Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park
Der Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park bilden zusammen eine der beliebtesten Grünflächen im Kölner Stadtteil Neustadt-Süd, unmittelbar im Übergang zum Stadtteil Lindenthal. Der künstlich angelegte Teich mit seiner ovalen Wasserfläche ist seit den 1920er-Jahren fester Bestandteil des Inneren Grüngürtels, jenes Grünzugs, der auf dem Gelände der ehemaligen preußischen Festungsringe rund um die Kölner Innenstadt angelegt wurde. Südlich schließt sich der Hiroshima-Nagasaki-Park an, eine bewusst gestaltete Erinnerungslandschaft, die seit 2004 an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert und zugleich als Mahnung gegen Krieg und atomare Aufrüstung dient. Tagsüber tummeln sich am Ufer des Weihers Jogger, Spaziergänger, Grillgruppen und Slackliner, während der angrenzende Park eher zum stillen Verweilen und Nachdenken einlädt. Diese Kombination aus Freizeitfläche und Gedenkort macht das Areal zu einem der vielschichtigsten Grünräume der Stadt.
Geschichte von Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park
Der Aachener Weiher entstand in den frühen 1920er-Jahren im Rahmen des von Stadtplaner Fritz Schumacher entwickelten Generalsiedlungsplans für Köln, der die Umwandlung der ehemaligen preußischen Festungsanlagen in einen durchgehenden inneren Grüngürtel vorsah. Auf Initiative des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer beauftragte die Stadt ihren Gartendirektor Fritz Encke mit der Gestaltung des künstlichen Gewässers, das am Schnittpunkt der historischen Aachener Straße, einer alten Römerstraße, und der Universitätsstraße entstand. Mit einer Wasserfläche von rund 40.000 Quadratmetern und einem abgedichteten Betonboden, der das Versickern des Wassers verhindert, zählt der Weiher bis heute zu den größten künstlichen Stillgewässern innerhalb der Kölner Innenstadt. Zwei Springbrunnen wurden installiert, um den Sauerstoffgehalt des Wassers zu verbessern, da die Wasserqualität vor allem in den heißen Sommermonaten immer wieder zur Herausforderung wird.
Der südlich angrenzende Hiroshima-Nagasaki-Park hat eine völlig andere, deutlich jüngere Entstehungsgeschichte. Das Gelände diente in der Zeit des Nationalsozialismus als sogenanntes Maifeld für Massenaufmärsche; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier Trümmerschutt der zerbombten Stadt aufgeschüttet, wodurch ein künstlicher Hügel entstand, der im Kölner Volksmund bis heute "Mont Klamott" genannt wird. Seit 1985 ist Köln Mitglied der internationalen Mayors for Peace-Allianz der Städte Hiroshima und Nagasaki, und im Jahr 2000 initiierte das Kölner Friedensforum die Idee eines eigenen Gedenkparks auf dem Gelände. Am 7. August 2004 wurde der Park schließlich von Oberbürgermeisterin Renate Canisius im Beisein des japanischen Generalkonsuls und des Nagasaki-Überlebenden Kazuo Soda feierlich eröffnet und erhielt damit erstmals einen eigenen Namen, nachdem das Gelände zuvor lediglich als "Grünfläche am Aachener Weiher" bezeichnet worden war.
Highlights von Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park
Der Aachener Weiher selbst ist das ganze Jahr über ein lebendiger Treffpunkt: Auf den weiten Rasenflächen rund um das Wasser grillen Gruppen an warmen Sommerabenden, Slackliner spannen ihre Bänder zwischen den alten Bäumen, und Jogger drehen ihre Runden auf dem Uferweg. Am Nordufer liegt der beliebte Aachener Biergarten mit Platz für bis zu 900 Gäste, dessen überdachter Bereich mit rund 150 Sitzplätzen auch außerhalb der warmen Jahreszeit ganzjährig geöffnet ist und einen direkten Blick auf das Wasser bietet. Open-Air-Konzerte und kleinere Veranstaltungen finden regelmäßig auf den angrenzenden Wiesen statt, sodass der Weiher zu den meistgenutzten Freizeitflächen im Kölner Grüngürtel zählt.
