St. Lambertus Basilika
Mitten im historischen Herzen der Düsseldorfer Altstadt, nur wenige Schritte vom Rheinufer entfernt, erhebt sich die St. Lambertus Basilika mit ihrem unverwechselbaren schiefen Turm über die Dächer der Stadt. Seit Jahrhunderten prägt das gotische Gotteshaus die Silhouette der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Düsseldorfs überhaupt. Schon von Weitem fällt der markante, leicht verdrehte Turmhelm auf, der längst zu einem inoffiziellen Symbol der Stadt geworden ist und zahlreiche Legenden über feuchtes Bauholz, Sturmschäden und göttliche Fügung inspiriert hat. Im Inneren erwartet Besucher eine überraschend reiche Ausstattung aus Gotik, Renaissance und Barock, die von der langen Geschichte als Hof- und Grabkirche der Herzöge von Jülich-Berg erzählt. Als Pfarrkirche von St. Lambertus bietet die Basilika heute nicht nur einen Ort der Stille inmitten des pulsierenden Altstadtlebens, sondern auch ein bedeutendes Kunst- und Musikerbe, das Architektur- und Kulturinteressierte aus aller Welt anzieht.
Geschichte der St. Lambertus Basilika
Die Wurzeln der St. Lambertus Basilika reichen weit in das Mittelalter zurück. Eine päpstliche Urkunde aus dem Jahr 1159 bestätigt bereits die Existenz eines Vorgängerbaus, wobei Historiker davon ausgehen, dass die eigentlichen Ursprünge der Kirche noch deutlich früher liegen. Der heutige, als dreischiffige Hallenkirche angelegte Bau im Stil der niederrheinischen Backsteingotik wurde ab etwa 1370 errichtet und am 12. Juli 1394 feierlich konsekriert. Der Chor der Kirche ruht dabei auf den Grundmauern seines romanischen Vorgängerbaus, was die bauliche Kontinuität über mehrere Jahrhunderte eindrucksvoll belegt. Mit der Verlegung der Residenz der Grafen von Berg nach Düsseldorf gewann die Kirche zunehmend an Bedeutung und diente ab 1592 als Grablege für Mitglieder der herzoglichen Familie, was ihr bis heute einen besonderen Rang unter den Sakralbauten der Stadt verleiht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden, insbesondere der charakteristische Turmhelm wurde zerstört und musste in den Nachkriegsjahren originalgetreu in seiner schiefen Form wiederaufgebaut werden. Die barocke Innenausstattung mit Altären aus den Jahren 1691 bis 1698 zeugt von einer weiteren prägenden Bauphase. Im Jahr 1974 würdigte Papst Paul VI. die historische und spirituelle Bedeutung der Kirche, indem er ihr den Titel einer Basilica minor verlieh - eine Auszeichnung, die nur wenigen Kirchen in Deutschland zuteilwird und die besondere Stellung von St. Lambertus innerhalb der katholischen Kirche unterstreicht.
Highlights in der St. Lambertus Basilika
Das auffälligste Merkmal der St. Lambertus Basilika ist zweifellos ihr schiefer Turm, dessen verdrehter Helm Düsseldorf eine der ungewöhnlichsten Stadtsilhouetten im gesamten Rheinland verleiht. Im Inneren der Basilika zieht das Grabmal Herzog Wilhelms V. die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich - es gilt vielen Kunsthistorikern als eines der bedeutendsten Renaissance-Kunstwerke, die in Düsseldorf erhalten sind. Am Hochaltar wacht zudem eine eindrucksvolle Madonnenfigur, ein Werk des berühmten Barockbildhauers Gabriel de Grupello, dessen Arbeiten die künstlerische Blütezeit der Stadt im 17. Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt haben. Ein weiteres kostbares Ausstattungsstück ist der Apollinaris-Schrein aus dem Jahr 1665, der Reliquien des Kirchenpatrons bewahrt und regelmäßig im Rahmen von Führungen gezeigt wird. Musikalisch verfügt die Basilika über eine besondere Rarität: zwei eigenständige Orgeln der renommierten Orgelbauwerkstatt Rieger, wobei die Turmorgel 1999 und die Chororgel 2004 fertiggestellt wurde - ein Zwillingsinstrument, das regelmäßig für Konzerte und sonntägliche Orgelmusik genutzt wird. Im Turm erklingen außerdem sieben Bronzeglocken, die 1987 gegossen