Bismarckdenkmal
Das Bismarckdenkmal in Düren zählt zu den wenigen historischen Monumenten der Stadt, die trotz der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis heute erhalten sind. Die überlebensgroße Bronzestatue des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck steht im Theodor-Heuss-Park an der Bismarckstraße, nur wenige Gehminuten vom Kreishaus des Kreises Düren entfernt. Geschaffen wurde das Denkmal von dem Bildhauer Joseph Uphues zwischen 1891 und 1892, in einer Zeit, in der zahlreiche deutsche Städte dem Reichsgründer mit Standbildern huldigten. Am 18. September 1892 wurde die Statue feierlich enthüllt und prägte fortan das Stadtbild an der damaligen Kreuzung von Bismarckstraße und Moltkestraße. Dass die Figur den Luftangriff vom 16. November 1944, der fast 99 Prozent der Dürener Innenstadt in Schutt und Asche legte, in beschädigter Form überstand, macht sie zu einem seltenen baulichen Zeitzeugen der Vorkriegsstadt. Heute erinnert das Denkmal nicht nur an eine zentrale Figur der deutschen Reichsgeschichte, sondern auch an die bewegte Stadtgeschichte Dürens selbst.
Geschichte des Bismarckdenkmals
Die Geschichte des Bismarckdenkmals beginnt in den letzten Lebensjahren des ehemaligen Reichskanzlers, als in vielen deutschen Städten ein regelrechter Kult um Otto von Bismarck entstand. Auch Düren wollte dem Staatsmann ein sichtbares Denkmal setzen und beauftragte den Bildhauer Joseph Uphues mit der Gestaltung einer neuklassizistischen Bronzefigur. Die Statue entstand zwischen 1891 und 1892 und wurde ursprünglich auf einem aufwendig gestalteten Sockel präsentiert, der mit Reliefporträts der Generäle Albrecht von Roon und Helmuth von Moltke sowie einer begleitenden Skulptur der Muse Klio geschmückt war - eine Anspielung auf die geschichtliche Bedeutung der dargestellten Figuren. Am 18. September 1892 wurde das Ensemble an der damaligen Kreuzung von Bismarckstraße und Moltkestraße feierlich der Öffentlichkeit übergeben und blieb über fünf Jahrzehnte ein fester Bestandteil des Dürener Stadtbildes.
Der Wendepunkt in der Geschichte des Denkmals kam mit dem Luftangriff der Royal Air Force am 16. November 1944, bei dem innerhalb von nur 21 Minuten 2751 Tonnen Bomben über Düren abgeworfen wurden und rund 99 Prozent der Stadt zerstörten. Das Bismarckdenkmal wurde bei diesem Angriff schwer beschädigt; der kunstvolle Sockel mit den Reliefs von Roon und Moltke sowie die Klio-Figur gingen verloren und wurden nie wiederhergestellt. Lediglich die Bronzefigur Bismarcks selbst überstand die Zerstörung in reparierbarem Zustand. Erst am 25. September 1956, mehr als ein Jahrzehnt nach Kriegsende, wurde die restaurierte Statue auf einem neuen, deutlich schlichteren und niedrigeren Sockel wieder aufgestellt - diesmal im neu angelegten Theodor-Heuss-Park, wo sie bis heute steht. Als geschütztes Baudenkmal der Stadt Düren dokumentiert die Statue damit sowohl die Monumentalkultur des Kaiserreichs als auch den pragmatischen Wiederaufbau der Nachkriegszeit.
