Kirche & Kathedrale

Annakirche

Annakirche
Annaplatz 8, 52349 Düren, Deutschland Webseite
Inhalt

Die Annakirche zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten im Rheinland und ist zugleich eines der eindrucksvollsten Beispiele für den kirchlichen Wiederaufbau der Nachkriegszeit in Deutschland. Offiziell trägt das Gotteshaus den Namen St. Anna und ist die Pfarrkirche der Pfarrgemeinde St. Lukas in Düren. Seit über fünf Jahrhunderten ruht hier eine der bedeutendsten Reliquien des Rheinlands, das Haupt der heiligen Anna, weshalb die Annakirche bis heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort ist. Der heutige Bau, der nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs entstand, verbindet archaische Formensprache mit moderner Architektur und zählt zu den Hauptwerken des Architekten Rudolf Schwarz. Wer die Annakirche besucht, betritt nicht nur einen lebendigen Ort des Glaubens, sondern auch ein Denkmal der deutschen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, das die Narben der Zerstörung bewusst sichtbar lässt und dennoch Hoffnung und Erneuerung ausstrahlt.

Geschichte der Annakirche

Die Geschichte der Annakirche reicht bis in die Zeit um das Jahr 700 zurück, als an gleicher Stelle eine erste, kleine einschiffige Kapelle errichtet wurde. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde der Sakralbau mehrfach erweitert und erneuert: Im 8. Jahrhundert entstand eine größere dreischiffige Basilika, im 10. Jahrhundert folgte ein romanischer Pfeilerbau, und gegen Ende des 13. und im Verlauf des 14. Jahrhunderts wuchs schließlich eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe heran, die das Stadtbild von Düren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts prägte. Seit 1501 wird in der Kirche das Haupt der heiligen Anna als Reliquie verehrt, die aus Mainz nach Düren überführt wurde und die Stadt zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte des Rheinlands machte. Bereits um 1510 sollen jährlich rund 20.000 Pilger die Annakirche besucht haben, um die Reliquie zu verehren. Diese jahrhundertealte gotische Kirche wurde beim verheerenden Luftangriff auf Düren am 16. November 1944 nahezu vollständig zerstört; nur das Südportal und Teile der Nordwand blieben erhalten. Nach Kriegsende entschied man sich für einen kompletten Neubau an historischer Stelle, der von dem renommierten Kölner Architekten Rudolf Schwarz entworfen wurde, einem der prägendsten Kirchenbaumeister der deutschen Nachkriegsmoderne. Zwischen 1954 und 1956 entstand so die heutige Annakirche, für die teilweise noch Steine aus den Trümmern des gotischen Vorgängerbaus verwendet wurden – eine bewusste Verbindung zwischen Zerstörung und Neubeginn.

Highlights der Annakirche

Architektonisch beeindruckt die Annakirche durch ihre klare, fast archaisch wirkende Formensprache, mit der Rudolf Schwarz der Zerstörung des Krieges eine neue, bewusst reduzierte Monumentalität entgegensetzte. Der helle, hallenartige Innenraum lenkt den Blick konsequent auf den Altarraum und schafft eine Atmosphäre von Stille und Sammlung, die sich deutlich von der üppigen Innenausstattung gotischer Kirchen unterscheidet. Zu den kunsthistorisch wertvollsten Ausstattungsstücken zählen die Chorgestühle aus der Renaissance, die auf die Jahre 1562/1563 datiert werden und damit zu den wenigen Objekten gehören, die aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau gerettet werden konnten. Von besonderer künstlerischer Bedeutung sind außerdem die Reliefarbeiten des bedeutenden Bildhauers Ewald Mataré, der zur Innenausstattung zahlreicher Nachkriegskirchen im Rheinland beigetragen hat und dessen Werke der Annakirche eine zusätzliche künstlerische Tiefe verleihen. Musikalisch setzt die Kirche mit der 2010 eingebauten Orgel der Schweizer Orgelbaufirma Metzler Orgelbau einen weiteren Höhepunkt: Das Instrument verfügt über 45 Register und zählt zu den klanglich bedeutendsten Kirchenorgeln der Region, die regelmäßig für Konzerte genutzt wird. Der Kirchturm trägt zudem ein 1964 erneuertes Glockenspiel mit 49 Glocken, dessen Klang weit über den Annaplatz hinaus zu hören ist und der Altstadt von Düren einen unverwechselbaren Klangteppich verleiht. Das zentrale spirituelle Highlight bleibt jedoch die Reliquie der heiligen Anna, die bis heute in einem eigenen Reliquienschrein verehrt wird und jährlich zahlreiche Pilger und Gläubige anzieht, besonders rund um das Annafest im Sommer. Die Kombination aus mittelalterlicher Reliquienverehrung, Renaissance-Kunstwerken und konsequent moderner Nachkriegsarchitektur macht die Annakirche zu einem der facettenreichsten Sakralbauten im gesamten Rheinland.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Annakirche

