Poller Wiesen
Direkt am rechten Rheinufer im Stadtteil Poll, gegenüber der historischen Kölner Altstadt, erstrecken sich die Poller Wiesen als eine der großzügigsten Grünflächen am Fluss. Die weite, flache Wiesenlandschaft bietet einen der schönsten freien Blicke auf die klassische Kölner Stadtsilhouette: die beiden Türme des Kölner Doms, die bunten Giebelhäuser des Fischmarkts und die Kulisse der Severinsbrücke spiegeln sich bei ruhigem Wetter im Rhein, während auf der Wiese selbst Picknickdecken, Fußballspiele und spielende Kinder das Bild bestimmen. Die Poller Wiesen sind nicht nur ein beliebtes Freizeit- und Sportgelände der Kölnerinnen und Kölner, sondern auch ein geschütztes Kulturdenkmal, das an die jahrhundertealte Geschichte der Rheinregulierung erinnert. Wer Köln jenseits der Touristenpfade erleben möchte, findet hier eine der authentischsten Perspektiven auf die Stadt.
Geschichte der Poller Wiesen
Die Geschichte der Poller Wiesen ist eng mit der jahrhundertealten Auseinandersetzung Kölns mit dem Rhein verknüpft. Bereits ab dem Jahr 1560 errichtete die Stadt Köln an dieser Stelle des rechten Rheinufers die sogenannten Poller Köpfe, massive Uferbefestigungen aus eisenbewehrten Eichenstämmen, die mit Basaltblöcken beschwert und mit Weidengeflecht sowie Buhnen ergänzt wurden. Ziel dieser aufwendigen wasserbaulichen Maßnahmen war es, den Rhein davon abzuhalten, sein Flussbett weiter nach Osten zu verlagern – eine Entwicklung, die den damals noch bedeutenden Kölner Hafen auf der gegenüberliegenden Seite ernsthaft gefährdet hätte. Ohne diese frühen Regulierungsmaßnahmen hätte Köln möglicherweise seine Bedeutung als wichtige Rheinhafenstadt verloren. Bei archäologischen Grabungen im Jahr 2003 kamen sogar zwei historische Schiffswracks aus den Jahren 1530 und 1590 zum Vorschein, sogenannte „Niederländer", die bewusst als Teil der Befestigungsanlage im Flussbett versenkt worden waren.
Der Stadtteil Poll selbst wurde erst 1888 im Rahmen der großen Eingemeindungswelle offiziell Teil der Stadt Köln. Die historischen Poller Köpfe wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts größtenteils durch modernere Steinbuhnen und Wellenbrecher ersetzt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau des Deutzer Hafens. Wegen ihrer herausragenden Bedeutung für die Geschichte des Rheinuferschutzes wurden die Poller Wiesen im Jahr 2005 offiziell als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Im selben Jahr erlangte die weite Wiesenfläche zusätzliche überregionale Bekanntheit, als sie während des Weltjugendtags 2005 zehntausende Pilgerinnen und Pilger beherbergte; zwei Jahre später diente das Gelände erneut als Großveranstaltungsfläche für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2007.
Highlights der Poller Wiesen
Das größte Highlight der Poller Wiesen ist zweifellos der ungehinderte Panoramablick auf die Kölner Altstadt, der sich über die gesamte Länge der Wiese entlang des Rheinufers bietet. Anders als von den meisten innerstädtischen Uferpromenaden aus liegt hier die komplette Stadtsilhouette mit den Domtürmen, dem Fischmarkt und der Groß St. Martin Kirche frei und unverbaut vor den Augen der Besucherinnen und Besucher – ein Blick, der besonders in den Abendstunden, wenn die Fassaden der Altstadt goldenes Licht einfangen, zu den schönsten Fotomotiven Kölns zählt. Auch außerhalb der warmen Jahreszeit lohnt sich ein Abstecher: An kühlen, klaren Herbst- und Wintertagen liegt häufig ein dünner Nebelschleier über dem Fluss, durch den die Türme des Doms nur schemenhaft hindurchschimmern – ein Anblick, der die Poller Wiesen zu jeder Jahreszeit zu einem lohnenden Ziel für Fotografinnen und Fotografen macht. Die weite, ebene Rasenfläche lädt zum Picknicken, Sonnenbaden, Fußball- und Frisbeespielen ein und wird an warmen Wochenenden regelrecht zum informellen Freiluft-Wohnzimmer der angrenzenden Veedel.