Highlights des Bismarckdenkmals
Im Zentrum des Interesses steht die überlebensgroße Bronzefigur Otto von Bismarcks, die den ehemaligen Reichskanzler in klassischer, würdevoller Pose zeigt - ein typisches Beispiel der wilhelminischen Denkmalkultur, wie sie um die Jahrhundertwende in vielen deutschen Städten zu finden war. Joseph Uphues, der auch an anderen bedeutenden Denkmalprojekten seiner Zeit beteiligt war, schuf mit dieser Arbeit ein Werk, das trotz des Verlusts seines ursprünglichen Sockelschmucks bis heute die handwerkliche Qualität des späten 19. Jahrhunderts erkennen lässt. Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen der historischen Figur und ihrer heutigen Umgebung: Der Theodor-Heuss-Park, in dem das Denkmal seit 1956 steht, wurde in den vergangenen Jahren im Zuge der Entwicklung des sogenannten Bismarck-Quartiers neu gestaltet, sodass die restaurierte Statue heute in einem gepflegten, modernen Parkambiente mit Wegen, Rasenflächen und Sitzgelegenheiten präsentiert wird. Eine Infotafel in unmittelbarer Nähe informiert Besucherinnen und Besucher über die Geschichte des Denkmals und ordnet es in den größeren Kontext der Dürener Stadtgeschichte ein. Für Fotografinnen und Fotografen bietet die Kombination aus historischer Bronzeplastik und grünem Parkumfeld reizvolle Motive, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, wenn das Licht die Patina der Statue besonders gut zur Geltung bringt. Auch architekturhistorisch Interessierte finden hier einen Ankerpunkt, denn das Denkmal gehört zu den wenigen erhaltenen baulichen Relikten, die noch unmittelbar an das Düren vor der Zerstörung von 1944 erinnern. In unmittelbarer Nähe liegt zudem das Kreishaus des Kreises Düren, sodass sich ein Spaziergang zum Denkmal gut mit einem Blick auf die moderne Verwaltungsarchitektur der Region verbinden lässt.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Bismarckdenkmal
Da es sich beim Bismarckdenkmal um ein frei zugängliches Außendenkmal im öffentlichen Theodor-Heuss-Park handelt, gibt es keine festen Öffnungszeiten und keinen Eintrittspreis. Der Park und damit auch das Denkmal können ganzjährig, Tag und Nacht, kostenlos besichtigt werden, wobei ein Besuch bei Tageslicht empfehlenswert ist, um die Details der Bronzefigur und die Umgebung des Parks in vollem Umfang wahrnehmen zu können. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Frühjahrs- und Sommermonate, wenn der Park in vollem Grün steht, auch ein Spaziergang im Herbst mit buntem Laub hat seinen eigenen Reiz. Die Anreise zum Bismarckdenkmal ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos möglich. Der Park liegt an der Bismarckstraße im Zentrum von Düren, in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt und zum Kreishaus des Kreises Düren. Reisende, die mit der Bahn anreisen, erreichen den Dürener Hauptbahnhof, von dem aus das Denkmal in wenigen Gehminuten zu erreichen ist. Auch zahlreiche Buslinien des regionalen Nahverkehrs halten in der Nähe des Kreishauses und der Innenstadt, sodass eine gute Anbindung an das übrige Dürener Stadtgebiet gegeben ist. Besucher mit dem eigenen Pkw finden in der Umgebung des Kreishauses sowie in den angrenzenden Straßen der Innenstadt verschiedene Parkmöglichkeiten. Da das Denkmal Teil eines öffentlichen Parks ist, eignet sich der Besuch gut für eine Kombination mit einem längeren Spaziergang durch die angrenzenden Grünflächen oder einem anschließenden Rundgang durch die historische Innenstadt Dürens.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Bismarckdenkmals
Wer das Bismarckdenkmal besucht, sollte sich Zeit für einen Spaziergang durch die nähere Umgebung nehmen, denn Düren hat trotz der massiven Zerstörung von 1944 zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Kreishaus des Kreises Düren, ein markantes Verwaltungsgebäude, das die moderne Entwicklung der Region widerspiegelt. Richtung Innenstadt erreicht man den Kaiserplatz mit dem imposanten Rathaus aus dem Jahr 1959 und dem dort stehenden Flammenengel, einem 1962 von Adolf Wamper geschaffenen Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Dürens. Etwas weiter südlich liegt der historische Marktplatz, auf dem seit Jahrhunderten Markttage abgehalten werden und der mit der Mariensäule von 1957 ein weiteres Denkmal der Nachkriegszeit beherbergt. Auch die Annakirche mit dem sie umgebenden Annaplatz und Ahrweilerplatz, deren gotisches Südportal die Zerstörung des Krieges überstand, ist einen Besuch wert und liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Bismarckdenkmal entfernt. Kulturell Interessierte sollten zudem dem Hoeschplatz mit dem Leopold-Hoesch-Museum und dem angrenzenden Papiermuseum einen Besuch abstatten, die beide zu den wichtigsten Museen der Region zählen. Nicht zuletzt lohnt sich ein Blick auf die Reste der mittelalterlichen Dürener Stadtmauer, die - anders als die meisten historischen Gebäude der Stadt - den Luftangriff von 1944 größtenteils überstanden hat und an mehreren Stellen im Stadtgebiet, etwa an der Wallstraße, noch heute besichtigt werden kann.
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