Platz & Altstadt

Annaplatz

Annaplatz
Annaplatz, 52349 Düren
Inhalt

Der Annaplatz liegt im Zentrum Dürens unmittelbar südlich der Annakirche und gehört zu den geschichtsreichsten Plätzen der Stadt. Zusammen mit dem westlich angrenzenden Ahrweilerplatz umschließt er die Annakirche, die zentrale Kirche der Dürener Pfarrgemeinde St. Lukas, und bildet damit das geistliche Zentrum der Innenstadt. Der Platz liegt zwischen der Oberstraße und der Straße Höfchen und ist heute als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet, der zum Verweilen einlädt. Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Zeit der mittelalterlichen Stadtbefestigung zurück und ist untrennbar mit der Geschichte der Annakirche selbst verbunden, die nach der Ankunft eines Reliquienschreins mit dem Haupt der heiligen Anna aus Mainz im Jahr 1501 ihren heutigen Namen erhielt. Wer den Annaplatz besucht, erlebt damit nicht nur einen lebendigen innerstädtischen Platz, sondern auch einen Ort mit mehr als 500 Jahren kontinuierlicher religiöser und städtischer Bedeutung.

Geschichte des Annaplatzes

Der Annaplatz entstand innerhalb der mittelalterlichen Dürener Stadtbefestigung und war über Jahrhunderte eng mit dem kirchlichen Leben der Stadt verbunden. Die namensgebende Annakirche hieß ursprünglich Martinskirche, wurde jedoch nach der Überführung des Annahauptes, einer bedeutenden Reliquie, aus Mainz im Jahr 1501 in Annakirche umbenannt. Bereits um 1550 ist der Platz in historischen Dokumenten als "an deme platze gnat zo Sent Annen" erwähnt, was die frühe Etablierung des heutigen Namens belegt. Historisch bestanden rund um die Kirche zwei getrennte Friedhofsbereiche, der sogenannte Deutsche Friedhof und der Lateinische Friedhof, die der unterschiedlichen Nutzung durch deutsch- und lateinischsprachige Gemeindemitglieder entsprachen. Im südlichen Bereich des Platzes befanden sich zudem bedeutende Bildungseinrichtungen: Von 1358 bis 1636 bestand hier eine Lateinschule, die anschließend bis 1774 durch das Jesuitengymnasium abgelöst wurde; danach nutzte das Stiftische Gymnasium die Räumlichkeiten bis 1826. Diese über Jahrhunderte gewachsene Doppelstruktur aus Kirchenbau und Bildungseinrichtungen macht den Annaplatz bis heute zu einem Ort, an dem sich religiöse, pädagogische und städtische Geschichte unmittelbar überlagern.

Die Annakirche selbst wurde beim Luftangriff vom 16. November 1944 vollständig zerstört; der leitende Pfarrer Johann Fröls und weitere Geistliche kamen bei dem Angriff ums Leben. Lediglich das frühgotische Südportal und Teile der Nordwand überstanden die Bombardierung. Erst 1948 entstand aus den Trümmern eine provisorische Kapelle, bevor ab 1951 umfangreiche archäologische Ausgrabungen die jahrhundertealte Baugeschichte des Ortes dokumentierten - dabei kamen insgesamt fünf aufeinanderfolgende Kirchenbauten zum Vorschein, die bis in die Zeit um das Jahr 700 zurückreichen. Zwischen 1954 und 1956 errichtete der Architekt Rudolf Schwarz die heutige Annakirche unter Verwendung historischer Steine und architektonischer Elemente des zerstörten Vorgängerbaus; der Grundstein wurde am 16. Januar 1955 gelegt, die Weihe fand am 7. Juli 1956 statt. Der Glockenturm, der aus finanziellen Gründen zunächst nur im Fundament fertiggestellt war, wurde erst 1963/64 vollendet und erreicht mit rund 50 Metern nur etwa die Hälfte der Höhe seines rund 100 Meter hohen Vorgängers.

