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Hetjens-Museum / Deutsches Keramikmuseum

Hetjens-Museum / Deutsches Keramikmuseum
Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf, Deutschland Webseite
Inhalt

In der ruhigen Carlstadt, nur wenige Gehminuten vom Rheinufer und dem Burgplatz entfernt, residiert eines der ungewöhnlichsten Spezialmuseen Düsseldorfs: das Hetjens-Museum / Deutsches Keramikmuseum. Untergebracht im barocken Palais Nesselrode, einem der schönsten historischen Gebäude der Altstadt, widmet sich das Museum ausschließlich der Kunst und Kulturgeschichte der Keramik - von frühen Tongefäßen vorgeschichtlicher Kulturen bis zu Objekten zeitgenössischer Künstler. Mit einer Sammlung, die bis zu 8000 Jahre zurückreicht und Werke aus praktisch allen Kontinenten umfasst, gilt das Hetjens-Museum als eines der universellsten Institute seiner Art weltweit. Besucher wandeln durch Säle, in denen chinesisches Porzellan neben europäischem Fayencegeschirr, afrikanische Gebrauchskeramik neben zeitgenössischen Studiokeramiken steht, und erleben so, wie unterschiedlich Menschen in verschiedenen Epochen und Kulturen densel­ben Werkstoff - Ton - verarbeitet haben. Das großzügige Treppenhaus und die stuckverzierten Säle des Palais selbst sind dabei schon für sich ein Grund für einen Besuch, da sie einen seltenen Einblick in die Architektur des 18. Jahrhunderts mitten in der Carlstadt bieten. Auch kunsthistorisch interessierte Besucher ohne besonderes Vorwissen über Keramik finden im Hetjens-Museum einen leichten Einstieg, da die Ausstellungstexte bewusst verständlich gehalten sind und die Objekte stets in ihren jeweiligen kulturellen und zeitlichen Zusammenhang eingeordnet werden. Wer sich für Handwerkskunst, Design oder internationale Kulturgeschichte interessiert, findet im Hetjens-Museum eine Fülle an Anknüpfungspunkten, die weit über das hinausgeht, was man von einem klassischen "Keramikmuseum" zunächst erwarten würde.

Geschichte des Hetjens-Museums

Das Hetjens-Museum wurde am 9. Mai 1909 in Düsseldorf gegründet und verdankt seinen Namen dem Sammler Laurenz Heinrich Hetjens (1830-1906). Hetjens begann sein Berufsleben als Polster- und Sattlergeselle, bevor er zum technischen Direktor einer Glasmanufaktur in Aachen aufstieg. Nach seiner Heirat mit der wohlhabenden Witwe Maria Catharina Regnier widmete er sich zunehmend seiner eigentlichen Leidenschaft: dem systematischen Sammeln von Keramiken aus aller Welt. In seinem Testament verfügte Hetjens, dass 150.000 Goldmark für die Errichtung eines eigenen Museums bereitgestellt werden sollten, in dem seine Sammlung der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht würde - ein für die damalige Zeit großzügiger und seltener Akt bürgerlichen Mäzenatentums. Das Museum wurde zunächst 1907/1908 in einem eigenen Gebäude am Kunstausstellungspalast errichtet und eröffnet. Da die Sammlung jedoch stetig weiterwuchs und der ursprüngliche Bau bald nicht mehr ausreichte, zog das Hetjens-Museum 1969 in das deutlich größere Palais Nesselrode in der Carlstadt um, wo es bis heute beheimatet ist. 1994 kam ein moderner Erweiterungsbau hinzu, der zusätzliche Ausstellungsflächen schuf und zugleich das benachbarte Filmmuseum beherbergt. Heute verfügt das Haus über insgesamt rund 8.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf die historischen Palasträume und den modernen Erweiterungsbau. Seit 2025 befindet sich das Museum zudem in einer größeren Umbauphase, bei der unter anderem ein neues Museumscafé mit Zugang über den Innenhof entstehen soll, was in den kommenden Jahren zu zeitweiligen Einschränkungen in einzelnen Bereichen führen kann.

