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Ehrenstraße

Ehrenstraße
Ehrenstraße, 50672 Köln, Deutschland
Inhalt

Während die Schildergasse und die Hohe Straße für den klassischen Einkaufsbummel der großen Ketten stehen, hat sich die Ehrenstraße im Kölner Belgischen Viertel als die trendbewusste Alternative etabliert. Die Straße liegt im Stadtteil Neustadt-Nord, nur wenige Gehminuten vom Rudolfplatz entfernt, und verbindet das belebte Zentrum rund um den Brüsseler Platz mit der Innenstadt. Hier reihen sich inhabergeführte Boutiquen, Concept Stores, Vintage-Läden, Streetwear-Shops und kleine Designermode-Geschäfte in dichter Folge, dazwischen laden unzählige Cafés, Bars und Szenelokale zum Verweilen ein. Die Ehrenstraße verkörpert damit ein völlig anderes Einkaufserlebnis als die großen Kaufhausstraßen der Innenstadt: individueller, unabhängiger und stark von der kreativen, urbanen Szene Kölns geprägt. Wer auf der Suche nach unabhängigen Labels, außergewöhnlichen Second-Hand-Funden oder einfach einem entspannten Nachmittag zwischen Boutiquen und Kaffeehäusern ist, findet hier eine der lebendigsten Straßen der Stadt.

Geschichte der Ehrenstraße

Um die Geschichte der Ehrenstraße zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Entstehung des gesamten Belgischen Viertels, dessen Teil sie ist. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Gebiet außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern weitgehend unbebautes Ackerland. Erst nach dem Abriss der Kölner Festungsanlagen im Jahr 1881 wurde das Terrain für eine großflächige städtebauliche Erweiterung freigegeben. Am 6. März 1884 beschloss der Kölner Stadtrat die Benennung der neuen Straßen nach belgischen und niederländischen Städten und Provinzen, unter anderem nach Antwerpen, Gent, Brüssel, Lüttich, Brabant, Limburg, Maastricht, Venlo und Utrecht, um symbolisch "ganz Holland und Belgien" in diesem neuen Viertel zu vereinen. In dieser sogenannten Gründerzeit entstanden entlang der Ehrenstraße und der umliegenden Straßen zahlreiche repräsentative Wohnhäuser im Stil des Historismus und frühen Jugendstils, viele mit aufwendigen Fassaden, Marmortreppenhäusern und schmiedeeisernen Balkonen, die teilweise bis heute das Straßenbild prägen. Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs beschädigten 1944 zwar auch Teile des Viertels, doch blieb ein bemerkenswerter Bestand an historischer Bausubstanz erhalten. In den Nachkriegsjahrzehnten entwickelte sich das Belgische Viertel zunächst zu einem eher ruhigen, von Studenten und Künstlern geprägten Wohngebiet mit erschwinglichen Mieten. Ab den 1990er und insbesondere den 2000er Jahren setzte eine umfassende Gentrifizierung ein: Kreative, Gastronomen und unabhängige Modehändler entdeckten das Viertel und insbesondere die Ehrenstraße als idealen Standort, was die Mieten deutlich ansteigen ließ, aber auch die heute so charakteristische Mischung aus Boutiquen, Cafés und Bars hervorbrachte. Das Magazin Prinz kürte das Belgische Viertel 2010 zum lebenswertesten Stadtviertel Kölns, ein Status, den die Gegend rund um die Ehrenstraße bis heute verteidigt.

