Platz & Altstadt

Hoeschplatz

Hoeschplatz
Hoeschplatz, 52351 Düren
Inhalt

Der Hoeschplatz ist das kulturelle Zentrum Dürens und verdankt seinen Namen der Industriellenfamilie Hoesch, die der Stadt gleich zwei bedeutende Kultureinrichtungen schenkte: das Leopold-Hoesch-Museum und das inzwischen nicht mehr existierende Dürener Stadttheater. Der Platz liegt im Herzen der Innenstadt und wird heute von Museumsbauten, den Resten der historischen Marienkirche und einer modernen Platzgestaltung geprägt, die in den vergangenen Jahren rund um die kulturellen Einrichtungen erneuert wurde. Anders als viele andere zentrale Orte Dürens, die vor allem von Handel oder Verwaltung geprägt sind, steht der Hoeschplatz ganz im Zeichen von Kunst, Geschichte und Kultur und bildet damit einen wichtigen Gegenpol zu den geschäftigeren Plätzen wie Marktplatz oder Kaiserplatz. Wer sich für die Geschichte und Kunst der Region interessiert, findet am Hoeschplatz einen der lohnendsten Anlaufpunkte der gesamten Stadt.

Besonders reizvoll ist dabei, dass sich am Hoeschplatz gleich zwei Jahrhunderte Dürener Kulturgeschichte unmittelbar nebeneinander erleben lassen: die bürgerlich-industrielle Stifterkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts und die zeitgenössische Museumslandschaft des 21. Jahrhunderts.

Für einen ersten Überblick lohnt sich daher ein ruhiger Spaziergang über den Platz, bevor man sich für die Museumsbesuche entscheidet.

Geschichte des Hoeschplatzes

Die Geschichte des Hoeschplatzes ist untrennbar mit dem Engagement der Familie Hoesch für die Stadt Düren verbunden. Nach dem Tod des Industriellen Leopold Hoesch im Jahr 1899 spendete Kommerzienrat Wilhelm Hoesch der Stadt 300.000 Mark zur Gründung eines Museums. Der Architekt Georg Frentzen entwarf daraufhin ein prachtvolles Gebäude im neoklassizistischen Stil mit reichem Figurenschmuck und einem bemerkenswerten Rotunden-Treppenhaus, das am 8. November 1905 eröffnet wurde. Zwei Bronzeskulpturen des Bildhauers Karl Krauß, "Studium" und "Phantasie", flankieren bis heute den Haupteingang. Auf dem heutigen Hoeschplatz stand zudem von 1905 bis 1907 das von dem Architekten Carl Moritz erbaute und von Eberhard Hoesch finanzierte Dürener Stadttheater, das zusammen mit dem Museum und der benachbarten Marienkirche ein bedeutendes architektonisches Ensemble bildete. Die Großzügigkeit der Familie Hoesch, die über zwei Generationen hinweg sowohl das Museum als auch das Theater finanzierte, machte den Platz schon vor dem Ersten Weltkrieg zu einem der kulturell bedeutendsten Orte im gesamten Rheinland.

Der Luftangriff vom 16. November 1944 traf das gesamte Ensemble hart: Das Stadttheater und die Marienkirche wurden vollständig zerstört, während das Museum zwar schwer beschädigt, aber nicht völlig vernichtet wurde. Dächer, die gläsernen Kuppeln, Teile des Ostflügels und die obere zentrale Halle gingen verloren. Der Wiederaufbau des Museums wurde 1952 in vereinfachter Form abgeschlossen, wobei auf die ursprünglichen Kuppeln verzichtet wurde. Das zerstörte Stadttheater wurde nicht wiederaufgebaut, sodass der Hoeschplatz seither teilweise als Parkfläche genutzt wird, während die Reste der Marienkirche als geschütztes Baudenkmal an der Südseite der Straße erhalten blieben. Seit 1990 ergänzt das Papiermuseum Düren, das sich der technischen und kulturellen Geschichte der Papierherstellung widmet, das kulturelle Angebot am Platz. Zwischen 2007 und 2009 wurde das Leopold-Hoesch-Museum umfassend saniert, und 2010 kam durch den Architekten Peter Kulka ein rund 3.000 Quadratmeter großer Erweiterungsbau hinzu, der unter anderem von der Günther-Peill-Stiftung mitfinanziert wurde. Diese Investitionen zeigen, wie sehr sich die Stadt Düren bis heute dem kulturellen Erbe der Familie Hoesch verpflichtet fühlt.

