Römisch-Germanisches Museum
Mitten in der Kölner Altstadt-Nord, nur wenige Schritte vom Dom entfernt, bewahrt das Römisch-Germanische Museum einen der bedeutendsten archäologischen Schätze Deutschlands: Zeugnisse aus Colonia, der römischen Stadtgründung, aus der sich das heutige Köln entwickelt hat. Im Zentrum der Sammlung steht die weltberühmte Dionysos-Mosaik, ein über 70 Quadratmeter großes Bodenmosaik aus einer römischen Villa, das zufällig beim Bau eines Luftschutzbunkers entdeckt wurde. Das Museum dokumentiert mit Glas, Schmuck, Grabsteinen und Alltagsgegenständen das Leben der Menschen, die vor rund 2000 Jahren am Rhein siedelten, und zeigt, wie tief die römischen Wurzeln der Stadt bis heute reichen. Wichtig zu wissen: Das traditionelle Gebäude am Roncalliplatz wird derzeit umfassend saniert, die Sammlung ist deshalb vorübergehend an einem anderen Standort in der Kölner Innenstadt zu sehen - wer das Museum besuchen möchte, sollte sich vorab über den aktuellen Ausstellungsort informieren.
Geschichte des Römisch-Germanischen Museums
Die Wurzeln des Römisch-Germanischen Museums liegen im Jahr 1946, als die römischen und germanischen Abteilungen des Wallraf-Richartz-Museums mit Beständen des Museums für Vor- und Frühgeschichte zu einer eigenständigen Institution zusammengeführt wurden. Den eigentlichen Anstoß für die Gründung hatte freilich schon 1941 ein Zufallsfund gegeben: Beim Bau eines Luftschutzbunkers nahe dem Dom stießen Arbeiter auf ein außergewöhnlich gut erhaltenes römisches Bodenmosaik, die später als Dionysos-Mosaik bekannt gewordene Darstellung des Weingottes und seines Gefolges, die um 220/230 nach Christus entstanden war. Das Mosaik blieb während des Krieges im Schutz des Bunkers erhalten und wurde zum identitätsstiftenden Herzstück der neuen Sammlung. Der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde das Museum erstmals am 24. November 1961, zunächst noch im ehemaligen Dombunker selbst. Erst 1974 bezog die Sammlung einen eigens errichteten, unmittelbar an die Fundstelle angrenzenden Neubau der Architekten Heinz Röcke und Klaus Renner, dessen markante Betonfassade jahrzehntelang das Bild des Roncalliplatzes prägte. Seit 2019 ist dieses Gebäude wegen gravierender baulicher Mängel geschlossen und wird grundlegend saniert und erweitert; als Übergangslösung zog die Sammlung in das sogenannte Belgische Haus in der Nähe des Neumarkts, das im November 2019 als Interimsstandort eröffnet wurde. Die auf rund 177 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des historischen Baus hat sich seither mehrfach verzögert, sodass eine Rückkehr an den angestammten Standort am Roncalliplatz derzeit nicht vor Ende des Jahrzehnts zu erwarten ist. Besucherinnen und Besucher sollten sich daher vor einem Museumsbesuch stets über den aktuell gültigen Ausstellungsort informieren.