Highlights der Ehrenstraße

Das besondere Flair der Ehrenstraße ergibt sich aus der Dichte an unabhängigen, inhabergeführten Geschäften, die man in dieser Konzentration in kaum einer anderen Kölner Straße findet. Modeinteressierte entdecken hier Concept Stores, die sorgfältig kuratierte Kollektionen internationaler Nischenlabels neben lokalen Kölner Designern präsentieren, ergänzt durch Streetwear-Boutiquen, Sneaker-Stores und Vintage- beziehungsweise Second-Hand-Läden, in denen sich mit etwas Geduld echte Schätze finden lassen. Auch Concept-Stores für Wohnaccessoires, Schmuckdesigner-Ateliers und kleine Galerien tragen zum kreativen Charakter der Straße bei. Die Architektur selbst ist ein Highlight für sich: Die Gründerzeitfassaden mit ihren Stuckverzierungen, Erkern und schmiedeeisernen Details verleihen der Straße einen völlig anderen Charme als die funktionalen Nachkriegsbauten der Innenstadt-Einkaufsmeilen. Zwischen den Geschäften laden zahlreiche Cafés, Bistros und Bars zu einer Pause ein, viele mit Außenbestuhlung, die sich bei schönem Wetter bis auf den Gehsteig ausbreitet und der Straße eine mediterrane Leichtigkeit verleiht. Am westlichen Ende der Ehrenstraße öffnet sich der Brüsseler Platz, das inoffizielle Herz des Belgischen Viertels, der von der historischen Kirche St. Michael überragt wird und an warmen Abenden zum beliebten Treffpunkt für Anwohner und Besucher wird, die hier mit einem Glas Wein auf den Stufen sitzen. Wer die Straße entlangschlendert, bemerkt schnell den saisonalen Wandel: Pop-up-Stores, temporäre Ausstellungen und wechselnde Schaufenstergestaltungen sorgen dafür, dass die Ehrenstraße bei jedem Besuch ein neues Gesicht zeigt. Diese Mischung aus Beständigkeit und ständigem Wandel macht die Straße zu einem bevorzugten Ziel für alle, die abseits der großen Marken nach echten Entdeckungen suchen. Auch für Fotobegeisterte lohnt sich ein Besuch, denn kaum eine andere Kölner Straße bietet eine derart dichte Kulisse aus Gründerzeitfassaden, bunten Schaufenstern und urbaner Streetart.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Ehrenstraße

Die Ehrenstraße ist eine öffentlich zugängliche Straße ohne Eintrittspreis und rund um die Uhr begehbar. Die Öffnungszeiten der einzelnen Boutiquen, Cafés und Läden variieren naturgemäß stärker als in den großen Einkaufsstraßen, da es sich überwiegend um inhabergeführte Geschäfte handelt. Als grobe Orientierung öffnen die meisten Läden von Montag bis Samstag zwischen 11 und 19 Uhr, viele kleinere Boutiquen auch erst am späteren Vormittag, während Cafés und Bars oft bis in den späten Abend hinein geöffnet bleiben. Sonntags haben die meisten Geschäfte geschlossen, die gastronomischen Betriebe hingegen sind an sieben Tagen der Woche aktiv, sodass sich die Straße auch am Wochenende für einen entspannten Spaziergang eignet. Für die Anreise bietet sich die Kölner Stadtbahn an: Die Haltestelle Rudolfplatz, bedient von mehreren Linien der KVB, liegt nur wenige Gehminuten vom östlichen Ende der Ehrenstraße entfernt. Alternativ erreicht man das Viertel zu Fuß in etwa 15 bis 20 Minuten vom Kölner Hauptbahnhof oder vom Neumarkt aus. Parkmöglichkeiten im Belgischen Viertel selbst sind begrenzt und unterliegen der Bewohnerparkregelung, weshalb ein nahegelegenes Parkhaus, etwa am Rudolfplatz, empfehlenswerter ist als die Suche nach einem Straßenparkplatz. Die Straße ist größtenteils eben und gut begehbar, wobei die historischen Gehsteige teils schmaler ausfallen als in den modernen Fußgängerzonen der Innenstadt.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Ehrenstraße

Von der Ehrenstraße aus lassen sich zahlreiche weitere Ziele im Belgischen Viertel und der angrenzenden Innenstadt bequem zu Fuß erreichen. Der bereits erwähnte Brüsseler Platz mit der Kirche St. Michael bildet das lebendige Zentrum des Viertels und ist selbst an gewöhnlichen Abenden gut besucht. Nur wenige Straßen weiter liegt die Markthalle im Belgischen Viertel, ein beliebter gastronomischer Treffpunkt mit regionalen und internationalen Spezialitäten. Auch die Synagoge an der Roonstraße, ein bedeutendes historisches und religiöses Gebäude, befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist einen Abstecher wert. In östlicher Richtung erreicht man in rund zehn Minuten den Rudolfplatz mit dem markanten Hahnentorburg-Torbau, einem Überrest der mittelalterlichen Stadtbefestigung, sowie den Übergang zu den Kölner Ringen mit ihrer Vielzahl an Bars und Restaurants. Wer von dort weiter Richtung Innenstadt schlendert, gelangt in etwa 15 bis 20 Minuten zur Schildergasse und zur Hohen Straße, womit sich ein Besuch der Ehrenstraße ideal mit einem klassischen Einkaufsbummel in der Kölner Innenstadt kombinieren lässt.

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