Direkt an die Wiesen angrenzend liegen mehrere Sportanlagen, darunter Fußballplätze und Tennisplätze, die von lokalen Vereinen genutzt werden, sowie eine Station der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die im Sommer für die Sicherheit der Badegäste am Flussufer sorgt. Ein beliebter gastronomischer Anlaufpunkt ist das traditionsreiche Poller Fischerhaus, das mit seiner Terrasse direkt am Wasser einen weiteren exzellenten Blick auf die Stadt bietet und fangfrischen Fisch sowie rheinische Spezialitäten serviert. Einmal im Jahr, traditionell am 1. Mai, verwandeln sich die Poller Wiesen beim Poller Maifest in ein buntes Volksfest, das an die jahrhundertealte Fischereitradition des Stadtteils erinnert und mit Musik, Verkaufsständen und einem großen Besucherandrang gefeiert wird. Eine Infotafel des EU-Life-Projekts zum Maifisch erinnert zudem an die erfolgreichen Bemühungen, diese einst heimische Fischart wieder im Rhein anzusiedeln, und macht die Wiesen auch für naturinteressierte Besucherinnen und Besucher zu einem lohnenden Ziel.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu den Poller Wiesen
Die Poller Wiesen sind als öffentlich zugängliche Grün- und Erholungsfläche der Stadt Köln ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich; feste Öffnungszeiten oder Eintrittsgebühren gibt es nicht. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Nachmittags- und Abendstunden an warmen, klaren Tagen, wenn das Licht über der Altstadt besonders eindrucksvoll wirkt, sowie die frühen Morgenstunden für ruhige Spaziergänge ohne größeres Besucheraufkommen. Während der wärmeren Jahreszeit sollten Besucherinnen und Besucher beachten, dass die Wiesen an Wochenenden stark frequentiert sein können, insbesondere in der Nähe der Sportanlagen und des Poller Fischerhauses.
Die Anreise zu den Poller Wiesen erfolgt am bequemsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Stadtbahnlinie 7 fährt bis zur Haltestelle Westhoven oder Poll Salmstraße, von wo aus die Wiesen in wenigen Gehminuten zu erreichen sind, ebenso verkehren mehrere Buslinien durch den Stadtteil Poll bis in unmittelbare Nähe des Rheinufers. Da der traditionelle Fährbetrieb zwischen Poll und dem linken Rheinufer in den vergangenen Jahrzehnten eingestellt wurde, erfolgt die Anbindung an die gegenüberliegende Altstadt heute hauptsächlich über die nahegelegene Severinsbrücke, die auch mit dem Fahrrad bequem zu befahren ist. Autofahrerinnen und Autofahrer finden entlang der Wohnstraßen rund um die Wiesen begrenzte, meist kostenfreie Parkmöglichkeiten, sollten an sonnigen Wochenenden jedoch mit vollen Straßen rechnen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Poller Wiesen
Auf der gegenüberliegenden Rheinseite der Poller Wiesen liegt die historische Kölner Altstadt mit dem Kölner Dom, dem Fischmarkt und der romanischen Kirche Groß St. Martin, die von hier aus besonders fotogen zu sehen sind. Über die nahegelegene Severinsbrücke, eine der markantesten Rheinbrücken Kölns mit ihrem charakteristischen einzelnen Pylon, gelangt man in rund 20 bis 25 Gehminuten direkt in die Kölner Südstadt mit ihren Kneipen und dem Chlodwigplatz. Flussabwärts erreicht man zu Fuß oder mit dem Fahrrad entlang des Rheinufers die Ortschaft Rodenkirchen mit der Rodenkirchener Brücke, während flussaufwärts der Stadtteil Deutz mit der KölnTriangle Panorama Plattform und der LANXESS Arena in Reichweite liegt. Für Naturfreunde bietet sich zudem ein Spaziergang entlang des Poller Rheinufers in Richtung der Naturschutzgebiete im Süden der Stadt an, die zu den letzten naturnahen Rheinauen im Kölner Stadtgebiet zählen. Wer kulinarisch interessiert ist, findet im nahen Poller Fischerhaus eine der urigsten Adressen für rheinische Küche mit Flussblick.
Wo übernachten in Köln, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.