Platz & Altstadt

Fischmarkt

Fischmarkt
Fischmarkt, 50667 Köln, Deutschland
Inhalt

Der Fischmarkt in Köln zählt zu den stimmungsvollsten Plätzen der Altstadt und liegt unmittelbar am Rheinufer, eingerahmt von der romanischen Kirche Groß St. Martin und dem Fluss selbst. Schon von Weitem fällt die geschlossene Reihe schmaler, spitzgiebeliger Häuser auf, die sich wie eine bunte Kulisse entlang des Platzes aneinanderreihen und seit Jahrzehnten zu den meistfotografierten Motiven der Stadt gehören. Der Name verweist unmittelbar auf die ursprüngliche Nutzung: Hier wurde über Jahrhunderte frischer Fisch aus dem Rhein und von weiter her gehandelt, bevor sich der Platz im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zu einem Ort der Geselligkeit wandelte. Heute sitzen Einheimische und Besucher an lauen Abenden auf den Stufen zum Rhein, während in den Erdgeschossen der historischen Häuser Restaurants und Cafés ihre Tische und Pavillons aufstellen. Der Fischmarkt verbindet auf kleinstem Raum mittelalterliche Stadtgeschichte, rheinische Lebensart und einen der schönsten Flussblicke Kölns.

Geschichte des Fischmarkts

Die Geschichte des Fischmarkts reicht weit zurück: Bereits um das Jahr 1100 entstand zwischen der Lintgasse und der Mühlengasse eine erste Bebauung, vermutlich auf Gelände, das einst zu einer Benediktinerabtei gehörte. In Urkunden des 12. Jahrhunderts erscheint der Platz unter der lateinischen Bezeichnung forum piscium, was die frühe Bedeutung als Handelsort für Fisch unterstreicht. Einen entscheidenden wirtschaftlichen Schub erhielt der Markt im Jahr 1259, als der Stadt Köln das sogenannte Stapelrecht verliehen wurde: Durchreisende Händler mussten ihre Waren, darunter auch Fisch, zum Verkauf anbieten, bevor sie weiterziehen durften, was den Handel am Fischmarkt erheblich belebte. Im 13. Jahrhundert nahm der Platz das Gelände zwischen der Stiftskirche Groß St. Martin und der mittelalterlichen Stadtmauer ein, mitten im dichtbesiedelten Martinsviertel. Im 15. Jahrhundert, als Köln mit rund 40.000 Einwohnern eine der größten Städte nördlich der Alpen war, war der Platz im Volksmund als up dem Vyschmarte bekannt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, unter französischer Herrschaft, wurde vorübergehend die Bezeichnung Marché aux Poissons gebräuchlich, bevor der deutsche Name wieder zurückkehrte. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor der Platz allmählich seine Funktion als reiner Verkaufsort unter freiem Himmel, der Handel verlagerte sich zunehmend in feste Ladengeschäfte in den umliegenden Häusern. Die fünf schmalen Stapelhäuschen mit ihren charakteristischen Spitzgiebeln, die das heutige Bild prägen, wurden im Zweiten Weltkrieg zu etwa 90 Prozent zerstört und anschließend originalgetreu wiederaufgebaut, um den historischen Charakter des Platzes zu bewahren.

