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Museum Kunstpalast

Museum Kunstpalast
Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf, Deutschland Webseite
Inhalt

Das Museum Kunstpalast zählt zu den traditionsreichsten und zugleich facettenreichsten Kunstmuseen Deutschlands und residiert im repräsentativen Ehrenhof-Gebäudeensemble am Rheinufer im Stadtteil Pempelfort. Unter einem Dach vereint das Museum Kunstpalast Gemälde alter Meister, eine der bedeutendsten Glassammlungen der Welt, eine umfangreiche Grafische Sammlung sowie moderne und zeitgenössische Kunst, sodass ein Rundgang durch mehrere Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte führt. Die Wurzeln des Hauses reichen bis in die Zeit des kunstsinnigen Kurfürsten Johann Wilhelm II. zurück, auch wenn das heutige Gebäude erst Mitte der 1920er Jahre entstand. Wer sich für Malerei von Rubens bis zur Gegenwart, für kunsthandwerkliches Glas oder für die Geschichte der berühmten Düsseldorfer Malerschule interessiert, findet im Museum Kunstpalast eines der ergiebigsten Häuser im Rheinland. Im selben Gebäude befindet sich außerdem der Robert-Schumann-Saal, in dem regelmäßig Kammerkonzerte, Lesungen und Kleinkunstabende stattfinden, sodass das Museum Kunstpalast nicht nur ein Ort für bildende Kunst, sondern auch ein lebendiger kultureller Treffpunkt für die ganze Stadt ist.

Geschichte des Museum Kunstpalast

Die Geschichte des Museum Kunstpalast beginnt im ausgehenden 17. Jahrhundert, als Kurfürst Johann Wilhelm II., genannt Jan Wellem, in seiner Residenz eine bedeutende Gemäldegalerie aufbaute und damit den Grundstein für Düsseldorfs Ruf als Kunststadt legte. Diese kurfürstliche Sammlung wurde jedoch 1805 und 1806 nach München gebracht, als die bayerischen Kurfürsten das Erbe der Pfalz übernahmen; sie bildet bis heute einen Kernbestand der Alten Pinakothek in München. Düsseldorf musste seine Kunstsammlungen daher im 19. Jahrhundert weitgehend neu aufbauen, maßgeblich getragen von der an der Kunstakademie entstandenen Düsseldorfer Malerschule, die unter Direktoren wie Wilhelm von Schadow internationale Ausstrahlung entwickelte. 1902 entstand am Rheinufer ein eigener Ausstellungspalast für Kunst und Gewerbe, aus dem sich der Name Kunstpalast ableitet. Das heutige Gebäude am Ehrenhof wurde 1925 und 1926 nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis für die große Ausstellung GeSoLei errichtet, die Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen in einem monumentalen Gebäudekomplex präsentierte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ensemble schwer beschädigt und musste in den Nachkriegsjahren wiederaufgebaut werden. Über Jahrzehnte bestanden das Kunstmuseum Düsseldorf mit seiner Gemäldesammlung und der Kunstpalast mit Glas- und Grafiksammlung als getrennte Institutionen, bevor sie im Jahr 2001 nach einer grundlegenden Sanierung unter der Leitung des Architekten Oswald Mathias Ungers zum heutigen Museum Kunstpalast zusammengeführt wurden. Bereits in den Jahrzehnten vor der offiziellen Fusion arbeiteten beide Vorgängerinstitutionen bei größeren Sonderausstellungen eng zusammen, sodass die Zusammenlegung von 2001 eher eine folgerichtige Bündelung bestehender Kompetenzen war als ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit.

