Maxkirche
Im klassizistisch geprägten Stadtteil Carlstadt, nur einen kurzen Spaziergang von der Rheinuferpromenade entfernt, erhebt sich die Maxkirche als eines der schönsten Beispiele später Barockarchitektur in Düsseldorf. Die Kirche, die ursprünglich als Franziskanerklosterkirche entstand und dem Heiligen Antonius von Padua geweiht wurde, verdankt ihren heute gebräuchlichen Namen der späteren Umwidmung zu Ehren des Heiligen Maximilian von Celeia. Weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus ist die Maxkirche vor allem für ihre außergewöhnliche Akustik bekannt, die sie zu einem der beliebtesten Konzertorte für Kirchenmusik in der gesamten Region macht. Mit ihrer eleganten, zweifarbig gehaltenen Fassade aus Backstein und Naturstein sowie der markanten Zwiebelkuppel über dem Vierungsturm zählt die Maxkirche zu den architektonisch anspruchsvollsten Sakralbauten der Landeshauptstadt.
Geschichte der Maxkirche
Die Geschichte der Maxkirche beginnt im Jahr 1650, als der Franziskanerorden beim Düsseldorfer Hof um die Erlaubnis zur Gründung eines Klosters in der Stadt bat. Nach einer zunächst ablehnenden Haltung erteilte Herzog Wolfgang Wilhelm im Jahr 1651 schließlich die Zustimmung, worauf sechs Franziskanermönche nach Düsseldorf kamen. Das zugehörige Kloster wurde bis 1662 fertiggestellt, eine schlichte erste Kirche folgte 1668. Da das Gebäude jedoch bald unter erheblichen Schäden durch Bodensenkungen litt, entschied man sich für einen Neubau: Zwischen 1735 und 1737 entstand die heutige, dreischiffige Hallenkirche, die am 4. Oktober 1737 feierlich dem Heiligen Antonius von Padua geweiht wurde. Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts drohte der Kirche zeitweise der Abriss, der jedoch durch den entschlossenen Protest der Düsseldorfer Bürgerschaft verhindert werden konnte. In der Folge wurde die Kirche neu dem Heiligen Maximilian von Celeia gewidmet, zu Ehren von Kurfürst und Herzog Maximilian Joseph - eine Umbenennung, der die Kirche ihren bis heute gebräuchlichen Namen "Maxkirche" verdankt. Im Jahr 2011 fusionierte die Gemeinde schließlich mit der Pfarrei St. Lambertus, blieb jedoch als eigenständiger Kirchenraum mit besonderem musikalischem Profil erhalten.
Highlights in der Maxkirche
Die spätbarocke Backsteinfassade der Maxkirche gliedert sich in drei durch Natursteinpilaster getrennte Abschnitte, deren Zentrum ein dreifach gestuftes Portal, eine Nische mit Heiligenfigur sowie ein hohes, repräsentatives Fenster bilden. Über dem Mansarddach erhebt sich eine sechseckige Kuppel mit steiler Laterne und charakteristischer Zwiebelhaube, die der Kirche eine unverkennbare Silhouette verleiht. Im Inneren überrascht die Maxkirche mit einem in Weiß und Grau gehaltenen, überraschend lichten Kirchenraum, in dem gepaarte ionische Säulen Tonnengewölbe und Kreuzgratabschnitte tragen. Zu den herausragenden Ausstattungsstücken zählt das aus dem Vorgängerbau des 17. Jahrhunderts erhaltene Chorgestühl sowie das bemerkenswerte Adlerpult aus Bronze, das bereits 1449 in Maastricht für den Altenberger Dom geschaffen wurde und später seinen Weg in die Maxkirche fand. Die 14 Kreuzwegstationen des Künstlers Heinrich Nüttgens aus dem Jahr 1903 sowie die modernen, vom Künstler Jochem Poensgen im Jahr 2000 gestalteten Fenster zeigen eindrucksvoll, wie die Kirche über die Jahrhunderte künstlerisch weiterentwickelt wurde. Weltweite Anerkennung genießt die Maxkirche jedoch vor allem für ihre Orgel: Das 1753 von Christian Ludwig König geschaffene Instrument mit 39 Registern wurde nach jahrzehntelangen Veränderungen 2011 von der Werkstatt Johannes Klais originalgetreu rekonstruiert und zählt seither wieder zu den klangschönsten Orgeln im Rheinland. Fünf 1954 von Petit & Gebr. Edelbrock gegossene Bronzeglocken ergänzen das musikalische Profil der Kirche, die regelmäßig Konzertreihen der