Aussichtspunkt

Südturm des Kölner Doms

Südturm des Kölner Doms
Domkloster 4, 50667 Köln Webseite Tickets
Inhalt

Wer Köln von oben erleben möchte, kommt um den Südturm des Kölner Doms nicht herum: 533 steinerne und stählerne Stufen führen Besucher durch das Innere des gewaltigen gotischen Bauwerks hinauf auf eine Aussichtsplattform in rund 100 Metern Höhe. Der Südturm gehört zusammen mit seinem nahezu baugleichen nördlichen Pendant zu den beiden markanten Türmen, die das Wahrzeichen Kölns weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar machen – mit 157,31 Metern zählt er zu den höchsten Kirchtürmen der Welt. Auf dem Weg nach oben passieren Besucher die gewaltigen Glocken des Doms, darunter die tonnenschwere „Dicke Pitter", bevor sie schließlich mit einem spektakulären Panoramablick über die Altstadt, den Rhein und weite Teile des Rheinlands belohnt werden. Seit Jahrzehnten zählt der Aufstieg zu den beliebtesten Erlebnissen für Besucher der Domstadt.

Geschichte des Südturms des Kölner Doms

Die Geschichte des Südturms des Kölner Doms ist eng mit der fast 700 Jahre dauernden Baugeschichte der gesamten Kathedrale verknüpft. Nach der Grundsteinlegung des Kölner Doms im Jahr 1248 wuchsen zunächst der Chor und Teile des Langhauses, während die Arbeiten an den Westtürmen erst im 14. und 15. Jahrhundert richtig Fahrt aufnahmen. Bis zum Jahr 1473 war der Südturm bereits bis zur Höhe der Glockenstube emporgewachsen, darüber ragte jedoch jahrhundertelang nur ein hölzerner Baukran, der zum Symbol des unvollendeten Bauwerks wurde und noch heute auf zahlreichen historischen Darstellungen Kölns zu sehen ist. Aus Geldmangel und mangelndem Interesse ruhten die Bauarbeiten am Dom fast 300 Jahre lang fast vollständig.

Erst im 19. Jahrhundert, als im Zuge der Romantik das Interesse an der Gotik wiederauflebte und die originalen mittelalterlichen Baupläne in Darmstadt und Paris wiederentdeckt wurden, nahm man die Arbeiten 1842 unter preußischer Förderung wieder auf. Nach 38 weiteren Baujahren wurde der Südturm schließlich 1880 vollendet und der Dom im Beisein von Kaiser Wilhelm I. feierlich fertiggestellt – zu diesem Zeitpunkt war er mit 157,31 Metern das höchste Bauwerk der Welt, ein Titel, den er nur wenige Jahre halten sollte. 1996 wurde der Kölner Dom gemeinsam mit seinen beiden Türmen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Bis heute erinnert die originale, im 19. Jahrhundert nachgebaute Turmkonstruktion an die beeindruckende technische Leistung der mittelalterlichen und neugotischen Baumeister.

Highlights des Südturms des Kölner Doms

Der Aufstieg auf den Südturm des Kölner Doms ist selbst schon ein Highlight: Über 533 Stufen führt der Weg zunächst durch eine enge, mittelalterliche Wendeltreppe bis auf etwa 75 Meter Höhe, bevor es über stählerne Treppen weiter nach oben geht. Unterwegs passieren Besucher die berühmte Glockenstube des Doms, in der insgesamt elf Glocken hängen. Die beeindruckendste von ihnen ist die „Dicke Pitter" (St. Petersglocke), die mit einem Gewicht von rund 24 Tonnen seit ihrer Gießung 1923 als eine der größten freischwingenden Kirchenglocken der Welt gilt. Auch die deutlich älteren Glocken „Pretiosa" (1448) und „Speciosa" (1449) sowie die „Dreikönigsglocke" lassen sich aus der Nähe bewundern – ein seltenes Erlebnis, bei dem die gewaltigen Dimensionen des Glockenwerks erst richtig greifbar werden.

