Rheinpark
Der Rheinpark zählt zu den bedeutendsten Grünanlagen von Köln und erstreckt sich auf der rechten Rheinseite zwischen den Stadtteilen Deutz und Mülheim unmittelbar am Fluss. Mit seiner weitläufigen Rasenfläche, dem Blick auf den Kölner Dom auf der gegenüberliegenden Flussseite und einer Fülle an Brunnen, Skulpturen und Themengärten gehört er zu den meistbesuchten Parks der Stadt. Anders als viele klassische Stadtparks des 19. Jahrhunderts wurde der Rheinpark erst im 20. Jahrhundert angelegt und mehrfach grundlegend umgestaltet, zuletzt im Zuge der Bundesgartenschau 1957. Heute verbindet er Freizeit, Erholung und Veranstaltungskultur: Spazierwege führen an der Kölner Seilbahn, dem Tanzbrunnen und der Parkeisenbahn vorbei, während Familien auf den weiten Wiesen picknicken oder Jogger die uferparallelen Wege nutzen. Der Rheinpark ist damit nicht nur eine grüne Lunge im dicht besiedelten rechtsrheinischen Köln, sondern auch ein Ort mit eigener Geschichte, der seit 1989 unter Denkmalschutz steht.
Geschichte des Rheinparks
Die Ursprünge des Rheinparks reichen in das frühe 20. Jahrhundert zurück. Das Gelände am rechten Rheinufer wurde um 1907 von der Stadt Köln vom Militär erworben, das es zuvor als Übungs- und Exerzierfläche genutzt hatte. Unter der Leitung des damaligen Kölner Gartendirektors Fritz Encke entstand bis 1913 eine erste großzügige Parkanlage, die den rasch wachsenden rechtsrheinischen Stadtteilen Deutz und Mülheim eine repräsentative Grünfläche am Fluss geben sollte. Die Anlage orientierte sich an den Prinzipien des Landschaftsparks mit geschwungenen Wegen, Wasserflächen und Baumgruppen, wie sie zu dieser Zeit in vielen deutschen Großstädten populär waren.
Den entscheidenden Wandel erfuhr der Rheinpark im Jahr 1957, als Köln die Bundesgartenschau ausrichtete. Für dieses bundesweit bedeutende Gartenbau-Ereignis wurde der Park grundlegend erweitert und neu gestaltet. In dieser Phase entstanden viele der bis heute prägenden Elemente: die charakteristische Brunnenanlage des Wasserbauingenieurs Theo Breddermann mit insgesamt vierzehn Brunnen, von denen zehn kreisförmig angeordnet sind, der künstliche Wasserfall mit Becken von Josef Jaekel sowie der Rosengarten rund um den kleinen Adenauerteich. Auch die Parkeisenbahn, die seit 1971 Besucher auf einer schmalen Strecke durch die Anlage befördert, geht auf diese Ausbauphase zurück, ebenso wie zahlreiche Skulpturen namhafter Bildhauer, darunter Werke von Gerhard Marcks und Georg Kolbe, die bis heute über das Parkgelände verteilt stehen.
Seit 1989 steht der Rheinpark als Gartendenkmal unter Schutz, was die historische Grundstruktur der Bundesgartenschau-Zeit dauerhaft bewahrt. Im Jahr 2007 wurde der Park mit dem Ehrenpreis der Bundesgartenschau-Gesellschaft ausgezeichnet und in einer öffentlichen Abstimmung zum "schönsten Park Deutschlands" gewählt - eine Anerkennung, die den sorgfältigen Umgang mit dem historischen Erbe und die kontinuierliche Pflege der Anlage würdigte. Bis heute wird der Rheinpark von der Stadt Köln als öffentliche Grünanlage unterhalten und punktuell behutsam modernisiert, etwa durch die technische Erneuerung der angrenzenden Kölner Seilbahn.
Highlights im Rheinpark
Das wohl bekannteste Merkmal des Rheinparks ist die Kölner Seilbahn, die seit ihrer Eröffnung zur Bundesgartenschau 1957 als eine der ersten öffentlichen Flussüberquerungen per Seilbahn in Europa gilt. Auf einer rund 935 Meter langen Strecke schwebt sie in gut sechs Minuten über den Rhein und verbindet den Rheinpark mit dem linksrheinischen Stadtteil Riehl, wo sich Kölner Zoo und die Flora befinden. Nach einem technischen Zwischenfall im Jahr 2017 wurde die Anlage für rund 1,2 Millionen Euro umfassend modernisiert und nahm im März 2019 den Betrieb wieder auf; seither verkehrt sie saisonal zwischen Frühling und Herbst.
Direkt am Rheinufer liegt der Tanzbrunnen, eine Freilichtbühne mit Platz für bis zu 12.500 Besucher, die seit den 1950er-Jahren Konzerte, Festivals und Open-Air-Veranstaltungen beherbergt und zu den wichtigsten Veranstaltungsorten der Stadt zählt. In unmittelbarer Nähe sorgt die kreisförmige Brunnenanlage mit ihren vierzehn einzelnen Wasserspielen für ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Licht, Wasser und Bewegung, besonders an warmen Sommerabenden, wenn die Fontänen beleuchtet werden. Der künstliche Wasserfall mit seinem felsigen Becken schafft einen weiteren ruhigen Rückzugsort inmitten der sonst offenen Rasenflächen.
