Stadtbücherei
Im "Haus der Stadt" an der Stefan-Schwer-Straße im Dürener Norden ist eine Institution untergebracht, deren Geschichte deutlich weiter zurückreicht als das Gebäude selbst: die Stadtbücherei Düren. Als älteste Stadtbücherei des Rheinlands kann sie auf eine mehr als 150-jährige Tradition zurückblicken, die 1870 als bescheidene Lehrerbücherei begann und sich über mehrere Gebäude, eine vollständige Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und mehrere Umzüge hinweg zu einer modernen, vielgenutzten öffentlichen Bibliothek mit heute rund 62.000 Medien entwickelt hat. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Bücherei über Jahrzehnte hinweg stets in Gebäuden untergebracht war, die ursprünglich für ganz andere Zwecke errichtet worden waren, vom Rathaus bis zum Museumsflügel, bevor sie 1991 schließlich ihr eigenes, speziell für kulturelle Nutzung konzipiertes Zuhause im Haus der Stadt fand. Für Besucher, die sich für Dürener Stadtgeschichte und moderne Bibliothekskultur gleichermaßen interessieren, ist die Stadtbücherei damit ein Ort mit überraschend vielschichtiger Vergangenheit. Kaum ein anderes öffentliches Gebäude der Stadt verbindet auf so unmittelbare Weise die Zerstörung und den Wiederaufbau Dürens im 20. Jahrhundert mit der Alltagskultur der Gegenwart wie diese traditionsreiche, zugleich sehr lebendige Bildungseinrichtung.
Geschichte der Stadtbücherei Düren
Die Ursprünge der Stadtbücherei Düren reichen bis in den Februar 1870 zurück, als die Einrichtung zunächst als Lehrerbücherei für Dürener Volksschullehrer gegründet wurde. Die offizielle Eröffnung als öffentlich nutzbare Bücherei erfolgte am 4. November 1871, womit die Dürener Bücherei als die älteste Stadtbücherei im gesamten Rheinland gilt. Eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Bestands spielte der Dürener Industrielle Wilhelm Edmund Hoesch, derselbe Familienname, der auch dem benachbarten Leopold-Hoesch-Museum seinen Namen gab, der der jungen Bücherei eine Spende von 3.000 Talern für den Ankauf von Büchern zukommen ließ. In ihrer ersten Zeit war die Bücherei im Rathaus untergebracht, bevor sie 1891 in einen Seitenflügel desselben Gebäudes umzog. Im Jahr 1905 folgte ein Umzug in einen Seitenflügel des neu errichteten Leopold-Hoesch-Museums, wo die Bücherei fast vier Jahrzehnte verblieb. Diese lange Phase endete abrupt am 16. November 1944, als der gesamte Buchbestand während des schweren alliierten Luftangriffs auf Düren vollständig vernichtet wurde, derselbe Angriff, der auch weite Teile der übrigen Dürener Altstadt in Schutt und Asche legte. Erst 1951 konnte die Bücherei mit einem bescheidenen Grundstock von rund 2.000 Büchern wiedereröffnet werden. Am 16. März 1971 zog die Einrichtung in gemietete Räumlichkeiten an der Arnoldsweilerstraße um, bevor am 28. September 1991 der entscheidende Schritt in die Gegenwart erfolgte: der Umzug in das neu errichtete Haus der Stadt, wo die Bücherei seither eine Nutzfläche von rund 3.000 Quadratmetern zur Verfügung hat. Das Haus der Stadt selbst wurde in den späten 1980er Jahren von der Stadt Düren innerhalb des damals größten Stadterneuerungsgebiets Nordrhein-Westfalens komplett neu errichtet, nach Plänen der Düsseldorfer Architekten Christoph und Brigitte Parade, und am 30. September 1991 offiziell eröffnet.
