wassily Kandinsky, Max Beckmann und Ernst Ludwig Kirchner bis zu internationalen Positionen der Gegenwartskunst reicht. Der prachtvolle neobarocke Museumsbau aus dem Jahr 1905 mit seiner markanten Treppenrotunde und den beiden monumentalen Bronzefiguren von Karl Krauß am Eingang wurde 2010 durch einen modernen Erweiterungsbau des renommierten Architekten Peter Kulka ergänzt. Mit rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gehört das Haus zu den größeren Kunstmuseen der Region und zieht jährlich Kunstinteressierte aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus an. Namensgeber ist der Industrielle Leopold Hoesch, dessen Sohn Wilhelm Hoesch die Gründung des Museums im Jahr 1899 mit einer großzügigen Spende ermöglichte. Wer Düren besucht, sollte dem Leopold-Hoesch-Museum unbedingt einen Besuch abstatten, denn es verbindet rheinische Industriegeschichte, Kunstgeschichte und zeitgenössisches Kulturleben auf einzigartige Weise.

Geschichte des Leopold-Hoesch-Museums

Die Geschichte des Leopold-Hoesch-Museums beginnt im Jahr 1899, als Wilhelm Hoesch, der Sohn des Dürener Industriellen Leopold Hoesch, der Stadt Düren 300.000 Mark zur Errichtung eines Museums zum Gedenken an seinen verstorbenen Vater stiftete. Mit dieser großzügigen Spende beauftragte die Stadt den Architekten Georg Frentzen mit dem Entwurf eines repräsentativen Gebäudes. Der Bau im Stil des Neobarock wurde mit reich verzierten Sandsteinfassaden und einer imposanten Treppenrotunde ausgeführt und am 8. November 1905 feierlich eingeweiht. Zwei monumentale Bronzeskulpturen des Bildhauers Karl Krauß mit den Titeln "Studium" und "Phantasie" flankieren bis heute den Haupteingang und erinnern an den ursprünglichen Anspruch des Hauses als Bildungs- und Sammlungsort. In den ersten Jahrzehnten seines Bestehens war das Leopold-Hoesch-Museum ein gemischtes Museum, das neben Kunstwerken auch Altertümer, Münzen und kulturhistorische Sammlungsstücke präsentierte. Ein tiefer Einschnitt in der Geschichte des Hauses war der Luftangriff auf Düren am 16. November 1944, bei dem die Stadt nahezu vollständig zerstört wurde. Das Museumsgebäude wurde schwer beschädigt, blieb jedoch im Vergleich zu vielen Nachbargebäuden in Teilen erhalten und konnte bis 1952 in vereinfachter Form wiederaufgebaut werden. In der Nachkriegszeit richtete sich die Sammlungspolitik des Museums neu aus und konzentrierte sich zunehmend auf die klassische Moderne und den deutschen Expressionismus, wodurch bedeutende Werke von Künstlern wie Emil Nolde, Wassily Kandinsky, Max Beckmann und Ernst Ludwig Kirchner in die Sammlung gelangten. Ab den 1980er-Jahren prägte die damalige Direktorin Dorothea Eimert eine neue inhaltliche Schwerpunktsetzung: die Papierkunst. Unter ihrer Leitung etablierte sich Düren durch die internationale Biennale PaperArt, die zwischen 1986 und 2005 stattfand, als bedeutendes Zentrum für künstlerische Arbeiten aus und mit Papier. Zwischen 2007 und 2009 wurde das historische Gebäude umfassend saniert und um einen modernen Erweiterungsbau des Architekten Peter Kulka ergänzt, der im Juni 2010 eröffnet wurde und die Ausstellungsfläche auf rund 3.000 Quadratmeter erweiterte. Seither verbindet das Leopold-Hoesch-Museum historische Bausubstanz und zeitgenössische Architektur zu einem Ensemble, das selbst als städtebauliches Highlight der Dürener Innenstadt gilt.

