Filmmuseum Düsseldorf
Das Filmmuseum Düsseldorf ist eines der wenigen Museen in Deutschland, die sich umfassend der Geschichte des bewegten Bildes widmen, und zugleich das einzige regionale Filmarchiv Nordrhein-Westfalens. Untergebracht im historischen Palais Wittgenstein in der Düsseldorfer Altstadt, führt die rund 2.200 Quadratmeter große Dauerausstellung von den optischen Vorläufern des Kinos über die Erfindung der Kinematografie bis zu den digitalen Spezialeffekten der Gegenwart. Zum Haus gehört außerdem das Black Box Kino, ein eigenes Programmkino mit täglich wechselndem Spielplan, sowie ein umfangreiches Archiv mit mehr als 30.000 Filmkopien. Wer verstehen möchte, wie aus mechanischen Guckkästen die Kunstform Film wurde und welche Rolle Nordrhein-Westfalen in der deutschen Filmgeschichte spielt, findet im Filmmuseum Düsseldorf eine ungewöhnlich lebendige und interaktive Antwort. Trotz seines technikhistorischen Anspruchs richtet sich das Haus bewusst an ein breites Publikum: Niedrige Eintrittspreise, viele Mitmachstationen und ein eigenes Vermittlungsprogramm für Schulklassen machen das Filmmuseum Düsseldorf auch für Familien und Filmlaien zu einem lohnenden Ziel.
Geschichte des Filmmuseum Düsseldorf
Das Filmmuseum Düsseldorf wurde 1993 eröffnet und entstand aus dem Wunsch der Landeshauptstadt, die technische und kulturelle Geschichte des Films systematisch zu sammeln, zu bewahren und einem breiten Publikum zu vermitteln. Seinen Sitz fand das Museum im Palais Wittgenstein an der Schulstraße, einem barocken Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert in der Düsseldorfer Altstadt, in dem bis heute mehrere städtische Kultureinrichtungen untergebracht sind. Von Beginn an verstand sich das Haus nicht nur als klassisches Ausstellungsmuseum, sondern auch als aktiver Archivbetrieb: Gemeinsam mit der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen übernahm das Filmmuseum die Pflichtabgabe zahlreicher in NRW produzierter Filme, sodass im Depot an der Benzenbergstraße mittlerweile mehr als 30.000 Filmkopien lagern, von Stummfilmklassikern bis zu zeitgenössischen Produktionen. Parallel zur Sammlung entwickelte sich mit der Black Box ein eigenes Programmkino, das von Anfang an als Ort für Retrospektiven, Filmreihen und Wiederentdeckungen abseits des Mainstream-Kinos konzipiert war. Über die Jahre wurde die Dauerausstellung mehrfach überarbeitet und um interaktive Stationen sowie ein nachgebautes Filmstudio erweitert, um auch jüngeren Besucherinnen und Besuchern die Technik und Magie des Films anschaulich zu vermitteln. Heute gilt das Filmmuseum Düsseldorf als eines der profiliertesten Filminstitute im Rheinland und arbeitet eng mit Schulen, Filmemachern und anderen Archiven zusammen.
