Aussichtspunkt

Tonhalle-Terrasse

Tonhalle-Terrasse
Ehrenhof 1, 40479 Düsseldorf, Deutschland
Inhalt

Direkt am östlichen Rheinufer im Stadtteil Pempelfort, zu Füßen des markanten expressionistischen Kuppelbaus der Tonhalle, liegt eine der ruhigsten und zugleich schönsten Aussichtsterrassen Düsseldorfs. Während sich wenige hundert Meter südlich am Burgplatz und in der Altstadt die Besucherströme drängen, bietet die Tonhalle-Terrasse am Joseph-Beuys-Ufer einen deutlich entspannteren, fast schon lokalen Blick auf den Rhein. Von hier aus schweift der Blick über das breite Flussbett hinweg zur Theodor-Heuss-Brücke mit ihrer schlanken, hell beleuchteten Konstruktion, während sich im Wasser die vorbeifahrenden Frachtschiffe und Ausflugsboote spiegeln. Besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne hinter dem gegenüberliegenden Ufer versinkt und die Brückenbeleuchtung angeht, verwandelt sich dieser Ort in einen der stimmungsvollsten Fotospots der Stadt - ein Geheimtipp, der bei Düsseldorfern selbst deutlich bekannter ist als bei den meisten Touristen. Die Nähe zur Tonhalle und zum gesamten Ehrenhof-Ensemble mit dem Museum Kunstpalast verleiht dem Ort zusätzlich eine kulturelle Atmosphäre, die den Spaziergang entlang des Flusses zu einem abgerundeten Erlebnis macht.

Geschichte der Tonhalle-Terrasse

Die Terrasse ist untrennbar mit der Geschichte des gesamten Ehrenhof-Ensembles verbunden, das 1925 und 1926 für die GeSoLei errichtet wurde, die "Große Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen". Mit rund 7,5 Millionen Besuchern war diese Ausstellung die größte Messeveranstaltung der gesamten Weimarer Republik und machte Düsseldorf für kurze Zeit zu einem der meistbeachteten Ausstellungsstandorte Europas. Im Zuge dieser gewaltigen Bauaktivität entstand auch die heutige Tonhalle, ursprünglich unter dem Namen "Rheinhalle" nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis errichtet und so konzipiert, dass sie wahlweise als Planetarium oder als Mehrzweckhalle genutzt werden konnte. Die Lage direkt am Rhein war dabei kein Zufall: Die Gestalter des Ehrenhofs wollten einen Kulturcampus schaffen, der sich bewusst zum Fluss hin öffnet und über eine durchgehende Uferpromenade mit der Stadt verbunden ist. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Rheinhalle schwer beschädigt, der Wiederaufbau zum heutigen Konzertsaal erfolgte zwischen 1976 und 1978, eine umfassende Sanierung folgte 2005. Die Uferterrasse selbst wurde im Zuge dieser Entwicklung des Ehrenhofs immer wieder angepasst und ausgebaut, blieb dabei aber durchgehend ihrer ursprünglichen Funktion treu: ein frei zugänglicher, öffentlicher Ort am Fluss, an dem sich Kultur, Natur und Stadtleben begegnen. Die südlich angrenzende Hofgartenrampe, die zur Oberkasseler Brücke hinführt, sowie die nördlich gelegene Theodor-Heuss-Brücke markieren die beiden Fixpunkte, zwischen denen sich der Blick von der Terrasse entfaltet, und erinnern daran, dass dieser Flussabschnitt seit jeher ein zentraler Verkehrs- und Begegnungsraum der Stadt war.

