Leyenweiher
Der Leyenweiher in Troisdorf gehört zu den ältesten Kulturteichen der Wahner Heide und ist einer der ruhigsten Orte, um Wasservögel, Libellen und eine typische Feuchtlandschaft unmittelbar vor den Toren der Stadt zu beobachten. Der Weiher liegt im südlichen Teil des Naturschutzgebiets, eingebettet zwischen Wald, Heide und den Wanderwegen, die Troisdorf mit Fliegenberg, Telegraphenberg und Burg Wissem verbinden. Anders als ein Freizeitsee ist der Leyenweiher kein Badegewässer. Sein Wert liegt in der stillen Uferzone, den Seerosenflächen und den Zugängen, von denen aus man Stockenten, weitere Wasservögel und im Sommer die Blaue Königslibelle sehen kann. Bänke am Ufer machen den Ort zu einem natürlichen Rastpunkt auf Rundwegen. Wer die Wahner Heide nicht nur als offene Heidefläche, sondern auch als Wasserlandschaft erleben möchte, findet am Leyenweiher genau diese Mischung aus Kulturgeschichte und Artenreichtum.
Die Fläche wird mit rund 0,9 Hektar angegeben. Das Ufer ist relativ steil und nur von einem schmalen Röhrichtgürtel begleitet, weil der Teich künstlich aufgestaut wurde. Zwischen Rohrkolben, Rohr-Glanzgras und Seggen öffnen sich kleine Blickfenster auf das Wasser. Im Hochsommer liegen weiße Seerosen auf der Fläche, im Frühjahr und Herbst prägen ziehende und rastende Vögel das Bild. Die Wege rund um den Weiher sind Teil des markierten Netzes der Wahner Heide. Das Wegegebot gilt uneingeschränkt, denn das Gebiet war lange Truppenübungsplatz und bleibt in Teilen munitionsbelastet. Wer auf den freigegebenen Pfaden bleibt, erlebt einen der libellenreichsten Teiche der Heide, ohne die empfindlichen Uferzonen zu betreten.
Geschichte des Leyenweihers
Die Geschichte des Leyenweiher beginnt nicht als natürlicher See, sondern als wasserbauliche Anlage der alten Kulturlandschaft. Bereits vor 1845 wurde der Leyenbach mit Dämmen aufgestaut, damit Hochwasser besser kontrolliert werden konnte. Gleichzeitig diente die Fläche immer wieder der Teichwirtschaft. Damit gehört der Leyenweiher zu den ältesten Kulturteichen der Wahner Heide, neben Anlagen, die als Mühlen- oder Fischteiche oder durch Torf- und Tonabbau entstanden. Die künstliche Gestalt erklärt das steile Ufer und das nur schmale Verlandungsröhricht. In diesem Gürtel wachsen häufige Arten wie der Breitblättrige Rohrkolben und das Rohr-Glanzgras, aber auch die landesweit gefährdete Steifsegge. In größeren Tiefen stehen ansehnliche Bestände der Weißen Seerose.
Die weitere Geschichte des Gewässers ist untrennbar mit der Nutzung der Wahner Heide verbunden. Ab 1817 übten preußische Truppen in der Heide, der Platz wuchs im 19. und 20. Jahrhundert auf mehrere Tausend Hektar. Entwässerung, Dämme und militärische Infrastruktur veränderten Moore und Feuchtgebiete stark. Teiche wie der Leyenweiher blieben dennoch als Wasserflächen erhalten und wurden später zu Zeugen dieser Kulturlandschaft. Heute gibt es wieder einen Fischbestand in naturnaher Größe. Gerade weil die intensive Teichwirtschaft zurückgenommen wurde, konnte sich das Gewässer zu einem der libellenreichsten der Wahner Heide entwickeln. Rund 15 Libellenarten werden genannt, darunter von Anfang Juni bis Anfang September die Blaue Königslibelle. Stockenten halten sich in auffälliger Zahl, auch weil sie gefüttert werden, obwohl Füttern im Naturschutzgebiet vermieden werden sollte.