Highlights im Filmmuseum Düsseldorf
Der Rundgang durch die Dauerausstellung des Filmmuseum Düsseldorf beginnt bei den optischen Spielzeugen und Apparaten, die dem eigentlichen Kino vorausgingen: Laterna magica, Phenakistiskop, Zoetrop und Thaumatrop zeigen, wie Menschen schon lange vor der Erfindung des Films versuchten, Bewegung durch stehende Bilder zu simulieren. Von dort führt die Ausstellung zur eigentlichen Erfindung der Kinematografie am Ende des 19. Jahrhunderts, mit historischen Kameras, Projektoren und Zubehör, die den technischen Wandel vom Stummfilm zum Tonfilm und später zum Farbfilm nachvollziehbar machen. Ein nachgebautes Filmstudio vermittelt anschaulich, wie Kulissen, Beleuchtung und Kameraperspektive zusammenwirken, während eine eigene Abteilung zu Spezialeffekten die Tricktechniken vom analogen Modellbau bis zu frühen digitalen Verfahren erläutert. Besonderes Gewicht legt das Museum auf die Filmgeschichte Nordrhein-Westfalens: Originalrequisiten, Kostüme und Dokumente erinnern an Produktionen, die in der Region entstanden sind, und an die Rolle Düsseldorfs als Standort für Filmproduktion und -förderung. Viele Stationen sind interaktiv gestaltet, sodass Besucherinnen und Besucher selbst einfache Trickaufnahmen ausprobieren oder die Funktionsweise historischer Apparate per Handkurbel in Gang setzen können, was das Museum besonders für Familien mit Kindern attraktiv macht. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch wechselnde Sonderausstellungen zu einzelnen Filmemachern, Genres oder technischen Themen. Direkt angeschlossen ist die Black Box, das hauseigene Programmkino, das täglich Klassiker, Retrospektiven bekannter Regisseure und kuratierte Filmreihen zeigt und damit die Museumserfahrung um ein lebendiges, kuratiertes Kinoprogramm erweitert. Eine kleine, aber feine Abteilung widmet sich zudem frühen Kuriositäten wie Guckkästen und Panoramabildern, die im 19. Jahrhundert als populäre Vorläufer des bewegten Bildes in Jahrmarktsbuden und Salons gezeigt wurden und so eine direkte Linie vom Schaubudenvergnügen zum modernen Kinoerlebnis ziehen.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Filmmuseum Düsseldorf
Das Filmmuseum Düsseldorf an der Schulstraße 4 in 40213 Düsseldorf ist mittwochs von 12 bis 21 Uhr sowie donnerstags bis sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet; montags und dienstags bleibt das Haus ebenso geschlossen wie an einzelnen Feiertagen wie Karnevalsdienstag, dem 1. Mai sowie zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Eintritt zur Dauerausstellung kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, junge Erwachsene bis 21 Jahre sowie Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent haben freien Eintritt, ebenso Inhaberinnen und Inhaber der Art:Card, des Düsselpasses und der DüsseldorfCard. Für Vorstellungen in der Black Box wird separat Eintritt erhoben: Regulär 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, mit Jahrespass 4 Euro, während Besucher bis 21 Jahre auch hier freien Zutritt haben; ein Black-Box-Jahrespass ist für 18 Euro beziehungsweise ermäßigt 6 Euro erhältlich. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln führt über die Stadtbahnlinien U70 bis U79 und U83 sowie mehrere Buslinien bis zur Haltestelle Heinrich-Heine-Allee, von der aus das Museum in der Altstadt nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Autofahrer finden Parkmöglichkeiten im Parkhaus Altstadt, erreichbar über den Rheinufertunnel, oder im Parkhaus Carlsplatz. Für Kinovorstellungen in der Black Box empfiehlt sich wegen begrenzter Platzzahl eine telefonische oder Online-Reservierung.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Filmmuseum Düsseldorf
Die Lage mitten in der Altstadt macht das Filmmuseum Düsseldorf zu einem idealen Baustein für einen Kultur- und Kneipenbummel. Nur wenige Schritte entfernt liegt das Hetjens-Museum, das im selben historischen Gebäudekomplex die Geschichte der Keramik von der Antike bis zur Gegenwart zeigt, sodass sich beide Häuser hervorragend an einem Nachmittag kombinieren lassen. Der Burgplatz mit dem Schlossturm und der Basilika St. Lambertus sowie die Rheinuferpromenade sind ebenfalls nur einen kurzen Spaziergang entfernt und laden nach dem Museumsbesuch zu einem Blick auf den Rhein ein. In der dicht bebauten Altstadt reihen sich außerdem zahlreiche traditionelle Altbier-Brauhäuser, in denen sich der Museumsbesuch bei einem frisch gezapften Altbier gemütlich ausklingen lässt. Wer sich für Malerei und Skulptur interessiert, erreicht die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 am Grabbeplatz in wenigen Gehminuten, während das Museum Kunstpalast am Ehrenhof und der Aquazoo im Nordpark mit kurzer Anfahrt ebenfalls gut zu erreichen sind. Wer nach dem Museumsbesuch noch weiter in die Düsseldorfer Kulturlandschaft eintauchen möchte, findet mit der Kunsthalle Düsseldorf am Grabbeplatz, die regelmäßig Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst zeigt, eine weitere lohnende Station in unmittelbarer Nachbarschaft.
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