Altstadt Kaiserswerth
Kaiserswerth liegt am nördlichen Rheinufer Düsseldorfs und gilt als die älteste und zugleich eigenständigste der insgesamt 50 Stadtteile der Landeshauptstadt. Die Altstadt Kaiserswerth unterscheidet sich schon auf den ersten Blick von der zentralen Düsseldorfer Altstadt: Statt dichter Brauhausgassen erwarten Besucher hier schmale, von Kopfsteinpflaster gesäumte Gassen, niedrige Giebelhäuser und eine beinahe dörfliche Ruhe, die an eine mittelalterliche Kleinstadt erinnert. Der Ortskern entstand rund um eine Klostergründung, die noch vor der eigentlichen Gründung Düsseldorfs bestand, und war über Jahrhunderte politisch und wirtschaftlich eigenständig, bevor der Stadtteil erst 1929 endgültig nach Düsseldorf eingemeindet wurde. Diese lange Eigenständigkeit ist bis heute im Stadtbild ablesbar und macht die Altstadt Kaiserswerth zu einem der geschichtlich dichtesten Orte im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet.
Geschichte der Altstadt Kaiserswerth
Die Geschichte Kaiserswerths beginnt deutlich früher als die der eigentlichen Stadt Düsseldorf: Zwischen 695 und 700 gründete der angelsächsische Mönch Suitbert auf einer Rheininsel ein Benediktinerkloster, weshalb der Ort zunächst „Suitbertuswerth" genannt wurde - „Werth" bedeutet im Mittelhochdeutschen so viel wie Insel. Im Jahr 1045 ließ Kaiser Heinrich III. hier eine Kaiserpfalz errichten, die dem Ort schließlich seinen bis heute gültigen Namen „Kaiserswerth", also „des Kaisers Insel", gab. Im Jahr 1145 verlieh König Konrad III. dem Ort die Rechte einer Reichsstadt, womit sich Kaiserswerth über Jahrhunderte eigenständige Markt- und Verwaltungsrechte sicherte, die in der kleinen Ortsmitte bis heute im engen, historisch gewachsenen Gassennetz nachvollziehbar sind. Zu den bekanntesten Ereignissen der Ortsgeschichte zählt die sogenannte Kaiserswerther Staatsaktion von 1062, bei der Erzbischof Anno II. von Köln den jungen König Heinrich IV. aus der Pfalz entführte, um die Regentschaft an sich zu reißen. Im 13. Jahrhundert folgten mehrere Belagerungen im Zuge dynastischer Auseinandersetzungen, bevor der Ort 1424 unter die Kontrolle des Kölner Erzbistums geriet. Eine besondere Rolle in der neueren Geschichte spielt die 1836 von Pastor Theodor Fliedner gegründete Kaiserswerther Diakonie, eine der ersten modernen Ausbildungsstätten für Krankenpflege in Europa; 1850 absolvierte hier die später weltberühmte Florence Nightingale einen mehrmonatigen Ausbildungsaufenthalt, bevor sie das moderne Pflegewesen in England und darüber hinaus maßgeblich mitprägte. Diese Verbindung macht Kaiserswerth zu einem Ort von internationaler medizinhistorischer Bedeutung, der weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt ist.