1968 wurde die Wahner Heide erstmals als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Sie ist heute sowohl FFH-Gebiet als auch EU-Vogelschutzgebiet und Teil des Netzes Natura 2000. Rund 700 Arten der Roten Liste, etwa 100 Brutvogelarten und mehr als 2500 Käferarten werden für die gesamte Heide genannt. Der Leyenweiher steht dabei für den feuchten Pol dieser Vielfalt. Neben offenen Dünen und Calluna-Heide sind Stillgewässer, Röhrichte und Bruchwälder der Grund, warum das Gebiet zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf als eines der artenreichsten Schutzgebiete Nordrhein-Westfalens gilt. Die Beobachtungsstellen am Ufer sind kein gebautes Besucherzentrum, sondern die wenigen zugelassenen Zugänge, an denen sich diese Geschichte lesen und zugleich lebendig beobachten lässt.
Highlights am Leyenweiher
Das wichtigste Highlight am Leyenweiher ist die Kombination aus Seerosen, Wasservögeln und Libellen auf engem Raum. Im Sommer liegt die Weiße Seerose in größeren Beständen auf dem Wasser und macht den Teich zu einem der fotografisch stärksten Punkte der südlichen Wahner Heide. Gründelnde Stockenten gehören zum Alltag, Schwäne werden von Wanderern regelmäßig gemeldet, und mit Glück zeigt sich am Ufer auch eine Schildkröte beim Luftholen. Bänke an den kleinen Zugängen dienen als Rastplatz, ohne dass ein großer Steg oder eine Plattform nötig wäre. Wer leise bleibt, sieht mehr als wer nur vorbeigeht.
Libellen sind der zweite Grund für einen gezielten Stopp. Der Leyenweiher gilt als eines der libellenreichsten Gewässer der Wahner Heide. Etwa 15 Arten werden für das Gewässer genannt. Die größte und auffälligste ist die Blaue Königslibelle, die von Anfang Juni bis Anfang September fliegt. Zwischen Teichsimsen, Rohrkolben und Flatterbinsen jagen außerdem kleinere Arten über dem Röhricht. Frösche und ein naturnaher Fischbestand gehören zum gleichen Lebensraum. Das Ufer ist dicht von Gebüsch gesäumt, deshalb sind die Blickfenster klein. Gerade diese Enge macht die Stellen wertvoll: Man steht nicht auf einer Aussichtsterrasse über der Landschaft, sondern direkt am Wasser.
Für Wandernde ist der Leyenweiher ein fester Etappenpunkt der Fliegenberg-Tour und weiterer Runden zwischen Burg Wissem, Fliegenberg, Telegraphenberg und Agger. Die Fliegenberg-Tour misst rund 8,4 Kilometer und trägt als Symbol den Heidschnuckenkopf. Vom Weiher aus lassen sich Heideflächen, der sandige Fliegenberg und der Blick Richtung Siegtal in einer Tour verbinden. Der Brunnenkellerweg führt am Gewässer vorbei zu den Resten des Brunnenkellers, wo früher der Heimbach aufgestaut wurde, um Milch kühl zu halten. Wer vom Parkplatz am Aggerstadion oder von der Taubengasse kommt, erreicht den Weiher auf Wald- und Sandwegen ohne großen Höhenunterschied. Im Spätsommer liegt die violette Calluna-Heide nur einen kurzen Weg entfernt, im Frühjahr bestimmt der gelbe Ginster die offenen Flächen. Der Leyenweiher bleibt dabei der feuchte Gegenpol zur trockenen Sandheide.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Leyenweiher
Der Leyenweiher ist ganzjährig und ohne Eintritt zugänglich. Es gibt keine Kasse, keine festen Öffnungszeiten und kein Ticket. Das Gewässer liegt im Naturschutzgebiet Wahner Heide und darf nur auf den markierten Wegen erreicht werden. Rote Pfahlköpfe zeigen die freigegebenen Routen. Das Verlassen der Wege ist untersagt, weil in der ehemaligen Militärfläche Kampfmittelreste nicht ausgeschlossen werden können und weil Ufer, Röhrichte und Brutplätze geschützt sind. Hunde gehören an die Leine, Müll wird mitgenommen, Pflanzen werden nicht gepflückt und Tiere nicht gefüttert. Zelten, Grillen und Feuer sind nicht erlaubt.