Gartenfreunde finden im Rosengarten rund um den Adenauerteich eine dichte Bepflanzung mit zahlreichen historischen und modernen Rosensorten, die von Frühsommer bis in den Herbst blühen, während der benachbarte Mediterrane Garten mit Oleander, Lavendel und südlich anmutenden Wasserbecken eine klimatisch ungewöhnliche Atmosphäre für das Rheinland schafft. Kinder und Familien schätzen vor allem den Spielhügel mit seinen Rutschen und Kletterelementen sowie die Parkeisenbahn, die seit 1971 auf einer kindgerechten Schmalspurstrecke durch Teile der Anlage fährt. Wer es ruhiger mag, entdeckt auf ausgedehnten Spaziergängen entlang der Uferpromenade immer wieder Skulpturen bedeutender Bildhauer des 20. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Gerhard Marcks und Georg Kolbe, die zwischen Rasenflächen und Baumgruppen platziert sind. Am südlichen Rand des Parks lädt zudem die Claudius-Therme mit Innen- und Außenbecken zu einem entspannten Saunabesuch mit Blick auf den Rhein ein.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Rheinpark
Der Rheinpark selbst ist als öffentliche Grünanlage der Stadt Köln ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich; es gibt keine Zäune, Tore oder einen Eintrittspreis für den Aufenthalt im Park. Besucher können die weitläufigen Wiesen, Wege und Themengärten also jederzeit kostenlos nutzen, wobei sich ein Besuch bei Tageslicht empfiehlt, um die Gartenanlagen und Brunnen in vollem Umfang erleben zu können. Einzelne Einrichtungen innerhalb des Parks haben dagegen eigene, unabhängige Öffnungszeiten und teils kostenpflichtige Angebote: Die Kölner Seilbahn verkehrt saisonal zwischen März und November, die Parkeisenbahn fährt überwiegend an Wochenenden und in den Sommermonaten, und die Claudius-Therme ist als eigenständiger Thermalbad-Betrieb gegen Eintritt zugänglich. Für aktuelle Fahrzeiten und Preise der Seilbahn, der Parkeisenbahn und des Tanzbrunnen-Veranstaltungskalenders empfiehlt sich ein Blick auf die jeweiligen Betreiberseiten, da sich Zeiten je nach Saison und Wetterlage ändern können.
Der Rheinpark liegt rechtsrheinisch zwischen Deutz und Mülheim und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die nächstgelegenen Stadtbahnhaltestellen sind "Deutz/Messe Köln" und "Bahnhof Köln Messe/Deutz", von denen aus der Park in wenigen Gehminuten erreichbar ist; die Buslinien entlang der Deutzer Rheinseite halten ebenfalls in unmittelbarer Nähe mehrerer Parkeingänge. Mit dem Fahrrad ist der Park über den gut ausgebauten Rheinradweg erreichbar, der auf beiden Flussseiten entlangführt und beliebte Panoramablicke auf die Altstadt und den Dom bietet. Wer mit dem Auto anreist, findet in der Umgebung von Lanxess Arena und Koelnmesse mehrere kostenpflichtige Parkhäuser und Parkplätze, da der Rheinpark selbst über keine größeren eigenen Parkflächen verfügt. Zu Fuß oder mit dem Rad lässt sich der Park zudem bequem mit einem Spaziergang entlang der gesamten rechtsrheinischen Uferpromenade kombinieren.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Rheinparks
Nur wenige Gehminuten vom Rheinpark entfernt liegt der imposante Kölntriangle, ein Hochhaus mit öffentlicher Aussichtsplattform in rund 103 Metern Höhe, von der sich ein weiter Panoramablick über Köln, den Rhein und die Altstadt mit dem Dom eröffnet. Direkt angrenzend befindet sich das Gelände der Koelnmesse mit der benachbarten Lanxess Arena, einer der größten Mehrzweckhallen Deutschlands, in der regelmäßig internationale Konzerte und Sportevents stattfinden. Über die Kölner Seilbahn oder die nahegelegene Zoobrücke erreicht man bequem das linksrheinische Riehl mit dem traditionsreichen Kölner Zoo und der benachbarten Flora, dem botanischen Garten der Stadt, sodass sich ein Besuch beider Parks an einem Tag gut verbinden lässt. Auf der anderen Rheinseite, in unmittelbarer Sichtweite des Parks, liegt die historische Kölner Altstadt mit dem Kölner Dom, der Hohenzollernbrücke und dem Museum Ludwig, die über die Fußgängerbrücke oder die Seilbahn in kurzer Zeit erreichbar sind. Auch das rechtsrheinische Deutz selbst, mit seinen Restaurants, Cafés und der historischen Pfarrkirche St. Heribert, lädt zu einem anschließenden Bummel ein, bevor man den Rückweg entlang des Rheinufers antritt.
Wo übernachten in Köln, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.