Der Hiroshima-Nagasaki-Park dagegen setzt auf stille Symbolik statt auf Trubel. Zentrales Element ist das 2007 eingeweihte Denkmal "Abolish Nuclear Weapons" des Künstlers Hannes Helmke, das die Form eines Papierkranichs aufgreift und damit auf die japanische Legende der Sadako Sasaki und ihrer tausend gefalteten Papierkraniche verweist. Rund um das Denkmal wurden drei symbolische Bäume gepflanzt: ein Ginkgo für Hiroshima, eine Kirschblüte für Nagasaki und eine Schwarzpappel für Köln selbst, die gemeinsam die Städtepartnerschaft im Zeichen des Friedens versinnbildlichen. Nicht weit entfernt steht die Skulptur "Uralte Form" des ungarischen Bildhauers Lajos Barta aus dem Jahr 1966, ein abstraktes Werk, das lange vor der offiziellen Umbenennung des Parks hier aufgestellt wurde. Der künstlich aufgeschüttete Hügel des ehemaligen "Mont Klamott" prägt bis heute die Topografie des Parks und bietet einen leicht erhöhten Blick über die Baumkronen des Grüngürtels. Ein Kinderspielplatz ergänzt das Angebot für Familien, während unmittelbar in der Nähe das Museum für Ostasiatische Kunst mit seinem japanischen Garten eine thematische Brücke zum fernöstlichen Bezug des Gedenkparks schlägt.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park
Sowohl der Aachener Weiher als auch der Hiroshima-Nagasaki-Park sind als öffentliche Grünanlagen der Stadt Köln ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich, ein Eintrittspreis wird für keinen der beiden Bereiche erhoben. Die Wege rund um den Weiher sind beleuchtet und auch abends gut begehbar, während der ruhigere Gedenkpark naturgemäß vor allem tagsüber besucht wird. Der angrenzende Aachener Biergarten hat eigene, von der Jahreszeit abhängige Öffnungszeiten; sein überdachter Innenbereich ist jedoch auch im Winter regelmäßig geöffnet, sodass sich ein Besuch mit einem Getränk am Wasser auch außerhalb der Sommersaison lohnt. Da es sich um frei zugängliche städtische Parkanlagen handelt, empfiehlt sich für aktuelle Veranstaltungstermine oder etwaige temporäre Einschränkungen, etwa bei größeren Open-Air-Konzerten, ein Blick auf die Ankündigungen der Stadt Köln oder des Veranstalters.
Die Anreise zum Aachener Weiher ist dank der zentralen Lage im Inneren Grüngürtel unkompliziert. Mehrere Kölner Stadtbahnlinien halten in fußläufiger Entfernung an der Aachener Straße und der Universitätsstraße, sodass die Anlage von der Innenstadt aus in wenigen Minuten erreichbar ist. Auch zahlreiche Buslinien verkehren entlang der angrenzenden Hauptstraßen. Mit dem Fahrrad lässt sich der Weiher bequem über die Wegeverbindungen des Grüngürtels erreichen, die sich von Lindenthal bis in die Südstadt ziehen. Wer mit dem Auto kommt, findet in den umliegenden Wohnstraßen von Neustadt-Süd und Lindenthal Parkmöglichkeiten im öffentlichen Straßenraum, muss allerdings insbesondere an Wochenenden und bei schönem Wetter mit stärkerem Parkdruck rechnen, da das Gebiet bei Kölnern sehr beliebt ist.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Aachener Weiher und Hiroshima-Nagasaki-Park
In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das Museum für Ostasiatische Kunst, das mit seiner bedeutenden Sammlung chinesischer, japanischer und koreanischer Kunst sowie einem eigenen japanischen Garten und Café einen passenden kulturellen Anschluss an den Gedenkgedanken des Hiroshima-Nagasaki-Parks bietet. Ebenfalls in der Nähe befindet sich das Japanische Kulturinstitut, das regelmäßig Ausstellungen, Vorträge und Sprachkurse rund um die japanische Kultur anbietet. Wer den Grüngürtel weiter erkunden möchte, kann von hier aus in Richtung Südstadt zum Volksgarten mit seinem historischen Teich und seinen Brücken spazieren oder nordwärts in Richtung Lindenthal und zum Kölner Stadtwald mit seinen Sportanlagen und Wildgehegen wandern. Auch die Universität zu Köln mit ihrem markanten Hauptgebäude liegt nur wenige Gehminuten entfernt und sorgt für studentisches Leben in der direkten Umgebung. Die Kölner Innenstadt mit dem Dom und den bekannten Einkaufsstraßen ist von hier aus mit der Stadtbahn in wenigen Minuten erreichbar, sodass sich ein Besuch des Weihers und des Gedenkparks sehr gut mit einem Stadtbummel verbinden lässt.
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