Highlights der Tonhalle-Terrasse

Der größte Reiz der Tonhalle-Terrasse liegt in ihrer ruhigen, fast schon maritimen Atmosphäre, die sich deutlich von den belebteren Aussichtspunkten der Altstadt unterscheidet. Von den breiten Stufen und Sitzflächen am Ufer aus blickt man direkt auf die Theodor-Heuss-Brücke, deren klare, moderne Linienführung einen reizvollen Kontrast zu den historischen Fassaden des Ehrenhofs im Hintergrund bildet. Besonders beliebt ist dieser Ort bei Einheimischen als Treffpunkt für den Feierabend: Mit einem Getränk in der Hand auf den Stufen zum Rhein zu sitzen und den vorbeifahrenden Schiffen zuzusehen, gehört für viele Düsseldorfer zu den schönsten Ritualen eines Sommerabends. Zur goldenen Stunde taucht die tief stehende Sonne die Wasseroberfläche in goldene und rötliche Töne, während sich kurz darauf die ersten Lichter der Brücke und der gegenüberliegenden Rheinwiesen im Fluss spiegeln - ein Schauspiel, das zahlreiche Fotografen regelmäßig an diesen Ort zieht. Auch der Blick in die andere Richtung lohnt sich: Entlang des Ufers lässt sich die elegante Fassade der Tonhalle mit ihrer kupfergedeckten Kuppel und den charakteristischen expressionistischen Schmuckbändern bewundern, bevor der Blick weiter südlich zur Hofgartenrampe und zur Oberkasseler Brücke wandert. Auch Architekturfreunde kommen an dieser Stelle auf ihre Kosten, denn von der Terrasse aus lässt sich der Übergang zwischen der historischen Bausubstanz des Ehrenhofs und den modernen Uferbefestigungen besonders gut nachvollziehen, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder an die Anforderungen des Hochwasserschutzes angepasst wurden. Im Frühling und Sommer verwandeln die blühenden Bäume entlang des Joseph-Beuys-Ufers die Terrasse zusätzlich in einen schattigen Rückzugsort, während im Herbst das warme Licht der tief stehenden Sonne die Kuppel der Tonhalle in ein charakteristisches Kupfergrün taucht, das zu den meistfotografierten Details des Ensembles zählt. An lauen Abenden verwandelt sich der Platz um den Brunnen vor dem Museum Kunstpalast, nur wenige Schritte von der Terrasse entfernt, zusätzlich in einen belebten Treffpunkt, sodass sich der Besuch der Terrasse ideal mit einem kurzen Spaziergang durch das gesamte Ehrenhof-Ensemble verbinden lässt. Wer Konzertbesucher der Tonhalle beobachten möchte, findet an Aufführungstagen zudem ein besonderes Flair, wenn sich die festlich gekleideten Gäste vor Konzertbeginn am Ufer versammeln.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Tonhalle-Terrasse

Die Terrasse am Joseph-Beuys-Ufer ist als öffentlicher Außenbereich jederzeit frei und kostenlos zugänglich, es gibt keine festen Öffnungszeiten oder Eintrittsgebühren. Am angenehmsten lässt sich der Ort in den Abendstunden bei Sonnenuntergang erleben, wenn sowohl das natürliche Licht als auch die Beleuchtung der Theodor-Heuss-Brücke zur Geltung kommen; an warmen Sommertagen ist mit entsprechend mehr Besuchern zu rechnen. Die Terrasse liegt im Stadtteil Pempelfort, unmittelbar am Ehrenhof zwischen Tonhalle und Museum Kunstpalast. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort über die Stadtbahn- und Straßenbahnhaltestelle "Tonhalle/Ehrenhof" bequem zu erreichen, die nur wenige Gehminuten vom Ufer entfernt liegt. Zu Fuß ist die Terrasse von der Altstadt aus in etwa 15 bis 20 Minuten entlang der Rheinuferpromenade erreichbar, eine Route, die selbst schon zahlreiche schöne Ausblicke auf den Fluss bietet. Parkmöglichkeiten finden sich in der Nähe des Ehrenhofs sowie in umliegenden Seitenstraßen von Pempelfort. Der Weg zur Terrasse ist eben und barrierefrei, was den Ort auch für Familien mit Kinderwagen und Besucher mit eingeschränkter Mobilität gut zugänglich macht.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Tonhalle-Terrasse

Direkt angrenzend liegt das gesamte Ehrenhof-Ensemble mit dem Museum Kunstpalast, das eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalens beherbergt, sowie dem NRW-Forum, das regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu zeitgenössischer Kultur und Fotografie zeigt. Nur wenige Gehminuten südlich, über die Hofgartenrampe, erreicht man die Oberkasseler Brücke mit ihrem berühmten Panoramablick auf die Altstadt-Skyline und den Rheinturm. Der weitläufige Hofgarten, die älteste öffentliche Parkanlage Deutschlands, schließt sich ebenfalls in südlicher Richtung an und eignet sich ideal für einen ausgedehnten Spaziergang nach dem Besuch der Terrasse. In nördlicher Richtung entlang des Ufers führt der Weg zur Theodor-Heuss-Brücke und weiter zum Rheinpark Golzheim mit seinen weitläufigen Grünflächen. Wer von der Terrasse aus weiter in die Innenstadt spazieren möchte, erreicht über die Rheinuferpromenade in etwa 20 Minuten den Burgplatz mit dem Schlossturm und die historische Altstadt mit ihren traditionellen Brauhäusern.

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