Highlights der Altstadt Kaiserswerth
Das Herz der Altstadt Kaiserswerth bildet der Suitbertus-Stiftsplatz, ein kleiner, von historischen Giebelhäusern gerahmter Marktplatz, der bis heute als sozialer Mittelpunkt des Stadtteils dient. Von hier aus verzweigen sich enge, kopfsteingepflasterte Gassen wie die Klosterstraße oder die Kaiserswerther Markt, in denen sich kleine Boutiquen, Weinstuben und traditionsreiche Gasthäuser in historischer Bausubstanz aneinanderreihen. Die niedrigen, oft nur zwei- bis dreigeschossigen Häuser mit ihren verputzten oder verklinkerten Fassaden vermitteln ein Ortsbild, das sich bewusst von der großstädtischen Dichte der zentralen Düsseldorfer Altstadt abhebt und stattdessen den Charakter eines gewachsenen Rheinstädtchens bewahrt hat. Entlang des Rheinufers lädt eine ruhige Promenade zu Spaziergängen mit Blick auf vorbeifahrende Frachtschiffe und das gegenüberliegende Rheinufer ein, während zahlreiche Cafés und Restaurants mit Terrassen den Fluss unmittelbar erlebbar machen. Besonders in den Sommermonaten verwandeln sich Marktplatz und Uferpromenade in belebte Treffpunkte, ohne dabei die für Kaiserswerth typische Gelassenheit zu verlieren. Architektonisch und historisch von besonderem Interesse ist zudem das Gelände der Kaiserswerther Diakonie mit ihren backsteinernen Klinik- und Ausbildungsgebäuden aus dem 19. Jahrhundert, die bis heute als diakonische Einrichtung mit Krankenhaus, Pflegeschulen und sozialen Diensten aktiv ist und jährlich an die Ausbildungszeit Florence Nightingales erinnert. Wer durch die Gassen schlendert, entdeckt immer wieder kleine Hinweistafeln und historische Bauinschriften, die die lange, von Kloster, Kaiserpfalz und Reichsstadt geprägte Geschichte des Ortes lebendig halten. Insgesamt vereint die Altstadt Kaiserswerth auf engstem Raum mittelalterliches Stadtbild, rheinische Flusslage und ein Stück europäischer Medizingeschichte - eine Kombination, die sie zu einem der reizvollsten historischen Viertel im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet macht.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise nach Altstadt Kaiserswerth
Die Altstadt Kaiserswerth ist als gewachsenes Wohn- und Geschäftsviertel frei und ohne Eintritt zu jeder Tages- und Jahreszeit begehbar, da es sich um einen öffentlichen Straßenraum und keine abgeschlossene, kostenpflichtige Anlage handelt. Lediglich einzelne Einrichtungen wie Museen, Kirchen oder private Geschäfte innerhalb des Viertels folgen eigenen Öffnungszeiten, während die Gassen, der Suitbertus-Stiftsplatz und die Rheinpromenade durchgehend zugänglich bleiben. Für einen entspannten Rundgang empfehlen sich die Vormittags- und frühen Nachmittagsstunden, wenn Geschäfte und gastronomische Betriebe geöffnet haben und gleichzeitig noch nicht zu viel Betrieb herrscht. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Kaiserswerth von der Düsseldorfer Innenstadt aus gut über mehrere Rheinbahn-Buslinien zu erreichen, die bis in die unmittelbare Nähe des historischen Ortskerns fahren; die Fahrzeit von der Innenstadt beträgt in der Regel rund 20 bis 30 Minuten. Autofahrer finden in den Straßen rund um den Ortskern begrenzte, meist gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten, wobei an Wochenenden und bei schönem Wetter mit erhöhtem Parkdruck zu rechnen ist. Auch eine Anreise mit dem Fahrrad entlang des Rheinradwegs ist beliebt, da die Strecke von der Innenstadt flussaufwärts flach und gut ausgebaut ist. Da die Altstadt Kaiserswerth ganzjährig erreichbar ist, lohnt sich ein Besuch sowohl im Sommer, wenn die Außengastronomie am Rhein zum Verweilen einlädt, als auch im Winter, wenn die ruhigen Gassen einen stimmungsvollen, beschaulichen Eindruck des historischen Stadtteils vermitteln.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Altstadt Kaiserswerth
Unmittelbar im historischen Ortskern liegen die Ruinen der Kaiserpfalz Kaiserswerth, die einst von Kaiser Friedrich Barbarossa zu einer der mächtigsten Zollburgen am Rhein ausgebaut wurde und auch nach ihrer teilweisen Zerstörung im Jahr 1702 noch heute als eindrucksvolles Baudenkmal besichtigt werden kann. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich die im 13. Jahrhundert errichtete St. Suitbertus Basilika, die den Schrein des Ortsheiligen beherbergt und zu den bedeutendsten romanisch-gotischen Kirchenbauten am Niederrhein zählt. Entlang der Rheinpromenade bieten sich schöne Ausblicke auf den Fluss und die gegenüberliegenden Rheinwiesen, die sich hervorragend für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine Radtour eignen. Wer die Zeit hat, kann von Kaiserswerth aus auch den nahegelegenen Stadtteil Angermund mit Schloss Heltorf und seinem weitläufigen Landschaftspark besuchen, der nur eine kurze Fahrt entfernt liegt. Richtung Süden führt der Rheinradweg direkt in Richtung Innenstadt und Altstadt von Düsseldorf, sodass sich ein Besuch in Kaiserswerth gut mit einer größeren Rheinufer-Tour verbinden lässt. Die Ruinen der Kaiserpfalz wurden in mehreren Bauphasen gesichert und restauriert, unter anderem von 1899 bis 1908, von 1967 bis 1974 sowie von 1998 bis 2001, sodass sie heute als begehbares Freilichtdenkmal besichtigt werden können und einen anschaulichen Eindruck von der einstigen Größe der Anlage vermitteln.
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