Aussichtspunkt

Schlossturm

Schlossturm
Burgplatz 30, 40213 Düsseldorf, Deutschland
Inhalt

Am nördlichen Rand des Burgplatzes, direkt dort, wo die Altstadt auf den Rhein trifft, steht der Schlossturm als einziger sichtbarer Überrest des einst mächtigen Düsseldorfer Stadtschlosses. Der kompakte, rund 33 Meter hohe Turm wirkt auf den ersten Blick unscheinbar zwischen den umgebenden Altbauten, doch wer die engen Treppen in seinem Inneren bis zum obersten Geschoss erklimmt, wird mit einem Ausblick belohnt, der in dieser Form einmalig in der Altstadt ist. Von hier oben liegt der gesamte Burgplatz mit seinem pulsierenden Treiben, den Open-Air-Veranstaltungen und Straßenkünstlern direkt zu Füßen, während sich der Blick nach Westen über die Dächer der Altstadt bis zum glitzernden Rhein und zur Oberkasseler Brücke öffnet. Diese erhöhte Perspektive, mitten im historischen Zentrum und doch über den Dingen, macht den Schlossturm zu einem der unterschätzten Aussichtspunkte Düsseldorfs - deutlich kleiner und intimer als der Rheinturm, dafür mit einem unmittelbaren, fast greifbaren Bezug zum Leben auf dem Platz darunter. Besonders zur Abenddämmerung, wenn die Fassaden rund um den Burgplatz in warmes Licht getaucht werden und die ersten Schiffe mit Positionslichtern den Rhein befahren, zeigt sich dieser Ausblick von seiner schönsten Seite.

Geschichte des Schlossturms

Der Schlossturm bildete ursprünglich den nördlichen Abschluss des Düsseldorfer Stadtschlosses, das über Jahrhunderte als Residenz der Herzöge von Jülich-Berg diente und den Kern der mittelalterlichen Stadt bildete. Die untersten drei Geschosse des Turms stammen bereits aus dem 13. Jahrhundert und zählen damit zu den ältesten erhaltenen Bauteilen Düsseldorfs überhaupt. Im Jahr 1552 ergänzte der italienische Baumeister Alessandro Pasqualini ein viertes, polygonales Geschoss mit toskanischen Säulen, das dem Turm sein noch heute charakteristisches Erscheinungsbild verlieh. Im 17. Jahrhundert diente der Turm zeitweise als Archiv für die Herzogtümer Jülich und Berg, bevor der Architekt Friedrich August Stüler 1845 ein fünftes Geschoss im Stil der Neoromanik hinzufügte. Ein neues Portal kam 1883 durch Eberhard Westhofen hinzu, und 1909 ersetzte man den oberen Abschluss durch ein Walmdach. Die größte Zäsur in der Geschichte des Bauwerks war jedoch der verheerende Brand des Düsseldorfer Schlosses im Jahr 1872, bei dem der gesamte Schlosskomplex bis auf den Turm vollständig zerstört wurde. Seither steht der Schlossturm als einsamer, aber würdevoller Zeuge dieser einstigen Residenz am Rheinufer. Zur Erinnerung an den Brand wurde 1957 vom Bildhauer Ferdi Walther eine kupferne Wetterfahne in Form eines sogenannten "Feuerbläsers" auf der Turmspitze angebracht, die bis heute an das dramatische Ereignis erinnert. Seit 1984 beherbergt der Turm im Inneren ein Museum zur Rheinschifffahrt, dessen Ausstellungsräume sich über mehrere der historischen Geschosse verteilen und die beim Aufstieg zur obersten Etage durchquert werden. Die Kombination aus mittelalterlicher Substanz, Renaissance-Ergänzung und neoromantischer Erweiterung macht den Schlossturm zu einem architektonischen Palimpsest, an dem sich die wechselhafte Geschichte der Stadt unmittelbar ablesen lässt.