wurden und das Altstadtviertel mit ihrem Klang erfüllen. Für Besucher mit besonderem Interesse an der Marienverehrung bietet die Pfarrei eine digitale Tour an, die gezielt auf die zahlreichen Mariendarstellungen in der Basilika eingeht und so einen vertieften Zugang zur reichen Ikonografie des Gotteshauses ermöglicht. Die Kombination aus gotischer Architektur, barocker Ausstattung und lebendiger Kirchenmusik macht St. Lambertus zu einem der facettenreichsten Sakralbauten Düsseldorfs. Auch die barocken Seitenaltäre aus dem späten 17. Jahrhundert sowie zahlreiche historische Grabplatten entlang der Seitenschiffe verdienen bei einem Rundgang durch die Basilika einen zweiten Blick, da sie anschaulich die wechselvolle Ausstattungsgeschichte des Gotteshauses über die Jahrhunderte hinweg dokumentieren.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur St. Lambertus Basilika
Die St. Lambertus Basilika steht Besuchern zu den regulären Gottesdienstzeiten sowie außerhalb der Messen für stille Besichtigungen offen, der Zutritt zur Kirche selbst ist dabei kostenfrei. Das Pfarrbüro an der Adresse Stiftsplatz 7 ist von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung erreichbar und erteilt dort auch Auskunft über Führungen und besondere Veranstaltungen. Wer die Basilika im Rahmen einer geführten Tour erleben möchte, kann sich über die Website der Pfarrei lambertuspfarre.de über aktuelle Termine informieren, ebenso werden dort die beliebten sonntäglichen Orgelkonzerte angekündigt. Da es sich um eine aktive Pfarrkirche handelt, sollten Besucher während laufender Gottesdienste besondere Rücksicht nehmen. Die Anreise zur St. Lambertus Basilika gestaltet sich dank der zentralen Lage in der Altstadt unkompliziert: Vom Hauptbahnhof Düsseldorf erreicht man den Stiftsplatz bequem mit der Straßenbahn oder U-Bahn bis zur Haltestelle Heinrich-Heine-Allee, von dort sind es nur wenige Gehminuten durch die engen Gassen der Altstadt. Auch der Burgplatz und die Rheinuferpromenade liegen in unmittelbarer Nähe, sodass sich ein Besuch der Basilika ideal mit einem Spaziergang entlang des Rheins verbinden lässt. Für Autofahrer stehen mehrere Parkhäuser am Rand der Altstadt zur Verfügung, da das Zentrum selbst als Fußgängerzone ausgewiesen ist und nicht befahren werden kann.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der St. Lambertus Basilika
Die Lage der St. Lambertus Basilika im Zentrum der Altstadt macht sie zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die "längste Theke der Welt", wie die Düsseldorfer ihre Altstadt mit ihren traditionsreichen Brauhäusern gerne nennen. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Burgplatz mit dem Schlossturm, dem letzten erhaltenen Rest des ehemaligen Düsseldorfer Schlosses, von dessen Aussichtsplattform sich ein herrlicher Blick über den Rhein eröffnet. Direkt angrenzend lädt die Rheinuferpromenade zu einem entspannten Spaziergang oder einer Schifffahrt ein. Auf dem nahegelegenen Marktplatz thront das historische Rathaus neben der goldenen Reiterstatue des Kurfürsten Jan Wellem, einem der bekanntesten Denkmäler der Stadt. Kunstliebhaber finden am Grabbeplatz mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst in Deutschland, während Freunde der Barockarchitektur einen Abstecher zur nahegelegenen Maxkirche im Stadtteil Carlstadt unternehmen können. Wer nach der Besichtigung eine Stärkung sucht, findet in unmittelbarer Nähe traditionelle Altbier-Brauhäuser wie das Füchschen oder Zum Schlüssel, in denen das obergärige Düsseldorfer Altbier direkt vom Fass serviert wird. Auch der Hofgarten, die älteste öffentliche Parkanlage Deutschlands, lässt sich von der Basilika aus in wenigen Gehminuten erreichen und bietet nach einer Besichtigung willkommene Erholung im Grünen.
Wo übernachten in Düsseldorf, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.