Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums
Mitten in der Kölner Altstadt-Nord, nur wenige Gehminuten vom Kölner Dom und vom Hauptbahnhof entfernt, liegt mit Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums eines der architektonisch außergewöhnlichsten Museen Deutschlands. Der 2007 nach Plänen des Schweizer Architekten Peter Zumthor eröffnete Bau erhebt sich über den freigelegten Fundamenten der spätgotischen Pfarrkirche St. Kolumba, die im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, und über der von Gottfried Böhm 1950 errichteten Kapelle „Madonna in den Ruinen". Im Inneren verbindet das Museum archäologische Ausgrabungsschichten aus römischer, mittelalterlicher und neuzeitlicher Zeit mit einer Kunstsammlung, die von der Spätantike bis in die Gegenwart reicht. Statt einer festen Dauerausstellung zeigt Kolumba jedes Jahr eine komplett neu konzipierte, thematisch verknüpfte Gesamtschau, wodurch auch wiederkehrende Besucher stets neue Zusammenhänge zwischen alten Reliquien, gotischen Skulpturen und zeitgenössischer Kunst entdecken. Diese Kombination aus archäologischem Ort, moderner Sakralarchitektur und wechselnder Sammlungspräsentation macht Kolumba zu einem der stillsten und zugleich intensivsten Museumserlebnisse der Stadt.
Geschichte von Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums
Die Geschichte von Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums reicht weit über das heutige Gebäude hinaus zurück. Das Museum ist Nachfolgerin des Erzbischöflichen Diözesanmuseums, dessen institutionelle Wurzeln bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichen und dessen Leitung über Direktoren wie Johann Baudri, Friedrich Baudri, Alexander Schnütgen, Franz Bock, Hermann J. Schmitz, Arnold Steffens, Jakob Eschweiler, Wilhelm Neuß, Joseph Hoster und Walter Schulten führte. Alexander Schnütgen, dessen Sammlung mittelalterlicher Kunst später dem heutigen Schnütgen Museum den Namen gab, prägte bereits im frühen 20. Jahrhundert den sakralen Sammlungsgedanken, den Kolumba bis heute fortführt. Unter Direktor Joachim M. Plotzek wurde 1997 ein internationaler Architekturwettbewerb für einen Neubau an der Kolumbastraße ausgeschrieben, den Peter Zumthor für sich entscheiden konnte. Nach einer intensiven Planungsphase mit einem eigenen Werkstattjahr 2001 erfolgte 2003 die Grundsteinlegung, 2006 das Richtfest und schließlich 2007 die Weihe des neuen Hauses. Zentrales städtebauliches und spirituelles Element des Entwurfs war der Umgang mit der Ruine der gotischen Kirche St. Kolumba, die bei den Luftangriffen auf Köln im Zweiten Weltkrieg 1943 bis auf wenige Mauerreste zerstört worden war. Bereits 1950 hatte der Kölner Architekt Gottfried Böhm mitten in diesen Trümmern die kleine achteckige Kapelle „Madonna in den Ruinen" errichtet – ein frühes Zeichen des Wiederaufbaus, das Zumthor bewusst in seinen Neubau integrierte, anstatt es zu verdecken. Unterhalb des heutigen Museumsbodens legten Archäologen durchgehende Siedlungsschichten von der Römerzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit frei; diese Grabungsbefunde sind bis heute für Besucher zugänglich erhalten. Seit der Eröffnung im Jahr 2007, deren zehnjähriges Jubiläum das Museum 2017 feierte, gilt Kolumba international als eines der bedeutendsten Beispiele zeitgenössischer Sakral- und Museumsarchitektur in Deutschland.