Highlights im Leopold-Hoesch-Museum

Zu den größten Attraktionen im Leopold-Hoesch-Museum zählt die Sammlung deutscher Expressionisten, die Werke von Emil Nolde, Wassily Kandinsky, Max Beckmann und Ernst Ludwig Kirchner umfasst und einen der Schwerpunkte der ständigen Präsentation bildet. Besucherinnen und Besucher können hier die Entwicklung der klassischen Moderne in Deutschland anhand hochkarätiger Originalwerke nachvollziehen. Ein weiteres Markenzeichen des Hauses ist die intensive Auseinandersetzung mit der Papierkunst, die seit den 1980er-Jahren unter der Direktorin Dorothea Eimert zu einem internationalen Schwerpunkt ausgebaut wurde und Düren im Rahmen der Biennale PaperArt zu einem festen Begriff in der internationalen Kunstwelt machte. Zu den dauerhaft installierten Werken gehört die beeindruckende Deckenmalerei "Die Konferenz der Vögel" von Ulrich Rückriem in der historischen Kuppel des Altbaus, die als eines der fotogensten Motive des gesamten Museums gilt. Ebenso sehenswert ist die Lichtinstallation "Lichtraum" von Otto Piene, einem der Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO, die das Zusammenspiel von Licht, Raum und Wahrnehmung eindrucksvoll in Szene setzt. Architektonisch bildet der 2010 eröffnete Erweiterungsbau von Peter Kulka selbst ein Highlight: Die klaren, reduzierten Linien des Neubaus treten in einen spannungsreichen Dialog mit der prunkvollen neobarocken Fassade des Altbaus von Georg Frentzen und schaffen großzügige, lichtdurchflutete Ausstellungsräume für wechselnde Sonderausstellungen. Das Museum zeigt regelmäßig international kuratierte Wechselausstellungen zu zeitgenössischer Kunst, Fotografie und Papierkunst, die den ständigen Sammlungsbestand ergänzen und für Stammbesucher stets neue Entdeckungen bereithalten. Für Familien und Schulklassen bietet das Haus museumspädagogische Programme, Führungen und Workshops an, die einen spielerischen Zugang zur modernen Kunst ermöglichen. Auch die Eingangsfassade selbst gehört zu den Highlights: Die beiden monumentalen Bronzefiguren "Studium" und "Phantasie" von Karl Krauß flankieren den Haupteingang und sind ein beliebtes Fotomotiv für Besucher, die durch den Hoeschplatz schlendern. Besonders stimmungsvoll erleben Gäste das Museum bei Sonderveranstaltungen wie der "Langen Nacht der Museen", wenn das Haus gemeinsam mit dem benachbarten Papiermuseum Düren bis in die späten Abendstunden geöffnet hat und ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Führungen, Musik und Kunstgesprächen bietet.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Leopold-Hoesch-Museum

Das Leopold-Hoesch-Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, am Donnerstag verlängern sich die Öffnungszeiten bis 19:00 Uhr. Montags bleibt das Museum geschlossen, ebenso an einzelnen Feiertagen wie Neujahr, Karnevalstagen, Ostermontag, Pfingstmontag und Weihnachten. Der Eintritt für Erwachsene kostet 6,00 Euro, der ermäßigte Tarif für Studierende ab 18 Jahren, Auszubildende, Menschen mit Behinderung und Fördermitglieder liegt bei 3,00 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schulklassen, geflüchtete Menschen sowie Mitglieder des Fördervereins erhalten freien Eintritt. An jedem ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt für alle Besucherinnen und Besucher kostenfrei, was sich besonders für einen spontanen Kurzbesuch eignet. Wer sowohl das Leopold-Hoesch-Museum als auch das benachbarte Papiermuseum Düren besuchen möchte, kann ein Kombiticket für 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro) erwerben, das den Eintritt in beide Häuser am selben Tag ermöglicht. Das Museum liegt zentral am Hoeschplatz 1, 52349 Düren, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Düren entfernt, der regelmäßig von Regionalbahnen aus Köln und Aachen angefahren wird. Vom Bahnhof aus erreicht man das Museum in rund zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß durch die Innenstadt, alternativ verkehren mehrere Stadtbuslinien mit Haltestellen in unmittelbarer Nähe. Für Autofahrer steht der kostenpflichtige Parkplatz am Hoeschplatz direkt vor dem Museum zur Verfügung; kostenfreie Parkmöglichkeiten finden sich am rund zehn Gehminuten entfernten Annakirmesplatz. Für Besucherinnen und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen bietet die Stadt Düren einen barrierefreien Stadtplan zum Download an, der auch die Zugänglichkeit des Museumsgebäudes berücksichtigt. Es empfiehlt sich, vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten auf der offiziellen Website zu prüfen, da diese rund um Feiertage und während des Auf- oder Abbaus von Sonderausstellungen variieren können.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Leopold-Hoesch-Museums

Direkt im selben Gebäudekomplex am Hoeschplatz befindet sich das Papiermuseum Düren, das die über 600-jährige Tradition der Papierherstellung in der Region auf interaktive Weise vermittelt und sich ideal mit einem Besuch des Leopold-Hoesch-Museums kombinieren lässt. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Stadtmuseum Düren in der Arnoldsweilerstraße, das die Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart chronologisch aufarbeitet und einen guten Ergänzungspunkt zum kunsthistorischen Schwerpunkt des Leopold-Hoesch-Museums bildet. Wer sich für die bewegte jüngere Geschichte Dürens interessiert, sollte dem Rathaus Düren einen Besuch abstatten, dessen markante Architektur der 1950er-Jahre den Wiederaufbau der Stadt nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Auch die Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind von der Dürener Innenstadt aus gut zu erreichen: Der Dicker Turm, ein erhaltener Wachturm der ehemaligen Stadtmauer, sowie der nahegelegene Mona-Lisa-Turm vermitteln einen Eindruck von der historischen Befestigungsanlage, die einst die Altstadt umschloss. Für eine Pause zwischen den Museumsbesuchen eignet sich ein Spaziergang durch die Fußgängerzone der Dürener Innenstadt mit ihren zahlreichen Cafés und Geschäften. Die zentrale Lage des Leopold-Hoesch-Museums am Hoeschplatz macht es zu einem idealen Ausgangspunkt, um die wichtigsten kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten Dürens an einem einzigen Tag zu Fuß zu erkunden.

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