Kirche & Kathedrale

Johanneskirche

Johanneskirche
Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf Webseite
Inhalt

Am Martin-Luther-Platz, nur wenige Gehminuten vom Hofgarten und der Düsseldorfer Königsallee entfernt, erhebt sich die Johanneskirche mit ihrem 87,5 Meter hohen Turm weit über die Dächer der Stadtmitte. Als größte evangelische Kirche Düsseldorfs ist sie nicht nur ein markanter Orientierungspunkt im Stadtbild, sondern auch ein lebendiges Zentrum kirchlichen und kulturellen Lebens, das weit über den klassischen Gottesdienstbetrieb hinausreicht. Im neoromanischen Stil des späten 19. Jahrhunderts errichtet, überstand die Kirche schwere Kriegsschäden und eine drohende Abrissdebatte in der Nachkriegszeit, um sich heute als moderne "Citykirche" neu zu erfinden. Mit einem einladenden Café im Foyer, regelmäßigen Konzerten und Kunstausstellungen verbindet die Johanneskirche historische Architektur mit zeitgenössischem städtischem Leben und zieht damit sowohl Gläubige als auch kulturinteressierte Besucher aus ganz Düsseldorf an.

Geschichte der Johanneskirche

Die Entstehung der Johanneskirche geht auf das Jahr 1824 zurück, als sich die lutherische und die reformierte Gemeinde Düsseldorfs zu einer gemeinsamen evangelischen Gemeinde zusammenschlossen und in der Folge den Bau einer repräsentativen gemeinsamen Kirche anstrebten. Nach der grundsätzlichen Bauentscheidung im Jahr 1859 und langwierigen Verhandlungen über ein geeignetes Grundstück, die erst 1874 abgeschlossen werden konnten, wurde 1869 der Entwurf der Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden angenommen. Der Grundstein für das Gotteshaus wurde 1875 gelegt, und am 6. Dezember 1881 konnte die Johanneskirche feierlich eingeweiht werden. Am 12. Juni 1943 erlitt die Kirche während eines schweren Bombenangriffs auf Düsseldorf massive Zerstörungen. In den Jahren nach dem Krieg wurde sogar über einen Abriss des Gebäudes diskutiert, um Platz für den wachsenden Straßenverkehr am damaligen Königsplatz zu schaffen - letztlich setzte sich jedoch der Erhalt der Kirche durch, und die Wiederherstellung konnte im März 1953 abgeschlossen werden. Bedeutende Umgestaltungen des Innenraums erfolgten erneut in den Jahren 1997 und 2008, mit denen die Johanneskirche an die veränderten Anforderungen eines modernen Gemeinde- und Kulturlebens angepasst wurde. Diese bewegte Geschichte aus Zerstörung, drohendem Verlust und beharrlicher Wiedererrichtung macht die Johanneskirche zu einem eindrucksvollen Symbol für die Resilienz kirchlichen Lebens im Düsseldorf des 20. Jahrhunderts.

Highlights in der Johanneskirche

Architektonisch beeindruckt die Johanneskirche durch ihre klaren neoromanischen Formen mit einem 61 Meter langen Kirchenschiff und einem weit sichtbaren, 87,5 Meter hohen Turm, der zu den höchsten Kirchturmspitzen Düsseldorfs zählt. Die ursprüngliche Fassade aus Tuffstein musste aufgrund starker Verwitterungsschäden bereits 1905 durch widerstandsfähigeren Basalt ersetzt werden, was dem Bauwerk sein heutiges, kraftvoll dunkles Erscheinungsbild verleiht. Zwei kunstvolle Sandsteinengel des Bildhauers Carl Hubert Müller aus dem Jahr 1878, die ursprünglich die Seitenportale bewachten, wurden 1994 an den westlichen Haupteingang versetzt und begrüßen seither die Besucher der Kirche. Musikalisch verfügt die Johanneskirche über eine bedeutende mechanische Schleifladen-Orgel der Werkstatt Rudolf von Beckerath aus den Jahren 1953/54, die 2001 um elektrische Komponenten erweitert wurde und regelmäßig in Konzerten zur Geltung kommt. Im Turm hängen fünf Glocken, von denen die 1952 gegossene Johannesglocke die größte und klangvollste ist und bei besonderen Anlässen weit über die Stadtmitte hinaus zu hören ist. Als moderne Citykirche hat sich die Johanneskirche zudem zu einem zentralen Veranstaltungsort des evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf entwickelt: Neben klassischen Gottesdiensten finden hier regelmäßig Konzerte unterschiedlichster musikalischer Genres, Kunstausstellungen zeitgenössischer Künstler sowie kulturelle Diskussionsveranstaltungen statt. Das einladende Café im Foyer der Kirche lädt Besucher dazu ein, nach der Besichtigung in entspannter Atmosphäre zu verweilen, und macht die Johanneskirche zu einem der wenigen Sakralbauten der Stadt, die auch im Alltag selbstverständlich besucht werden. Besonders bemerkenswert ist zudem, dass die Johanneskirche trotz ihrer wechselvollen Geschichte bis heute ihren ursprünglichen liturgischen Zweck mit einem offenen, zeitgenössischen Kulturangebot verbindet, wodurch sie als Vorbild für zahlreiche andere Citykirchen-Projekte im Rheinland gilt. Das lichtdurchflutete Kircheninnere mit seinen hohen Gewölben und schlichten, klaren Linien bietet dabei einen eindrucksvollen Kontrast zu den oft eng bebauten Straßenzügen der umgebenden Innenstadt und lädt Besucher unabhängig von ihrer Konfession zu einem Moment der Ruhe inmitten des städtischen Trubels ein.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Johanneskirche

