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Museum Ludwig

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln Webseite Tickets
Inhalt

Nur wenige Schritte vom Kölner Dom entfernt, unweit des Hauptbahnhofs auf der sogenannten Domplatte, liegt das Museum Ludwig - eines der bedeutendsten Häuser für moderne und zeitgenössische Kunst in Europa. Wer durch die weitläufigen Säle des Museums schlendert, trifft auf Werke von Pablo Picasso, Andy Warhol, Max Ernst und Alexander Rodtschenko, dicht an dicht mit Fotografien aus eineinhalb Jahrhunderten. Das Museum Ludwig verdankt seinen Namen dem Sammlerpaar Peter und Irene Ludwig, deren Schenkung 1976 den Grundstein für eine der vielseitigsten Sammlungen Deutschlands legte. Heute gilt das Haus als Pflichtstation für jeden, der sich für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts interessiert, und als eines der zentralen Museen im Altstadt-Nord von Köln, direkt im Schatten der gotischen Kathedrale.

Geschichte des Museum Ludwig

Die Geschichte des Museum Ludwig beginnt nicht mit einem Gebäude, sondern mit einer Schenkung. 1976 übergaben die Aachener Sammler Peter und Irene Ludwig der Stadt Köln rund 350 Kunstwerke, der überwiegende Teil davon Pop Art - Arbeiten von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg, die zu diesem Zeitpunkt in Europa kaum gezeigt wurden. Die Schenkung war so umfangreich, dass sie dem bereits bestehenden Wallraf-Richartz-Museum einen neuen Namenszusatz gab - aus dem Haus für Alte und Moderne Kunst wurde das Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig, bevor sich die Sammlung 1986 schließlich räumlich und organisatorisch verselbstständigte. In jenem Jahr bezog die Sammlung einen eigens errichteten Neubau der Kölner Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer direkt neben dem Dom, ein markanter Bau mit charakteristischen Sheddächern, dessen Rauminhalt mit rund 260.000 Kubikmetern dem Volumen der Kathedrale gegenübersteht. Schon vor der Ludwig-Schenkung besaß die Stadt mit der Sammlung Haubrich einen bedeutenden Grundstock expressionistischer Kunst: Der Kölner Jurist Josef Haubrich hatte 1946 rund 90 Werke deutscher Expressionisten gestiftet, darunter Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel - viele davon während der NS-Zeit als "entartet" verfolgt. 1977 kam mit dem Agfa Photo-Historama eine der weltweit größten fotohistorischen Sammlungen hinzu, rund 70.000 Originalabzüge und Kamerastücke, die die Geschichte der Fotografie seit den 1840er Jahren dokumentieren. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Sammlung kontinuierlich durch Ankäufe, Dauerleihgaben und weitere Schenkungen, insbesondere im Bereich der russischen Avantgarde zwischen 1905 und 1935, und machte das Museum Ludwig zu einem der international angesehensten Häuser für Kunst der Moderne.

Highlights im Museum Ludwig

Das Herzstück der Sammlung ist die Picasso-Abteilung, die mit mehreren hundert Gemälden, Skulpturen, Keramiken und grafischen Arbeiten als drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt gilt - nach den Museen in Paris und Barcelona. Zu sehen sind Werke aus nahezu allen Schaffensphasen des Künstlers, von kubistischen Kompositionen bis zu den späten, oft spielerischen Keramikarbeiten, die Picasso in seinen letzten Lebensjahren in Vallauris schuf. Direkt daran schließt sich eine der umfangreichsten Pop-Art-Sammlungen Europas an: Andy Warhols Siebdrucke, darunter Porträts und seine bekannten Todesmotive, hängen neben Arbeiten von Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg und James Rosenquist. Die Sammlung Haubrich bringt deutschen Expressionismus in den Dialog mit dieser amerikanischen Kunst - Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Otto Dix zeugen von der Blüte und der gewaltsamen Unterdrückung dieser Kunstrichtung während der NS-Zeit. Für Fotografie-Interessierte ist die Sammlung Fotografie ein eigener Schwerpunkt: Das Agfa Photo-Historama zeigt Daguerreotypien aus den 1840er Jahren ebenso wie die systematischen Porträtserien von August Sander, dessen Werk "Menschen des 20. Jahrhunderts" die Gesellschaft der Weimarer Republik in nie gesehener Klarheit dokumentiert. Die russische Avantgarde ist mit Werken von Alexander Rodtschenko und El Lissitzky vertreten und zeigt die radikale Formensprache der Jahre zwischen Revolution und stalinistischer Repression. Neben der ständigen Sammlung richtet das Museum Ludwig regelmäßig große Wechselausstellungen aus, die zeitgenössische Positionen mit der historischen Sammlung verknüpfen - etwa Ausstellungen zu transatlantischen Verbindungen in der Moderne oder monografische Präsentationen jüngerer Künstlerinnen und Künstler. Wer das Haus besucht, sollte sich daher nicht nur Zeit für die Dauerausstellung nehmen, sondern auch einen Blick auf das aktuelle Wechselausstellungsprogramm werfen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Museum Ludwig

