Park & Garten

Stadtwald

Stadtwald
Friedrich-Schmidt-Straße 99, 50935 Köln
Inhalt

Der Kölner Stadtwald im Stadtteil Lindenthal ist mit einer Gesamtfläche von rund 205,3 Hektar eine der größten und ältesten planmäßig angelegten Parklandschaften der Stadt und zugleich das grüne Herz des Kölner Westens. Begrenzt wird die weitläufige Anlage von der Fürst-Pückler-Straße, der Friedrich-Schmidt-Straße, der Militärringstraße und der Dürener Straße, wodurch ein nahezu geschlossenes Waldpark-Areal entsteht, das heute täglich von Joggern, Familien, Radfahrern und Reitern genutzt wird. Anders als ein gewachsener Wald wurde der Stadtwald Ende des 19. Jahrhunderts bewusst als städtische Parklandschaft konzipiert, in der naturnahe Waldpartien, weite Liegewiesen, mehrere Teiche und ein Wildgehege kunstvoll miteinander verwoben wurden. Diese Kombination aus gestalteter Natur und echtem Erholungswert macht den Stadtwald bis heute zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Kölnerinnen und Kölner sowie für Besucher, die dem Trubel der Innenstadt für ein paar Stunden entfliehen möchten.

Geschichte des Stadtwaldes

Die Geschichte des Kölner Stadtwaldes beginnt offiziell im Jahr 1895, als die Stadt Köln das benötigte Gelände im Westen der Stadt erwarb, um eine große, öffentlich zugängliche Parklandschaft für die wachsende Bevölkerung zu schaffen. Am 4. Juli 1895 wurde der Gestaltungsplan des städtischen Gartendirektors Adolf Kowallek offiziell genehmigt, der dem Historismus verpflichtet war und klassische Elemente der Landschaftsgärtnerei mit praktischen Freizeitflächen verband. Bereits im März 1896 begannen die Bauarbeiten am zentralen, rund 3,9 Hektar großen Hauptteich mit seinen beiden Inseln und dem markanten Springbrunnen, der bis heute das optische Zentrum des Parks bildet. Um das Jahr 1900 war der Stadtwald in seinen Grundzügen fertiggestellt, doch die Arbeiten an Wegen, Pflanzungen und Nebenanlagen zogen sich bis etwa 1920 hin. Die Gesamtkosten der Anlage beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Goldmark, eine für die damalige Zeit enorme kommunale Investition. Ab 1917, während der Amtszeit des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer, übernahm der bekannte Gartenarchitekt Fritz Encke die Weiterentwicklung der Anlage und ergänzte sie unter anderem um einen rund 750 Meter langen Verbindungskanal, der 1920 fertiggestellt wurde und den Hauptteich mit einem kleineren westlichen Gewässer verbindet. Historisch bedeutsam ist zudem das Hofgut Kitschburg, ein bereits 1669 erstmals dokumentiertes Anwesen, das später als Sommersitz diente und im Zuge der Parkgestaltung in das Gelände integriert wurde. Im Jahr 1899 fanden im Stadtwald die sogenannten "Vaterländischen Festspiele" statt, zu denen rund 40.000 Zuschauer kamen, ein Beleg für die frühe Bedeutung des Parks als Veranstaltungsort. Ein dunkles Kapitel der jüngeren Geschichte markiert ein Gedenkstein von 1977, der an die Entführung des Industriellen Hanns Martin Schleyer durch die RAF erinnert, bei der vier Menschen getötet wurden.

