Platz & Altstadt

Rudolfplatz

Rudolfplatz
Rudolfplatz, 50674 Köln, Deutschland
Inhalt

Der Rudolfplatz ist einer der belebtesten Plätze der Kölner Innenstadt und markiert den Übergang von der historischen Altstadt zu den breiten Ringstraßen, die seit dem 19. Jahrhundert das Gesicht Kölns prägen. Dominiert wird der Platz von der mittelalterlichen Hahnentorburg, einem wuchtigen Doppelturmtor, das mitten im modernen Verkehrsknotenpunkt wie ein steinernes Relikt einer vergangenen Epoche wirkt. Rund um die Burg reihen sich Restaurants, Bars und Kinos, die den Rudolfplatz besonders abends und am Wochenende zu einem der wichtigsten Ausgehviertel der Stadt machen. Tagsüber dient der Platz vor allem als Verkehrsknoten zwischen Hohenzollernring und Aachener Straße, nachts verwandelt er sich in einen pulsierenden Treffpunkt für Nachtschwärmer, Kinobesucher und Fans der Kölner Gastronomieszene.

Geschichte des Rudolfplatzes

Die Geschichte des Rudolfplatzes ist untrennbar mit der Hahnentorburg verbunden, einem Stadttor, das bereits im frühen 13. Jahrhundert als Doppelturmanlage errichtet und erstmals im Jahr 1264 urkundlich erwähnt wurde. Über das Hahnentor führte im Mittelalter die wichtige Straße nach Aachen und Jülich in die Stadt, und durch genau dieses Tor zogen neu gekrönte Könige nach ihrer Krönungszeremonie in Aachen feierlich in Köln ein. Das Tor diente zeitweise auch als Gefängnis: Am 3. April 1528 wurden hier zwei als Ketzer verurteilte Männer eingesperrt, bevor der Reformator Adolf Clarenbach und sein Mitstreiter Peter Fliesteden am 28. September 1529 auf dem Melatenfriedhof verbrannt wurden. Der Name des Tores wird entweder auf einen Grundbesitzer namens Hageno von Anselm im 12. Jahrhundert oder auf das Wort Hano für Wald zurückgeführt, da hier einst Waldgebiete entlang der Aachener Straße lagen. Mit dem Abriss der mittelalterlichen Stadtbefestigung, der am 11. Juni 1881 begann, verschwand auch die Mauer rund um das Hahnentor, der heutige Platz entstand und erhielt zunächst am 4. Mai 1882 den Namen Hahnentorplatz, bevor er bereits am 20. Dezember 1883 zu Ehren des Habsburger Königs Rudolf I. in Rudolfplatz umbenannt wurde. 1888 schloss der Stadtbaumeister Josef Stübben die Restaurierung der Hahnentorburg ab und wandelte sie in ein historisches Museum um. Während der NS-Zeit trug der Platz von 1933 bis zum 21. April 1945 den Namen Schlageterplatz, bevor nach Kriegsende wieder der ursprüngliche Name Rudolfplatz zurückkehrte. Bereits am 18. Mai 1877 hatte an der Hahnentorburg die erste Pferdebahnlinie Kölns ihren Betrieb aufgenommen, ein früher Beleg für die verkehrstechnische Bedeutung des Ortes. Rudolf I. von Habsburg, nach dem der Platz benannt ist, war der erste Habsburger auf dem Thron des Heiligen Römischen Reiches und regierte von 1273 bis zu seinem Tod 1291; die Umbenennung des ehemaligen Hahnentorplatzes würdigte damit einen bedeutenden mittelalterlichen Herrscher, der selbst nie in Köln gekrönt wurde, dessen Name aber bis heute den zentralen Platz an der historischen Stadtgrenze trägt. Im Zuge der groß angelegten Ringbebauung nach Plänen von Josef Stübben erhielt der gesamte Bereich rund um die Hahnentorburg zudem breite, von Bäumen gesäumte Boulevards, die bis heute das Erscheinungsbild der Kölner Ringe bestimmen.