Highlights im Römisch-Germanischen Museum
Das unbestrittene Herzstück der Sammlung bleibt die Dionysos-Mosaik, ein über 70 Quadratmeter großes, in feinster Technik verlegtes Bodenmosaik, das einst den Speisesaal einer wohlhabenden römischen Stadtvilla schmückte und den Weingott Dionysos umgeben von Figuren seines mythologischen Gefolges zeigt. Kaum weniger beeindruckend ist das Grabmal des Lucius Poblicius, ein rund 15 Meter hohes, turmartiges Monument, das ein römischer Legionsveteran für sich und seine Familie errichten ließ und das heute originalgetreu rekonstruiert die schiere Monumentalität römischer Grabkultur am Rhein vor Augen führt. Die Sammlung umfasst außerdem eine der umfangreichsten Glassammlungen der antiken Welt: Köln war in römischer Zeit ein bedeutendes Zentrum der Glasproduktion, und filigrane Trinkgefäße, Schmuckgläser und Fensterscheiben zeugen von einem hochentwickelten Handwerk, das europaweit exportiert wurde. Zu den weiteren Exponaten zählen Schmuckstücke, Münzen, Werkzeuge und Grabbeigaben, die ein dichtes Bild des Alltagslebens in Colonia Claudia Ara Agrippinensium zeichnen, wie Köln zur Zeit seiner Stadterhebung im Jahr 50 nach Christus offiziell hieß. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch des sogenannten Ubiermonuments, eines Teils der ältesten erhaltenen Steinbauten nördlich der Alpen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, das einmal im Monat, jeweils am ersten Donnerstag von 14 bis 17 Uhr, für Besucher zugänglich ist. Da sich die Dauerausstellung derzeit auf die räumlichen Möglichkeiten des Interimsstandorts Belgisches Haus beschränkt, wird nur eine Auswahl der insgesamt weit über 200.000 Objekte umfassenden Sammlung gezeigt - dennoch bleibt der Rundgang durch die kompakten Räume ein eindrucksvoller Streifzug durch zwei Jahrtausende Stadtgeschichte.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Römisch-Germanischen Museum
Da das historische Gebäude am Roncalliplatz wegen der laufenden Sanierung geschlossen ist, empfängt das Römisch-Germanische Museum seine Gäste derzeit im Belgischen Haus in der Cäcilienstraße, nur wenige Gehminuten vom Neumarkt entfernt. Dort ist die Sammlung von Mittwoch bis Montag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, dienstags bleibt das Haus geschlossen. Am ersten Donnerstag im Monat - außer an Feiertagen - verlängern sich die Öffnungszeiten bis 22 Uhr und bieten Gelegenheit zu einem ruhigeren Abendbesuch. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro; organisierte Schulklassen haben freien Eintritt. Da das Interimshaus deutlich kleiner ist als der ursprüngliche Museumsbau, kann es bei hohem Besucherandrang zu Wartezeiten kommen, weshalb sich größere Gruppen vorab anmelden sollten. Die Anreise gestaltet sich unkompliziert: Vom Hauptbahnhof und vom Dom aus ist der Neumarkt zu Fuß in rund 15 Minuten erreichbar, alternativ verkehren mehrere Stadtbahnlinien bis zur Haltestelle Neumarkt, von der aus das Belgische Haus nur wenige Schritte entfernt liegt. Wegen umliegender Bauarbeiten an Versorgungsleitungen kann es in der unmittelbaren Umgebung gelegentlich zu Einschränkungen kommen - ein Blick auf die offizielle Website vor dem Besuch ist daher empfehlenswert, insbesondere da sich sowohl Öffnungszeiten als auch der Zeitplan für die Rückkehr an den ursprünglichen Standort am Roncalliplatz noch ändern können.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Römisch-Germanischen Museums
Der Interimsstandort am Neumarkt liegt mitten im pulsierenden Einkaufsviertel der Kölner Innenstadt. Von dort führt die belebte Hohe Straße direkt in Richtung Dom und lädt zu einem Bummel durch Geschäfte und Cafés ein. Nach rund zehn Gehminuten erreicht man den Roncalliplatz, wo das ursprüngliche, derzeit eingerüstete Museumsgebäude direkt neben dem Kölner Dom steht - ein Blick auf die Baustelle vermittelt einen Eindruck von den Dimensionen der laufenden Sanierung. Gleich gegenüber liegt das Museum Ludwig mit seiner weltberühmten Picasso-Sammlung, sodass sich ein Besuch beider Häuser an einem Tag gut kombinieren lässt. Auch das historische Kölner Rathaus mit seinem gotischen Turm und der angrenzende Alter Markt mit seinen bunten Fassaden sind von hier aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Wer sich für die weitere römische Geschichte der Stadt interessiert, findet in der Altstadt zudem Reste der antiken Stadtmauer sowie den Rand des römischen Hafens, die stellenweise noch im Straßenbild erkennbar sind. Für eine Pause bietet sich der Alter Markt mit seinen traditionellen Brauhäusern an, in denen das obergärige Kölsch in den charakteristischen schlanken Gläsern ausgeschenkt wird.
Wo übernachten in Köln, Deutschland
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