Highlights der Stadtbücherei Düren
Mit mehr als 62.000 Büchern, sechs täglich oder wöchentlich erscheinenden Zeitungen, über 50 abonnierten Zeitschriften sowie mehr als 5.000 CDs, 2.500 DVDs und 400 Gesellschaftsspielen bietet die Stadtbücherei Düren ein Medienangebot, das weit über das hinausgeht, was man von einer Stadtbücherei dieser Größenordnung erwarten würde. Ein besonderes räumliches Highlight ist die im zweiten Obergeschoss gelegene "Q-Thek", ein als Begegnungsort konzipierter Bereich mit bequemen Sitzmöbeln und einer Lichtsäule, die in wechselnden Farben leuchtet und dem Raum eine für Bibliotheken ungewöhnlich moderne, lounge-artige Atmosphäre verleiht. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine "Soundbox", in der Besucher Hörbücher und Musik in angenehmer Atmosphäre genießen können. Da die Stadtbücherei gemeinsam mit den Stadt- und Kreisarchiven, dem von der evangelischen Gemeinde betriebenen Jugendzentrum "Multi Kulti", einem Bürgerzentrum für Düren-Nord, mehreren Tagungsräumen und einem technisch gut ausgestatteten Theatersaal unter einem Dach vereint ist, profitieren Besucher von einem lebendigen, multifunktionalen Kulturhaus, in dem sich Lesungen, Vorträge und Veranstaltungen unkompliziert mit einem Bibliotheksbesuch verbinden lassen. Der Theatersaal des Hauses führt zudem eine mehr als hundertjährige Dürener Theatertradition fort, die vom früheren Stadttheater Düren über Aufführungen in der Aula des Stiftischen Gymnasiums und im alten Rathaus bis in die Gegenwart reicht. Geleitet wird die Stadtbücherei von Alexandra Oidtmann im Rahmen des städtischen Kulturbetriebs "Düren Kultur", der 2010 als Nachfolger des früheren "Kulturbetriebs der Stadt Düren" gegründet wurde.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Stadtbücherei Düren
Die Stadtbücherei Düren befindet sich im Haus der Stadt an der Stefan-Schwer-Straße, 52349 Düren, im Stadtteil Düren-Nord. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den üblichen Servicezeiten einer kommunalen Bibliothek, in der Regel an mehreren Wochentagen zwischen Vormittag und früherem Abend sowie an einem Samstagvormittag; für aktuelle, verbindliche Öffnungszeiten empfiehlt sich ein Blick auf die Website der Stadtbücherei oder eine kurze telefonische Nachfrage, da sich Zeiten je nach Saison und Personalsituation ändern können. Das Betreten der Bücherei und das Lesen vor Ort sind grundsätzlich kostenfrei; für die Ausleihe von Medien wird in der Regel eine jährliche Nutzungsgebühr erhoben, die sich nach Alter und Nutzerkategorie richtet und über die Bücherei direkt erfragt werden kann. Die Anreise ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich: Mehrere Buslinien der Rurtalbus-Gesellschaft bedienen die Haltestelle "Haus der Stadt" in unmittelbarer Nähe sowohl an der Fritz-Erler-Straße als auch an der Stefan-Schwer-Straße. Vom Bahnhof Düren aus ist das Haus der Stadt mit dem Bus in wenigen Minuten oder zu Fuß in etwa zwanzig Minuten erreichbar. Autofahrer finden auf dem Gelände des Hauses der Stadt sowie in der unmittelbaren Umgebung ausreichende Parkmöglichkeiten.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Stadtbücherei Düren
Da sich die Stadtbücherei im Stadtteil Düren-Nord etwas außerhalb der historischen Innenstadt befindet, bietet sich ein Besuch gut als eigener kleiner Ausflug an, der sich mit einem anschließenden Bummel durch das Zentrum Dürens verbinden lässt. Mit dem Bus oder zu Fuß erreicht man von dort aus das Rathaus Düren am Kaiserplatz, ein eindrucksvolles Beispiel für die Wiederaufbauarchitektur der 1950er Jahre. Nur wenig weiter liegen das Leopold-Hoesch-Museum, in dessen historischem Seitenflügel die Stadtbücherei einst viele Jahre lang untergebracht war, sowie das direkt benachbarte Papiermuseum Düren mit seiner interaktiven Ausstellung zur Dürener Papiertradition. Auch das Stadtmuseum Düren an der Arnoldsweilerstraße, das die Geschichte der Stadt chronologisch erzählt, und die Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer, insbesondere der Dicker Turm und der Mona-Lisa-Turm, lassen sich gut in einen erweiterten Rundgang durch Dürens Geschichte einbinden. Wer das kulturelle Angebot der Stadt weiter vertiefen möchte, findet im Komm-Kulturzentrum in der historischen Pleußmühle eine weitere, ganz andere Facette des Dürener Kulturlebens.
Wo übernachten in Düren, Deutschland
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