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Stadtmuseum Düren

Stadtmuseum Düren
Arnoldsweilerstraße 38, 52351 Düren, Deutschland Webseite
Inhalt

Wer verstehen möchte, wie eine Stadt wie Düren innerhalb weniger Minuten im November 1944 fast vollständig zerstört wurde und wie sie sich seither Stück für Stück wieder aufgebaut hat, findet an der Arnoldsweilerstraße eine der persönlichsten Antworten auf diese Frage. Das Stadtmuseum Düren ist ein ehrenamtlich geführtes, aber inhaltlich erstaunlich dichtes Haus, das die Geschichte der Stadt chronologisch aufbereitet und dabei immer wieder den Bogen von großen historischen Ereignissen zu ganz persönlichen Erinnerungsstücken der Dürener Bürgerschaft spannt. Untergebracht in einem ehemaligen Bankgebäude, das die Sparkasse Düren dem Museum zur Verfügung stellt, bietet das Haus auf vergleichsweise kleiner Fläche einen intensiven Einblick in mehr als tausend Jahre Stadtgeschichte, von der ersten urkundlichen Erwähnung Dürens im Jahr 747 bis zu den Herausforderungen der Gegenwart. Für Besucher, die sich für Lokalgeschichte, Alltagskultur und die wechselhafte Entwicklung einer rheinischen Mittelstadt interessieren, ist das Stadtmuseum Düren damit eine lohnende, oft unterschätzte Station.

Geschichte des Stadtmuseums Düren

Die Ursprünge des Stadtmuseums Düren reichen zurück in den September 2008, als die ehrenamtliche "Dürener Geschichtswerkstatt" im damaligen Bettenhaus Thiemonds eine zunächst temporär angelegte Ausstellung zu den 1950er Jahren in Düren präsentierte. Die überraschend große Resonanz der Bürgerschaft auf diese Schau bestärkte die Initiatoren darin, aus dem Projekt eine dauerhafte Einrichtung zu machen, sodass im Jahr 2009 das Stadtmuseum Düren offiziell seine Pforten öffnete. Die erste umfassende Dauerausstellung widmete sich der Zeitspanne von 747, dem Jahr der ältesten urkundlichen Erwähnung Dürens, bis 1814, dem Ende der französischen Herrschaft im Rheinland, und legte damit den Grundstein für den bis heute charakteristischen chronologischen Aufbau des Hauses. Für seine Räumlichkeiten konnte das Museum ein ehemaliges Bankgebäude an der Arnoldsweilerstraße nutzen, das von der Sparkasse Düren zur Verfügung gestellt wurde und bemerkenswerterweise einst den ersten und zugleich einzigen Drive-in-Schalter einer Dürener Bankfiliale beherbergte, ein kleines, aber bezeichnendes Detail der jüngeren Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Getragen wird das Museum bis heute im Wesentlichen von ehrenamtlichem Engagement der Dürener Geschichtswerkstatt, die kontinuierlich neue Themenausstellungen erarbeitet, Objekte aus Bürgernachlässen sichert und das bestehende Sammlungsarchiv digital erschließt. Seit dem Frühjahr 2020 ergänzt ein virtueller 3D-Rundgang das physische Angebot und ermöglicht es auch Interessierten außerhalb Dürens, einen Eindruck von den Ausstellungsräumen zu gewinnen. Mittelfristig bestehen zudem Pläne, das Museum in ein saniertes, größeres Gebäude an der Schenkelstraße 6-8 zu verlegen, eine ehemalige Schule, die später als Außenstelle des Dürener Rathauses diente, was dem Haus künftig deutlich mehr Ausstellungsfläche verschaffen soll.