Highlights im Hetjens-Museum

Das Herzstück der Sammlung bildet die enorme Bandbreite keramischer Kulturen, die das Museum unter einem Dach vereint: ostasiatisches Porzellan, darunter feine chinesische und japanische Stücke, trifft auf europäisches Steinzeug und Fayencegeschirr vom Mittelalter bis zum Jugendstil, während eigene Abteilungen afrikanischer Keramik und zeitgenössischer Studiokeramik den Bogen bis in die Gegenwart spannen. Eine besondere Ergänzung der Sammlung bildet die Porzellansammlung VAN MEETEREN, die rund 100 Meissener Porzellanstücke umfasst und ab Dezember 2026 in einer eigenen Präsentation zu sehen sein soll - ein Höhepunkt für Liebhaber feinster europäischer Porzellankunst. Neben der ständigen Sammlung zeigt das Hetjens-Museum regelmäßig Sonderausstellungen, die einzelne Regionen, Epochen oder zeitgenössische Keramikkünstler in den Mittelpunkt rücken und damit auch für wiederholte Besuche interessant bleiben. Für Familien und kreative Besucher bietet die hauseigene Töpferwerkstatt regelmäßige Kurse für Erwachsene und Kinder, Gruppenprogramme sowie Töpfer-Geburtstagsfeiern an, bei denen die Teilnehmer selbst mit Ton arbeiten und so unmittelbar erfahren, wie die im Museum gezeigten Objekte entstanden sein könnten. Das Museum ist zudem auf eine internationale Besucherschaft eingestellt und bietet Informationsmaterial in mehr als zehn Sprachen an. Eine spezialisierte Fachbibliothek rund um Keramik und angewandte Kunst sowie ein Museumsshop mit keramikbezogenen Produkten runden das Angebot ab, und auch Hochzeiten und private Veranstaltungen lassen sich in den historischen Räumen des Palais ausrichten.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Hetjens-Museum

Das Hetjens-Museum / Deutsches Keramikmuseum befindet sich in der Schulstraße 4 in der Düsseldorfer Carlstadt und ist mittwochs von 12 bis 21 Uhr sowie donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet; montags und dienstags bleibt das Haus geschlossen. Aufgrund der laufenden Umbauarbeiten gilt derzeit ein "Pay what you wish"-Modell, bei dem Besucher den Eintrittspreis selbst festlegen können. Kostenfreien Eintritt erhalten grundsätzlich Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren sowie Inhaberinnen und Inhaber des Düsselpasses oder der DüsselCard; Menschen mit einem Grad der Behinderung von 80 Prozent oder mehr erhalten zusammen mit einer Begleitperson ebenfalls freien Eintritt. Das Museum ist barrierefrei zugänglich, lediglich die Töpferwerkstatt erfordert aufgrund einer steilen Rampe (belastbar bis 400 Kilogramm, 90 Zentimeter breit) gegebenenfalls Unterstützung durch das Personal. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man das Museum über die Stadtbahnlinien U71, U72, U73 und U83 bis zur Haltestelle Benrather Straße, von der aus es etwa fünf Gehminuten sind, oder über die Buslinie 726 bis zur Haltestelle Maxplatz, die nur eine Gehminute entfernt liegt. Die Fachbibliothek des Museums ist mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr nach Voranmeldung zugänglich. Besucher sollten angesichts der laufenden Bauarbeiten die aktuellen Hinweise zu eingeschränkt zugänglichen Bereichen beachten, die auf der Museumswebsite veröffentlicht werden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hetjens-Museums

Die Carlstadt ist eines der architektonisch reichsten Viertel Düsseldorfs und bietet rund um das Hetjens-Museum gleich mehrere weitere kulturelle Ziele. In unmittelbarer Nähe liegt das Filmmuseum, das im selben Erweiterungsbau wie das Hetjens-Museum untergebracht ist und sich der Geschichte des Films sowie der Filmtechnik widmet, sodass sich beide Häuser bequem an einem Nachmittag besuchen lassen. Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Heinrich-Heine-Institut an der Bilker Straße, das dem Leben und Werk des berühmten Düsseldorfer Dichters gewidmet ist. Richtung Norden erreicht man in kurzer Zeit den Burgplatz mit dem historischen Schlossturm und der Düsseldorfer Altstadt mit ihrer dichten Kneipenszene, während südlich der Carlstadt die malerische Rheinpromenade zu einem Spaziergang am Fluss einlädt. Auch die Königsallee mit ihren bekannten Einkaufsmöglichkeiten liegt in bequemer Gehdistanz. Die Kombination aus ruhigen, von Altbauten geprägten Straßen der Carlstadt und der Nähe zu den touristischen Hauptattraktionen der Stadt macht das Viertel rund um das Hetjens-Museum zu einem idealen Ausgangspunkt für einen kulturell geprägten Tag in Düsseldorf.

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