Kirchenmusik "Musik an St. Maximilian" ausrichtet und damit zu einem festen Bestandteil des Düsseldorfer Konzertlebens geworden ist. Diese besondere Verbindung aus denkmalgeschützter Bausubstanz und lebendigem Konzertbetrieb macht die Maxkirche zu einem der wenigen Düsseldorfer Sakralbauten, in denen sich historisches Erbe und zeitgenössisches Musikschaffen auf so unmittelbare Weise begegnen; viele Besucher kommen daher gezielt wegen eines Konzerts und entdecken erst im Anschluss die architektonischen und kunsthistorischen Details des Kirchenraums. Wer die Maxkirche außerhalb eines Konzerttermins besucht, sollte sich dennoch Zeit nehmen, um die ungewöhnlich lichte Raumwirkung und die feinen Stuckdetails der Decke in Ruhe zu betrachten, denn gerade im Tageslicht entfalten Weiß und Grau der Innenausstattung eine besonders klare, fast schon klassizistisch wirkende Eleganz, die sich deutlich von der überladenen Pracht vieler anderer Barockkirchen unterscheidet. Dieser ruhige Charme trägt wesentlich dazu bei, dass die Maxkirche bei vielen Düsseldorfern als echter Geheimtipp unter den Kirchen der Stadt gilt.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Maxkirche
Die Maxkirche ist in der Regel außerhalb der Gottesdienstzeiten für stille Besichtigungen geöffnet, der Zutritt zur Kirche ist kostenfrei. Besonders beliebt sind die regelmäßigen Konzerte der Kirchenmusikreihe "Musik an St. Maximilian", für die mitunter gesonderte Eintrittspreise erhoben werden; aktuelle Termine und Programme finden sich auf der Website musik-maxkirche.de. Allgemeine pfarrliche Auskünfte erteilt das Pfarrbüro von St. Lambertus, dem die Maxkirche seit der Fusion im Jahr 2011 angehört. Die Anreise zur Maxkirche im Stadtteil Carlstadt gestaltet sich von der Düsseldorfer Innenstadt aus unkompliziert: Von der Altstadt und dem Burgplatz erreicht man die Kirche in einem rund zehnminütigen Spaziergang entlang der Rheinuferpromenade, alternativ verkehren mehrere Straßenbahnlinien in die Nähe der Carlstadt. Für Autofahrer stehen in der Carlstadt mehrere öffentliche Parkmöglichkeiten zur Verfügung, auch wenn ein Großteil des historischen Viertels als verkehrsberuhigte Zone mit engen Gassen ausgewiesen ist. Die Lage direkt am Rhein macht einen Besuch der Maxkirche zudem zu einem idealen Ziel im Rahmen eines ausgedehnten Spaziergangs entlang der Uferpromenade.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Maxkirche
Der Stadtteil Carlstadt, in dem die Maxkirche liegt, zählt mit seinen klassizistischen Bürgerhäusern und engen, von Kunstgalerien und Antiquariaten geprägten Gassen zu den charmantesten Vierteln Düsseldorfs und lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Nur wenige Schritte entfernt liegt die Rheinuferpromenade, von der aus sich hervorragende Blicke auf den Fluss und den gegenüberliegenden Medienhafen eröffnen. In Richtung Norden erreicht man in kurzer Zeit die historische Altstadt mit der St. Lambertus Basilika und der St. Andreas Dominikanerkirche, deren Besuch sich gut mit einem Abstecher zur Maxkirche kombinieren lässt. Das Hetjens-Museum, das sich der internationalen Keramikkunst widmet, sowie das Filmmuseum Düsseldorf befinden sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe und bieten sich als kulturelle Ergänzung zu einem Kirchenbesuch an. Wer die Gelegenheit zu einem weiteren kulinarischen Erlebnis sucht, findet in den kleinen Cafés und Restaurants der Carlstadt eine ruhigere, aber nicht weniger genussvolle Alternative zu den belebten Brauhäusern der angrenzenden Altstadt. Auch der Rheinpark Golzheim und die Rheinkniebrücke lassen sich von der Maxkirche aus bei einem längeren Spaziergang entlang des Flusses erreichen und bieten weite Ausblicke auf das gegenüberliegende Ufer und die Skyline der Stadt.
Wo übernachten in Düsseldorf, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.