Die Annakirche steht Besucherinnen und Besuchern an der Adresse Annaplatz 8 in 52349 Düren ganztägig offen und lädt zu einem stillen Moment des Verweilens oder Gebets ein; feste, separate Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste gibt es in der Regel nicht, lediglich während liturgischer Feiern kann der Zugang zeitweise eingeschränkt sein. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, eine Besichtigung ist somit ohne Voranmeldung und ohne Ticket jederzeit möglich. Für aktuelle Gottesdienstzeiten, geführte Besichtigungen oder Informationen zu besonderen Anlässen wie dem Annafest empfiehlt sich ein Blick auf die Website der Pfarrgemeinde St. Lukas oder ein Anruf im Pfarrbüro. Die Annakirche liegt zentral in der Dürener Innenstadt und ist daher sehr gut zu Fuß erreichbar; vom Hauptbahnhof Düren, der an der Bahnstrecke Köln–Aachen liegt, beträgt der Spaziergang bis zum Annaplatz nur rund zehn bis fünfzehn Minuten. Auch mit dem Auto ist die Kirche gut zu erreichen, in den umliegenden Straßen und Parkhäusern der Innenstadt stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Reisende, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, können zudem mehrere Buslinien des VRS nutzen, die in unmittelbarer Nähe der Altstadt halten. Düren selbst ist verkehrsgünstig zwischen Köln und Aachen gelegen und über die Autobahn A4 sowie den Regionalverkehr gut angebunden, sodass sich ein Besuch der Annakirche ideal mit einem Tagesausflug durch die Dürener Innenstadt verbinden lässt.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Annakirche

Rund um die Annakirche lässt sich die Dürener Innenstadt bequem zu Fuß erkunden. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum, das moderne Kunst mit der industriellen Papiergeschichte der Region verbindet und zu den sehenswertesten Museen im Kreis Düren zählt. Ebenfalls in der Nähe befindet sich das Dürener Rathaus mit dem angrenzenden Kaiser-Friedrich-Park, einer grünen Oase inmitten der Stadt, die sich ideal für eine Pause nach dem Kirchenbesuch eignet. Architekturinteressierte sollten zudem der Christuskirche einen Besuch abstatten, der bedeutendsten evangelischen Kirche der Stadt, die nur wenige Minuten von der Annakirche entfernt liegt und einen spannenden Kontrast zur katholischen Sakralarchitektur bietet. Wer die alljährliche Annakirmes erleben möchte, eines der größten Volksfeste Nordrhein-Westfalens, findet dieses traditionell im Spätsommer rund um den Annaplatz und die angrenzenden Straßen statt und zieht Besucher aus der gesamten Region an. Auch die historische Marienkirche mit ihrer markanten Architektur liegt in fußläufiger Entfernung und lohnt einen kombinierten Besuch beider Kirchen. Darüber hinaus bietet sich von Düren aus ein Ausflug in die nahegelegene Jülicher Zitadelle oder in die Eifel an, die mit dem Auto in wenigen Minuten beziehungsweise einer guten halben Stunde erreichbar sind und sich hervorragend als Ergänzung zu einem Städtetrip nach Düren eignen.

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