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Kölner Weihnachtsmärkte

Kölner Weihnachtsmärkte
Roncalliplatz / Alter Markt / Neumarkt / Rudolfplatz, 50667 Köln, Deutschland
Inhalt

Sobald der November zur Neige geht, verwandelt sich die Kölner Innenstadt in ein funkelndes Geflecht aus Holzhütten, Glühweinduft und Lichterketten: Die Kölner Weihnachtsmärkte zählen zu den größten und meistbesuchten Weihnachtsmarkt-Ensembles Deutschlands. Anders als in vielen anderen Städten handelt es sich in Köln nicht um einen einzigen zentralen Markt, sondern um ein ganzes Netz unterschiedlich gestalteter Märkte, die über mehrere Plätze der Altstadt und der angrenzenden Stadtteile verteilt sind. Den Mittelpunkt bildet traditionell der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom auf dem Roncalliplatz, direkt zu Füßen der gotischen Kathedrale, der mit geschätzt rund fünf Millionen Besuchern pro Saison als einer der größten Weihnachtsmärkte des Landes gilt. Ergänzt wird dieses Herzstück durch weitere, jeweils eigenständig thematisierte Märkte am Alter Markt und Heumarkt, am Neumarkt, am Rudolfplatz sowie im Rheinauhafen und im Stadtgarten. Jeder dieser Märkte hat einen eigenen Charakter, von familienfreundlich bis alternativ-queer, sodass ein Besuch der Kölner Weihnachtsmärkte eigentlich eine ganze Rundreise durch die Innenstadt bedeutet.

Geschichte der Kölner Weihnachtsmärkte

Die Geschichte der Kölner Weihnachtsmärkte reicht überraschend weit zurück. Bereits am 5. Dezember 1820 fand auf dem Alter Markt der erste belegte Kölner Weihnachtsmarkt statt, damals unter dem Namen Nicolai-Markt, benannt nach dem Nikolaustag, der traditionell am 6. Dezember gefeiert wird. Dieser frühe Markt diente vor allem dem Verkauf von Spielwaren, Süßigkeiten und weihnachtlichem Schmuck für die Kölner Bevölkerung und war damit ein unmittelbarer Vorläufer der heutigen Veranstaltungen. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts etablierte sich die Tradition des vorweihnachtlichen Marktes fest im Kölner Stadtleben, wurde jedoch durch die beiden Weltkriege und die Zerstörungen der Kölner Innenstadt wiederholt unterbrochen. Nach dem Wiederaufbau der Stadt und insbesondere seit den 1990er Jahren wuchsen die Kölner Weihnachtsmärkte stark an Umfang und Zahl der Standorte, wobei der Markt am Dom zum unangefochtenen Hauptanziehungspunkt wurde. In den vergangenen Jahrzehnten kamen immer weitere thematische Märkte hinzu: Der Markt am Alter Markt und Heumarkt erhielt das Thema "Heinzels Wintermärchen", das sich auf die Kölner Sagenfigur der Heinzelmännchen bezieht, kleine nächtliche Heinzelwesen, die der Kölner Bevölkerung einst heimlich die Arbeit erledigt haben sollen. Der Neumarkt erhielt das Motto "Weihnachtsmarkt der Engel", während am Rudolfplatz, im Rheinauhafen und im Stadtgarten weitere, oft kleinere und lokalere Märkte entstanden. Seit 2012 etablierte sich zudem ein spezieller LGBTQ-Weihnachtsmarkt, der seit 2018 unter dem Namen "Heavenue" firmiert und Teil der bunten, vielfältigen Kölner Weihnachtsmarktlandschaft ist. Seit 2022 ergänzt zudem ein veganer Weihnachtsmarkt das Angebot, was die stetige inhaltliche Weiterentwicklung der Tradition unterstreicht.