Highlights am Fischmarkt

Das unverkennbare Highlight des Fischmarkts ist die malerische Häuserzeile der Stapelhäuschen, deren schmale, farbenfroh gestrichene Fassaden mit ihren markanten Spitzgiebeln an die mittelalterliche Bebauung Kölns erinnern. Obwohl im Mai 2024 zwei der fünf historischen Häuschen abgerissen wurden, weil die Bausubstanz als nicht mehr zu erhalten galt, bleibt das Gesamtbild des Platzes bis heute eines der beliebtesten Fotomotive der Altstadt. Unmittelbar hinter den Häusern erhebt sich die wuchtige romanische Kirche Groß St. Martin mit ihrem markanten Vierungsturm, der die Silhouette Kölns zusammen mit dem Dom entscheidend mitprägt und von vielen Stellen am Rheinufer sichtbar ist. Der eigentliche Reiz des Fischmarkts liegt jedoch im unmittelbaren Zusammenspiel von Architektur und Fluss: Breite Steinstufen führen direkt zum Rhein hinunter und werden besonders an warmen Abenden zu einer informellen Tribüne, auf der sich Jung und Alt zum Picknick, für ein Feierabendbier oder einfach zum Betrachten der vorbeifahrenden Schiffe versammeln. Seit der Eröffnung des Rheinufertunnels am 5. November 1982 nach rund dreijähriger Bauzeit verläuft der Durchgangsverkehr unterhalb der Oberfläche, wodurch am Fischmarkt und im angrenzenden Rheingarten zwischen Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke eine ruhige, autofreie Flussfront entstehen konnte. Die Gastronomiebetriebe in den historischen Häusern nutzen die gewonnene Fläche intensiv: Tische, Stühle und kleine Pavillons laden bei fast jedem Wetter zum Verweilen mit Blick auf den Fluss und die gegenüberliegende Rheinseite mit dem Panorama von Deutz ein. Zur blauen Stunde, wenn die Fassaden der Stapelhäuschen und die Beleuchtung von Groß St. Martin sich im Wasser des Rheins spiegeln, zeigt sich der Fischmarkt von seiner fotogensten Seite und gilt vielen Kölnern als einer der romantischsten Orte der gesamten Altstadt.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Fischmarkt

Der Fischmarkt ist ganzjährig frei und ohne Eintritt zugänglich, da es sich um einen öffentlichen Platz unter freiem Himmel handelt; feste Öffnungszeiten gibt es daher nicht, auch wenn die angrenzenden Restaurants und Cafés ihre eigenen Öffnungs- und Schließzeiten haben, die saisonal variieren können. Die beste Zeit für einen Besuch sind die späten Nachmittags- und Abendstunden, insbesondere von Frühling bis Herbst, wenn die Sonne über dem Rhein untergeht und die Terrassen am lebhaftesten sind; wer es ruhiger mag, kommt am Vormittag, wenn nur wenige Spaziergänger entlang des Ufers unterwegs sind. Der Fischmarkt liegt mitten in der Altstadt und ist daher hervorragend zu Fuß zu erreichen, etwa vom Kölner Dom oder vom Alter Markt aus in nur wenigen Minuten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt sich die Anfahrt zur Haltestelle Heumarkt oder Rathaus, die von mehreren Stadtbahnlinien bedient werden, von dort sind es jeweils nur kurze Gehwege bis zum Rheinufer. Auch die Haltestelle Breslauer Platz/Hauptbahnhof liegt in fußläufiger Distanz über die Hohenzollernbrücke. Eigene Parkmöglichkeiten direkt am Platz gibt es aufgrund der engen historischen Bebauung nicht, in der näheren Umgebung stehen jedoch mehrere öffentliche Parkhäuser in der Altstadt zur Verfügung, etwa am Heumarkt oder in der Nähe des Kölner Doms. Besonders empfehlenswert ist die Anreise mit dem Rheindampfer oder einem Ausflugsschiff, da viele Rundfahrten direkt am Fischmarkt vorbeiführen und einen hervorragenden Blick von der Wasserseite auf die historische Häuserzeile ermöglichen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Fischmarkts

In unmittelbarer Nachbarschaft des Fischmarkts erhebt sich die romanische Kirche Groß St. Martin, eine der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns, deren markanter Vierungsturm schon von Weitem sichtbar ist und die zu einem Rundgang durch das angrenzende Martinsviertel mit seinen engen Gassen einlädt. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Alter Markt mit dem historischen Rathausturm und zahlreichen traditionellen Brauhäusern, in denen Kölsch direkt aus dem Fass serviert wird. Ebenfalls fußläufig erreichbar ist der Heumarkt, einer der größten Plätze der Altstadt mit dem Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III. Entlang des Rheinufers führt ein beliebter Spazierweg sowohl nach Norden in Richtung Hohenzollernbrücke und Hauptbahnhof als auch nach Süden zum Malakoffturm und zum Rheingarten. Wer den Rhein von der anderen Seite erleben möchte, überquert die Hohenzollernbrücke zu Fuß und erreicht in Deutz den berühmten Köln-Triangle mit seiner Aussichtsplattform. Auch der Kölner Dom, das meistbesuchte Bauwerk Deutschlands, liegt nur rund zehn Gehminuten entfernt und lässt sich bequem mit einem Besuch des Fischmarkts verbinden.

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