Das Museum Ludwig ist dienstags bis sonntags, auch an Feiertagen, von 10 bis 18 Uhr geöffnet; montags bleibt das Haus geschlossen. Eine Ausnahme bildet der erste Donnerstag im Monat (sofern kein Feiertag), an dem bis 22 Uhr geöffnet ist - ein beliebter Termin für einen entspannten Abendbesuch ohne die Besucherströme des Wochenendes. Der reguläre Eintritt für die Dauerausstellung kostet für Erwachsene 15,40 Euro, ermäßigt 10,40 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Am langen Donnerstagabend gilt ab 17 Uhr ein Sonderpreis von 7 Euro, Kölnerinnen und Kölner kommen an diesem Tag sogar ganztägig kostenfrei hinein - ein Hinweis darauf, wie sehr sich das Haus als Museum für die eigene Stadtgesellschaft versteht. Tickets lassen sich bequem im Online-Shop des Museums reservieren, was besonders bei Sonderausstellungen mit hohem Besucheraufkommen empfehlenswert ist. Da sich Öffnungszeiten und Preise ändern können, lohnt sich vor der Anreise ein kurzer Blick auf die offizielle Website. In Sachen Anreise liegt das Museum Ludwig denkbar zentral: Der Hauptbahnhof Köln ist in wenigen Gehminuten erreichbar, ebenso die Haltestelle Dom/Hauptbahnhof, die von zahlreichen Stadtbahn- und Buslinien angefahren wird. Wer mit dem Auto kommt, findet in der Umgebung mehrere Parkhäuser, sollte angesichts der zentralen Innenstadtlage aber eher auf den öffentlichen Nahverkehr setzen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Museum Ludwig

Die Lage des Museum Ludwig auf der Domplatte macht es zum idealen Ausgangspunkt für einen Streifzug durch die Kölner Altstadt-Nord. Unmittelbar nebenan erhebt sich der Kölner Dom mit seinen markanten 157 Meter hohen Türmen - ein Abstecher in die Kathedrale oder der Aufstieg zur Aussichtsplattform lässt sich problemlos mit dem Museumsbesuch verbinden. Wenige Schritte weiter liegt das Gebäude am Roncalliplatz, in dem traditionell das Römisch-Germanische Museum mit der berühmten Dionysos-Mosaik untergebracht ist; aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten zeigt die Sammlung ihre Exponate derzeit im Belgischen Haus in der Nähe des Neumarkts. Richtung Rhein führt der Weg über die Hohenzollernbrücke, die mit Tausenden Liebesschlössern an ihren Zäunen zu einem der meistfotografierten Motive der Stadt geworden ist. Auch die Kölner Philharmonie, deren Dach direkt unter dem Museum Ludwig liegt, gehört zum unmittelbaren Ensemble der Domplatte. Für einen Spaziergang entlang des Flusses bietet sich die Rheinpromenade an, von der aus man einen schönen Blick auf die Altstadt und den Dom genießt - ein entspannender Abschluss nach einem Vormittag in den Sammlungssälen.

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