Highlights im Schlossturm

Der eigentliche Höhepunkt eines Besuchs liegt im obersten Geschoss des Turms, wo sich großzügige Fensteröffnungen und ein kleiner Außenbereich befinden, von denen aus sich ein ungewöhnlich naher, fast intimer Blick auf den Burgplatz und die Rheinuferpromenade bietet. Anders als von den weit entfernten Aussichtsplattformen moderner Hochhäuser lässt sich von hier aus das pulsierende Leben auf dem Platz direkt verfolgen: Straßenmusiker, Touristengruppen, Marktstände bei besonderen Anlässen und die Schlange der Spaziergänger entlang der Rheinpromenade wirken förmlich zum Greifen nah. Gleichzeitig öffnet sich der Blick nach Westen über die charakteristischen Dächer der Altstadt hinweg auf den Rhein, auf vorbeifahrende Ausflugsschiffe und auf die elegante Silhouette der Oberkasseler Brücke in der Ferne. Wer den Turm am späten Nachmittag besucht, kann beobachten, wie sich das Licht über dem Fluss langsam verändert und die Fassaden am Platz in immer wärmere Töne taucht, bis am Abend die ersten Lichter der Altstadtkneipen und Straßenlaternen angehen. Die kompakte Größe des Turms sorgt dafür, dass der Besuch angenehm kurz und unkompliziert bleibt, ohne lange Wartezeiten wie an größeren Attraktionen der Stadt - ein Grund, warum der Turm gerade bei Kurzbesuchen und spontanen Stadtspaziergängen gerne als kleiner, aber lohnender Abstecher eingeplant wird. Auch architekturinteressierte Besucher kommen auf ihre Kosten, da sich beim Aufstieg die unterschiedlichen Baustile der einzelnen Jahrhunderte - von mittelalterlichem Mauerwerk bis zu Pasqualinis Renaissance-Geschoss - unmittelbar nacheinander erleben lassen, bevor man schließlich oben mit dem Panorama über den Platz belohnt wird.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Schlossturm

Der Schlossturm ist in der Regel von Dienstag bis Sonntag tagsüber zugänglich, montags bleibt der Turm meist geschlossen; an Feiertagen können abweichende Zeiten gelten. Der Eintritt liegt im Bereich der üblichen städtischen Museumspreise und damit deutlich günstiger als bei den großen Aussichtsplattformen der Stadt, Kinder und Jugendliche zahlen häufig einen ermäßigten Tarif oder haben freien Eintritt. Da sich Öffnungszeiten und Eintrittspreise städtischer Einrichtungen gelegentlich ändern, empfiehlt es sich, vor dem Besuch die aktuellen Angaben der Stadt Düsseldorf zu prüfen. Der Turm liegt direkt am Burgplatz im Herzen der Altstadt, unmittelbar an der Rheinuferpromenade, und ist damit zu Fuß von praktisch jedem Punkt der Innenstadt aus in wenigen Minuten erreichbar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich die U-Bahn-Haltestelle "Heinrich-Heine-Allee" an, von der aus der Burgplatz in etwa 5 bis 10 Gehminuten erreicht wird. Auch der Hauptbahnhof ist mit Bus oder Bahn in kurzer Zeit mit der Altstadt verbunden. Parkmöglichkeiten gibt es in mehreren Parkhäusern am Rand der Altstadt, da die Fußgängerzone rund um den Burgplatz selbst autofrei ist. Aufgrund der engen, historischen Wendeltreppe im Inneren ist der Aufstieg zum obersten Geschoss nicht barrierefrei; Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten dies bei der Planung berücksichtigen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Schlossturms

Direkt vor dem Turm erstreckt sich der Burgplatz selbst, einer der lebendigsten Plätze der Altstadt, der im Sommer regelmäßig Bühne für Open-Air-Konzerte, Märkte und Straßenkunst ist. Von dort führt die Rheinuferpromenade in beide Richtungen am Fluss entlang - nach Süden in Richtung Medienhafen mit dem Rheinturm, nach Norden in Richtung Oberkasseler Brücke mit ihrem berühmten Panoramablick auf die Altstadt-Skyline. Nur wenige Schritte vom Burgplatz entfernt liegt das Netz der engen Altstadtgassen mit den traditionellen Brauhäusern der "längsten Theke der Welt", während die benachbarte Lambertuskirche mit ihrem markant verdrehten Turm einen weiteren historischen Blickfang bietet. Wer von hier aus weiter ins Zentrum spaziert, erreicht in etwa 10 bis 15 Minuten den Kö-Bogen II mit seiner begrünten Fassade und das angrenzende Einkaufsviertel rund um die Königsallee. Auch das K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und der Hofgarten liegen in fußläufiger Entfernung und lassen sich gut mit einem Besuch des Schlossturms zu einem Altstadt-Rundgang kombinieren.

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