Highlights im Museum Kunstpalast

Der Rundgang durch die Gemäldegalerie des Museum Kunstpalast beginnt bei den Alten Meistern: Werke von Peter Paul Rubens, Jan Brueghel dem Älteren und weiteren Vertretern der flämischen und niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts zeugen von der einstigen kurfürstlichen Sammlung. Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Düsseldorfer Malerschule des 19. Jahrhunderts mit stimmungsvollen Landschaften von Andreas Achenbach und zahlreichen weiteren Absolventen der Kunstakademie, die Düsseldorf zu einem der wichtigsten Ausbildungsorte für Malerei in Europa machten. Weltberühmt ist die sogenannte Sammlung Hentrich, eine der umfangreichsten Glassammlungen überhaupt: Sie reicht von antikem römischem Glas über Jugendstilvasen von Émile Gallé und den Favrile-Gläsern von Louis Comfort Tiffany bis zu zeitgenössischem Studioglas und zeigt die gestalterische Vielfalt des Materials auf eindrucksvolle Weise. Die Grafische Sammlung umfasst Tausende Zeichnungen und Druckgrafiken, unter anderem von Rembrandt und Francisco de Goya, und wird in wechselnden thematischen Kabinettausstellungen präsentiert. In der Moderne und Gegenwartskunst sind unter anderem Max Ernst sowie der in Düsseldorf lehrende Jörg Immendorff vertreten, dessen politisch aufgeladene Malerei die deutsche Kunst der 1980er Jahre prägte. Zur Spielzeit 2026/2027 zeigt das Museum Kunstpalast gleich mehrere große Sonderausstellungen: „Niki de Saint Phalle. Dream Machine" widmet sich von September 2026 bis Februar 2027 dem farbenfrohen Werk der französisch-amerikanischen Künstlerin, eine Retrospektive beleuchtet von September 2026 bis Januar 2027 das Schaffen von Jörg Immendorff, und die Ausstellung zu Werken von Winfred Gaul aus der Sammlung Kemp ist von Oktober 2026 bis Februar 2027 zu sehen. Ergänzt wird das Programm durch die Dauerausstellung „Von Aldi bis Rubens", die Alltagsobjekte bewusst neben Kunstwerke stellt und so überraschende Bezüge zwischen hoher Kunst und Konsumkultur herstellt.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Museum Kunstpalast

Das Museum Kunstpalast am Ehrenhof 4-5 in 40479 Düsseldorf ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags sogar bis 21 Uhr; montags bleibt das Haus geschlossen. Der reguläre Eintritt beträgt 17 Euro, ermäßigt 13 Euro, während Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Mitglieder des Freundeskreises kostenfrei Zutritt erhalten. Für einzelne Sonderausstellungen können abweichende Preise gelten, weshalb sich ein Blick auf die aktuelle Preisliste vor dem Besuch lohnt. Tickets sind sowohl an der Kasse als auch online über die Website des Museums erhältlich. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfach: Mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Rheinbahn halten in der Nähe des Ehrenhofs, von wo aus das Museum in wenigen Gehminuten zu erreichen ist, und auch vom Hauptbahnhof sowie von der Altstadt führen direkte Verbindungen zum Rheinufer. Besucher mit dem Auto finden Parkmöglichkeiten in der Umgebung des Ehrenhofs, etwa im nahegelegenen Parkhaus. Die Lage direkt am Rhein macht einen Spaziergang entlang der Rheinuferpromenade vor oder nach dem Museumsbesuch besonders reizvoll. Für Gruppen, Schulklassen und Familien bietet das Museum Kunstpalast zudem ein umfangreiches Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops an, die sich an der aktuellen Ausstellungssituation orientieren und am besten vorab gebucht werden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Museum Kunstpalast

Das Ehrenhof-Ensemble, in dem sich das Museum Kunstpalast befindet, liegt unmittelbar am Rhein und bietet damit selbst schon einen attraktiven Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der Rheinuferpromenade in Richtung Altstadt. Im selben historischen Gebäudekomplex befinden sich außerdem die Tonhalle, ein beliebter Konzertsaal in einer ehemaligen Planetariumskuppel, sowie das NRW-Forum mit wechselnden Ausstellungen zu Fotografie, Popkultur und digitaler Kunst, sodass sich ein kulturell dichter Nachmittag gut planen lässt. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Nordpark mit dem Japanischen Garten und dem Aquazoo Löbbecke Museum, einer Kombination aus Zoo und naturkundlichem Museum. Richtung Innenstadt erreicht man in kurzer Zeit die Düsseldorfer Altstadt mit ihren traditionellen Altbier-Brauhäusern sowie die beiden Häuser der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 am Grabbeplatz und K21 im Ständehaus, die sich ideal mit einem Besuch des Museum Kunstpalast zu einem Museumstag kombinieren lassen. Auch ein Abstecher zum nahen Rheinpark oder eine kurze Schifffahrt auf dem Rhein lässt sich gut mit dem Museumsbesuch verbinden, besonders an Sommerabenden, wenn die Promenade bis in die Dämmerung belebt bleibt.

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