Mit dem Auto sind der Wanderparkplatz hinter dem Aggerstadion an der Taubengasse sowie die Parkplätze an der Altenrather Straße am Fliegenberg die praktikabelsten Einstiege. Der Brunnenkellerweg führt in die Nähe des Weihers. Von der Burg Wissem, Burgallee 1, 53840 Troisdorf, ist der Leyenweiher ebenfalls in einer kurzen Runde erreichbar. Mit Bahn und Bus fährt man zum Bahnhof Troisdorf. Von dort bedienen mehrere Linien, darunter Busse in Richtung Wahner Heide, Fliegenberg und Altenrath, die Zugänge zum Schutzgebiet. Der Fußweg vom jeweiligen Parkplatz oder von der Haltestelle bis ans Ufer ist kurz bis mittel, je nach gewählter Runde. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, weil sandige und nach Regen weiche Abschnitte vorkommen. Eine klassische Pause am Wasser dauert 15 bis 30 Minuten, eine kombinierte Runde über Fliegenberg und Leyenweiher etwa zwei bis drei Stunden.
Die beste Beobachtungszeit für Libellen liegt zwischen Juni und Anfang September, die Seerosenblüte im Hochsommer, die Heideblüte auf den benachbarten Flächen im August und September. Im Winter bleibt der Weiher als offene Wasserfläche in der sonst kahlen Heide interessant, sofern die Wege begehbar sind. Eine offizielle Ticketseite gibt es nicht, weil der Zugang frei ist. Aktuelle Hinweise zu Wegesperrungen und zum Verhalten im Schutzgebiet veröffentlicht die Stadt Troisdorf über das Portal Burg Wissem.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Leyenweihers
Unmittelbar um den Leyenweiher liegen weitere Stationen der südlichen Wahner Heide. Der Fliegenberg trägt die größten zusammenhängenden Calluna-Flächen und den Blick ins Siegtal mit der Abtei auf dem Michaelsberg. Der Telegraphenberg, mit etwa 134 Metern die höchste Erhebung der Heide, erinnert an die optische Telegraphenstation der Linie Berlin–Koblenz von 1833 bis 1852. Der Ravensberg mit dem Ringelstein und den Resten der 1670 gegründeten Franziskaner-Eremitage liegt auf derselben Fliegenberg-Tour. Der Kronenweiher, bereits 1914 unter Schutz gestellt, zeigt als ehemaliges Heidemoor die langsame Rückkehr zur Verlandung.
Burg Wissem verbindet den Naturbesuch mit Kultur. Im Portal Wahner Heide informiert eine Ausstellung kostenlos über Wege, Militärgeschichte und Artenvielfalt. Auf dem Gelände liegen außerdem das Bilderbuchmuseum und der Hirschpark. Der Wald- und Vogelpark sowie die Waldwirtschaft Heidekönig am Mauspfad ergänzen eine längere Tour um Einkehr und weitere Tierbeobachtung. Richtung Stadtmitte sind der TROPFAD und die Aggerauen schnell erreicht, in Altenrath das Infozentrum Wahner Heide an der Flughafenstraße. Köln und Bonn liegen jeweils etwa 20 Fahrminuten entfernt, der Flughafen Köln/Bonn noch näher. So wird aus dem Stopp am Leyenweiher leicht ein Halbtag aus Wasser, Heide und Stadtgeschichte.
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