Highlights des Hoeschplatzes

Das herausragende Highlight des Hoeschplatzes ist das Leopold-Hoesch-Museum mit seiner prachtvollen neoklassizistischen Fassade, dem beeindruckenden Rotunden-Treppenhaus und den beiden Bronzeskulpturen "Studium" und "Phantasie" von Karl Krauß am Haupteingang. Die 2010 eröffnete Erweiterung von Peter Kulka ergänzt den historischen Bau um großzügige, moderne Ausstellungsflächen und ermöglicht damit wechselnde Sonderausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Direkt benachbart liegt das Papiermuseum Düren, das seit 1990 die traditionsreiche Papierindustrie der Region dokumentiert, die für Dürens wirtschaftliche Entwicklung seit dem 16. Jahrhundert von zentraler Bedeutung war. Auf dem Platz selbst steht zudem das mehrteilige Kunstwerk "Liegende Kisten (Lunchtime gegen die Erhöhung des Ausbeutungsgrades)" des Künstlers Sven 't Jolle aus den Jahren 2008 bis 2010, das als Beispiel zeitgenössischer, gesellschaftskritischer Kunst im öffentlichen Raum einen interessanten Kontrast zur historischen Architektur der Umgebung bildet. Die erhaltenen Reste der Marienkirche an der Südseite der Straße erinnern eindringlich an das durch den Krieg verlorene architektonische Ensemble und machen den Hoeschplatz zu einem Ort, an dem sich Vorkriegsarchitektur, Kriegszerstörung und zeitgenössische Kunst unmittelbar begegnen. Besucherinnen und Besucher, die etwas mehr Zeit mitbringen, sollten unbedingt auch die wechselnden Sonderausstellungen des Leopold-Hoesch-Museums einplanen, die regelmäßig internationale Positionen der Gegenwartskunst nach Düren bringen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Hoeschplatz

Der Hoeschplatz selbst ist als öffentlicher Platz jederzeit frei zugänglich; feste Öffnungszeiten gibt es nur für die dort ansässigen Museen. Das Leopold-Hoesch-Museum und das Papiermuseum Düren haben eigene, üblicherweise an gängigen Museumszeiten orientierte Öffnungstage und erheben jeweils einen gesonderten Eintrittspreis, über den sich Besucherinnen und Besucher direkt bei den Museen informieren sollten. Der Platz selbst sowie die im öffentlichen Raum stehenden Kunstwerke können hingegen kostenlos und ohne zeitliche Einschränkung besichtigt werden. Der Hoeschplatz liegt zentral in der Dürener Innenstadt und ist von dort aus in wenigen Gehminuten vom Marktplatz oder Kaiserplatz aus erreichbar. Reisende, die mit der Bahn anreisen, erreichen den Dürener Hauptbahnhof und können den Hoeschplatz von dort aus bequem zu Fuß oder mit einer der zahlreichen städtischen Buslinien erreichen. Autofahrer finden in der Umgebung des Platzes sowie in den zentralen Parkhäusern der Innenstadt ausreichend Parkmöglichkeiten. Da der Hoeschplatz teilweise auch als Parkfläche genutzt wird, ist eine Anreise mit dem eigenen Pkw direkt zum Platz ebenfalls unkompliziert möglich. Besucherinnen und Besucher, die einen ganzen Kulturtag in Düren planen, sollten für einen Rundgang durch beide Museen und den Platz selbst mindestens zwei bis drei Stunden einkalkulieren.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hoeschplatzes

Vom Hoeschplatz aus sind die übrigen zentralen Sehenswürdigkeiten Dürens in wenigen Gehminuten erreichbar. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt der historische Marktplatz mit der 1957 wiedererrichteten Mariensäule sowie der Kaiserplatz mit dem Rathaus und dem Flammenengel, einem Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Dürens im Jahr 1944. Ebenfalls fußläufig erreichbar ist die Annakirche mit den umgebenden Plätzen Annaplatz und Ahrweilerplatz, deren gotisches Südportal die Kriegszerstörung überstand. Geschichtsinteressierte sollten zudem dem Bismarckdenkmal im Theodor-Heuss-Park sowie den erhaltenen Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, etwa an der Wallstraße, einen Besuch abstatten, um einen umfassenderen Eindruck vom Düren vor der Zerstörung von 1944 zu gewinnen. Diese Nähe zu den wichtigsten historischen Orten der Stadt macht den Hoeschplatz zu einem idealen Ausgangspunkt für einen kulturell geprägten Rundgang durch die Dürener Innenstadt, der sich problemlos auf einen ganzen Tag ausdehnen lässt.

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