Highlights im Stadtmuseum Düren

Der chronologische Rundgang durch das Stadtmuseum beginnt bei den frühesten schriftlichen Zeugnissen Dürens aus dem 8. Jahrhundert und führt die Besucher über das Mittelalter, die napoleonische Zeit und die Industrialisierung bis in die jüngere Vergangenheit. Ein inhaltlicher Schwerpunkt, der viele Gäste besonders bewegt, ist die permanente Ausstellung zum Luftangriff vom 16. November 1944, bei dem die Dürener Altstadt binnen kürzester Zeit fast vollständig zerstört wurde und tausende Menschen ihr Leben verloren; das Museum dokumentiert dieses einschneidende Ereignis anhand von Fotografien, persönlichen Erinnerungsstücken und Augenzeugenberichten. Ebenso sehenswert ist die liebevoll gestaltete Schau "Och, wat wor dat fröher schön...", in der die detailreichen Modellbauten des Dürener Heimatforschers Josef Winthagen das Stadtbild vergangener Jahrzehnte originalgetreu nachbilden und damit einen plastischen Eindruck davon vermitteln, wie Düren vor der Zerstörung tatsächlich aussah. Eine weitere Dauerausstellung, "Jäger, Forscher, Naturschützer", widmet sich dem Leben und Wirken des aus Düren stammenden Afrikaforschers und frühen Naturschützers Carl Georg Schillings, dessen fotografische Pionierarbeit in Ostafrika internationale Anerkennung fand. Wechselnde Sonderausstellungen wie "In Düren zu Hause", die sich über rund 150 Jahre hinweg mit Migrationsgeschichten und kultureller Vielfalt in der Stadt befasst, "Betrogene Hoffnungen" oder "Von Brauern und Wirten" über die Dürener Brau- und Gastronomiegeschichte ergänzen das Programm und werden regelmäßig durch neue Themen ersetzt. Für Kinder und Schulklassen bietet das Museum zudem Geocaching-Touren durch die Innenstadt an, die Stadtgeschichte spielerisch mit moderner Technik verbinden, sowie Vorträge und Themenführungen, etwa die bekannte "30-minütige Geschichte Dürens", ein kompakter Überblicksvortrag für Besucher mit wenig Zeit.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Stadtmuseum Düren

Das Stadtmuseum Düren an der Arnoldsweilerstraße 38 ist regulär sonntags von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten können Gruppen und Schulklassen individuelle Führungstermine nach vorheriger Vereinbarung mit dem ehrenamtlichen Team buchen, was besonders für Vereine, Seniorengruppen und Schulen genutzt wird. Der Eintritt in das Stadtmuseum ist grundsätzlich kostenlos, da das Haus als ehrenamtlich getragene Einrichtung bewusst auf eine möglichst niedrige Zugangsschwelle setzt; Spenden zur Unterstützung der laufenden Museumsarbeit sind jedoch jederzeit willkommen und werden am Empfang entgegengenommen. Für die Anreise bietet sich die zentrale Lage des Museums in der Dürener Innenstadt an: Vom Bahnhof Düren, der an der viel befahrenen Bahnstrecke Köln-Aachen liegt und regelmäßig von Regionalexpress- und Regionalbahn-Verbindungen bedient wird, erreicht man die Arnoldsweilerstraße in rund zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg durch die Innenstadt. Auch mit öffentlichen Bussen der Rurtalbus-Linien ist das Museum gut angebunden, mehrere Haltestellen liegen in unmittelbarer Nähe. Autofahrer finden in der Umgebung verschiedene städtische Parkmöglichkeiten, von denen aus das Museum ebenfalls bequem zu Fuß erreichbar ist. Besucher, die die Räumlichkeiten nicht persönlich aufsuchen können, haben seit 2020 zusätzlich die Möglichkeit, das Museum über einen virtuellen 3D-Rundgang auf der Museumswebsite zu erkunden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Stadtmuseums Düren

Von der Arnoldsweilerstraße aus lassen sich zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten der Dürener Innenstadt bequem zu Fuß erreichen. Nur wenige Gehminuten entfernt liegen das Leopold-Hoesch-Museum mit seiner Sammlung moderner Kunst und das direkt angrenzende Papiermuseum Düren, das die jahrhundertealte Papiertradition der Stadt interaktiv vermittelt. Ebenfalls in der Nähe befinden sich die Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, insbesondere der Dicke Turm und der Mona-Lisa-Turm, zwei gut erhaltene Wehrtürme, die noch heute einen Eindruck von der historischen Stadtmauer Dürens vermitteln. Das moderne Rathaus Düren, ein unter Denkmalschutz stehendes Beispiel für die Wiederaufbauarchitektur der 1950er Jahre, liegt ebenfalls innerhalb kurzer Gehdistanz und bildet einen spannenden architektonischen Kontrast zu den mittelalterlichen Türmen. Wer sich zusätzlich für die Kulturszene der Stadt interessiert, findet im nahegelegenen Komm-Kulturzentrum, einem Veranstaltungsort mit historischer Bausubstanz, regelmäßig Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen. Auch die Dürener Stadtbücherei, die in einem Gebäude mit bemerkenswerter architektonischer Vorgeschichte untergebracht ist, liegt in unmittelbarer Nähe und lädt zu einem kurzen Abstecher ein. Insgesamt lässt sich ein Besuch des Stadtmuseums damit ideal mit einem ausführlichen Spaziergang durch die geschichtsreiche Innenstadt Dürens verbinden.

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