Highlights der Kölner Weihnachtsmärkte

Das unangefochtene Highlight ist der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom auf dem Roncalliplatz, wo rund 160 liebevoll geschmückte Hütten unter einem gigantischen, mehrere Stockwerke hohen Weihnachtsbaum aufgebaut werden. Die unmittelbare Kulisse der Kathedrale, die bei Dunkelheit angestrahlt über dem Markt aufragt, sorgt für eine Atmosphäre, die es so nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Hier finden sich kunsthandwerkliche Stände, an denen Glasbläser, Holzschnitzer und Schmuckdesigner live ihre Waren fertigen, kombiniert mit internationaler Gastronomie und natürlich klassischem Glühwein. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt Heinzels Wintermärchen am Alter Markt und Heumarkt, ein Markt mit märchenhaftem Thema rund um die Kölner Heinzelmännchen-Sage, der sich besonders für Familien mit Kindern eignet und mit einer Eisbahn sowie zahlreichen Fahrgeschäften aufwartet. Der Weihnachtsmarkt der Engel am Neumarkt setzt auf ein elegantes, von Engelsfiguren und weißen Lichterketten geprägtes Gestaltungskonzept und punktet mit einer etwas ruhigeren, aber nicht weniger festlichen Atmosphäre. Am Rudolfplatz entsteht ein kompakterer, aber sehr beliebter Markt mit Blick auf das historische Hahnentor, während der Markt im Rheinauhafen die moderne Architektur der Kranhäuser mit traditionellem Weihnachtsflair verbindet und besonders bei Paaren für romantische Spaziergänge am Rhein beliebt ist. Die "Heavenue" im Schaafenviertel schließlich bietet ein buntes, queer-freundliches Markterlebnis mit eigenem musikalischem und gastronomischem Programm und hat sich seit ihrer Gründung zu einem festen Bestandteil der Kölner Weihnachtszeit entwickelt. Wer alle Märkte besuchen möchte, sollte mehrere Tage einplanen, da die Entfernungen zwischen den einzelnen Standorten zu Fuß jeweils zwischen zehn und zwanzig Minuten betragen.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu den Kölner Weihnachtsmärkten

Die Kölner Weihnachtsmärkte öffnen traditionell Mitte bis Ende November und schließen in der Regel kurz vor Weihnachten, meist am 23. Dezember, wobei die genauen Eröffnungs- und Schlusstermine jedes Jahr von den Veranstaltern neu festgelegt und über die offiziellen Kanäle der Stadt Köln und der jeweiligen Marktbetreiber rechtzeitig bekannt gegeben werden. Die täglichen Öffnungszeiten liegen üblicherweise zwischen 11 und 21 Uhr, an Wochenenden teils auch länger, während einzelne Märkte am Heiligabend bereits früher schließen oder ganz geschlossen bleiben. Der Eintritt zu sämtlichen Kölner Weihnachtsmärkten ist grundsätzlich kostenfrei, lediglich für besondere Attraktionen wie Eisbahnen, Karussells oder Fahrgeschäfte fallen gesonderte Gebühren an. Für die Anreise empfiehlt sich ausdrücklich die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, da die Innenstadt in der Weihnachtszeit stark frequentiert ist und Parkplätze knapp sind. Der Kölner Hauptbahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Markt am Dom entfernt, während die Märkte am Neumarkt, Rudolfplatz und Alter Markt/Heumarkt über die gleichnamigen Stadtbahnhaltestellen der KVB bequem erreichbar sind. Der Markt im Rheinauhafen ist am besten zu Fuß von der Altstadt oder mit der Bahnlinie bis zur Haltestelle Severinstraße beziehungsweise Ubierring erreichbar. Besucherinnen und Besucher sollten insbesondere an Wochenenden und in der letzten Woche vor Weihnachten mit hohem Besucheraufkommen und entsprechenden Wartezeiten an Glühweinständen rechnen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Kölner Weihnachtsmärkte

Da sich die Kölner Weihnachtsmärkte über das gesamte Stadtzentrum verteilen, liegen praktisch alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Markt am Dom befindet sich direkt am Kölner Dom selbst, dem UNESCO-Welterbe und bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt, sowie in Sichtweite des Museum Ludwig und des Römisch-Germanischen Museums. Von Heinzels Wintermärchen am Alter Markt sind es nur wenige Schritte zum historischen Rathaus und zur Kölner Altstadt mit ihren traditionsreichen Brauhäusern. Der Weihnachtsmarkt der Engel am Neumarkt liegt in direkter Nähe zur Schildergasse und zur Hohen Straße, den beiden großen Einkaufsstraßen der Stadt, die sich ideal mit einem Marktbesuch kombinieren lassen. Der Markt am Rudolfplatz grenzt an das Belgische Viertel mit der Ehrenstraße an, während der Markt im Rheinauhafen einen Spaziergang entlang des winterlichen Rheinufers mit Blick auf die beleuchteten Kranhäuser ermöglicht. Wer genügend Zeit mitbringt, kann an einem einzigen Tag mehrere Märkte verbinden und so verschiedene Facetten der Kölner Weihnachtszeit erleben, vom festlichen Trubel am Dom bis zur beschaulicheren Stimmung am Rheinufer.

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