Highlights des Annaplatzes

Das zentrale Highlight des Annaplatzes ist zweifellos die unmittelbar angrenzende Annakirche mit ihrem erhaltenen frühgotischen Südportal, einem der wenigen Bauteile, die die Zerstörung von 1944 überstanden haben und damit einen direkten Bezug zur mittelalterlichen Kirche herstellen. Der von Rudolf Schwarz in den 1950er Jahren errichtete Neubau gilt als bedeutendes Beispiel der Sakralarchitektur der deutschen Nachkriegsmoderne und verbindet historische Bauteile geschickt mit zeitgenössischer Formensprache. An der Westseite des Platzes stehen das Papst-Johannes-Haus und das Gemeindezentrum von St. Anna, die das kirchliche Leben rund um den Platz bis heute aktiv halten. Die Südseite des Annaplatzes wird von einem Brauhaus und weiteren Gastronomiebetrieben geprägt, die den Platz zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Touristen machen. Gerade in den Sommermonaten sind die Außenbereiche dieser Gastronomiebetriebe bis in die späten Abendstunden gut besucht. Besonders während des jährlichen Dürener Stadtfestes präsentieren sich hier die Partnerstädte Dürens, wodurch der Annaplatz zeitweise zu einer Bühne internationaler Begegnungen wird. Für Besucherinnen und Besucher lohnt es sich daher, den genauen Termin des Stadtfestes im Veranstaltungskalender der Stadt zu prüfen, um dieses besondere Zusammentreffen auf dem Annaplatz nicht zu verpassen. Die Kombination aus kirchlicher Geschichte, archäologisch dokumentierter Vergangenheit bis in die Zeit um 700 und lebendigem Gastronomieangebot macht den Annaplatz zu einem der facettenreichsten Orte der Dürener Innenstadt.

Für Besucherinnen und Besucher, die sich für Sakralarchitektur interessieren, lohnt sich zudem ein genauer Blick auf die Fensterfronten und die Materialwahl des Neubaus, die bewusst in Dialog mit den erhaltenen mittelalterlichen Fragmenten gesetzt wurden.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Annaplatz

Der Annaplatz ist ein öffentlicher, frei zugänglicher Platz und kann daher jederzeit kostenlos besucht werden; feste Öffnungszeiten gibt es für den Platz selbst nicht. Die angrenzende Annakirche folgt den üblichen Öffnungszeiten katholischer Pfarrkirchen und kann in der Regel tagsüber besichtigt werden, wobei Gottesdienstzeiten zu beachten sind. Die umliegenden Gastronomiebetriebe am südlichen Rand des Platzes haben eigene, meist an der üblichen Gastronomieöffnung orientierte Öffnungszeiten. Der Annaplatz liegt im Zentrum Dürens, nur wenige Gehminuten vom Marktplatz und vom Kaiserplatz entfernt, und ist damit sehr gut zu Fuß erreichbar. Reisende, die mit der Bahn anreisen, erreichen den Dürener Hauptbahnhof und können den Annaplatz von dort aus in einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt erreichen. Zahlreiche Buslinien des regionalen Nahverkehrs halten in der Nähe des Kaiserplatzes, von dem aus der Annaplatz ebenfalls gut zu Fuß zu erreichen ist. Autofahrer finden in den Parkhäusern der Innenstadt ausreichend Parkmöglichkeiten; der Annaplatz selbst ist als verkehrsberuhigter Bereich jedoch nicht für den Durchgangsverkehr vorgesehen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Annaplatzes

Direkt am Annaplatz liegt der Ahrweilerplatz, der gemeinsam mit ihm die Annakirche umschließt und mit seinen zahlreichen Restaurants und der sommerlichen Freiluft-Konzertreihe "Airweiler" ein beliebtes Ausgehziel ist. Nur wenige Gehminuten entfernt erreicht man den historischen Marktplatz mit der 1957 wiedererrichteten Mariensäule sowie den Kaiserplatz mit dem Rathaus und dem Flammenengel, einem Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Dürens im Jahr 1944. Kulturell Interessierte sollten zudem dem Hoeschplatz mit dem Leopold-Hoesch-Museum und dem angrenzenden Papiermuseum einen Besuch abstatten. Wer sich für die Zeit vor der Zerstörung Dürens interessiert, findet außerdem am Bismarckdenkmal im Theodor-Heuss-Park sowie an den erhaltenen Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, etwa an der Wallstraße, weitere eindrucksvolle Zeugnisse der Stadtgeschichte. All diese Ziele liegen in bequemer Gehdistanz zum Annaplatz, sodass sich ein ausgedehnter Rundgang durch die historische Dürener Innenstadt problemlos planen lässt. Auch 2026 und 2027 dürfte der Annaplatz damit ein fester Bestandteil jeder Dürener Stadtbesichtigung bleiben, zumal er sich hervorragend mit einem Bummel über den benachbarten Ahrweilerplatz verbinden lässt.

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