Highlights am Rudolfplatz

Das unbestrittene Herzstück des Rudolfplatzes bleibt die Hahnentorburg selbst, deren wuchtige Doppeltürme einen auffälligen Kontrast zum modernen Verkehrstrubel rundherum bilden und einen seltenen, gut erhaltenen Blick auf die mittelalterliche Stadtbefestigung Kölns erlauben. Seit 1988 beherbergt die Burg die traditionsreiche Karnevalsgesellschaft EhrenGarde der Stadt Köln von 1902 sowie ein Spielcasino, wodurch das historische Gebäude bis heute aktiv genutzt wird, statt nur Museumsstück zu sein. Architektonisch bemerkenswert sind auch die beiden markanten Nachkriegsbauten, die den Platz rahmen: das 1935 fertiggestellte, sechsgeschossige Wohnhaus Hohenzollernring 1-3 von Hans Heinz Lüttgen mit seiner geschwungenen Travertinfassade sowie das im September 1953 vollendete siebengeschossige Geschäftshaus Hohenzollernring 2-10 von Wilhelm Riphahn und Paul Doetsch, in dem ursprünglich das Kaufhaus der Kaufhalle AG untergebracht war. Beide Gebäude gelten als wichtige Beispiele der Kölner Wiederaufbau-Architektur der 1950er Jahre. Rund um den Platz haben sich zahlreiche Restaurants, Cocktailbars, Kinos und Clubs angesiedelt, die den Rudolfplatz zusammen mit der angrenzenden Hohenzollernring-Meile zu einem der beliebtesten Ausgehviertel Kölns machen, besonders an Wochenenden und in lauen Sommernächten. Tagsüber sorgt der dichte Verkehr von Straßenbahnen, Autos und Fußgängern für eine völlig andere, geschäftige Atmosphäre, die den Rudolfplatz zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der gesamten Innenstadt macht. Diese Mischung aus mittelalterlichem Denkmal, Nachkriegsarchitektur und modernem Nachtleben verleiht dem Platz einen besonderen, unverwechselbaren Charakter. Besonders an Karnevalstagen entfaltet die Hahnentorburg als Sitz der EhrenGarde eine besondere Symbolkraft, wenn festlich gekleidete Mitglieder der Gesellschaft vor dem historischen Tor zusammenkommen. Abends verwandeln beleuchtete Fassaden und die Neonschilder der umliegenden Lokale den Platz in eine lebendige Kulisse, die den Kontrast zwischen jahrhundertealter Bausubstanz und pulsierendem Großstadtleben besonders deutlich macht.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Rudolfplatz

Der Rudolfplatz ist als öffentlicher Verkehrsplatz jederzeit frei zugänglich, lediglich für das Casino in der Hahnentorburg gelten eigene Öffnungszeiten und ein Mindestalter für den Zutritt. Die Hahnentorburg selbst kann von außen jederzeit kostenlos besichtigt werden, eine Innenbesichtigung ist jedoch nur im Rahmen der jeweiligen Nutzung durch Casino oder Karnevalsgesellschaft möglich. Dank der eigenen Stadtbahnhaltestelle Rudolfplatz, die direkt unter dem Platz liegt und von mehreren Linien bedient wird, ist der Ort hervorragend an das Kölner Nahverkehrsnetz angebunden und in wenigen Minuten vom Hauptbahnhof oder vom Neumarkt aus erreichbar. Auch zu Fuß ist der Rudolfplatz gut zu erreichen, etwa über die Hohe Straße und den Neumarkt in rund zehn bis fünfzehn Minuten. Für Autofahrer ist die Lage direkt am Hohenzollernring praktisch, allerdings ist der Verkehr am Platz selbst dicht, sodass sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln meist mehr lohnt; mehrere Parkhäuser in der näheren Umgebung bieten dennoch Abstellmöglichkeiten. Die beste Zeit für einen Besuch der Hahnentorburg selbst ist der Vormittag oder frühe Nachmittag, wenn der Platz weniger überfüllt ist, während sich der Rudolfplatz am Abend und in der Nacht besonders für das lebendige Gastronomie- und Barangebot empfiehlt.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Rudolfplatzes

Nur wenige Gehminuten vom Rudolfplatz entfernt liegt der Neumarkt, der größte Platz der Kölner Altstadt mit der markanten Skulptur Dropped Cone und mehreren Museen. Entlang des Hohenzollernrings erreicht man zu Fuß in kurzer Zeit weitere Abschnitte der Kölner Ringe mit zahlreichen Cafés, Boutiquen und Bars. Auch das Belgische Viertel mit dem Brüsseler Platz liegt in angenehmer Gehdistanz und bietet mit seinen unabhängigen Geschäften und Cafés einen deutlichen Kontrapunkt zum lebhaften Rudolfplatz. Über die Hohe Straße gelangt man bequem zum Kölner Dom und zur historischen Altstadt am Rhein. Fans klassischer Kölner Architektur sollten zudem einen Abstecher zur Kirche St. Aposteln am Neumarkt einplanen, die nur wenige Minuten entfernt liegt. Für einen Einblick in die Kölner Theaterszene bietet sich zudem ein Spaziergang zum nahegelegenen Schauspiel Köln an.

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