Highlights von Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums
Schon von außen ist Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums durch seine charakteristische Fassade aus einem eigens für das Gebäude entwickelten, schlanken Ziegelformat zu erkennen, das in unregelmäßigen Öffnungen gemauert wurde und so Licht in wechselnder Intensität ins Innere fallen lässt. Direkt im Erdgeschoss führt ein Rundgang durch die freigelegten archäologischen Schichten vorbei an römischen Fundamenten, mittelalterlichem Mauerwerk und der Kapelle „Madonna in den Ruinen" von Gottfried Böhm, bevor Treppen in die hohen, unterschiedlich proportionierten Ausstellungsräume der oberen Etagen führen. Zu den am häufigsten genannten Werkgruppen der Sammlung zählen mittelalterliche Reliquienkreuze, romanische und gotische Madonnenfiguren, liturgische Goldschmiedearbeiten sowie eine bemerkenswerte Gruppe illuminierter Stundenbücher, darunter das Laval-Stundenbuch, das Brügge-Stundenbuch und das Manderscheider Stundenbuch, die zu den kostbarsten Handschriften der Sammlung gehören. Diese historischen Bestände werden in den jährlich neu kuratierten Ausstellungen immer wieder in Dialog mit moderner und zeitgenössischer Kunst gesetzt: In den vergangenen Jahren zeigte Kolumba unter anderem Werke von Andy Warhol, Richard Serra, Wolfgang Laib, Joseph Marioni, Hans Josephsohn, Leiko Ikemura, Paul Thek und Terry Fox neben mittelalterlichen Skulpturen und frühchristlichen koptischen Textilien aus Ägypten. Besonders geschätzt werden auch die eigens konzipierten Erfahrungsräume des Hauses wie der „Nachtraum Stille" und der „Kunstraum Klang", in denen Kunst, Architektur und Akustik bewusst zur Ruhe und Konzentration einladen. Die aktuelle Jahresausstellung widmet sich – wie all die Jahre zuvor – einem neuen kuratorischen Leitthema, das die gesamte Sammlung neu beleuchtet, sodass selbst Stammbesucher das Museum jedes Jahr komplett neu erleben.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums
Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums hat nach den Angaben auf der offiziellen Museumswebsite täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags bleibt das Haus geschlossen. Führungen vor 12 Uhr oder nach 17 Uhr sind nur nach vorheriger Vereinbarung möglich. Geschlossen ist das Museum zudem an Weiberfastnacht bis einschließlich Aschermittwoch, an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag sowie an Silvester und Neujahr. Da die Ausstellung jedes Jahr komplett neu aufgebaut wird, schließt Kolumba außerdem für mehrere Wochen im Spätsommer – zuletzt etwa von Mitte August bis Mitte September; Besucher sollten die genauen Termine vor einem Besuch auf kolumba.de prüfen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Für regelmäßige Besucher bietet das Museum ein ab Kaufdatum gültiges Jahresticket für 30 Euro beziehungsweise ermäßigt 20 Euro an. Ermäßigungen gelten unter anderem für Schüler, Auszubildende, Studierende, Mitglieder des Internationalen Künstlerverbandes IAA, Freiwilligendienstleistende, KölnPass-Inhaber sowie Menschen mit Behinderung samt Begleitperson; für Gruppen gibt es keine Ermäßigung. Tickets werden ausschließlich an der Kasse im Museum verkauft, einen Online-Vorverkauf gibt es nicht. Kolumba liegt an der Kolumbastraße 4, 50667 Köln, mitten in der Altstadt-Nord und nur rund acht Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Die nächstgelegene Stadtbahn-Haltestelle ist Appellhofplatz, Ausgang Breite Straße; Fahrradständer befinden sich in unmittelbarer Nähe. Autofahrer nutzen am besten die Parkhäuser Brückenstraße oder Opera Passage.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums
Die Lage von Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums mitten in der Altstadt-Nord macht es zum idealen Ausgangspunkt für einen Museumstag in der Kölner Innenstadt. In nur wenigen Gehminuten erreichen Besucher den Kölner Dom mit seiner Schatzkammer sowie das Römisch-Germanische Museum, das die antike Stadtgeschichte Kölns dokumentiert. Auch das Wallraf-Richartz-Museum und das Museum Ludwig mit ihren Sammlungen europäischer Malerei und moderner Kunst liegen innerhalb eines kurzen Spaziergangs am Rheinufer. Nahe der benachbarten Haltestelle Appellhofplatz befindet sich zudem das NS-Dokumentationszentrum im ehemaligen EL-DE-Haus, das die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Köln aufarbeitet. Wer die gotische Sakralkunst noch weiter vertiefen möchte, findet im Schnütgen Museum an der Cäcilienstraße, nur gut zehn Gehminuten südlich, eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Kirchenkunst Europas. Auch die Einkaufsstraße Breite Straße, der Alter Markt mit dem historischen Rathaus sowie die Rheinpromenade mit Blick auf die Hohenzollernbrücke liegen alle in fußläufiger Entfernung und lassen sich gut mit einem Museumsbesuch bei Kolumba verbinden.
Wo übernachten in Köln, Deutschland
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