Alter Markt
Der Alter Markt zählt zu den ältesten und geschichtsreichsten Plätzen der Kölner Altstadt und liegt nur wenige Schritte vom Rhein und vom Historischen Rathaus entfernt. Umrahmt von bunten Giebelhäusern, Brauereikneipen und traditionsreicher Gastronomie, ist der Platz seit Jahrhunderten ein Treffpunkt für Kölner und Gäste der Stadt gleichermaßen. Besonders während der Karnevalszeit verwandelt sich der Alter Markt in eines der lebhaftesten Zentren der Stadt, wenn Jecken in Kostümen die engen Gassen rund um den Platz bevölkern und die Luft von Musik und Gesang erfüllt ist. Doch auch außerhalb der fünften Jahreszeit lohnt sich ein Besuch: Die Mischung aus mittelalterlicher Geschichte, barocker Architektur und pulsierendem Alltagsleben macht den Alter Markt zu einem Ort, an dem sich die wechselvolle Vergangenheit Kölns unmittelbar erleben lässt. Wer durch die engen Gassen der Altstadt schlendert, stößt fast automatisch auf diesen weitläufigen, von Sonne durchfluteten Platz, der im Sommer von Außengastronomie und im Winter vom Glanz des Weihnachtsmarktes geprägt wird.
Geschichte von Alter Markt
Die Geschichte von Alter Markt reicht weit in die römische Zeit zurück: Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, dass im Bereich von Alter Markt und Heumarkt während der Römerzeit ein Rheinarm verlief, dessen Flussbett heute etwa 13 Meter unter der heutigen Platzoberfläche liegt. Als eigenständiger Marktplatz wird der Alter Markt erstmals im Jahr 922 urkundlich erwähnt, was ihn zu einem der ältesten belegten Versammlungsorte der Stadt macht. Im Mittelalter entwickelte sich die Umgebung des Platzes zum bevorzugten Wohnviertel der kölnischen Oberschicht und wohlhabender Patrizierfamilien, die hier ihre Stadthäuser errichteten. Nach 1024 ließ der Kölner Erzbischof sogar eine Münzstätte in unmittelbarer Nähe des Platzes einrichten, ein Zeichen für die wirtschaftliche Bedeutung dieses Ortes im hochmittelalterlichen Köln. Über die Jahrhunderte diente der Alter Markt als zentraler Handelsplatz, insbesondere für Gemüse, Obst und andere Waren, während gleichzeitig die umliegenden Giebelhäuser zu einem der malerischsten Stadtbilder Kölns wurden. Eines der ältesten erhaltenen Gebäude, das sogenannte Gaffelhaus an der Hausnummer 20-22, geht in seinem Kern sogar bis auf das Jahr 1213 zurück. Die dunkelste Stunde in der Geschichte des Platzes war der Zweite Weltkrieg: Bei den Luftangriffen im Mai 1942 und erneut im Juni 1943 wurden die historischen Giebelhäuser rund um den Alter Markt fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende entschied man sich beim Wiederaufbau bewusst für eine Rekonstruktion im historisierenden Stil, sodass der Platz heute wieder jenes charakteristische, geschlossene Giebelensemble zeigt, das an die Vorkriegszeit erinnert, auch wenn die Bausubstanz selbst modern ist.
