Volksgarten
Der Volksgarten in Köln zählt zu den beliebtesten Grünanlagen im Süden der Stadt und bildet das grüne Herz der Kölner Südstadt im Stadtteil Neustadt-Süd. Mit einer Fläche von knapp 13,9 Hektar vereint der Park klassische Gartenarchitektur des späten 19. Jahrhunderts mit lebendigem Freizeitleben: Spaziergänger, Jogger, Familien mit Kindern und Ausflügler mit Ruderbooten teilen sich die weitläufigen Wege rund um den künstlich angelegten Kahnweiher. Umrahmt von Volksgartenstraße im Norden, Vorgebirgswall im Süden, Eifelstraße und Eifelplatz im Westen sowie Vorgebirgstraße im Osten, liegt der Volksgarten mitten in einem dicht bebauten Wohnviertel und dient den Menschen der Südstadt seit über 130 Jahren als Naherholungsgebiet. Wer Köln jenseits der Altstadt erleben möchte, findet hier eine Mischung aus Gartenkunst, Industriegeschichte und urbanem Alltag, die kaum ein anderer Park der Stadt in dieser Form bietet.
Geschichte des Volksgartens
Die Geschichte des Volksgartens beginnt auf dem Gelände des ehemaligen Fort Paul, auch Fort IV genannt, einer preußischen Festungsanlage, die zwischen 1816 und 1825 errichtet und nach dem Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg benannt worden war. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 verlor die Befestigung durch die wachsende Stadtbebauung und die unmittelbare Nähe von Eisenbahnlinien ihre militärische Bedeutung, sodass die Stadt Köln das Gelände für eine zivile Nutzung freigab. Im November 1887 beauftragte die Stadt den Landschaftsarchitekten Adolf Kowallek offiziell mit der Planung, nachdem dieser zuvor einen städtischen Wettbewerb gewonnen hatte, bei dem Eduard Hoppe den zweiten Platz belegte. Die Bauarbeiten begannen im Januar 1888, und am 12. März 1890 wurde der Volksgarten feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Namensgebend für den Park war der Gedanke eines Gartens für das Volk, zugänglich für alle Bevölkerungsschichten, im Gegensatz zu den herrschaftlichen Anlagen früherer Epochen. Ein Denkmal im Park erinnert an den Kölner Kaufmann Wilhelm Kaesen, der maßgeblich zum Erwerb der benötigten Flächen beigetragen hatte. Über die Jahrzehnte blieb der Volksgarten trotz zweier Weltkriege und zahlreicher städtebaulicher Veränderungen in der Südstadt ein stabiler Grünraum, der mehrfach restauriert und an moderne Freizeitbedürfnisse angepasst wurde, ohne seinen historischen Charakter als gründerzeitlicher Landschaftsgarten zu verlieren.
Highlights im Volksgarten
Das zentrale Highlight des Volksgartens ist der rund 1,3 Hektar große Kahnweiher, auf dem seit Generationen Tretboote und Ruderboote gemietet werden können und der von einem Biergarten am Ufer begleitet wird. Von Anfang 2025 an wurde der Weiher umfassend saniert, wobei die maximale Wassertiefe auf vier Meter erhöht wurde, um ein sommerliches Überhitzen und Algenwachstum zu reduzieren. Rund um das Gewässer schlängeln sich historische Brücken und schattige Promenaden, die zu den schönsten Fotomotiven der Kölner Parklandschaft zählen. Von der militärischen Vergangenheit des Geländes zeugen bis heute das imposante Hauptportal der ehemaligen Festung mit seinen zwei runden Türmen, Reste einer Lünette sowie halbmondförmige Erdwälle, die einst als Schutz vor Explosionen dienten und dem Park eine einzigartige, geschichtlich aufgeladene Topografie verleihen. Ein weiteres architektonisches Juwel ist die Orangerie, die ursprünglich 1841 als Munitionslager der Festung errichtet und später zu einem Gewächshaus umgebaut wurde. Nach der Wiedereröffnung der Universität zu Köln 1919 beherbergte das Gebäude zeitweise das Botanische Institut; heute dient die Orangerie als vielseitiger Kulturort für Konzerte, Filmvorführungen und Theaterproduktionen. Weite Rasenflächen, alte Baumbestände, ein Spielplatz für Kinder sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten machen den Volksgarten zu einem Ort, an dem sich Kölner und Besucher gleichermaßen zum Picknick, Joggen oder einfach zum Verweilen in der Natur niederlassen. Besonders in den Sommermonaten verwandelt sich die Anlage in einen lebendigen Treffpunkt der Südstadt, während sie im Frühling mit blühenden Kastanien und Kirschbäumen einen ruhigeren, beinahe romantischen Charakter annimmt.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Volksgarten