Die Johanneskirche ist für Besucher in der Regel zu den Öffnungszeiten des angeschlossenen Cafés zugänglich, das von Dienstag bis Samstag jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet hat und einen unkomplizierten Einblick in den Kirchenraum ermöglicht. Das Gemeindesekretariat erreicht man von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 13 Uhr, dort erhalten Besucher auch Auskunft über aktuelle Konzerttermine, Ausstellungen und Gottesdienstzeiten. Der Zutritt zur Kirche selbst ist grundsätzlich kostenfrei, bei einzelnen Konzertveranstaltungen können jedoch gesonderte Eintrittspreise erhoben werden, über die auf der Website der Kirche informiert wird. Die Anreise zur Johanneskirche am Martin-Luther-Platz ist dank der zentralen Lage in der Düsseldorfer Stadtmitte denkbar einfach: Mehrere Straßenbahn- und Buslinien halten in unmittelbarer Nähe, zudem liegt die Kirche nur einen kurzen Spaziergang vom Hauptbahnhof sowie von der bekannten Einkaufsstraße Königsallee entfernt. Wer mit dem Auto anreist, findet in den umliegenden Parkhäusern der Innenstadt ausreichend Parkmöglichkeiten, auch wenn ein Großteil des unmittelbaren Umfelds als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen ist. Aufgrund der Nähe zum Hofgarten lässt sich ein Besuch der Johanneskirche hervorragend mit einem Spaziergang durch die älteste öffentliche Parkanlage Deutschlands verbinden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Johanneskirche

Die Lage der Johanneskirche direkt am Martin-Luther-Platz bietet Besuchern einen idealen Ausgangspunkt für weitere Erkundungen der Düsseldorfer Innenstadt. Nur wenige Schritte entfernt beginnt der Hofgarten, Deutschlands älteste öffentliche Parkanlage, die mit ihren weitläufigen Grünflächen, Teichen und Wegen zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt und zugleich mehrere bedeutende Museen beherbergt, darunter das Museum Kunstpalast mit seiner bemerkenswerten Sammlung europäischer Kunst. In unmittelbarer Nähe liegt zudem die weltbekannte Königsallee, die mit ihrem von Linden gesäumten Kö-Graben und den eleganten Geschäften zu den renommiertesten Einkaufsstraßen Europas zählt. Wer die historische Altstadt mit ihren traditionsreichen Brauhäusern erleben möchte, erreicht diese von der Johanneskirche aus in nur rund zehn Gehminuten; dort warten unter anderem die St. Lambertus Basilika und die Rheinuferpromenade. Auch das Dreischeibenhaus, ein bedeutendes Baudenkmal der Nachkriegsmoderne, sowie der Schauspielhaus Düsseldorf liegen in direkter Umgebung des Martin-Luther-Platzes und machen das Viertel zu einem spannenden Mix aus historischer und moderner Architektur. Für Familien mit Kindern bietet sich zudem ein kurzer Abstecher zum nahegelegenen Aquazoo Löbbecke-Museum an, während Shopping-Fans entlang der Kö und in den angrenzenden Einkaufspassagen der Innenstadt stundenlang auf ihre Kosten kommen. Insgesamt lässt sich ein Besuch der Johanneskirche damit hervorragend mit einem ganzen Tag voller kultureller und städtischer Entdeckungen in der Düsseldorfer Innenstadt verbinden.

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