Highlights am Alter Markt
Im Zentrum des Platzes steht der Jan-von-Werth-Brunnen, der 1884 für damals beachtliche 20.000 Mark errichtet wurde. Der Brunnen erzählt die bekannte Kölner Liebeslegende von dem einfachen Reiterknecht Jan von Werth, der sich in die Wäscherin Griet verliebte, von ihr jedoch zunächst zurückgewiesen wurde. Erst als Jan von Werth Jahre später als hochdekorierter General zurückkehrte, soll Griet ihren Fehler bereut haben – eine Geschichte, die bis heute als Sinnbild für den Satz steht, dass es nie zu spät sei, sein Glück zu versuchen. Unweit des Brunnens befindet sich die kuriose Figur des sogenannten Platzjabbeck, einer grimassierenden, die Zunge herausstreckenden Steinfigur an einer der Hausfassaden, die typisch für den eigenwilligen kölschen Humor ist und von Einheimischen gerne als heimlicher Schutzpatron des Platzes bezeichnet wird. Direkt an den Alter Markt grenzt das Historische Rathaus mit seinem markanten Renaissance-Turm, der zu den bedeutendsten weltlichen Bauwerken der Stadt zählt und architektonisch die Verbindung zwischen gotischer Rathauslaube und repräsentativer Turmarchitektur herstellt. Nur wenige Meter entfernt liegt der imposante Gürzenich, die traditionsreiche Kölner Festhalle, die seit dem 15. Jahrhundert für Bälle, Konzerte und vor allem die prunkvollen Karnevalssitzungen genutzt wird. Rund um den Platz reihen sich zahlreiche typisch kölsche Brauhäuser und Wirtschaften, in denen das lokale obergärige Bier Kölsch traditionell aus schlanken Gläsern, den sogenannten Stangen, serviert wird. Im Sommer verwandelt sich der gesamte Platz in eine einzige Freiluft-Gastronomiefläche, während zur Weihnachtszeit der liebevoll gestaltete Markt „Heinzels Wintermärchen" mit seinen handwerklich gestalteten Buden für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt. Höhepunkt des Jahres bleibt jedoch die Kölner Karnevalssession, die traditionell am 11.11. eröffnet wird und bei der der Alter Markt zu einem der zentralen Schauplätze der ausgelassenen Feierlichkeiten wird.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Alter Markt
Da es sich beim Alter Markt um einen öffentlichen Stadtplatz und nicht um eine kostenpflichtige Sehenswürdigkeit handelt, ist der Besuch jederzeit kostenlos und ohne feste Öffnungszeiten möglich – der Platz ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zugänglich. Lediglich die Öffnungszeiten der umliegenden Restaurants, Brauhäuser und Cafés richten sich nach den üblichen Gastronomiezeiten, wobei viele Lokale bereits am Vormittag öffnen und bis in die späten Abendstunden bewirten. Die Anreise zum Alter Markt gestaltet sich denkbar einfach, da er mitten im Herzen der Kölner Altstadt liegt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Platz am besten über die Stadtbahnhaltestelle Heumarkt, die von mehreren Linien bedient wird und nur wenige Gehminuten entfernt liegt; alternativ bietet sich die Haltestelle Dom/Hauptbahnhof an, von der aus man in etwa zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß durch die malerischen Altstadtgassen zum Platz gelangt. Vom Kölner Hauptbahnhof aus, der auch für Fernverkehr und ICE-Verbindungen zentral ist, lässt sich der Alter Markt bequem in einem kurzen Spaziergang von etwa zwölf Minuten erreichen. Autofahrer sollten bedenken, dass die gesamte Altstadt überwiegend verkehrsberuhigt beziehungsweise als Fußgängerzone ausgewiesen ist, sodass eine Anfahrt mit dem eigenen Fahrzeug wenig praktikabel ist. Empfehlenswert sind daher die umliegenden Parkhäuser, etwa am Rheinufer oder in der Nähe des Heumarkts, von wo aus man den Platz in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Auch eine Anreise mit dem Fahrrad ist aufgrund der guten Radwegeanbindung entlang des Rheins eine beliebte und zunehmend genutzte Option.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Alter Markt
Die zentrale Lage von Alter Markt mitten im historischen Zentrum Kölns macht ihn zum idealen Ausgangspunkt, um weitere Sehenswürdigkeiten der Altstadt zu Fuß zu entdecken. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Fischmarkt, ein kleinerer, aber ebenso stimmungsvoller Platz direkt am Rheinufer, der mit seinen bunten Fachwerkhäusern und der unmittelbaren Nähe zur romanischen Kirche Groß St. Martin besticht. In östlicher Richtung erreicht man in kurzer Zeit den Heumarkt, einen der größten Plätze Kölns mit dem Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III. sowie zahlreichen traditionellen Brauhäusern. Auch der weltberühmte Kölner Dom mit seinen markanten gotischen Türmen ist nur einen kurzen Spaziergang von etwa zehn Minuten entfernt und sollte bei keinem Besuch der Altstadt fehlen. Entlang der Rheinpromenade lässt es sich hervorragend spazieren, mit Blick auf die Hohenzollernbrücke und die gegenüberliegenden Rheinauhäfen mit ihrer modernen Architektur. Für Kulturinteressierte lohnt sich außerdem ein Besuch des nahegelegenen Museums Ludwig oder des Schokoladenmuseums am Rheinauhafen, beide in angenehmer Gehdistanz vom Platz.
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