Der Volksgarten ist als öffentliche Grünanlage der Stadt Köln ganzjährig und täglich frei zugänglich; feste Öffnungszeiten gibt es nicht, lediglich die Einrichtungen am Kahnweiher wie der Bootsverleih und der Biergarten folgen saisonalen Öffnungszeiten, die insbesondere in den Sommermonaten von morgens bis in den späten Abend reichen. Der Eintritt in den Park selbst ist kostenlos. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist unkompliziert: Die Stadtbahnlinien 15 und 16 halten an der Haltestelle Eifelplatz direkt am westlichen Rand des Parks, von wo aus der Haupteingang in wenigen Gehminuten erreichbar ist. Auch die Buslinien, die durch die Südstadt verkehren, bringen Besucher in unmittelbare Nähe der Volksgartenstraße und des Vorgebirgswalls. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, profitiert von den gut ausgebauten Radwegen entlang der Luxemburger Straße und der Eifelstraße. Für Autofahrer stehen in den umliegenden Wohnstraßen Parkmöglichkeiten zur Verfügung, wobei in der Südstadt zu bestimmten Zeiten Parkraumbewirtschaftung gilt, sodass sich ein Blick auf die aktuellen Beschilderungen vor Ort lohnt. Da der Volksgarten mitten im Wohngebiet liegt, ist er zudem leicht zu Fuß von der Kölner Altstadt oder dem Chlodwigplatz aus erreichbar, was ihn zu einem idealen Zwischenstopp bei einem Stadtspaziergang macht.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Volksgartens
Nur wenige Gehminuten vom Volksgarten entfernt liegt der Chlodwigplatz mit der historischen Severinstorburg, einem der letzten erhaltenen mittelalterlichen Stadttore Kölns, das einen eindrucksvollen Kontrast zur gründerzeitlichen Parkanlage bildet. Von dort führt die lebendige Severinstraße mitten durch das Severinsviertel, eines der traditionsreichsten und zugleich quirligsten Viertel der Südstadt, mit zahlreichen inhabergeführten Geschäften, Cafés und Kneipen. In Richtung Rhein erreicht man in etwa 15 bis 20 Gehminuten den Rheinauhafen mit seinen markanten Kranhäusern sowie das Schokoladenmuseum, das zu den meistbesuchten Museen Kölns zählt. Auch die Kölner Altstadt mit dem weltberühmten Kölner Dom liegt in bequemer Fuß- oder Fahrraddistanz und lässt sich gut mit einem Besuch des Volksgartens verbinden. Für Familien bietet sich zudem ein Abstecher zum nahegelegenen Agnesviertel oder zum Ubierring an, wo weitere kleine Grünflächen und gastronomische Angebote auf Besucher warten. Besonders beliebt ist der Volksgarten bei Anwohnern der Südstadt als Treffpunkt für den morgendlichen Lauf, das sonntägliche Flohmarkt-Stöbern in der Umgebung oder ein ruhiges Picknick unter alten Platanen, während Fotografen die Kombination aus Wasser, historischem Mauerwerk und dichtem Baumbestand zu jeder Jahreszeit schätzen. Auch im Herbst, wenn sich das Laub der alten Kastanien und Platanen golden färbt, zieht der Volksgarten zahlreiche Spaziergänger an, die dem Treiben der Stadt für eine Stunde entfliehen möchten. Selbst an regnerischen Tagen bleibt der Park dank seiner breiten, gut befestigten Hauptwege gut begehbar und lädt zu einem kurzen, erfrischenden Spaziergang ein. Diese zentrale Lage macht den Volksgarten zu einem idealen Ausgangspunkt, um die Vielseitigkeit der Kölner Südstadt zwischen historischer Bausubstanz, grüner Erholung und urbanem Flair in einem einzigen Spaziergang zu entdecken.
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