Highlights im Stadtwald

Das unbestrittene Zentrum des Stadtwaldes ist der große Hauptteich mit seinen zwei kleinen Inseln und dem Springbrunnen, um den sich breite Promenadenwege ziehen und der im Sommer zahlreiche Wasservögel anzieht. Sechs Brücken aus verschiedenen Bauepochen überspannen die Wasserflächen und den Verbindungskanal und laden dazu ein, den Park von immer neuen Perspektiven aus zu entdecken. Ein besonderes Highlight ist das rund acht Hektar große Wildgehege, das bereits um 1908 eingerichtet wurde und bis heute Rehe und andere heimische Wildtiere beherbergt, die aus nächster Nähe beobachtet werden können. Sportlich orientierte Besucher finden im Stadtwald Tennisplätze, ausgedehnte Reitwege für den nahegelegenen Reitverein sowie eine 400 Meter lange Radrennbahn, die regelmäßig für Training und Wettkämpfe genutzt wird. Zwei traditionsreiche gastronomische Betriebe im Park laden nach einem ausgedehnten Spaziergang zur Einkehr ein und zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen Lindenthals. Mitten durch den Park verläuft außerdem eine Güterbahnstrecke der Häfen und Güterverkehr Köln AG in Richtung Frechen, die dem Gelände einen eigenwilligen, fast ländlichen Charakter verleiht. Das historische Hofgut Kitschburg mit seinem alten Baumbestand bildet einen architektonisch reizvollen Kontrast zu den weitläufigen, offenen Wiesenflächen des restlichen Parks. Zu jeder Jahreszeit bietet der Stadtwald unterschiedliche Erlebnisse: im Frühling blühende Wiesen und junges Grün, im Sommer schattige Rückzugsorte unter alten Baumkronen, im Herbst farbenprächtiges Laub entlang der Promenaden und im Winter stille, oft raureifbedeckte Landschaften, die den Park auch außerhalb der warmen Jahreszeit zu einem lohnenden Ziel machen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Stadtwald

Der Stadtwald ist als öffentliche städtische Parklandschaft ganzjährig rund um die Uhr frei zugänglich, ein Eintritt wird nicht erhoben. Lediglich die beiden gastronomischen Betriebe sowie gegebenenfalls Einrichtungen für Reitsport und Tennis haben eigene, saisonal variierende Öffnungszeiten, über die man sich am besten direkt vor Ort oder telefonisch informiert. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Park über mehrere Stadtbahn- und Buslinien gut erreichbar, die Haltestellen rund um die Militärringstraße, die Dürener Straße und die Fürst-Pückler-Straße führen jeweils direkt an die Außengrenzen der Anlage. Ein zentraler Zugang befindet sich zudem an der Friedrich-Schmidt-Straße 99, während ein weiterer beliebter Eingang an der Kreuzung von Rautenstrauchstraße und Fürst-Pückler-Straße liegt, unweit der Haltestelle Wüllnerstraße. Autofahrer finden entlang der angrenzenden Straßen sowie an einigen offiziellen Parkplätzen Abstellmöglichkeiten, sollten an sonnigen Wochenenden jedoch mit regem Betrieb rechnen. Mit dem Fahrrad ist der Stadtwald über die gut ausgebauten Radwege entlang des Inneren Grüngürtels bequem von nahezu jedem Kölner Stadtteil aus erreichbar, was ihn zu einem beliebten Etappenziel für Radtouren durch den Westen der Stadt macht. Innerhalb des Parks sorgen breite, wassergebundene Hauptwege für eine komfortable Begehbarkeit auch mit Kinderwagen oder Fahrrad, während kleinere Trampelpfade naturnähere Abschnitte erschließen. Hunde können an den meisten Stellen frei laufen, sollten jedoch in der Nähe des Wildgeheges und der Liegewiesen an die Leine genommen werden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Stadtwaldes

In direkter Nachbarschaft zum Stadtwald liegt die Universität zu Köln mit ihrem lebendigen studentischen Umfeld, das die umliegenden Straßen Lindenthals mit zahlreichen Cafés und kleinen Restaurants belebt. Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich zudem der Aachener Weiher mit dem benachbarten Hiroshima-Nagasaki-Park, ein weiterer beliebter Grünbereich, der sich ideal mit einem Spaziergang durch den Stadtwald kombinieren lässt. Richtung Süden erreicht man in kurzer Zeit den Forstbotanischen Garten, der mit seiner Sammlung heimischer und exotischer Gehölze einen interessanten fachlichen Kontrast zur eher freizeitorientierten Gestaltung des Stadtwaldes bietet. Auch der Vorgebirgspark und weitere Grünflächen im Kölner Südwesten lassen sich von hier aus über den Inneren Grüngürtel bequem zu Fuß oder mit dem Rad erreichen. Wer von Natur auf Kultur umschwenken möchte, findet in der nahegelegenen Kölner Innenstadt mit dem Kölner Dom, dem Museum Ludwig und der historischen Altstadt binnen etwa 20 bis 25 Minuten Fahrzeit mit Bus oder Bahn ein völlig anderes, aber ebenso sehenswertes Kölner Erlebnis.

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