Am Ziel des Aufstiegs, auf rund 100 Metern Höhe, öffnet sich schließlich die umlaufende Aussichtsplattform mit einem der schönsten Panoramablicke Kölns. Von hier aus liegt die gesamte Altstadt mit ihren engen Gassen und bunten Fassaden wie ein Modell zu Füßen der Besucher, während sich der Rhein in weiten Schleifen durch die Stadt zieht. Der Blick reicht bis zur KölnTriangle Panorama Plattform in Deutz, über die Hohenzollernbrücke mit ihren vorbeirollenden Zügen bis hin zum Siebengebirge am Horizont. Besonders eindrucksvoll ist der Moment, in dem Besucher aus der Steinenge des Treppenhauses plötzlich ins Freie treten und der Wind zwischen den filigranen Maßwerk-Verzierungen der gotischen Turmspitze weht. Für Architekturliebhaber bietet die Nähe zu den aufwendig gestalteten Fialen und Strebepfeilern einen einzigartigen Blick auf die Steinmetzkunst der Kathedrale, die man vom Boden aus niemals so detailliert erkennen könnte.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Südturm des Kölner Doms

Der Südturm des Kölner Doms kann ganzjährig bestiegen werden, wobei die Öffnungszeiten je nach Saison variieren. Von März bis Oktober ist der Turm täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar verkürzen sich die Öffnungszeiten auf 9 bis 16 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt jeweils 30 Minuten vor Schließung. Der reguläre Eintritt kostet 8 Euro für Erwachsene, ermäßigt zahlen Studierende ab 14 Jahren, Auszubildende und Inhaber des NRW-Sozialpasses 4 Euro. Kinder unter 14 Jahren, Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben freien Eintritt. Tickets können direkt am Eingang zur Turmbesteigung erworben werden; wer Wartezeiten vermeiden möchte, kann sie auch vorab online über die offizielle Ticketseite des Kölner Doms reservieren.

Der Eingang zur Turmbesteigung befindet sich außerhalb der Kathedrale: Vom Hauptportal des Doms führt der Weg Richtung Roncalliplatz, wo eine Treppe mit der Beschriftung „Dom-Turm" direkt zum Zugang des Südturms hinabführt. Da es aus denkmalschützerischen und baulichen Gründen keinen Aufzug gibt, sollten Besucher mit eingeschränkter Mobilität den Aufstieg über 533 Stufen realistisch einplanen – für den gesamten Besuch inklusive Zeit auf der Plattform sollten rund 30 bis 45 Minuten kalkuliert werden. Die Anreise zum Kölner Dom ist denkbar einfach: Der Hauptbahnhof Köln liegt unmittelbar neben der Kathedrale, sodass Besucher mit Zug, S-Bahn oder Stadtbahn direkt vor den Toren des Doms ankommen. Parkmöglichkeiten gibt es in mehreren Parkhäusern in der Innenstadt, etwa am Roncalliplatz.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Südturms des Kölner Doms

Rund um den Südturm des Kölner Doms liegt das historische Herz Kölns mit einer Vielzahl weiterer Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Gehweite. Direkt neben dem Dom liegt der Hauptbahnhof mit seiner belebten Bahnhofsvorstadt, während auf der anderen Rheinseite die KölnTriangle Panorama Plattform einen weiteren spektakulären Blick auf die Stadt bietet – und von dort aus wiederum das beste Fotomotiv des Doms selbst liefert. Nur wenige Gehminuten entfernt lädt das Römisch-Germanische Museum zu einer Zeitreise in die Geschichte des römischen Köln ein, während das Museum Ludwig und die Philharmonie direkt angrenzend für Kunst- und Musikliebhaber interessant sind. Über die nahegelegene Hohenzollernbrücke, bekannt für die unzähligen Liebesschlösser an ihrem Geländer, erreicht man in wenigen Minuten den Rheinpark mit dem Tanzbrunnen und der Kölner Seilbahn. Auch die Altstadt mit ihren traditionellen Brauhäusern, dem Schokoladenmuseum am Rheinauhafen und der Kölner Hohenzollernring-Einkaufsmeile lässt sich bequem zu Fuß vom Dom aus erkunden.

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